Unser Förderungsarchiv - Jänner bis Juni 2007
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

- "Seebeck-Koeffizient"
- Forschungs- und Wissenstransfer in der pflegerischen Praxis
- Schumpeter Lectures Graz
- "ePortfolio-Modell" - Karriereentwicklung für Studierende
- SIMNET Styria
- ÖKOSAN - Ökoeffiziente Sanierungsinitiative Oststeiermark
- Universitätsverlag Graz
- Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung
- Technikumsanlagen zur nachhaltigen, regionalen Pflanzennutzung
- Die römische Villa von Retznei - ein Stück steirische Identität im Zeichen archäologischer Forschung
- Wissenschaftliche Aufbereitung des Viktor Geramb-Archives - eine außerordentliche Erfolgsgeschichte
- Grazer Forschungen zu "Frühkindlichen Ess-/Fütterungs-Störungen"
- "Philosophie in der Medizin"
- „Aufbereitungstechnische Mineralverwachsungsanalyse"
- „Competence - Qualifizierung von Energieagenturen und Umweltakteuren im Bereich Mobilität und Verkehr"
- RFID-Technologie in der (steirischen) Bibliothek
- Wegener Zentrum für Klima- und Globalen Wandel
- „Emotionen im Spannungsfeld von Phänomenologie und Wissenschaften", 3. bis 5. Mai 07

Der Lehrstuhl für Physikalische Chemie der Montanuniversität Leoben konzentriert seit Jahren seine Forschungsaktivitäten auf dem interdisziplinären Gebiet „Solid State Ionics". Die Forschungsaktivitäten betreffen vor allem die thermodynamische und kinetische Charakterisierung von mikro- und nanokristallinen Materialien, wobei feste Ionenleiter und gemischt ionisch-elektronisch leitende Verbindungen im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Forschungsaktivitäten beinhalten grundlegende Fragestellungen, aber auch Aspekte der Anwendung wie elektrokeramische Materialien und ionisch- bzw. gemischt leitenden Materialien für Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Die verfügbare Infrastruktur umfasst Versuchseinrichtungen zur chemischen und elektrochemischen Charakterisierung von ionisch und gemischt ionisch-elektronisch leitenden Materialien.
Die am Lehrstuhl für Physikalische Chemie seit längerem untersuchten oxidischen Perowskite stellen einerseits relevante Materialien für die Hochtemperatur-Brennstoffzelle (Solid Oxide Fuel Cells - SOFCs) dar, sind aber ebenfalls eine vielversprechende Gruppe von thermoelektrischen Materialien. Zur Aufklärung der komplexen Masse- und Ladungstransporteigenschaften von Übergangsmetall-Perowskitoxiden sind die Messung und die Analyse des Seebeck-Koeffizienten sowie der elektronischen Leitfähigkeit unverzichtbar.
Der Seebeck-Effekt beschreibt das Entstehen einer Thermospannung zwischen zwei Punkten eines elektrischen Leiters unterschiedlicher Temperatur. Mit der Möglichkeit der Untersuchung des Seebeck-Koeffizienten, der elektronischen Leitfähigkeit sowie der thermischen Leitfähigkeit erschließt sich die Möglichkeit zur Untersuchung von neuen thermoelektrischen Materialien. Diese zeichnen sich durch hohe elektrische Leitfähigkeit sowie hohen Seebeck-Koeffizienten bei gleichzeitig geringer Wärmeleitfähigkeit aus.
Mit der Infrastrukturinvestition, bestehend aus
- einem Messsystem zur Bestimmung des Seebeck-Koeffizienten und der elektronischen Leitfähigkeit
- einem Gasflussregler für obige Anwendung
- einem Dilatometer einschließlich Gasflussregler und
- einer Messdatenerfassung und Geräteansteuerung
soll der Lehrstuhl für Physikalische Chemie in die Lage versetzt werden, den Seebeck-Koeffizienten und die elektronische Leitfähigkeit für gemischt leitenden Oxide in einem weiten Temperaturbereich simultan zu bestimmen und damit eine umfangreiche wissenschaftliche Expertise für zukünftige nationale Grundlagenprojekte und EU-Projekte zu erwerben. Insbesondere soll die Messung des Seebeck-Koeffizienten am Lehrstuhl für Physikalische Chemie zur Entwicklung und Anwendung von neuen Methoden zur Charakterisierung und Optimierung von thermoelektrischen Materialien und für wissenschaftliche Begleituntersuchungen an SOFC-relevanten Materialien, also für Anwendungen im Energie- und Umweltbereich, zum Einsatz kommen. Die Expertise zum Betrieb der beantragten Geräte zur simultanen Bestimmung des Seebeck-Koeffizienten und der elektronischen Leitfähigkeit ist am Lehrstuhl für Physikalische Chemie gegeben.
Der demographische Wandel, die Zunahme an chronischen Erkrankungen, veränderte Sozialstrukturen oder die Kürzung von Ressourcen bedeuten eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und stellen unsere Gesundheitssysteme vor nie geahnte Probleme. Gerade die Pflege wird zukünftig eine immer größere Rolle hinsichtlich der Gestaltung und Durchführung einer effektiven und effizienten Versorgung im Gesundheitswesen einnehmen. Das Thema Pflege ist brisant wie noch nie, es beschäftigt WissenschafterInnen aus verschiedensten Fachrichtungen, Akteure der Wirtschaft und des Versicherungswesens sowie Entscheidungs- und Verantwortungsträger der öffentlichen Hand. Doch es tangiert uns alle - jeden Einzelnen und jede Einzelne.
