"Gesellschaftlicher Wandel"
Das Strategiefeld und seine Themenschwerpunkte
Bund/BundesländerkooperationDer Charakter der Arbeitsgesellschaft hat sich in den entwickelten Industriegesellschaften stark verändert. Technologische Entwicklungen, die rasante Globalisierung, die moderne Kommunikationsrevolution und die Herausbildung einer Wissensgesellschaft stellt die derzeitigen Handlungs- und Lösungspotentiale der modernen Industriegesellschaften vor völlig neue Herausforderungen. Diese Entwicklungen können etwa die bestehende Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verstärken oder neue Formen sozialer Ungleichheit fördern. Es gilt daher insbesondere Maßnahmen zu entwickeln, die
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gleichermaßen die wirtschaftliche Entwicklung, die Verantwortung für die Umwelt, die soziale Absicherung und die Gleichstellung der Geschlechter berücksichtigen;
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die Integration von Bevölkerungsgruppen mit besonderen Bedürfnissen sicherstellen;
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demographische Veränderungen und Migration in einen Zusammenhang bringen, ohne dass neue Unsicherheiten entstehen;
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neue Formen der Beziehungen zwischen Institutionen und Partizipationsmöglichkeiten von BürgerInnen ermöglichen
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Chancen einer demokratischen, offenen Wissensgesellschaft erhöhen.
Mit gesicherten empirischen Grundlagen soll der Wissensstand zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen verbessert werden, insbesondere zur Situation von Frauen und zur Situation von benachteiligten älteren Menschen, Behinderten und anderen Gruppen mit spezifischen Bedürfnissen in der Arbeitswelt und im gesellschaftlichen Leben.
Bei den politischen EntscheidungsträgerInnen soll die Sensibilität für diese brisanten gesellschaftspolitischen Problemfelder und die Akzeptanz für neue Lösungsansätze erhöht werden. Expertisen sollen dazu in allen Politikbereichen aufgebaut und Instrumente zur Bewertung der Auswirkungen politischer Maßnahmen in allen Bereichen weiterentwickelt werden.
Die Entwicklung und Verbreitung neuer Methoden und Verfahren, vor allem in Bezug auf eine Strategie der Nachhaltigkeit, sollen deutlich machen, dass der globale gesellschaftliche Wandel auch die Wissenschaft vor neuartige Herausforderungen stellt.
Die Auswirkungen der neuartigen Arbeits- und Beschäftigungsformen auf die soziale Verträglichkeit sind noch zu wenig bekannt. Die Überlegungen zur Neugestaltung der Arbeitsgesellschaft gehen vom Modell der „Drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung“ aus, das um einen Ausgleich zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialer Sicherung bemüht ist. Dabei geht es nicht nur um soziale Absicherung, sondern um die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit schlechthin und die Erweiterung des vorherrschenden Erwerbsarbeitsbegriffs um gesellschaftlich wichtige, aber unbezahlte Arbeitsleistungen wie Eigenarbeit, Versorgungsarbeit und Gemeinschaftsarbeit. Häufig wird dieses Konzept der Mischarbeit als zentraler Bestandteil für soziale Nachhaltigkeit in die Diskussion eingebracht, da es am stärksten an grundlegende Wandelprozesse in der gegenwärtigen Arbeitsgesellschaft anknüpft. Mischarbeit soll neue Handlungsspielräume eröffnen und von ergänzender sozialer Sicherung begleitet werden; sie verlangt eine an Nachhaltigkeit orientierte und durch sozioökologische Reformen realisierbare Perspektive.
Die Gestaltung und Organisation von Arbeitszeit ist ein zentraler Faktor für die Herstellung von Gleichstellung und Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern. Arbeitszeitmodelle müssen daher sowohl unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für Frauen und Männer, als auch im Hinblick auf ihre jeweiligen Auswirkungen auf die tradierte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in der Gesellschaft überprüft werden.
In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, verstärkt Strategien zur Förderung von Frauen und Mädchen in nicht „traditionell weiblichen“ Berufsfeldern, insbesondere im Bereich der neuen Technologien zu entwickeln.
Auch die Nutzung von Wissen und Erfahrung der aus dem Berufsleben ausscheidenden Menschen - ohne deren Überforderung - ist ein gesellschaftliches wie humanes Anliegen.
Ziele:
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Querschnittsanalysen zum Erkennen von Wechselwirkungen zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem in Bezug zur Arbeitswelt
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Entwicklung von nachhaltigen Systemen zur sozialen Sicherung
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Entwicklung von Instrumenten und Modellsimulationen unter Berücksichtigung von BIP, Arbeits- und Ressourcenproduktivität
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Schaffung von fundierten wissenschaftlichen Grundlagen und Bereitstellung von Basisdaten durch Evaluierung bereits implementierter Arbeitszeitmodelle im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Chancengleichheit von Männern und Frauen
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Erarbeitung von Strategien zur Förderung von Frauen in nicht „traditionell weiblichen“ Berufsfeldern und
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Entwicklung von pädagogischen Instrumentarien und anderen Methoden zur Förderung des Interesses von Mädchen an technischen Berufe sowie an neuen Technologien und Entwicklungen.
