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Förderungsarchiv - Juli bis Dezember 2007

Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

Meningokokkennetzwerk Graz

Meningokokkenerkrankungen betreffen nahezu immer vollkommen gesunde Kinder und führen nicht selten innerhalb weniger Stunden zum Tod. Die anfangs sehr unspezifischen Symptome lassen eine rechtzeitige Identifizierung oft nicht zu und werden erst an den klinischen Zeichen eines Schocks oder den typischen Hautblutungen erkannt - in den meisten Fällen ist es dann schon zu spät. Denn der Krankheitsfortschritt gleicht einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit, wobei nur mehr die rasche Verfügbarkeit von Antibiotika und einer Intensivbehandlung lebensrettend ist. Generell werden zwei klinische Verlaufsformen der  Meningokokkenerkrankungen unterschieden: die Sepsis und die eitrige Hirnhautentzündung. Während letztere als Meningitis weitreichend bekannt ist, ist die fulminante Sepsis zwar selten, aber umso heimtückischer.

Da es bis heute auch mit aufwendigsten biochemischen Untersuchungen nicht gelungen ist, die unterschiedlichen Meningokokkenstämme für die verschiedensten Verlaufformen dieser Erkrankung verantwortlich zu machen, ist dringend anzunehmen, dass Unterschiede im Immun- und Gerinnungssystem der betroffenen Kinder für das Auftreten der verschiedenen Formen verantwortlich sind. Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz entwickelte den ehrgeizigen Plan, diesen Einfluss genetischer Unterschiede eindeutig zu identifizieren. So reduziert etwa die Zufuhr von aktiviertem Protein C die Sterblichkeitsrate bei Erwachsenen, während aktiviertes Protein C bei Kindern zu Hirnblutungen führt oder führen kann - unter diesem Eindruck kann eine Protein C-Studie bei Kindern nicht durchgeführt werden. Gemeinsam mit 100 Partnerkliniken in ganz Europa gilt es nun heraus zu finden, warum sich derselbe Erreger in scheinbar beliebiger Weise entwickelt und bei dem einen Kind „nur" zur Hirnhautentzündung, bei dem anderen zur fulminanten Sepsis führt. Die Vermutung liegt nahe, dass anti-septische Patientinnen und Patienten bestimmte Eiweißstoffe bilden. Würde es gelingen, diese Eiweißstoffe zu bestimmen, könnten erstmals entsprechende Medikamente abgeleitet werden! Der Nachweis, dass genetische Unterschiede im Protein C System der Kinder für Tod und Überleben verantwortlich sind, eine unschätzbare Grundlage für die weitere Einschätzung des möglichen Potenzials einer Behandlung mit Protein C.

Unzählige Eltern in aller Welt setzen ihre Hoffnung auf die Grazer ExpertInnen, denen es in den vergangenen Jahren gelungen ist, eine Art Sammellabor zu etablieren: Internationale Partnerkliniken senden Blutproben von über 450 PatientInnen  (inclusive bereits verstorbener Kinder) an die Studienzentrale der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, die in der einzigartigen Situation weiterer wissenschaftlicher Untersuchungsmöglichkeiten und Studienausweitungen ist.

 
 
Silver Syndrom

Das so genannte „Silver-Syndrom" (SS) zählt als autosomal vererbte Variante zu den Krankheitsbildern der spastischen Spinalparalyse (HSP), ist aber einem klinisch sehr variablen Krankheitsbild unterworfen und in der Öffentlichkeit noch reichlich unbekannt. Zusätzlich zur Gangstörung und Spastizität im Bereich der unteren Extremitäten leiden betroffene PatientInnen an einer auffallenden Schwäche und Atrophie der kleinen Handmuskulatur, mitunter auch der Fußmuskulatur und einer sehr ausgeprägten Fußdeformität.

Dem Forschungsteam am Institut für Medizinische Biologie und Humangenetik, Medizinische Universität Graz, ist es bereits im Rahmen eines aus Mitteln des FWF (des Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung) finanzierten Paradeprojektes gelungen, den für Silver-Syndrom verantwortlichen Gen-Lokus (BSCL2 „Seipin") zu identifizieren, so dass erstmals, mit ausreichender Kenntnis dieses Gens, die Erkrankung mit einem relativ einfachen Gen-Test diagnostiziert und die genetische Beratung betroffener Familien weit reichend überholt werden können: bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome können nun Mutationsträger eindeutig nachgewiesen und ehest mögliche therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden. Doch blieben die genauen Funktionen des krankheitsrelevanten Gens noch weitgehend unbekannt und bedurften einer Reihe von intensiven Experimenten, um die Rolle des Seipins bei der Entstehung von neurodegenerativen Prozessen zu analysieren und einen wesentlichen Schritt in Richtung einer kausalen Behandlungsmöglichkeit zu gehen. Die dringend erforderlichen „Zellulären Expressionsanalysen des BSCL2 Gens" wurden aus Mitten der A3 - Wissenschafts und Forschung unterstützt.

Die seit kurzem vorliegenden Ergebnisse werden heuer in Bonn anlässlich eines Weltkongresses für Humangenetik präsentiert. Die Hauptaussage, dass Seipin-Mutationen in Zelllinien zu „ER Stress und Apoptose" führen, werfen neue Fragen auf und indizieren neue Verdachtsmomente; die Forschungen werden intensiviert.