Tatsächlich wurde in den vergangenen Jahren eine ungeahnte Fülle an Forschungserkenntnissen zusammen getragen. Doch Forschungsresultate und Wissen aus der Praxis sprechen immer noch eine unterschiedliche Sprache. In der Praxis des Gesundheitswesens, vor allem aber in der Pflege, werden nur wenige Kenntnisse aus der Forschung angewendet. Bereits vorhandene effektive Versorgungsmodelle werden nicht (oder nur rudimentär) umgesetzt. Im Gegenteil stehen veraltete, unnötige und zuweilen sogar schädliche Versorgungsmethoden immer noch an der Tagesordnung. Die Annahme, dass sich Forschungsergebnisse automatisch durchsetzen, erweist sich somit als völlig unzutreffend, wenn nicht sogar als widerlegt. Das vorliegende Forschungsprojekt der Medizinischen Universität Graz (Institut für Pflegewissenschaften) beschäftigt sich mit der Implementierung der Forschungsergebnisse in die pflegerische Praxis und in diesem Zusammenhang mit der Ausarbeitung eines geeigneten Instrumentes zur erfolgreichen praktischen Umsetzung wissensbasierter Erkenntnisse. Das Projekt fällt solcherart unter die Rubrik „Implementation Research" und kann beispielhaft für alle Bereiche im Gesundheitswesen betrachtet werden. Führt der sorgfältig durchgeführte Erhebungsprozess zu einer erfolgreichen Implementierung, kann er als Modell und Hilfe für andere (Berufs-)Gruppen in der gleichen oder in anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens dienen und die klaffenden Lücken zwischen Theorie und Praxis endlich schließen.
Seit ihrem Gründungsjahr 1994 etabliert sich die Grazer Schumpeter Gesellschaft als gemeinnütziger Verein zur Förderung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Graz und beruft sich auf internationale Anerkennung und Resonanz im In- und Ausland. Am Beispiel bedeutender Fragen der Gegenwart wird die Praxis- und Politikrelevanz von theoretischer und empirischer Forschung dokumentiert. Gesellschaftspolitisch grundlegende und aktuelle Themenfelder stehen im Mittelpunkt der jährlich abgehaltenen, traditionsreichen Schumpeter Lectures, die den Namen eines der großen Wirtschafts- und Sozialwissenschafters des 20. Jahrhunderts tragen, Joseph Alois Schumpeter (1883 - 1950). In seine Grazer Zeit fällt die Veröffentlichung der wichtigsten Zeugnisse seines beachtlichen Schaffens. Die Grazer Schumpeter Gesellschaft präsentiert wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Spitzenforschung in einer Weise, die über den fachspezifischen Diskurs hinausgeht und solcherart ein weithin beklagtes Manko der heutigen „Wissenschaftsentwicklung" ansatzweise überwindet: den Verlust einer übergreifenden Denk- und Sichtweise soziökonomischer Erscheinungen. Darüber hinaus gibt der Verein einer breiteren interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit, sich aus erster Hand (d.h von führenden VertreterInnen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) über den Stand und die Perspektiven der Forschung auf besonders zukunftsträchtigen Gebieten informieren zu lassen. Man muss nicht selbst ein Experte bzw. eine Expertin sein, um sich für die faszinierende Welt der Wissenschaften zu begeistern.
Die „Schumpeter Lectures" werden jährlich aus Wissenschaftsmitteln des Landes Steiermark unterstützt: heuer handelte es sich bereits um die elfte Auflage der erfolgreichen Vortragsreihe, die weit über die Grenzen der Universität Graz hinaus strahlt und deren regelmäßige Veröffentlichung durch den renommierten Londoner Wissenschaftsverlag Routledge dazu beitragen konnte, die Grazer Schumpeter Lectures als anerkannten Markenartikel in der internationalen Wissenschaftsliteratur zu positionieren. Für die diesjährigen Schumpeter Lectures konnte der international renommierte Wissenschafter und Professor der University of Nottingham, Prof. Simon Gaechter, eine Kapazität auf seinem Gebiet, gewonnen werden. Gaechters Hauptarbeitsgebiete liegen im Bereich der Spieltheorie, der experimentellen Ökonomik und der verhaltensbasierten ökonomischen Theorie.
Besuchen Sie die
Homepage der Grazer Schumpeter Gesellschaft

Kompetenzprofile zählen zu den immer wichtiger werdenden Karriereinstrumenten. Häufig sind für Studierende - als zukünftige ArbeitnehmerInnen - eigene Kompetenzen nicht erkennbar oder es stellt sich ihnen die keinesfalls so einfache Frage, wie das Erlernte denn im Beruf umzusetzen sei. Motivation, Soziale Kompetenz, Selbstvertrauen und das Wissen um die eigenen Potenziale und Talente - all diese Schlüsselqualifikationen entscheiden letztlich über Erfolg oder Misserfolg im Bewerbungsgespräch und schließlich im Beruf. Nicht wenige Hürden gilt es hier zu überspringen, nicht wenige Punkte zu bedenken. Die Universität ist heute mehr denn je gefordert, den veränderten Anforderungen an Studierenden und StudienabsolventInnen Rechnung zu tragen und nicht nur gelehrtes Wissen zu vermitteln, sondern auch entsprechende Qualifikationsmöglichkeiten anzubieten. Denn Bildung ist mehr als Ausbildung. Mit rein fachlichem Wissen allein kann kaum eine Karriereleiter mehr erklommen werden; was für den einen gut und richtig ist, mag sich für den anderen als ungeeignet heraus stellen. Die eigenen Stärken gilt es zu erkennen und auch zu nutzen. Ein funktionierendes Netzwerk zwischen Universität und Wirtschaft ist dabei unerlässlich.
In einem jüngst abgeschlossenen Pilotprojekt konnte bereits aktiv an einem erfolgversprechenden Karrierentwicklungsmodell „gebastelt" werden. In Zusammenarbeit mit einem namhaften steirischen Bankinstitut wurden 5 Studierende der Karl-Franzens-Universität ausgewählt, deren persönliche Kompetenzprofile den Anforderungen dieses Unternehmens in besonderer Weise entsprechen. Basierend auf diesem „Matching" durchlaufen die Studierenden bereits ein internes Aufnahmeverfahren bei verschiedenen Unternehmen. Auch an die Ausbildung und Zertifizierung von eigenen „Portfolio-BegleiterInnern" wurde gedacht.
Entlang den Arbeiten eines einjährigen Forschungsprojektes, das aus Mitteln des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark unterstützt wird, gilt es nun die Portfolios organisatorisch zu verankern, den medienbasierten Begleitungsprozess zu entwickeln und die entsprechenden Schnittstellen zu Unternehmen und auch Schulen zu installieren. Das vorliegende Projektvorhaben ist wie kaum ein anderes Instrument dazu geeignet, die Kompetenzen der StudentInnen aufzuzeigen und für beiden Seiten - für den Studierenden ebenso wie für das Unternehmen - nutzbar zu machen und darüber hinaus als Orientierungshilfe für weitere Entwicklungen und Zielsetzungen zu dienen.
