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"Umwelt und Energie"

Das Strategiefeld und seine Themenschwerpunkte

Bund/Bundesländerkooperation
 

Eines der größten Probleme der Gesellschaft ist der ständig steigende Druck auf die Umwelt, insbesondere spielen dabei der Umgang mit Ressourcen und die Bewirtschaftung der Erdoberfläche sowie die Energieumwandlung eine wesentliche Rolle.

Langfristig konzipierte Umweltforschung soll die ökologische Tragfähigkeit, die biologische Vielfalt und die Multifunktionalität des Naturraumes, von Landschaften und Regionen analysieren. Erste umsetzbare Ergebnisse dazu liegen beispielsweise aus der Kulturlandschaftsforschung vor. Die zu gewinnenden Erkenntnisse dienen u.a. der Lösung von naturräumlichen Nutzungskonflikten und darauf aufsetzenden raumbezogene Maßnahmen aller Art. Voraussetzung dafür ist die beschleunigte Erstellung regionalisierter Grundlagen, unterstützt durch verschiedenmaßstäbliche und verschiedenfristige Erdbeobachtungssysteme. Langfristig abgesicherte Landschaftsfunktionen sind eine Grundvoraussetzung für die nachhaltige Entwicklung und damit auch für die Erreichung nachhaltiger Ziele in den Strategiefeldern "Ernährung und Gesundheit" sowie "Mobilität, Verkehr und Tourismus".


> Externe Verknüpfung Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

 
Ziele
 

Die Minimierung negativer Umwelteinflüsse durch menschliche Aktivitäten ist das überge­ordnete Ziel dieses Strategiefeldes.

Für den Bereich Energie  stellt  derzeit  die Reduktion  der durch den Einsatz von Energie verursachten Umweltauswirkungen (z.B. Treibhausgasemission) bei Aufrechter­haltung der Energiedienstleistungsansprüche das Hauptziel dar.

Im Bereich Umwelt soll die Auflösung von Konflikten zwischen unterschiedlichen Rauman­sprüchen hervorgerufen durch verschiedene Nutzungsarten fachlich unterstützt werden und der Wis­senstand hinsichtlich Einträgen, Verteilung und Wirkung von Schadstoffen, die durch menschliche Aktivitäten hervorgerufen werden, verbessert werden. Die Grundlagen für die Bearbeitung sind mittels moderner Informationstechnologien interaktiv verfügbar zu machen.

  • Erhaltung, wo notwendig Wiederherstellung der Funktionalität der Landschaft
  • Nachhaltige und harmonische Nutzung naturräumlicher Ressourcen
  • Minimierung anthropogen bedingter Umweltbeeinträchtigungen
  • Wirksamer Schutz vor Naturgefahren
  • Sparsamer Umgang mit Energieressourcen sowie zunehmender Einsatz nachhaltiger Energieformen bei Aufrechterhaltung der Dienstleistungsansprüche.
 
1.) Themenschwerpunkt "Multifunktionalität der Landschaft - Raumentwicklung"

Langfristig konzipierte Umweltforschung will die ökologische, ökonomische und soziale Tragfähigkeit und die Multifunktionalität des Naturraumes, von Landschaften und Regionen, analysieren. Gewonnene Ergebnisse dienen raumentwickelnden Maßnahmen, unter anderem zur Sicherstellung der naturräumlichen Funktionalität und der Lösung von Nutzungskonflikten. Zunehmende Unterschiede in der Entwicklungsdynamik sowohl in ländlichen und städtisch geprägten Gebieten bedürfen einer besonderen Betrachtung. Regionalen Einheiten sollen nachvollziehbar Versorgungs- und Risikopotentiale zugeordnet werden, aus denen wiederum eine Versorgungssicherheit für aktuellen und zukünftigen Bedarf und Bewirtschaftungsstrategien abzuleiten sind. Für eine nachhaltige Bereitstellung von Ressourcen sind objektivierbare Lösungswerkzeuge zur Minimierung jener naturräumlichen Konflikte zu entwickeln, die sich aus den unterschiedlichen Ansprüchen an die Landschaft ergeben. Für die Dokumentation und Abwicklung dieser Arbeiten sind die Einrichtung eines Netzwerkes von „benchmark“-Ökosystemen für Monitoring und ökologische Langzeitforschung, der Einsatz von verschieden gestützten Formen der Erdbeobachtung  sowie interaktiv verfügbare, GIS-gestützte Informationssysteme, die adäquat weiterzuentwickeln sind, einzurichten.