 
Schumpeter Lectures Graz

Seit ihrem Gründungsjahr 1994 etabliert sich die Grazer Schumpeter Gesellschaft als gemeinnütziger Verein zur Förderung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Graz und beruft sich auf internationale Anerkennung und Resonanz im In- und Ausland. Am Beispiel bedeutender Fragen der Gegenwart wird die Praxis- und Politikrelevanz von theoretischer und empirischer Forschung dokumentiert. Gesellschaftspolitisch grundlegende und aktuelle Themenfelder stehen im Mittelpunkt der jährlich abgehaltenen, traditionsreichen Schumpeter Lectures, die den Namen eines der großen Wirtschafts- und Sozialwissenschafters des 20. Jahrhunderts tragen, Joseph Alois Schumpeter (1883 - 1950). In seine Grazer Zeit fällt die  Veröffentlichung der wichtigsten Zeugnisse seines beachtlichen Schaffens. Die Grazer Schumpeter Gesellschaft präsentiert wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Spitzenforschung in einer Weise, die über den fachspezifischen Diskurs hinausgeht und solcherart ein weithin beklagtes Manko der heutigen „Wissenschaftsentwicklung" ansatzweise überwindet: den Verlust einer übergreifenden Denk- und Sichtweise soziökonomischer Erscheinungen. Darüber hinaus gibt der Verein einer breiteren interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit, sich aus erster Hand (d.h von führenden VertreterInnen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) über den Stand und die Perspektiven der Forschung auf besonders zukunftsträchtigen Gebieten informieren zu lassen. Man muss nicht selbst ein Experte bzw. eine Expertin sein, um sich für die faszinierende Welt der Wissenschaften zu begeistern.

Die „Schumpeter Lectures" werden jährlich aus Wissenschaftsmitteln des Landes Steiermark unterstützt: heuer handelte es sich bereits um die elfte Auflage der erfolgreichen Vortragsreihe, die weit über die Grenzen der Universität Graz hinaus strahlt und deren regelmäßige Veröffentlichung durch den renommierten Londoner Wissenschaftsverlag Routledge dazu beitragen konnte, die Grazer Schumpeter Lectures als anerkannten Markenartikel in der internationalen Wissenschaftsliteratur zu positionieren.

Besuchen Sie die Webseite der Schumpeter Lectures Graz unter Externe Verknüpfung http://homepage.univie.ac.at/Bernd.Brandl/schumpeter/schumpeter.html

 
ePortfolio - Karrieremodellentwicklung für Studierende
 

Kompetenzprofile zählen zu den immer wichtiger werdenden Karriereinstrumenten. Häufig sind für Studierende - als zukünftige ArbeitnehmerInnen - eigene Kompetenzen nicht erkennbar oder es stellt sich ihnen die keinesfalls so einfache Frage, wie das Erlernte denn im Beruf umzusetzen sei. Motivation, Soziale Kompetenz, Selbstvertrauen und das Wissen um die eigenen Potenziale und Talente - all diese Schlüsselqualifikationen entscheiden letztlich über Erfolg oder Misserfolg im Bewerbungsgespräch und schließlich im Beruf. Nicht wenige Hürden gilt es hier zu überspringen, nicht wenige Punkte zu bedenken. Die Universität ist heute mehr denn je gefordert, den veränderten Anforderungen an Studierenden und StudienabsolventInnen Rechnung zu tragen und nicht nur gelehrtes Wissen zu vermitteln, sondern auch entsprechende Qualifikationsmöglichkeiten anzubieten. Denn Bildung ist mehr als Ausbildung. Mit rein fachlichem Wissen allein kann kaum eine Karriereleiter mehr erklommen werden; was für den einen gut und richtig ist, mag sich für den anderen als ungeeignet heraus stellen. Die eigenen Stärken gilt es zu erkennen und auch zu nutzen. Ein funktionierendes Netzwerk zwischen Universität und Wirtschaft ist dabei unerlässlich.

In einem jüngst abgeschlossenen Pilotprojekt konnte bereits aktiv an einem erfolgversprechenden Karrierentwicklungsmodell „gebastelt" werden. In Zusammenarbeit mit einem namhaften steirischen Bankinstitut wurden 5 Studierende der Karl-Franzens-Universität ausgewählt, deren persönliche Kompetenzprofile den Anforderungen dieses Unternehmens in besonderer Weise entsprechen. Basierend auf diesem „Matching" durchlaufen die Studierenden bereits ein internes Aufnahmeverfahren bei verschiedenen Unternehmen. Auch an die Ausbildung und Zertifizierung von  eigenen „Portfolio-BegleiterInnern" wurde gedacht.

Entlang den Arbeiten eines einjährigen Forschungsprojektes, das aus Mitteln des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark unterstützt wird, gilt es nun die Portfolios organisatorisch zu verankern, den medienbasierten Begleitungsprozess zu entwickeln und die entsprechenden Schnittstellen zu Unternehmen und auch Schulen zu installieren. Das vorliegende Projektvorhaben ist wie kaum ein anderes Instrument dazu geeignet, die Kompetenzen der StudentInnen aufzuzeigen und für beiden Seiten - für den Studierenden ebenso wie für das Unternehmen - nutzbar zu machen und darüber hinaus als Orientierungshilfe für weitere Entwicklungen und Zielsetzungen zu dienen.

 
"1st Joint Congress Eurotrauma2007" - Graz wurde zur Gründerstadt!

Das Grazer Veranstaltungskalendarium (Mai) 2007 wartete mit einem besonderen Glanzpunkt auf, dem Europäischen Trauma- und Akutchirurgiekongress. Es ist das erste Mal, dass die beiden Gesellschaften für Traumachirurgie EATES (European Association for Trauma and Emergency Surgery mit Fokus auf die innere Chirurgie) sowie ETS (European Trauma Society mit Schwerpunktsetzung auf den Stützapparat) ihre zur Tradition gewordenen Kongresse gemeinsam veranstalteten. Dass dies in Graz geschehen ist, bedeutet eine besondere Auszeichnung und erklärt sich aus dem hervorragenden Ruf des heimischen Forschungs- und Ärztekollegiums. Der Kongress ist aber auch und gerade deshalb von enormer Bedeutung, als sich die beiden genannten Gesellschaften im Zuge der Veranstaltungen vereinigt haben. Somit wurde Graz zur Gründungsstadt der neuen und somit größten wissenschaftlichen Trauma- und Akutchirurgie-Organisation!