Das Ziel der Kooperationsplattform SIMNET-Styria ist es, durch den Einsatz von Methoden der mathematischen Modellierung und numerischen Simulation in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung besondere Impulse für Wirtschaft und Wissenschaft zu setzen.
Der Kern der Aktivitäten von SIMNET Styria ist die transdisziplinäre Forschung im Bereich mathematische Modellierung und numerische Simulation, beruhend auf den Erfahrungen in unterschiedlichen Anwendungsfeldern (in der ersten Phase waren dies Fahrzeugtechnik, Werkstoffentwicklung und Werkstoffherstellung sowie Life Sciences).
Besonderes Augenmerk soll im Rahmen der Arbeitschritte auf folgende Eckpunkte der Gesamtstrategie gelegt werden:
- Weiterentwicklung des transdisziplinären, steiermarkspezifischen Forschungsansatzes.
- Sicherung und Ausbau der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Nachwuchsbasis.
- Netzwerkausbau auf Basis der 3 inhaltlichen Schwerpunktbereichen (Fahrzeugtechnik, Werkstoffentwicklung und Werkstoffherstellung sowie Life Sciences), insbesondere unter Einbeziehungen von Transferleistungen und Kooperationsangeboten für die Wirtschaft (industrielle Leitbetriebe sowie Klein- und Mittelbetriebe).
Der langfristige wirtschaftliche Nutzen für den Innovationsstandort Steiermark wird entscheidend erhöht, indem Humanressourcen kontinuierlich ausgebaut und Transferfunktionen wahrgenommen werden. Diese umfassen u. a. die Sensibilisierung von Klein- und Mittelbetrieben, die Durchführung von Projekten mit diesen sowie die Förderung von Spin-Offs.
Die Projektkoordination oblag der Montanuniversität Leoben, in enger Kooperation mit der Kerngruppe SIMNET-Styria und dem Auftraggeber, der Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung. Die Projektdauer betrug ein Jahr (1.1.2007 bis 31.12.2007).
Die umfassende energetische Modernisierung des Gebäudebestandes ist eine sinnvolle und notwendige Investition in die Zukunft. Zur breiten Umsetzung bedarf es hier neuer Instrumente, wie beispielsweise einer Kombination aus umfassender Informations- und Beratungsleistung sowie ökologisch orientierten Förderinstrumenten.
Genau hier setzt das vorliegende Projektvorhaben an. Die Initiative richtet sich an Verantwortliche in den Bereichen der Gebäudeverwaltung und -erhaltung und bietet diesen ein umfassendes Leistungspaket, das von der Gebäudeerhebung bis zur Analyse des ersten Betriebsjahres nach der Modernisierung reicht, an.
Nach einem Jahr kann auf eine erfolgreiche Projektphase I zurückgeblickt werden:
- 5 Veranstaltungen mit über 600 Teilnehmern in den oststeirischen Bezirken (Weiz, Hartberg, Feldbach, Fürstenfeld und Bad Radkersburg)
- ökosan Info-Folder mit einer Auflage von 5.000 Stück
- Dokumentation von best practice Beispielen
- Einbindung von 6 Wirtschaftspartnern, die sich finanziell und mit ihrem technischen Know-how in das Projekt ökosan einbringen
- Ausarbeitung eines Quick-Check Tool-Sets zur Erhebung und Bewertung der Sanierungsobjekte
- über 40 eingereichte großvolumige Projekte (~ 40.000 m2BGF), deren Eigentümervertreter an einer hochwertigen Modernisierung interessiert sind
- 14 Projekte, die bereits Vor-Ort besichtigt und bewertet wurden
- 7 Projekte, für die eine detaillierte Modernisierungsstudie ausgearbeitet wurde
- 6 Projekte, für die eine detaillierte Modernisierungsstudie derzeit bearbeitet wird
- ein Projekt (Bezirkspensionistenheim Weiz), das bereits umgesetzt wurde und bei dem noch in diesem Jahr mit dem Monitoring begonnen werden soll
Aus diesem aktuellen Projektstatus lassen sich des Weiteren folgende Potenziale für die eingereichten Objekte ableiten:
- das energetische Einsparungspotenzial liegt bei rund 4.500 MWh pro Jahr
- die CO2 Emissionen können um rund 1.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden
- in den nächsten Jahren fließen bei der Umsetzung dieser Objekte rund 20 Mio. € in die Energieregion Oststeiermark
- 80% der Projekte könnten bei der Energieversorgung auf Erneuerbare Energieträger umgestellt werden.
Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projektträgers, des AEE INTEC - Institutes für nachhaltige Technologien

Vor knapp einem Jahr wurde ein sehr innovatives Projekt ins Leben gerufen: die Gründung des Grazer Universitätsverlages. Es war ein ehrgeiziges Unterfangen, doch das Konzept ging auf. Nicht zuletzt waren es die positive Reaktion und die vielfache Förderungsbereitschaft, insbesondere jene des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark, die den reibungslosen Ablauf der Startphase 2005/2006 und die gelungene Umsetzung der Projektzielvereinbarungen erst möglich machten.
Nicht nur für steirische Verhältnisse wurde und wird Pionierarbeit geleistet: Der noch junge Grazer Universitätsverlag versteht sich gleichsam als publizistischer Begleiter der Karl-Franzens-Universität Graz und steht Wissenschafterinnen und Wissenschafter sämtlicher Fachrichtungen und Disziplinen offen. Neueste Forschungsergebnisse, qualitativ hochwertige Publikationen, Tagungs- und Sammelbände werden in sehr raschem Ablauf an das akademische Podium sowie auch an die interessierte außeruniversitäre Öffentlichkeit vermittelt. Die Bilanz des ersten Jahres kann sich sehen lassen: das Themenspektrum der bisher veröffentlichten Bücher ist weit gestreut und reicht von historischer Grundlagenforschung über rechtswissenschaftliche und kunst- und kulturwissenschaftliche Studien bis hin zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen - man denke etwa an den Integrationsdiskurs oder die Frage des Islam in Österreich. Die Förderung des wissenschaftliche Nachwuchs steht auf der Liste der Zielvereinbarungen ganz oben: Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden bisher zwei herausragende Diplomarbeiten und acht Dissertationen im Grazer Universitätsverlag veröffentlicht. Die in diesem Zusammenhang bewusst niedrig gehaltenen Kosten entlasten das ohnehin noch sehr schmale Etat der jungen NachwuchswissenschafterInnen - auch solche Aspekte wollen berücksichtigt werden.