Ziele:

  • Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Multifunktionalität der Landschaft im Gefüge mit deren Bewohnern bzw. Nutzern
  • Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen für nachhaltiges Management der natürlichen und naturräumlichen Ressourcen, sowie der Funktions- und Nutzungskonflikte in den österreichischen Kulturlandschaften.
 
2.) Themenschwerpunkt "Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt"

Biogene Ressourcen und insbesondere Biodiversität erfordern repräsentativen Schutz, um das Entwicklungspotential und die nachhaltige Nutzung sicherzustellen. Als Grundlage dafür sind die fachlichen Grundlagen für alle drei Ebenen der Biodiversität (genetische Diversität, Artendiversität, Ökosystemdiversität) zu erarbeiten. Zur Umsetzung des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt, der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie der EU ist eine bundeseinheitliche Vorgangsweise notwendig, die u.a. naturschutzfachliche Forschung voraussetzt.

Ziele:

  • Erarbeitung von wissenschaftlichen Grundlagen und Konzepten zur Sicherstellung des repräsentativen Schutz, des Entwicklungspotentials und der nachhaltigen Nutzung biogener Ressourcen und insbesondere der Ressource Biodiversität
  • Entwicklung eines Monitoringsystems zur Beobachtung der Veränderung der Biodiversität und begleitende Ursachenforschung
  • Erarbeitung der fachlichen Grundlagen zur Erfüllung internationaler Verpflichtungen.
 
3.) Themenschwerpunkt "Haushalten mit Wasserressourcen"

Die Versorgung mit Trink-, Nutz- Heil- und Thermalwasser ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser geeigneter Qualität ist Grundlage für eine landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung, ebenso wie für die Gesundheit allgemein, oder den Tourismus im speziellen. Besonderes Augenmerk der einschlägigen Forschung gilt der Versorgungssicherung mit Wasser und dem Schutz vor Gefährdung des Mediums Wasser gegen Eintrag von Schadstoffen. Wasservorkommen in allen Ausprägungen sind in ihrer lokalen und regionalen Ausformung qualitativ und quantitativ zu erfassen. Der angestrebten nachhaltigen Bewirtschaftung der Grund- und Oberflächenwasserkörper dient die Abgrenzung von Einzugsgebieten, Infiltrations- und Wegigkeitssystemen sowie die Abklärung des Speicherverhaltens und des Gefährdungspotentials, die in geeigneten oder zu entwickelnden GIS-Instrumenten zu dokumentieren sind. Darauf aufbauend sind Wasser-Informationssysteme einzurichten, Wasserhaushaltskonzepte auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen und Einsparpotentiale zu erkunden.

Ziele:

  • Langfristige Sicherung der Qualität und Quantität aller Wasserressourcen
  • Die wissenschaftliche Abgrenzung von Einzugsgebieten, die Erkundung von Infiltrations- und Wegigkeitssystemen, die Abklärung des Speicherverhaltens und der Gefährdungspotentiale, insbesondere durch den Einsatz von kostengünstigen, zuverlässigen und sichere Aussagen erlaubenden geophysikalischen Methoden
  • Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Erhaltung der „ökologischen Funktionsfähigkeit“ von Grundwässern und Oberflächengewässern
  • Erforschung von Einsparpotential zur effizienten Nutzung von hochwertigen Wasserressourcen sowie von weniger „anspruchsvollem“ Wasser, z.B. Brauchwasser
  • Entwicklung und Prüfung von nachhaltigen Entwicklungs- und Nutzungsstrategien der Grund- und Oberflächenwasserkörper
  • Die Entwicklung geeigneter GIS-Systeme zur Dokumentation aller wasserrelevanten Daten und der Aufbau von Wasser-Informationssystemen
  • Verfahren und Technologie für Haushalte, Industrie und Gewerbe, die eine mindestens um einen Faktor 10 verbesserte Wassereffizienz haben
  • Verfahren und Technologien für Industrie und Gewerbe, die wasserfrei sind oder einen völlig von der Natur abgeschlossenen Wasserkreislauf haben.
 