EATES und ETS können über 3000 Mitglieder aus allen europäischen und benachbarten nicht europäischen Ländern vorweisen. Die alle 2 Jahre statt findenden Symposien sind - auch separat gehalten - außerordentlich gut besucht. Der Grazer Kongress 2007 versammelte 1500 WissenschafterInnen aus dem europäischen sowie auch internationalen Ausland - ein Veranstaltungskontingent, das im internationalen Vergleich an der Weltspitze rangiert. Die Vereinigung der Organisationen öffnet darüber hinaus den interdisziplinären Zugang: als KongressteilnehmerInnen wurden neben den Unfallchirurgen auch Vertreter anderer chirurgischer Fächer wie Allgemeinchirurgen, Notfallsmediziner, Neuro-, Gefäß- und Thoraxchirurgen angesprochen.
Tatsächlich handelt es sich also um ein für Österreich respektive für die Steiermark singuläres Innovationsprojekt; für den Standort Graz bedeutet dies die Chance, unsere Landeshauptstadt nicht nur als Kongressstadt zu etablieren, sondern auch den Medizin- und Chirurgie-Cluster deutlich zu stärken. Speziell die Grazer Medizinische Schule blickt auf eine erfolgreiche historische Entwicklung zurück und ist verflochten mit Werden und Wirken dreier Nobelpreisträger, vor allem aber besitzt sie das notwendige Potential für zukunftsfähige Entwicklungen und verfügt über die notwendigen Voraussetzungen, medizinische Forschungskompetenzen zu bündeln. Der Kongress wird in besonderem Maße dazu beitragen, die Wissenschafts- und Fortbildungsaktivitäten in Graz noch deutlicher auf dem Weltforschungsatlas zu positionieren, gleichzeitig aber auch das Vertrauen der heimischen Bevölkerung in das Gesundheitssystem unseres Landes zu stärken.

Gewinnen Sie nachträgliche Eindrücke unter Externe Verknüpfung http://www.eurotrauma2007.com/

 
Umgang mit Interessenskonflikten bei Verkehrsinfrastrukturprojekten - Praxisleitfaden für Entscheidungsträger aus Verwaltung und Wirtschaft

Ziel des vorliegenden, aus Mitteln des Zukunftsfonds Steiermark geförderten Projektes ist es, innovative Strategien für den Umgang mit Interessenskonflikten bei verkehrsplanerischen Maßnahmen (Verkehrskonzepte und Verkehrsinfrastrukturprojekte) zu entwickeln. Als Ergebnis liegt ein Praxisleitfaden für Entscheidungsträger und Projektverantwortliche aus Verwaltung und Wirtschaft, die für die Planung, Finanzierung und Umsetzung von verkehrsplanerischen Maßnahmen verantwortlich sind, vor. Der Praxisleitfaden enthält konkrete Handlungsstrategien und ein breites partizipatives Methodenspektrum - der Fokus liegt sowohl auf der Konfliktprävention als auch auf der Konfliktlösung.

Infrastrukturprojekte im öffentlichen Raum führen - wie Vergangenheit und Gegenwart zeigen - kraft ihrer Dimension und Charakteristika unweigerlich zu Interessenskonflikten zwischen beteiligten Akteuren. Traditionelle Streitbeilegungsmechanismen über Verwaltungs- und Gerichtsverfahren stoßen oftmals an ihre Grenzen, wenn eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen und gesellschaftlicher Akteure von einem Projektvorhaben betroffen sind. Innovative und partizipative Verfahren zeichnen sich durch eine möglichst frühzeitige Einbindung betroffener Gruppierungen in die Entscheidungsvorbereitung von Projekten sowie die gemeinsame Konfliktbearbeitung unter Anleitung professioneller ProzessbegleiterInnen und / oder MediatorInnen aus.
Entscheidungsträger aus Verwaltung und Wirtschaft werden über einen Projektbeirat von Beginn an in das Projekt bzw. in die Leitfadenentwicklung eingebunden. Dadurch wird sichergestellt, dass Bedürfnisse und Fragestellungen aus der Praxis bestmöglich berücksichtigt werden können.

Der volkswirtschaftliche und unternehmerische Nutzen des Projektes liegt darin, das Risiko von langwierigen und kostspieligen Interessenskonflikten bei Projektvorhaben im öffentlichen Raum in Zukunft deutlich zu minimieren

 
Elektronische Musik und Akustik - steirische Expertise der Kunstuniversität Graz international gefragt
 

Mit der Einrichtung einer eigenen Professor für „Computermusik und Multimedia" setzte die Kunstuniversität Graz in den vergangenen Jahren einen wesentlichen personellen Schritt, um das Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch international zu etablieren und seine Entwicklung zu einer europäischen Spitzenposition weiter zu führen. Das IEM versteht sich als Schnittstelle zwischen Naturwissenschaft und Kunst, zwischen neuen Technologien und musikalischer Praxis. Die Forschung und Entwicklung umfasst die Bereiche des Fachs "Akustik" sowie theoretische Arbeiten und die praktische Umsetzung von Aufgabenstellungen der Klangforschung, Computermusik und Medienkunst.

Die Verankerung einer speziell dem Fachbereich „Computermusik und Multimedia" gewidmeten Vorziehprofessur in Graz vereint alle Chancen, um das Institut für Elektronische Musik und Akustik in eine weltweite Führungsrolle zu heben, bedurfte notwendigerweise jedoch der infrastrukturellen Erweiterung sowie der Sicherstellung entsprechender finanzieller Rahmenbedingungen im Sinne einer Erstausstattung. Als maßgeblicher Financier zeichnete das Wissenschaftsressort verantwortlich.
Als Professor für Computermusik und Multimedia konnte Herr Univ.-Prof. Dr. Gerhard Eckel gewonnen werden: der Experte deckt das geforderte breite Spektrum an Themen in Forschung, Lehre und Erschließung der Künste wie kein anderer ab. Insbesondere gilt der renommierte Künstler und Wissenschafter als ein weltweit geachteter Spezialist in Themenbereichen der so genannten „Audio-Augmented Reality" (Kurz: AAR), einer neuen Form der virtuellen bzw. erweiterten Realität: das neue Medium erweitert unsere Hörerfahrung um eine virtuelle, eine akustische Wirklichkeitswelt und beschreibt in diesem Zusammenhang eine intuitive Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Körper, Raum und Klang gehen ein neues dynamisches Verhältnis ein und erschließen zahlreiche potentielle Anwendungsgebiete von Industrie und Marketing über Forschung und Lehre bis hin zu Kunst und Unterhaltung. Die praktischen Erfahrungen mit dem audio-augmentativen Medium sind indes noch sehr spärlich gesät, und ernsthafte Forschungsprojekte gibt es international nur sehr wenige. Gerade hier nimmt Univ.-Prof. Dr. Eckel eine Vorrang- und Ausnahmestellung ein und verfügt über erstaunliche Forschungserkenntnisse. Denn alles deutet darauf hin, dass sich AAR in den kommenden, nicht unfernen Jahren als eine der wichtigsten Formen der „Mixed Reality" etablieren wird.