Der Universitätsverlag soll indes kein Pilotprojekt bleiben: zahlreiche Stimmen innerhalb und außerhalb der Universität (vor allem von führenden ExpertInnen), sprechen sich für ein unbedingte Fortsetzung der Universitätsverlagsinitiative in den kommenden Jahren 2007 und 2008 aus. Qualität steht weiterhin vor Quantität, und so sollen nicht mehr als zwanzig Publikationen pro Jahr verlegt werden. Das Wissenschaftsressort des Landes Steiermark sieht sich als führender Partner angesprochen und unterstützt das etablierte „Weiterbauen" des Grazer Universitätsverlages.
Der Forschungsauftrag des seit 1993 bestehenden Ludwig Boltzmann Institutes für Kriegsfolgen-Forschung beruft sich auf die interdisziplinäre und dokumentative Aufarbeitung sämtlicher Auswirkungen von Kriegen und Konflikten. Hierbei werden staatliche, gesellschaftliche, ökonomische, soziale, humanitäre sowie kulturelle Aspekte ebenso berücksichtigt und in die Nominalthematik einbezogen wie Fragen, die in den Bereichen Kriegsgefangenschaft, zivile Zwangsarbeit, Flüchtlinge und Asylanten offenkundig werden und die Notwendigkeit ihrer Beantwortung dringend implizieren. Die Interdisziplinarität der Untersuchungen setzt sich in der Verbindung von Forschung, Datensicherung, Forschungsvermittlung und Serviceleistung fort und manifestiert sich auf internationaler Ebene durch zahlreiche Kontakte und Kooperationen mit wissenschaftlichen Institutionen und Partnerorganisationen in Russland und den Vereinigten Staaten. All dies entspricht dem Gründungsauftrag der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, die heute zu den renommiertesten Forschungsplattformen weltweit zählt.
Nachdem das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung maßgeblich zur Erforschung der drei großen Jubiläen 2005 sowie zur Erschließung dieser Thematik für eine breite Öffentlichkeit beitrug (etwa durch die Ausstellung auf der Schallaburg „Österreich ist frei", den gleichnamigen Ausstellungskatalog, die umfangreichen Publikationen sowie durch Informationsveranstaltungen für Jung und Alt), steht auch die Arbeitsperiode 2006/2007 im Zeichen hochinteressanter Forschungsfelder. Einige Projektvorhaben werden neu in Angriff genommen, einige weitere fortgeführt, andere wiederum werden finalisiert. In der Publikation eines Dokumentenbandes zur „Sowjetischen Steiermark 1945" wird die sowjetische Besatzungszeit auf der Basis russischer Archivquellen erschlossen: Die Aktenedition veröffentlicht erstmals - und dies in deutscher Übersetzung - zentrale Dokumente aus ehemals sowjetischen Archiven und vermittelt einen umfangreichen Überblick über diese kurze aber prägende Zeit in der Geschichte der Steiermark; Kartenmaterial und Abbildungen vervollständigen die Fülle an Informationen und schließen die noch bestehenden Forschungslücken. Die Forschungsarbeiten zu den „Militärgerichtsprozessen gegen deutsche österreichische und volksdeutsche Kriegsgefangene und Zivilisten in Weißrussland 1944 - 1953" werden demnächst finalisiert, wobei auch hier die Ergebnisse in Form einer zweisprachigen Publikation (Deutsch/Russisch) der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Ganz vorne im Jahreskalendarium 2007 steht gewiss die Ausstellung in Fehring zum Thema „GrenzenLos. Österreich, Slowenien und Ungarn". Der Titel ermöglichst viele Konnotationen: „Grenze" - „Das Los, an der Grenze zu leben" - „Eiserner Vorhang" und schließlich „Grenzenlosigkeit". In der Schau wird die Geschichte der Regionen im Verlauf des letzten Jahrhunderts nachgezeichnet. Entlang der historischen Leitlinien, wie der Habsburger-Monarchie, dem Ersten Weltkrieg, den autoritären Regimen der Zwischenkriegszeit, der NS-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg, dem Aufbau des Eisernen Vorhangs, dem Zusammenbruch des „Ostblocks" und schließlich der europäischen Integration wird ein Stück Regionalgeschichte in noch nie da gewesener Form zusammengetragen und anschaulich erzählt. Auch für diese kommende Ausstellung wird - ähnlich dem Schallaburger Konzept - eine Sammelaktion in der Bevölkerung durchgeführt. Weitere Projektschwerpunkte widmen sich dem Prager Frühling 1968" sowie den „Sowjetischen Zwangsarbeitern und ihren weiteren Schicksalen". Wenngleich in den vergangenen Jahren wichtige Forschungsergebnisse zum Bereich der Zwangsarbeit im „Dritten Reich" im Allgemeinen und in der „Ostmark" im Besonderen vorgelegt wurden, blieben zentrale Fragen immer noch ungeklärt. Die Expertinnen und Experten suchen diese Fragestellungen zu beantworten und den sich bislang im Dunkeln verlierenden Lebenswegen auf die Spur zu kommen.
Die voranstehend genannten Projektvorhaben stehen exemplarisch für viele weitere Arbeitsschwerpunkte, denn grundsätzlich steht das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung auch laufend zur Verfügung, wenn es gilt, Vermisste des zweiten Weltkrieges in sowjetischer Hand zu suchen oder Verwandten Auskünfte über die Kriegsgefangenschaft in der damaligen UdSSR zu geben.
Besuchen Sie die Homepage des L.Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung unter
http://www.bik.ac.at/

Das JOANNEUM RESEARCH - Institut für Nachhaltige Techniken und Systeme (NTS) liefert F&E - Know-how zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, indem es nachhaltige Produktionstechniken für biogene Rohstoffe bzw. unter Einbindung letzterer entwickelt. Der am Standort Hartberg etablierte Forschungsschwerpunkt für „Chemisch- Technische Pflanzennutzung -CTP" des Institutes, hat seine Kompetenzen im Bereich der „Nachhaltigen inhaltsstofflichen Pflanzennutzung". Die Nutzungskonzepte werden dabei vom Anbau der Pflanzen bis zur Produktentwicklung von den Mitarbeitern des Forschungsschwerpunktes im Sinne nachhaltiger Produktionskriterien entwickelt und unter Einbindung von universitären Partnern und/oder Firmenpartnern bearbeitet.