4.) Themenschwerpunkt "Bewältigung der Schadstoffproblematik"

Die vielfältigen Aktivitäten des Menschen führen zu verstärktem Schadstoff- und Nährstoffeintrag in Luft, Wasser und Boden. Zur Verminderung und Sanierung vorhandener, aber auch zur Vermeidung künftiger Kontaminationen sind Strategien zu entwickeln. Dazu wird es erforderlich sein, verstärkte Anstrengungen in der Erforschung der Schadstoffentstehung bzw. -ausbreitung und -wirkung auf Mensch und Ökosysteme zu unternehmen. Hinsichtlich der nicht luftrelevanten Schadstoffströme, und hier vor allem nach der Deposition auf die Erdoberfläche, sind die relevanten Hintergrundwerte sowie die Pfade von Schadstoffen, sowohl in der ungesättigten als auch in der gesättigten Zone des Bodens sowie das Verhalten der Böden gegenüber Schadstoffen und die schlussendlich davon ausgehende Wirkung auf die Böden, das Grundwasser, die Vegetation und menschliches und tierisches Leben integrativ zu untersuchen. Für die Bereithaltung und Darstellung der dazu notwendigen Daten ist ein simulationsfähiges GIS-Werkzeug zu adaptieren.

Ziele:

  • Vermeidung und Verminderung der Schadstoff- und Nährstoffbelastung in den Umweltmedien
  • Reduktion der Entstehung von Schadstoffen; Schließung von Kreisläufen in Produktionsabläufen der Industrie
  • Zero-Emissions Verfahren (abfall- und emissionsfrei); Nutzungskonzepte für den stofflichen Einsatz nachwachsender Rohstoffe in Produktionsprozessen
  • Verfahren zur wertschöpfenden Weiterverarbeitung von Abfällen und Emissionen zu vermarktbaren Produkten
  • Erfassung des Gefährdungspotentiales in Abhängigkeit von Stoffcharakteristik, Stoffkonzentration und -transfer in die Biosphäre
  • Entwicklung von stoffspezifischen Beurteilungskriterien des Gefährdungspotentiales
  • Flächige Erfassung belasteter Gebiete und der regionalen Hintergrundwerte
  • Komplexinterpretation vorhandener Einzelwerte und Einbindung der Ergebnisse von Monitoringprogrammen
  • Methoden- und Strategieentwicklung zur Sanierung bzw. Verminderung vorhandener, sowie zur Vermeidung künftiger Kontaminationen der Umwelt
  • Entwicklung von Methoden zur Umsetzung der EU-Seveso-Richtlinie
  • Verminderung des Schadstoffausstoßes durch die Einführung einer nachhaltigen Rohstoffnutzung unter Einbindung einer stofflichen Nutzung biogener Ressourcen (NAWARO).
 
5.) Themenschwerpunkt "Umgang mit naturräumlichen Risiken"

Eine möglichst detaillierte Kenntnis der prozesshaften Vorgänge bei der Entstehung von Naturgefahren, über die Schutzwirkung von Ökosystemen und Landschaftselementen ist Voraussetzung für einen Umgang mit Naturgefahren, der einerseits die Funktionalität der Landschaft intakt zu halten, andererseits ökonomische Werte der Gesellschaft zu schonen trachtet. Unter Beachtung der geologisch-morphologischen Situation sind die Bewertung und Verbesserung von aktiven und passiven Schutzmaßnahmen im Sinne ihrer Nachhaltigkeit erforderlich, wie auch Prognoseverfahren und Instrumente des Risikomanagements unter Ausnützung verschieden gestützter Formen der Erdbeobachtung.

Ziele:

  • Schutz des Siedlungsraumes und der Infrastruktur vor Naturgefahren wie Vermurung, Lawinenabgang, Überschwemmungen, Erdbeben, Massenbewegungen und Felsstürzen
  • Entwicklung von Methoden des Wasserhaushaltmanagements speziell in alpinen Einzugsgebieten
  • Systematische Beobachtung, GIS-Dokumentation und Bewertung von Massenbewegungen unter Einsatz von traditionellen Kartierungs- und u.U. speziell zu entwickelnden Fernerkundungsmethoden
  • Verbesserung der relevanten Datensituation und deren Komplexinterpretation, sowie die Einbindung von Ergebnissen aus Monitoringprogrammen
  • naturnahe Verbauungsmethoden
  • Bundesweite Erfassung der Erdbebenaktivität zur Bestimmung des Erdbebenrisikos und zur Unterstützung der Zivil- und Katastropheneinrichtungen, insbesondere im Falle von grenzüberschreitenden Erdbebenauswirkungen.
 
6.) Themenschwerpunkt "Schutz des Klimas"

Klimaveränderungen sind in Überlagerung geogener und anthropogener Faktoren zu betrachten und die regionalen Auswirkungen zu bewerten.

Entsprechend den Vorgaben des Kyoto-Protokolls und der EU-internen Aufgabenverteilung hat Österreich seine Treibhausgasemissionen um 13% bis zum Zeitraum 2008/12 (in Vergleich zu 1990/95) zu reduzieren. In der Forschung im Bereich Klimaschutz sind Strategien zur Reduktion klimarelevanter Emissionen notwendig und dabei alle relevanten Verursachergruppen zu berücksichtigen.