 

 
„Kostbarkeiten in Österreichs Tier- und Pflanzenwelt: Ökologie, Naturschutz und Biogeographie österreichischer Endemiten"

Biologen bezeichnen Arten, die weltweit nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet - in unserem Fall ausschließlich in Österreich - vorkommen, als „Endemiten". Diesen Arten kommt aus mehreren Gründen eine hohe Bedeutung im Schutz der biologischen Vielfalt zu.

Im Rahmen des vorliegenden Projektes werden die in Österreich (bzw. in unmittelbarer Nachbarschaft) endemischen Tier- und Pflanzenarten, -unterarten und Biotypen dokumentiert. Deren Verbreitung, Habitatbindung, Ökologie und Gefährdung wird analysiert, präsentiert und diskutiert. Die Synthese der erhobenen Daten liefert die Endemiten-Hot-Spots in Österreich. Die Untersuchungen zu Gefährdungsgrad und -ursachen sollen darüber hinaus wichtige Daten für den Naturschutz liefern. Die Ergebnisse sollen in Form von Publikationen (Endemiten-Broschüre, u. Endemiten-Buch) und über das Internet weitläufig verbreitet werden und so zur Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit für den Schutz der Biodiversität beitragen.

Bislang liegt keine zusammenfassende Darstellung und Auswertung der nur in Österreich vorkommenden Tier- und Pflanzenarten vor. Das Projekt ist neu und einzigartig für Österreich und darüber hinaus für den europäischen Raum. Österreich kann internationalen Verpflichtungen nachkommen und die besondere nationale Verantwortung den Schutz dieser Arten betreffend zeigen und eine wissenschaftliche und politische Vorreiterrolle übernehmen.

Auf Grund ihrer Habitatbindung kommen Endemiten u.a. auch in extensiv landwirtschaftlich genutzten Biotypen vor. Dies sind v.a. Halbtrocken- und Trockenrasen und Flachmoore. Daraus ergibt sich ein wichtiger Konnex zur Landwirtschaft, v.a. im Hinblick auf EU-Agrarumweltprogramme (ÖPUL) und den Beitrag der Landwirtschaft zur Bewahrung der Biodiversität.
Die Ergebnisse der erstmaligen Dokumentation der in Österreich endemischen Tier- und Pflanzenarten sind von hoher wissenschaftlicher Relevanz. Die Verbindung zu allgemeinen Biodiversitätsmustern in Österreich liefert wertvolle Erkenntnisse, die z.B. in Hinblick auf die Entstehung der heutigen Fauna und Flora interpretiert werden können.
Mit dem im europäischen Vergleich einzigartigen Projekt wird eine Forschungslücke geschlossen und die besondere Verantwortung für Österreichs Biodiversität auf wissenschaftlich fundierter Basis verdeutlicht.

 

 
Ein Brückenschlag in der slawistischen Sprach- und Textforschung
 

Das Grazer Institut für Slawistik wartet mit einem ebenso spannenden wie innovativen Projektkonzept auf, das im Dienst eines länderübergreifenden steirisch-slowenisch-serbischen Wissenstransfers viel bewegen wird. Interdisziplinarität, Internationalität und Interuniversitäre Zusammenarbeit werden groß geschrieben, denn über allem steht die Zielsetzung, ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen. Konkret geht es um die sprachstatistische Untersuchung von Texten der slawischen Sprachgruppe auf computergestützter Basis.

Der vorliegende Projektkomplex schlägt eine Brücke zwischen slawistisch- sprachwissenschaftlicher Forschung einerseits und anwendungsbezogener Technologie andererseits und versteht sich in diesem Zusammenhang als wesentlicher Beitrag zum deklarierten Südosteuropa-Schwerpunkt der Universität Graz respektive des Landes Steiermark. Die Kooperation der Grazer SlawistInnen mit den ExpertInnen des slowenischen Zentrums für Sprachsyntheseforschung in Ljubljana, des Institutes für Elektronik der Universität Maribor sowie in weiterer Hinsicht mit den StatistikerInnen der Technischen Universität Graz dient zur Profilierung des technischen Wissens- und Know-How-Transfers und damit zur weiteren Stärkung des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Steiermark. Die Einbindung der Universität Belgrad führt die Projektinitiative in eine trilaterale Zusammenarbeit über.

Ausgehend von einem synergetischen Ansatz geht es insgesamt um die grundlegende Frage der systematischen Organisation von Sprache als einem dynamischen System. Eine derartige, genuin interdisziplinäre Fragstellung erfordert die konkrete Zusammenarbeit von WissenschafterInnen verschiedenen Profils - der Sprach- und Textwissenschaft, der Mathematik/Statistik sowie der Computerwissenschaft.
Bei den österreichischen TeilnehmerInnen der ambitionierten Projektbogens handelt es sich großteils um den hochbegabten wissenschaftlichen Nachwuchs, dessen Integration in ein internationales Forschungsprojekt als weiterbildende und weiterqualifizierende Maßnahme anzusehen ist. Die Zusammenarbeit erfordert vielmehr intensive Kommunikation und Kooperation der beteiligten Projektpartner jeweils vor Ort (turnusmäßig in der Steiermark und in Slowenien). Aufgrund der bereits eingegangenen und vertraglich gesicherten Partnerschaftsabkommen zwischen den genannten Institutionen sind ausgezeichnete Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der Forschungsmobilität gewährleistet.