Ziel dieses Projektes ist der Ausbau des Technikums des JOANNEUM RESEARCH - Institutes für Nachhaltige Techniken und Systeme am Standort Hartberg zur Weiterentwicklung der F&E aus Pflanzeninhaltsstoffen. Die bereits bestehende Infrastruktur in Form eines Probenvorbereitungslabors und eines Technikums am Ökopark Hartberg soll mit Technikumsanlagen ausgestattet werden. Es wird der Kauf einer Extraktionsanlage, einer Gefriertrocknungsanlage und einer präparativen Chromatographieanlage angestrebt, um die produzierten Rohprodukte reinigen bzw. weiter auftrennen zu können und um damit größere Mengen an geeigneten Einzelwirkstoffen oder Mischungen gewinnen zu können. Dies führt zu einer Vertiefung der F&E am Technikumsstandort Hartberg und soll die Basis für regionale Produktentwicklungsaktivitäten im Forschungsschwerpunkt für Chemisch- technische Pflanzennutzung erweitern. Es wird damit die vollständige Gewinnungsschiene hochwertiger funktioneller Inhaltsstoffe aus Pflanzen (Aromen, Extrakte, etc.) vom Anbau der Pflanzen in der Region und deren weitere Veredelung zu „funktionellen Produkten" im Bereich Lebensmittel (Functional Food), Tierfutterzusatzstoffe und Wellnessprodukte (z.B. Naturkosmetik) bearbeitet werden. Für die meisten Produktentwicklungen ist es wichtig, die Wirkstoffe rein und in größeren Mengen (0-Serien) für eine nachfolgende Abtestung in produktionsrelevantem Maßstab zur Verfügung stellen zu können. Dafür sind neben der Extraktionsanlage auch Gefriertrocknungs- und Aufreinigungsanlagen (Chromatographie) in entsprechender Größe nötig.
Durch die infrastrukturellen Anschaffungen soll die Möglichkeit geschaffen werden, die genannten Arbeiten zur nachhaltigen Gewinnung, Aufreinigung und Trocknung von Pflanzeninhaltsstoffen im Technikumsmaßstab durchzuführen.
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Die Erfassung und Aufarbeitung des umfangreichen Nachlasses von Viktor Geramb, eines der bedeutendsten Gelehrten und Kulturschaffenden der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zählt zu den Glanzpunkten des steirischen Volkskundeforschung und zeitigt bereits heute großen Erfolg weit über die Grenzen der Steiermark hinaus. Seit dem Jahr 1999 (bis einschließlich 2005) wurden die Arbeitsleistungen des Grazer Institutes für Volkskunde und Museologie (Karl-Franzens-Universität Graz) bzw. des Projektteams unter der Leitung von Herrn Univ.-Prof. Dr. Helmut Eberhart aus Mitteln des Wissenschaftsressort finanziell unterstützt, seit Jänner 2001 wird das „Geramb-Archiv" von Frau Mag. Martina Edler erfolgreich bearbeitet.
Das im ehemaligen Wohnhaus Gerambs aufbewahrte Archivmaterial umfasst mehrere parallel geführte und in ihrer Zuordnung sehr unterschiedliche Tagebücher: es handelt sich um unschätzbare Dokumente des täglichen wissenschaftlichen, kulturpolitischen als auch privaten Geschehens über einen Zeitraum von über 50 Jahren (1902 bis 1958). Ebenfalls in tagebuchartiger Weise dokumentiert wurde eine lange Reihe von Aufzeichnungen zu den verschiedenen Exkursionen und Reisen im In - und Ausland. Auch ein Großteil der Korrespondenz Gerambs mit über 8000 Briefen sowie Manuskripten zu Vorlesungen, wissenschaftlichen Arbeiten und kulturpolitischen Essays konnte in minutiöser Kleinstarbeit bereits transkribiert werden. Der besondere Wert des Briefmaterials liegt in den größtenteils erfassten Rückbriefen, die nahtlose Diskurse mit den wichtigsten österreichischen und ausländischen FachkollegInnen rekonstruieren lassen und eine wertvolle Quelle für die steirische Wissenschaftshistorie darstellen. Mit den vollständig erschlossenen „Kriegstagebüchern" verfügt unser Land schließlich über Dokumente, die in ihrer Dichte und ungewöhnlichen Detailfülle als absolut einzigartig bezeichnet werden dürfen und die Kultur- und Zeitgeschichte der Steiermark um eine wesentliche Perspektive bereichern.
Im Laufe der Forschungstätigkeiten zeigte sich sehr bald, dass die enorme Bandbreite des zusammengetragenen Materialkonvolutes den ursprünglich bemessenen Zeitraum von sechs Jahren bei weitem übersteige. Denn viele „ungeahnte" Archivalien wurden im Zuge aufwändiger Detailrecherchen erst entdeckt und bilden den Ausgangspunkt für neue Forschungsuntersuchungen! Darüber hinaus konnte die Existenz von weiteren, bis heute verborgen gebliebenen Dokumenten nachgewiesen werden: hier bedarf es einer dedektivischen Spurensuche. Bedeutende Materialbestände wurden zur Vervollständigung einer gesamtdokumentarischen Zusammenschau unterzogen, insbesondere in Hinblick auf die geplante biographische Edition. Zahlreiche Tagebücher wurden und werden transkribiert, darunter die für unsere Landeshauptstadt besonders interessanten, so genannten „Schloßbergtagebücher". Zahlreiche weitere Belege und Aufzeichnungen, etwa über Studienreisen zu Trachten- und Bauernhauskunde, über Museumswanderfahrten oder Hochschulwochen, werde derzeit erfasst werden. All diese Unterlagen bestechen durch außergewöhnliche Präzision sowie die aufmerksame Beobachtungsgabe ihres Autors und stellen eine unerlässliche Informationsquelle dar.