Ziele:

  • Regional wirksame Verhinderung klimaverändernder Auswirkungen des gesellschaftlichen Umgangs mit Landschaft und Ressourcen

    Dazu dient:
  • Abschätzung des Einflusses von Klimaänderungen auf Österreich
  • Maßnahmenvorschläge zur Emissionsreduktion durch Verkehr, Haushalte, Industrie und Landwirtschaft sowie Strategien zu deren Umsetzung; meteorologische Analysen zur Überwachung der Wirkung emissionsvermindernder Maßnahmen
  • Erfassung, Dokumentation und Bewertung klimarelevanter Prozesse, Entwicklung von Methoden zu deren Komplexinterpretation, sowie die Einbindung von Ergebnissen aus Monitoringprogrammen. 
 
7.) Themenschwerpunkt "Forcierung erneuerbarer Energieformen"

Die Optimierung des Energieeinsatzes umfasst grundsätzlich die drei Bereiche Energieeinsparung, effiziente Energieverwendung – auch im Sinne des Klimaschutzes – und den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien. Dabei sind insb. sozioökonomische und organisatorisch-logistische Fragestellungen wesentlich und der Aspekt der Energiedienstleistung ist in den Blickpunkt der Betrachtungen zu stellen.

Ziele:

  • Bewertung von Maßnahmen zur Umsetzung der in den Weiß- / Grünbüchern der EU sowie dem Kyoto-Protokoll zu den Themen erneuerbare Energie und Energieversorgungssicherheit enthaltenen Strategien und Zielen

    Dazu dienen:
  • wissenschaftliche Erkenntnisse zur Steigerung der Effizienz und der Bedarfsdeckung beim Einsatz erneuerbarer Energieträger (insbesondere mit dem Schwerpunkt Industrie, Gewerbe, Verkehr)
  • wissenschaftliche  Vorarbeiten  für  Umsetzungsprojekte in  den  Bereichen Energiesparen, Einsatz von erneuerbaren Energieträgern sowie Energiedienstleistungen auch im Hinblick auf ihre zeitliche Dimension.
 
8.) Themenschwerpunkt "Haushalten mit Mineralrohstoff-Ressourcen"

Gezielte Maßnahmen zur nachhaltigen Absicherung der heimischen Rohstoffversorgung können nur auf der Basis einer auf aktueller Evidenz und auf neuestem Wissenstand basierenden möglichst vollständigen Erfassung der natürlichen Vorkommen, sowie der Verbrauchswerte erfolgen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist die zentrale Aufgabe der Durchforschung des Bundesgebietes nach mineralischen Rohstoffen und nutzbaren Vorkommen, insbesondere von Massenrohstoffen, unter diesen Vorgaben zu intensivieren. Es sind dies auf der rohstoffgeologischen Seite eine detailliertere Erfassung und Darstellung der jungen Bedeckung und der lithologischen Eigenschaften der Gesteine, auf der rohstoffwirtschaftlichen Seite ist es eine Verbesserung der Erfassungsmöglichkeiten von betrieblichen Produktions- und Reservedaten. Der Aspekt der Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit Mineralrohstoffen verdient eine der Ableitung von Maßnahmen dienliche wissenschaftliche Betrachtung. Regionalisierte Abschätzungen von Bedarfsentwicklungen sind notwendig, um rechtzeitig kritische Bereiche der Versorgung und der Nutzungskonflikte erfassen zu können. Dabei sind Sicherungsvorschläge und Konzepte zur Folgenutzung von ehemaligen Bergbaulandschaften notwendig und auch Alternativen zu entwickeln.

Ziele:

  • Langfristige Sicherung der Mineralrohstoff-Versorgung unter Beachtung der Landschaftsfunktionen

    Dazu dient:
  • Detaillierte Erforschung und GIS-gestützte Dokumentation der geowissenschaftlichen Grundlagen
  • Regionalisierte Abklärung der verschiedenfristigen Bedarfs- und Versorgungssituation unter Betrachtung der spezifischen Nachhaltigkeitsaspekte von Mineralrohstoffen, insbesondere von Massenrohstoffen
  • Entwicklung von Methoden zur vorausschauenden Abklärung naturräumlicher Konflikte im Zusammenhang mit Mineralrohstoff-Abbauvorhaben auf verschiedenen regionalen Ebenen
  • Verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen im Bauwesen.
 
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