 
Land of Human Rights

Auch in einem „zusammen wachsenden" Europa ist in vielen Punkten die Einhaltung der Menschenrechte nicht gewährleistet. „Land of Human Rights" ist ein Projekt über den Status Quo der Menschenrechte in Europa aus Sicht der bildenden Kunst, die sowohl analysierend als auch visionär an dem Thema arbeiten wird. Über einen Zeitraum von 3 Jahren wird der Diskurs über Menschenrechte in Europa mit den Mitteln der Kunst in die Öffentlichkeit getragen. „Land of Human Rights" ist ein Projekt der < rotor > association for contemporary art und wird gemeinsam mit Partnerinstitutionen aus 6 Ländern - Slowenien, Kroatien, Ungarn, Italien, Deutschland, Tschechien - geplant und umgesetzt und strahlt in den mittel-südosteuropäischen Raum aus. Den Höhepunkt bildet eine Großausstellung in Graz, die vor allem im öffentlichen Raum ein breites Publikum erreichen und aufmerksam machen will. Unsere Landeshauptstadt ist wie kaum eine andere dazu geeignet: Graz steht für „Gelebte Menschenrechte". Im Jahr 2001 wurde Graz in den Kreis der heute zwölf Menschenrechtsstädte aufgenommen; Menschenrechte dürfen nichts Abstraktes sein, sondern müssen alltagstauglich gemacht werden.

 
Formula Student - Graz gibt Gas!

„Formula Student" ist Herausforderung für Studierende aus aller Welt, ihr Können unter Beweis zu stellen und die nach eigenen Entwürfen entwickelten, aus eigenhändig produzierten Teilen gebauten Rennautos öffentlich zu testen. Der internationale Wettbewerb für leistungsfähige, nach innovativ-technologischen Verfahren konstruierte Prototypen einsitziger Rennboliden steht Jahr für Jahr im Blickpunkt des öffentlichen Interesses und internationaler Medienberichterstattung. Statische und dynamische Bewerbe sind ebenso zu absolvieren wie die Entwicklung einer Nutzbarkeitsstudie sowie eines zukünftigen Produktionsplanes.

Die „Joanneum Weasels" stellen Jahr für Jahr ein ausgezeichnetes Team: schon bei ihrem ersten großen öffentlichen Auftritt (Formel S, 2003, England) gingen die Studierenden im Studiengang Fahrzeugtechnik der FH JOANNEUM als klare „Favoriten" und Sieger des Marketingbewerbs hervor. Das Team gliedert sich in Spezialistengruppen mit jeweils eigenen Zuständigkeiten für Rahmenstruktur, Fahrdynamik oder Motorenauswahl. Im Formula Student Wettbewerb 2004 sicherten sich die „Weasels" trotz ungünstigen Startbedingungen ihre Teilnahme in letzter Minute und belegten den „FISITA Award of Best Endeavour", den Preis für das beste Durchhaltevermögen. Nachdem die ersten „Lehrjahre" überwunden wurden - ein Zeitraum, den man nicht ungenützt verstreichen ließ - ging das Racing Team mit seinem neuen verbesserten Rennboliden „jr06" an den Start und sorgte auch gleich für „Furore": als weltweit erste Mannschaft einer Fachhochschule konnte man sich in die Siegerliste der Formula SAE Italy eintragen und den Titel „OVERALL WINNER" beanspruchen, ein Titel, der natürlich weiterhin verteidigt werden musste. Und es gelang: das Team der FH kann mit Solz einen ausgezeichneten 3. Gesamtrang in der Formula Student Germany 2007 vorweisen.

Die Technische Universität Graz stellt ein nicht minder erfolgreiches Team: Als Träger des Titels „Best Newcomer 2004" erreichte das "TUG Racing Team" bei der Formula Student im englischen Bruntingthorpe (Juli 2005) unter 75 startenden Teams aus 19 Nationen den ausgezeichneten vierten Rang im Gesamtklassement. Für die besten Elektronik-Entwicklungen wurde den Grazer Studierenden außerdem der "Award for most Effective Use of Electronics" verliehen. Nur 0,7 Punkte trennten im Gesamtklassement von einem Stockerlplatz. Damit lagen die studentischen Rennfahrer der TU Graz nur knapp hinter den Mannschaften aus Helsinki, Stockholm und Toronto. "Wir freuen uns über diese Spitzenplatzierung, die durch die klare Verbesserung und Weiterentwicklung unseres Rennboliden im Vergleich zum Vorjahr möglich war", erklärt Teamleiter Matthäus Decker stolz. "Dieser Erfolg zeigt, dass unsere Studierenden in diesem Bewerb ganz vorne an der internationalen Spitze mitmischen", gratulierte TU-Rektor Hans Sünkel. Der Erfolg wurde zwei Monate später noch übertroffen: gleich zweimal Gold und zweimal Bronze gingen bei den Rennen in Balocco an den Studierenden-Rennstall der TU Graz. Das team der TU absolcierte die Formula Student Germany 2007 mit Brevour und sicherte sich den 2. Gesamtplatz - den "2nd Place Overall".

Die Verklammerung von Technik und Wirtschaft ist Basis des Ingenieurgedankens, erlernte Theorie zu vertiefen und anzuwenden. Enorm ist nicht nur der praxisorientierte Ansatz des Projektes, sondern auch die Vielseitigkeit der Qualifikationen: die jungen Konstrukteure und Konstrukteurinnen lernen technische und wissenschaftliche Disziplinen zu vereinen, Entscheidungen selbst zu treffen, Entwicklungsprozesse von Fahrzeugskomponenten zu durchleben und technische Feinheiten zu erkennen; Sie professionalisieren ihre bisherigen Fähigkeiten und Erfahrungen und bereiten sich demnach optimal auf das Berufsleben vor. Die Vorgabe, sich gegenüber der Konkurrenz weiterhin erfolgreich zu behaupten, bedeutet gleichzeitig die Herausforderung, die heimischen Hochschulen, das Land Steiermark und seine Wirtschaftspartner erfolgreich zu vertreten.