Die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz etabliert sich gerade aufgrund der Verfügbarkeit eines hochkompetenten interdisziplinären Teams zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum auf dem Fachgebiet kindlicher Essstörungen. Der Diagnostik- und Behandlungsschwerpunkt entwickelte sich, vorwiegend im letzten Jahrzehnt, zunehmend in Richtung immer jüngerer Kleinkinder und Säuglinge sowie in Richtung kleiner PatientInnen mit schweren bzw. schwerwiegenden Vorerkrankungen. Die Parallelität der diagnostischen, therapeutischen, somatischen sowie interaktionszentrierten Ansätze gilt im Bereich der Kinderheilkunde auch im internationalen Vergleich als einzigartig. In diagnostisch völlig unterschiedlichen Patientengruppen werden vertiefende Forschungsprojekte gestartet und weiterführende Forschungskonzepte erarbeitet.
Speziell mit Hilfe des Wissenschaftsressorts konnten essentielle Grundlagenforschungsstudien weiter geführt sowie vier konkrete Projektvorhaben mit den Schwerpunkten der Stoffwechselparameterveränderung, der Langzeitevaluation annorektischer Kleinkinder, der Evaluation sondenentwöhnter PatientInnen und der auch als colic infants bezeichneten „Schreibabies" durchgeführt werden. Die aus den Vorstudien gewonnenen Daten sollen einerseits als Grundlage für multizentrische, prospektive Studien zum Thema Sondenentwöhnung dienen und andererseits auf adipöse PatientInnen ausgeweitet werden. Ein absolutes Novum ist die Messung der Gehirnaktivitäten im Rahmen des Pilotprojektes zur „Entstehung der Essentwicklung bei sehr kleinen Frühgeborenen". In einem weiteren Pilotprojekt wurde darüber hinaus die Anwendung von Musiktherapie in der interdisziplinären Behandlung schwerer frühkindlicher Essstörungen untersucht: der Einfluss von Musik auf die multisensorische Wahrnehmungsintegration des Kindes soll auf seine positive entwicklungsunterstützende Wirkung hin evaluiert werden.
Nach der Zeit einer stark objektorientierten, naturwissenschaftlichen Ausprägung der medizinischen Forschung gewinnen die philosophischen Fragen nach persönlichen Sinnfragen und Wertvorstellungen heute zunehmend an Beachtung. Die Aktualität von Themenbereichen wie Ethik, Lebensqualitätsforschung, ärztliche Kommunikation und Psychosomatik weist ebenfalls in diese Richtung und bedarf einer entsprechenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung und philosophischen Reflexion, auch und vor allem in der Medizin. Dies umso mehr, als die Relevanz von persönlichen Bedeutungszusammenhängen im Rahmen menschlicher Erkrankungen - seit jeher ein wichtiges kulturrelevantes Anliegen - längere Zeit vernachlässigt wurde und erst heute wieder verstärkt als ethisches und damit lebensnotwendiges Prinzip anerkannt wird. Während biologische Ansätze vorrangig in modernen Krankenanstalten verankert und die psychologischen Zugänge zwar eher zweitrangig aber doch institutionell vertreten sind, fehlen gesundheitsfördernde philosophische Zugänge generell. Die Philosophie behandelt nicht, sie zielt nicht darauf ab, absolute Klarheit zu erreichen, und sie bedarf auch keiner biologischen oder psychologischen Anamnese! Vielmehr trägt die Philosophie zur Klärung von Lebensfragen bei, die sich dem physischen sowie psychischen Heilungsprozess prohibitiv entgegen stellen.
Das vorliegende Forschungsprojekt der Medizinischen Universität Graz griff die mit großem Zeitaufwand geleisteten Vorarbeiten von Frau Dr. Monika Wogrolly-Domej auf: ihre Beobachtungen zu philosophischen und ethischen Themen im Bereich der klinischen Medizin - im Speziellen zur Arzt-Patienten-Beziehung innerhalb der Intensivmedizin - wurden mit dem universitären Lehrplan ( „Fachbereich Medizinische Philosophie") sowie mit den Schwerpunkten der Subjektivitätsforschung verflochten. Die Beiziehung der Wissenschafterin in bereits bestehende Lehrveranstaltungen war indes nur ein erster Schritt, um den Umgang zwischen den PatientInnen und dem pflegenden Personal auf langfristige Sicht respektive dauerhaft verbessern zu können.
Die Grazer Schriftstellerin und Philosophin Monika Wogrolly-Domej arbeitete als klinische Philosophin aber nicht nur mit den angehenden Ärztinnen und Ärzten, sondern legt großen Wert auf den direkten Umgang mit Patientinnen und Patienten, im Speziellen an der Kardiologie und Nephrologie des LKH-Univ. Klinikums Graz, und versucht mit diesen Sinnfragen zu klären. „Wenn ich mich frage, warum ich krank geworden bin, ist das der erste Schritt zur Genesung" meint die klinische Philosophin.

Die Bedeutung mineralischer Rohstoffe als funktionale Füllstoffe hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung eingeschlagen. Mineralische Rohstoffe übernehmen in den verschiedensten Produkten des Alltags (z.B. Kunststoffen, Farben und Lacken, Papieren,...) wichtige Funktionen. Diese Funktionen sind im Wesentlichen physikalischer (Verbesserung der Steifigkeit, Kerbschlagfestigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Weiße, ...), chemischer (Verbesserung der chemischen Beständigkeit,...) bzw. ökonomischer (Kostenreduktion durch Substitution) Natur. Funktionale Füllstoffe sind in der Regel feinstdisperse Partikelschwärme in trockenem wie auch in suspendiertem Zustand.
Die zurzeit industriell im Einsatz befindliche Zerkleinerungstechnik erbringt bereits Feingut mit garantierten Qualitäten von bis zu 90 % < 2 µm. Die Weiterentwicklung und Erforschung von Verfahren zur stofflichen Trennung bzw. Anreicherung von Stoffen mit definierten Eigenschaften bedarf - neben der weitestgehend von der Stoffdichte unbeeinflussten Bestimmung des Körnungsaufbaues der Produkte - auch einer Charakterisierung der Verwachsungsverhältnisse der Mineralarten in den Partikeln. Erst wenn die Minerale bzw. Feststoffe sortenrein - im Fachjargon „aufgeschlossen" - vorliegen, kann eine Anreicherung ohne Verunreinigung durch Störstoffe gelingen. Im Feinstkornbereich < 25 µm versagen die klassischen Methoden der aufbereitungstechnischen Merkmalsklassenanalyse.