Personen mit speziellen Bedürfnissen sind sehr häufig mit schwierigen Lebensbedingungen und deren Organisation konfrontiert. Beim Zusammentreffen unterschiedlicher Problemlagen (Qualifikationsdefizite, fehlende Berufserfahrung, gesundheitliche Beeinträchtigungen, psychische Probleme, Suchtproblematik, Schulden, Obdachlosigkeit, Sprachprobleme, Vorstrafen, Motivations- und Orientierungsproblematiken) gibt es kaum Angebote an Qualifizierungsmaßnahmen, Stabilisierungs- und Integrationsprojekten bzw. betriebliche Eingliederungsbeihilfen für Unternehmen. Experimentelle Pilotphasen bei der Entwicklung neuer Maßnamen sowie eine evaluierende Begleitung und Analyse der Ergebnisse laufender Projekte sollen hier die sozialwissenschaftlichen Grundlagen zum Finden neuer Wege schaffen.
Ziele:
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Erhöhung des Wissensstandes über die Lebenssituation von Personen mit speziellen Bedürfnissen durch Datenerhebung und wissenschafliche Studien
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Entwicklung, Evaluierung und Analyse von Maßnahmen, die die Lebenssituation dieser Personengruppe verbessern sollen
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Erforschung der Bedingungen für die Entwicklung und Implementation von Informationsnetzwerken für jene Personengruppen.
Die in allen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften zu beobachtenden demographischen Entwicklungen wie Alterung der Bevölkerung, Geburtenrückgang und Zunahme der Kleinhaushalte wurden auch in Österreich zu zentralen Faktoren des demographischen Wandels.
Die Probleme der alternden Gesellschaft wie Auswirkungen auf die Sozialversicherungssysteme, die Marktanpassungen und die Umprägung der Altersphase als „dritter Lebensabschnitt“ bieten ein weites Feld für wissenschaftliche Forschung.
Der gesellschaftliche und ökonomische Wandel wirkt in städtischen und ländlichen Räumen in höchst unterschiedlicher Weise auf traditionelle Familien-Beziehungsmuster. Die Ausbildung neuer Lebens- und Familienformen stellen das System der Gesellschaft und der Politik vor neue Anforderungen. Diese neuen gesellschaftlichen Entwicklungen bedürfen einer sozialwissenschaftlichen Erforschung und Aufarbeitung, als Grundlage für politische Entscheidungen.
Ziele:
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Verbesserung der empirischen Datenlage zur speziellen Lebenssituation alternder Menschen
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Erarbeitung von Studien über die Lebensbedürfnisse alternder Menschen und Entwicklung von Strategien zur Verbesserung ihrer Lebenssituation
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Erhöhung des Wissensstandes über die Auswirkungen neuer Lebens- und Familienformen auf das Gesellschaftssystem.
Der stattfindende europäische Erweiterungs- und Integrationsprozess macht eine massive Neuorganisation der demokratischen Spielregeln in und zwischen Institutionen, aber auch zwischen Institutionen und BürgerInnen notwendig. Die Anforderungen an „Governance“, im Jahr 2001 von der Europäischen Kommission in ihrem Weißbuch „European Governance“ vorgestellt, hat auch für Städte, Länder und Regionen zunehmende Bedeutung. Primär geht es darum, Möglichkeiten der Einbeziehung der Städte, Länder, Regionen in den europäischen Entscheidungsprozess und Modelle der Einbindung von BürgerInnen in die Entscheidungsfindung zu entwickeln. Als Leitlinien für „good governance“, d.h. eine Neuordnung, die dem Konzept der Demokratie entspricht, gelten: Offenheit, Partizipation, Verantwortlichkeit, Effektivität und Kohärenz (Weißbuch „European Governance“).
Ziele:
- Bereitstellung wissenschaftlicher Grundlagen für die aktive und fundierte Mitwirkung von Städten, Ländern, Regionen am Europäischen Integrationsprozess, insbesondere:
- systematische wissenschaftliche Beobachtung und Analyse von Kooperationen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Integrationsprozess
- Entwicklung von Strategien, Modellen und Instrumenten für die verstärkte Einbeziehung von Städten, Ländern, Regionen, Interessensträgern und BürgerInnen in den europäischen Entscheidungsprozess
- Mediation und Moderation als Methode zur Lösung von Zielkonflikten in den Bereichen Rohstoff und Energie.
Die Einstellung der Öffentlichkeit zu „Wissenschaft und Forschung“ ist unterschiedlich – je nach Wissenschaftsbereichen teils ablehnend, teils akzeptierend. Eine demokratische, internationalisierte Wissensgesellschaft, in der Entscheidungsprozesse auf Informiertheit beruhen, erfordert nicht nur vielfältige Quellen von Wissen, sie bringt auch neue Verwertungs- und Anwendungszusammenhänge hervor: Individuen, Bürgerinitiativen, Sozialprojekte fragen andere Arten und Inhalte von Information nach als traditionelle AbnehmerInnen von Resultaten der Forschung wie Politik und Verwaltung, Industrie. Die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft müssen insofern optimiert werden, als diese in einen demokratisch organisierten Dialog treten. Dabei sind auch gesamteuropäische Entwicklungen zu berücksichtigen, wie das Aktionsprogramm „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Europäischen Kommission.
Ziele:
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Entwicklung und Prüfung von Strategien und Verfahren für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, insbesondere
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zur Hebung des Wissensstandes und der Akzeptanz von gesellschaftlich wichtigen, zukunftsbeeinflussenden Entscheidungen, Maßnahmen, Programmen etc.
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zur Einbindung von Interessengruppen, Bürgerinnen und Bürgern, zur Verbindung von lebensweltlichem und wissenschaftlichem Wissen, dem Transfer von Wissen in die gesellschaftliche Praxis
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zur Einbindung von Bildungsinstitutionen (z.B. Schulen, Universitäten, Wissenschaftsläden, Volkshochschulen).