Besuchen Sie die Webseiten der erfolgreichen Grazer RennbolidenkonstrukteurInnen:

Externe Verknüpfung http://www.joanneum-racing.at/de/index.php
Externe Verknüpfung http://www.racing.tugraz.at/

 
„SonEnvir" - Analyse wissenschaftlicher Daten durch Klang

Viele wissenschaftliche Forschungsgebiete arbeiten mit komplexen, multidimensionalen Daten. Die üblichen Verfahren, innere Strukturen dieser Daten darzustellen, sind Visualisierung und statistische Analyse. Beide Ansätze sind anerkannt, haben aber bekannte Nachteile: Visualisierung ist durch perzeptuelle Schwächen des Sehsinns begrenzt (schlechte zeitliche Auflösung, nur wenige Dimensionen darstellbar), und Statistik durch das mathematische Verständnis des Forschers, was die Komplexität der Verfahren betrifft - und deren Bedeutung für die zu analysierenden Daten.
Sonifikation ist die Repräsentation und Analyse von Daten durch Klang und bietet eine zukunftsweisende Alternative und Ergänzung zum visuellen Modus. Während in den letzten 20 Jahren Sonifikation erfolgreich auf konkrete Einzelprobleme angewandt wurde, stellt SonEnvir den ersten generischen Ansatz dar Sonifikation als fachübergreifendes Analyse- und Darstellungsverfahren zu etablieren. SonEnvir berücksichtigt erstmals alle relevanten Gebiete gleichermaßen.

"SonEnvir" stellt das erste Forschungsprojekt aller vier Grazer Universitäten dar! Es soll - über den erhofften Erkenntnisnutzen für die Zielwissenschaften und den Sonifikationsbereich hinaus - Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit zwischen separierten Strukturen schaffen und aus dem projektbezogenen Clustering eine nachhaltiges Netzwerk zwischen diesen vier thematisch komplementären Forschungseinrichtungen etablieren helfen. Das Projekt wurde und wird federführend betreut von der Kunstuniversität Graz, Institut für Elektronische Musik (IEM).

Besuchen Sie das SonEnvir-Projektprotal unter Externe Verknüpfung http://sonenvir.at/

 
 
WegenerNet Klimastationsnetz Region Feldbach
 

„Gelebte Internationalität" - so lautet die Corporate Identity des Wegener Zentrums für Klima- und Globalen Wandel (kurz: WegCenter) der Universität Graz: Sein Leitziel ist es, ein national und international anerkanntes Center of Excellence für Forschung im Bereich Klima-, Umwelt- und Globaler Wandel zu sein. Das Forschungsinteresse erstreckt sich dabei von der Beobachtung, Analyse, Modellierung und Vorhersage des Klima- und Umweltwandels über die Klimafolgenforschung bis hin zur Analyse der Rolle des Menschen als Mitverursacher und Mitbetroffener und Mitgestalter globaler Wandlungsprozesse. Schwerpunktregion ist die Steiermark/Österreich im globalen Kontext.

Das Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel verwendet im Rahmen des vorliegenden Forschungsschwerpunktes ausgesuchte steirische Regionen als primäre Untersuchungs- und Modellgebiete für innovative Forschung im Bereich Klima- und Umweltmodellierungen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung. Der aktuelle internationale Stand regionaler Klimamodellierungen vor dem Hintergrund globaler Klimaänderungen nutzt derzeit 10-50 km räumliche Auflösung. Von dieser 10 km Skala ausgehend besteht eine zentrale Herausforderung für zukünftige verbesserte Modellierungen des regionalen Klimawandels - und damit verknüpfter naturräumlicher Änderungen sowie sozioökonomischer Auswirkungen - in einem Durchbruch zu Auflösungen bis hinunter zur 1 km Skala. Dabei können u.a. die für konkrete lokale Lebensräume wichtigen geländeklimatologischen Effekte viel realistischer als bisher berücksichtigt werden.

Eine Schlüssel-Ressource zur Prüfung der Güte und Realitätsnähe dieser komplexen Modellsimulationen und zur Forschung für Wetter- und Klimamodellverbesserung ist jedoch ein dichtes Klimastationsnetz, welches in einer Region von einigen 10 km² mit etwa 1 km räumlicher Auflösung und einer Zeitauflösung von etwa 5 min beobachtet. Ein derartiges Messnetz wäre nicht nur in Österreich einzigartig, sondern ist auch international ein echtes Pionierexperiment, welches neben Modellverbesserungen und Klima-Monitoring auch viele weitere attraktive Forschungsmöglichkeiten und Anwendungen erlaubt.

Das WegenerNet realisiert dieses Pionierexperiment als vom Wegener Zentrum geführtes Messnetz im Untersuchungsgebiet Region Feldbach. Dort werden einige 100 Stationen mit etwa 1 km räumlicher Auflösung und 5 min Zeitauflösung die klein-regionale Wetter- und Klimaentwicklung über einen Basiszeitraum von 3 Jahren automatisiert und in neuartiger Detailliertheit vermessen.
Das WegerNet forciert also einerseits die internationale anerkannte Forschung des steirischen Wegener Zentrums stark weiter und setzt gleichzeitig als ein Leitprojekt in der Region Oststeiermark Impulse zu mehr Klima- und Umweltschutz.