Die Nutzung der Laserlichtstreuung in einem Kornpartikelschwarm in weiterentwickelter Form kann hier eine entscheidende Verbesserung in der Grundlagenforschung der Aufbereitungsprozesse bringen.
Mit Hilfe einer neu zu beschaffenden Infrastruktur in Form eines Lasergranulometers mit hochwertiger Laserlichtquelle, hochsensiblen Detektoren zur Erfassung des gebeugten Laserlichts in einem weiten Umkreis zur Mineralprobe und einem zusätzlichen, extern zugänglichen Flüssigkeitsverlauf mit einer Messrichtung zur in-situ - Erfassung des aktuellen Berechnungsindex der Trägerflüssigkeit, soll das Forschungsprojekt der Montanuniversität Leoben (Lehrstuhl für Aufbereitung und Veredlung) umgesetzt werden.
Eine der größten globalen Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte auf dem Gebiet des Umweltschutzes ist zweifellos die Reduktion der Schadstoffbelastung vor allem der CO2-Emissionen. Um eine Reduktion der CO2 Emissionen zu erreichen und die immer problematischere Feinstaubbelastungen zu verringern müssen also vor allem im Bereich Verkehr und Mobilität Maßnahmen gesetzt werden. Das Projekt „Competence" wird von der Grazer Energieagentur GesmbH getragen und will das Know-How von Energieagenturen und Umweltakteuren im Bereich Mobilität und Verkehr aufbauen und sie befähigen, in Zukunft Projekte in diesem Bereich durchzuführen und zu koordinieren. Damit soll ein Beitrag zur nachhaltigen Verkehrsentwicklung geleistet werden und neue Projekte zur Reduktion von Schadstoffen und zu einer Steigerung der Energieeffizienz im Verkehrssektor initiiert werden.
Für das Projektdesign wurde ein so genannter bottom-up-Ansatz gewählt: 21 lokale und regionale Agenturen aus ganz Europa sind aktiv involviert und geben national ihr Know-how weiter. Das Curriculum geht auf Themen zu Verkehr und Energie ein sowie auf relevante EU-Politiken, Projektmanagement und Didaktik. Inhalte wurden auf Basis einer Analyse des Trainingsbedarfes der Agenturen zusammengestellt. Das Konsortium (Partner aus Spanien, Litauen, Frankreich, Italien, Deutschland, Dänemark, Irland, Schweden, England, Bulgarien, Finnland, Portugal, Belgien und Slowenien nehmen am Projekt teil) ist ausgewogen und repräsentiert Verkehrs- und Energieexperten.
Die Ziele der österreichischen Mitwirkung an diesem Projekt sind:
- Einen Beitrag zur nachhaltigen Verkehrsentwicklung zu leisten und neue Projekte zur Reduktion von Schadstoffen und Steigerung der Energieeffizienz im Verkehrssektor zu initiieren,
- Know-how von Energieagenturen und Umweltakteuren im Bereich Mobilität und Verkehr aufbauen und sie befähigen, Projekte in diesem Bereich einzureichen, durchzuführen und zu koordinieren,
- Förderung einer internationalen Aus- und Weiterbildung im Mobilitätsbereich - Ausbildung von hochqualifizierten Arbeitskräfte durch internationale Experten,
- Gewährleistung eines hohen Standards an TrainerInnen in Bereich Verkehr und Mobilität, die als nationale Ankerpunkte dienen,
- Internationaler Know-how Transfer, Verbreitung des Wissens und Networking in Österreich - Konsolidierung des Wissens durch Projektumsetzung im lokalen Kontext.
Das vorliegende Projekt der Grazer Energieagentur Ges.m.b.H. wurde aus Mitteln des Zukunftsfonds Steiermark subventioniert (die Abteilung 3 - Wissenschafts und Forschung fungiert als Geschäftsstelle).


RFID eröffnet völlig neuartige Möglichkeiten und Wege, den Zugang zu (wissenschaftlichen) Medien für Studierende, WissenschafterInnen aber auch für die breite Öffentlichkeit zu erleichtern und zu vereinfachen - ohne dabei auf Sicherheitsmaßnahmen verzichten zu müssen! Diese Verbesserung des Service geht Hand in Hand mit einer deutlich spürbaren Reduktion des Verwaltungsaufwandes - in Zeiten der Digitalisierung wahrer Papierfluten ein unverzichtbares Muss.
Radio Frequency Identification (RFID) basiert auf der Speicherung von objektspezifischen Daten auf einem Transponder: so genannte Smart Labels, „intelligente" Etiketten, ermöglichen die berührungslose Identifikation mittels Funkübertragung. Das Know-How kommt aus nächster Nähe: Philips Semiconductors Styria in Gratkorn liefert die Funkchips, Hard- und Software wurden von den Bärnbacher Firmen Tagnology und Nekom entwickelt. Die Chancen und Zukunftsperspektiven liegen auf der Hand: Der aus Wissenschaftsmitteln des Landes Steiermark finanzkräftig unterstützte Projektversuch - er zeitigt signifikante Vorbildwirkung - wurde an der Technischen Universität Graz erstmals erfolgreich realisiert. Mit geeigneten RFID-Benutzerkarten konnten Bibliotheksbesucherinnen und Besucher einen Buchbestand von weit über 100.000 Medien ohne Wartezeiten über das Selbstverbuchungsterminal bequem entlehnen - die Zeiten des Anstellens am Schalter sind vorbei. Tatsächlich konnten im Rahmen des Förderungsprojektes alle Voraussetzungen geschaffen werden, um diese Technologie auch in größerem Maßstab, etwa in Universalbibliotheken, einzusetzen. Geringere Wartezeiten, die Ausdehnung der Entlehnzeiten, Modernisierung und Effizienzsteigerung machen aber nur einen Teil der breiten Palette an neuen Möglichkeiten aus: mit der Einführung der RFID-Technologie wird gleichzeitig ein Sicherungssystem installiert, das für den literarischen Buchbestand im Allgemeinen und im kostenintensiven Zeitschriftenbereich im Besonderen wesentliche Vorteile bringt. Die Transponder verhindern, dass aufwändige und teure Nachkäufe von Büchern und Zeitschriftenbänden in Zukunft getätigt werden müssen. Dies wiederum bedeutet eine spürbare Entlastung des Etats.
Das vorliegende Projekt ist in die Leitstrategie der Technischen Universität Graz eingebettet und zeigt ein enormes Potenzial - noch dazu mit steirischer Technologie - auf. Seine konsequente Umsetzung wird für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes die Inanspruchnahme der umfangreichen Bibliotheksbestände auf dem modernsten Stand der Technik ermöglichen und ist somit auch ein wesentliches Element im Rahmen der E-Governement-Initiative.

„Gelebte Internationalität" - so lautet die Corporate Identity des Wegener Zentrums für Klima- und Globalen Wandel (kurz: WegCenter) der Universität Graz: Sein Leitziel ist es, ein national und international anerkanntes Center of Excellence für Forschung im Bereich Klima-, Umwelt- und Globaler Wandel zu sein. Das Forschungsinteresse erstreckt sich dabei von der Beobachtung, Analyse, Modellierung und Vorhersage des Klima- und Umweltwandels über die Klimafolgenforschung bis hin zur Analyse der Rolle des Menschen als Mitverursacher und Mitbetroffener und Mitgestalter globaler Wandlungsprozesse. Schwerpunktregion ist die Steiermark/Österreich im globalen Kontext.
Die ForscherInnen zahlreicher Institute der Universität Graz, allen voran jene der Naturwissenschaftlichen, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, entwickelten im letzten Jahrzehnt signifikante Kompetenzen in unterschiedlichen Forschungsbereichen des Klimawandels und Globalen Wandels. Darauf aufbauend und zur Nutzung des vorhandenen, aus verschiedenen klimabezogenen Aktivitäten zusammengeführten Potenzials startete das WegCenter seine Arbeit im Dezember 2004. Am Standort Graz-Steiermark ist das Wegener Zentrum in Zukunft die primäre Institution, die den Bereich „Klima und Globaler Wandel" durch Grundlagenforschung, grundlagennahe anwendungsorientierte Forschung, forschungsgeleitete Lehre und Wissenstransfer sowie Öffentlichkeitsarbeit vertritt. Es ist - österreichweit - die erste Einrichtung, die diese Forschungsfelder institutionalisiert und damit breit und fundiert abdecken kann. Internationale Zusammenarbeit wird groß geschrieben: Interuniversitäre, österreichweite Kooperationen werden ebenso aktiv gepflegt und ausgebaut wie die weltweiten Verknüpfungen und Projektbeziehungen mit etablierten Exzellenzzentren. Der Forschungsschlüssel zu „gelebter Internationalität" äußert sich im konkreten Engagement sowie in der persönlichen Integration in die internationale Scientific Community: GastwissenschafterInnen-Austauschprojekte auf sämtlichen Ebenen, seien es Dissertantinnen und Dissertanten und Postdocs, seien es Senior Professionals, ergänzen das wissenschaftliche Forschungsspektrum. Eine Schlüsselrolle spielen die unterstützenden Rahmenbedingungen der Universität Graz sowie des Standortes: Rund 5 Gehminuten von Universitätsgelände entfernt bietet das Wegener Forschungshaus ausreichend Platz für rund 40 MitarbeiterInnen: ForscherInnen und Forschergruppen aus den Bereichen Geo- und Klimaphysik, Meteorologie, Volkswirtschaftslehre, Geographie sowie Regionalforschung arbeiten hier unter einem Dach zusammen; Zahlreiche weitere WissenschafterInnen sind als lokale Partner eng affiliiert. Für die Gesamtleitung zeichnet der Geophysiker Gottfried Kirchengast verantwortlich.
Besuchen Sie die Homepage des WegCenters unter:
http://www.wegcenter.at/

Gerade in den letzten Jahren ist unverkennbar geworden, dass das Thema „Emotionen" in verschiedenen wissenschaftlichen Zusammenhängen (ganz besonders in der Gehirnforschung) verstärktes Interesse auf sich zieht. Der häufig vertretene Anspruch, dass allein naturwissenschaftliche Forschungsarbeit rationale Wirklichkeitserkenntnis liefert, wird zunehmend in Frage gestellt. Auf diese aktuellen Herausforderungen reagierte die Österreichische Gesellschaft für Phänomenologie und beleuchtet „Emotionen im Spannungsfeld von Phänomenologie und Wissenschaften" in der gleichnamigen interdisziplinären Jahresveranstaltung. Es ist die erste Jahrestagung dieser Gesellschaft, die in Graz ausgetragen wurde (3. bis 5. Mai 2007).
Unzweifelhaft sind Emotionen ein aktueller Forschungsgegenstand. Sie spielen heute beispielsweise in der Lernforschung oder bei der Reflexion über Wissensvermittlung im Allgemeinen eine besondere Rolle. Insofern Wissensvermittlung nicht auf bloße Informationsübertragung verkürzt wird, sind Emotionen in der pädagogischen Forschung besonders essentiell geworden. Die Bedeutung von Gefühlen in Psychologie und Psychotherapie ist hingegen unbestritten (doch auch dies war nicht immer so).
Am Schnittpunkt dieser kurz skizzierten Entwicklungen widmete sich die Tagung einer doppelten Fragestellung. Zum einen sollte das viel diskutierte Thema „Emotionen" interdisziplinär noch stärker ausgeweitet werden, zum anderen die Schlüsselrolle der Phänomenologie für Nachbardisziplinen anhand des Emotionsbegriffs fruchtbar gemacht werden, um umgekehrt deren Ergebnisse für die Erweiterung des Feldes der Phänomenologie zu nutzen. Diese doppelte Zielsetzung ist heute besonders geboten.Die Tagung selbst wurde als „Spiegeltagung" durchgeführt: ähnlich einer Doppel-Conférence nahmen jeweils zwei Vortragende zu einem gemeinsamen Thema aus unterschiedlichen Perspektiven Stellung. Die Diskussion der SpiegelreferentInnen mündete in die Diskussion des Plenums. Auf die hohe fachliche Reputation der Vortragenden wurde besonderes Augenmerk gelegt. Emotionalität und die Möglichkeiten ihrer wissenschaftlichen Fassbarkeit wurden bislang noch nicht ausreichend untersucht. So ist das Thema der Jahrestagung in den Wissenschaften wie im allgemeinen Bewusstsein derzeit besonders präsent.