Besuchen Sie die  Homepage des steirischen Vorzeige-Institution unter: Externe Verknüpfung http://www.wegcenter.at/

 
„Nahinfrarotspektroskopie (NIRS)", Verein INVITA, „Gesellschaft zur Förderung der Gesundheit des Kindes"

Das Immunsystem von Säuglingen ist noch sehr unreif: bakterielle Infektionen verteilen sich flächendeckend im gesamten Körper - im Gegensatz zum Erwachsenen, dessen Immunsystem in der Lage ist, Infektionen auf einzelne Körperregionen zu isolieren! Die Sepsis verläuft beim Neugeborenen immer sehr schnell, lässt das Herz-Kreislaufsystem kollabieren, führt in weiterer Folge zum Versagen der Organe und schließlich innerhalb weniger Stunden zum Tod - der Krankheitsfortschritt gleicht einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit.

NIRS bezeichnet ein vollkommen neues optisches Messverfahren und könnte in unmittelbar absehbarer Zeit über Leben und Tod von Früh- und Neugeborenen entscheiden: Mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) kann die Durchblutung von Haut und dem darunter liegenden Gewebe objektiv gemessen werden. Die schmerzfreie Methode ist derzeit noch vorwiegend Forschungszwecken vorbehalten, wird und muss aber mit der Automatisierung des messtechnischen Ablaufes Einzug in den klinischen Alltag finden. Die Intensivierung und Weiterentwicklung messtechnischer Forschungen stehen im Zentrum der gegenständlichen, aus Budgetmitteln des Wissenschaftsressorts subventionierten Studie.

An der klinischen Abteilung für Neonatologie der Universitäts-Kinderklinik Graz ist NIRS ein zentraler Forschungsschwerpunkt und steht unter der besonderen Ägide des hierorts angesiedelten Vereines „INVITA". Die Grazer Experten wären - als weltweit die Ersten - in der Lage, die Möglichkeiten zur Früherkennung von Sepsis mittels der NIRS-Methodik zu revolutionieren. Langfristig gesehen würde darüber hinaus ein neues Mess-System erarbeitet, das als Überwachungswerkzeug im Sinne eines dauerhaften Monitorings zum Einsatz kommt. Diese Technik bliebe dann auch nicht auf das Gebiet der Neonatologie beschränkt, sondern könnte die gesamte Intensivmedizin bereichern und entsprechende Erkenntnisse auf die Rettung des jungen und erwachsenen Menschen übertragen.

 
"GrenzenLos. Österreich, Slowenien und Ungarn" - Fehring 2007
Grenzenlos 
Grenzenlos
 
Das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung zählt zu den Vorzeige-Einrichtungen unseres Landes. Zu den Glanzpzunkten des steirischen Veranstaltungskalendariums 2007 gehörte ohne Zweifel die Ausstellung in Fehring zum Thema „GrenzenLos. Österreich, Slowenien und Ungarn". Der Titel ermöglicht viele Konnotationen: „Grenze" - „Das Los, an der Grenze zu leben" - „Eiserner Vorhang" und schließlich „Grenzenlosigkeit". In der Schau wird die Geschichte der Regionen im Verlauf des letzten Jahrhunderts nachgezeichnet. Entlang der historischen Leitlinien, wie der Habsburger-Monarchie, dem Ersten Weltkrieg, den autoritären Regimen der Zwischenkriegszeit, der NS-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg, dem Aufbau des Eisernen Vorhangs, dem Zusammenbruch des „Ostblocks" und schließlich der europäischen Integration wird ein Stück Regionalgeschichte in noch nie da gewesener Form zusammengetragen und anschaulich erzählt. Auch für diese Ausstellung wurde - ähnlich dem Konzept „Österreich ist frei" (Schallaburg, Jubiläumsjahr) - eine Sammelaktion in der Bevölkerung durchgeführt.
 
„Risikoabschätzung und Strategien zur Bekämpfung von Feuerbrand (Erwinia amylovora)"
Apfel 
Apfel
 
Die Quarantänekrankheit Feuerbrand, hervorgerufen durch das Bakterium Erwinia amylovora, ist eine der gefürchtetsten Krankheiten des Kernobstes und verwandter Ziergehölzer aus der Familie der Rosaceen. Seit 1998 wurde ein verstärktes Fortschreiten der Krankheit von West- nach Ostösterreich beobachtet. Die Bekämpfung von Feuerbrand erfolgt hauptsächlich durch Rückschnitt und Rodung befallener Bäume. Die jährlichen Bekämpfungskosten liegen österreichweit bei mehreren 100 000 EUR. Der Erarbeitung wirksamer und umweltverträglicher Vorbeugungs- und Bekämpfungsstrategien - ohne Einsatz von Antibiotika - kommt besondere Bedeutung zu.

Im Rahmen des Projektes „Risikoabschätzung und Strategien zur Bekämpfung von Feuerbrand (Erwinia amylovora) wurden systematische Untersuchungen zur Risikoabschätzung und Bekämpfung unter Kombination von kulturtechnischen und direkten Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt. Hierbei wurde mittels künstlicher Trieb- und Blüteninokulation in Quarantäneglashäusern an kleinen Bäumen unter kontrollierten Bedingungen die Feuerbrandanfälligkeit ausgewählter Apfel- und Birnensorten, sowie von zwei im Streuobstbau verwendeter Unterlagen getestet. Die Edelreiser für die Veredlungen stammten von alten Apfel- und Birnbäumen, die in einem Feuerbrandgebiet in Tirol befallsfrei geblieben waren, während andere, daneben stehende Bäume Feuerbrandsymptome entwickelten. Sowohl bei den Birnen- als auch bei den Apfelherkünften entwickelten sich nach künstlicher Triebspitzen-Inokulation Feuerbrandsymptome. Eine allgemeine Feuerbrandresistenz kann damit ausgeschlossen werden. Im Vergleich waren die getesteten Birnensorten anfälliger als die Apfelsorten. Eine Apfelherkunft und 3 Birnenherkünfte zeigten einen signifikant niedrigen Feuerbrandanfälligkeitsfaktor als die anderen Herkünfte.

Basierend auf diesen Testergebnissen sollte im Bedarfsfall zuerst versucht werden, mit modernsten pomologischen Methoden eine Sortenbestimmung durchzuführen, auf die dann gezielte Weitervermehrung und Auspflanzung folgen könnte. Für die ÜProjektdurchführung zeichnet die Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) verantwortlich.

 
"Die Zukunft der Universalmuseen", Graz, 4. bis 6. Oktober 2007
Universalmuseen sind charakteristisch für das 19. Jahrhundert, sie sind besonders typisch für die Museumsentwicklung in Österreich. Die Gründungen der Habsburgermonarchie gehören zweifellos zu den interessantesten Projekten, mit denen die in Kontext von Aufklärung und Bürgerlicher Revolution formulierte Idee des „Bildungsmuseums" entwickelt wurde, einer Stätte also, die sich der Bildung, Ausbildung und Weiterbildung des Menschen verschreibt. Das Landesmuseum Joanneum ist eines der ältesten und signifikantesten unter ihnen, es ist in der Tat ein „Universum" für sich: Als Sammlungen zeichnen sich Universalmuseen durch eine möglichst umfassende Repräsentation von Kultur und Natur aus; Als Institutionen stellen sie den Anspruch auf eine hohe funktionale Komplexität sowie eine uneingeschränkt soziale und betont identitätspolitische Geltung Unter typologischem Blickwinkel wiederum stellen sie eine originelle Konzeption von ‚Museum' dar und verknüpfen die Aufgaben der Wissensproduktion, öffentlicher Wissensvermittlung und verbindlicher Repräsentation. All dies ist keine Einbahnstraße, denn Museen wollen besucht, Exponate wollen besichtigt oder konsumiert werden. Doch der Traditionelle Museumsbegriff des 19. Jahrhunderts ist mit der heutigen Lebenswelt kaum bis gar nicht zu vereinen. Der grundsätzlich bildungsinteressierte Mensch verzagt immer häufiger vor einer scheinbar hochspezialisierten Domäne.

Geschichte, Funktionen und Potential eines Universalmuseums, aber auch die Hypotheken und Chancen dieses besonderen Typus für das Heute, Hier und Jetzt, wurden jüngst in einem spannenden Symposium im Oktober 2007 ausgelotet . In historischer Perspektive wird die Kontextualisierung der Museumgründungen der Habsburger-Monarchie entlang des zentraleuropäischen Prozesses angestrebt. Es ist kein bloßer Rückblick auf die eigene Geschichte, sondern ein bewusster Begleitungsprozess, um für die Zukunft gerüstet zu sein und aktuelle Problemstellungen zu meistern: Wie etwa kann ein organisatorischer und ideeller Zusammenhalt in beständig wachsenden Verbundmuseen möglich sein? Wie kann das Universalmuseum seine Attraktivität angesichts einer Zunahme von Spezialmuseen und der Prominenz nationaler Sammlungen wahren? Wie kann es seiner anspruchsvollen Tradition gerecht werden, ohne dabei den Anschluss an die museologische Gegenwart zu verspielen?

Fragen über Fragen, denen gemeinsam mit hochkarätigen ExpertInnen nachgegangen wurde. Rund 150 TagungsteilnehmerInnen aus dem europäischen In- und Ausland konnten in Graz begrüßt werden. Die erfolgreiche Durchführung der in Graz statt findenden Großveranstaltung beanspruchte eine sorgfältige Vorbereitung sowohl in fachlicher als auch organisatorischer Hinsicht über einen relativ langen Zeitraum - das Wissenschaftsressort des Landes Steiermark zählte gerne zu den Förderungspartnern! Das Symposium wurde und wird getragen von der Museumsakademie Joanneum: Die Installierung dieses Kompetenzzentrums Museologie & Kunst wurde aus Mitteln des Zukunftsfonds Steiermark maßgeblich gefördert.

 
St:WUK feierte den 10. Geburtstag!
St:WUK 
St:WUK
 
Für rund 1.100 Beschäftigungslose fungierte die Steirische Wissenschafts-, Umwelt-, und Kulturprojektträger GmbH (St:WUK) in den letzten zehn Jahren als Steigbügelhalter für den Neu- bzw. Wiedereinstieg in die Berufswelt. Die in unseren Abteilungsagenden angesiedelte Projektträgergesellschaft feiert heuer ihren zehnten Geburtstag - zu den Gästen der „Geburtstagsfeier" am 21. September 2007 im Audiomax der FH Joanneum zählten rund 200 ehemalige und aktuelle Projektteilnehmer sowie wesentliche Mäzene und Förderungspartner der St:WUK.
Professionalisierung und Vernetzung der steirischen Museumslandschaft, Wasserland Steiermark, Styrian ART und Telearbeit im ländlichen Raum sind nur einige der zahlreichen Projekte, die dank St:WUK auf die Beine gestellt werden konnten. Die vielfältigen Projekte mit durchwegs spannenden Inhalten ermöglichen vielen Langzeitbeschäftigungslosen einen Neuanfang. Die Trägergesellschaft übernimmt die Initiative und Vorfinanzierung dieser Projekte, die Umsetzung liegt bei den sehr eigenständig agierenden Projektleitern - natürlich in Abstimmung mit dem steirischen Arbeitsmarktservice.
Hauptförderungspartner von St:WUK sind neben dem Arbeitsmarktservice Steiermark verschiedene Landesstellen, darunter die Ressorts für Wissenschaft und Forschung, Soziales, Arbeit und Kultur, Land- und Fortwirtschaft, Wohnbau und Nachhaltigkeit sowie Umwelt. Entsprechend einhellig war und ist der Konsens, dem Geburtstagskind zu danken und alles Gute für die kommenden Jahrzehnte zu wünschen. Arbeit ist sowohl entscheidend für die persönliche Identität, als auch im Falle ihres Verlustes wichtigster Faktor für die Armutsgefährdung. Immer wieder ergeben sich Synergien zwischen Kultur- und Sozialbereich, St:WUK war auch diesbezüglich Vorreiterin. Sie ist mit ihren zehn Jahren mittlerweile sehr bewährt und neben ihrem unmittelbaren Nutzen für alle Beteiligten auch als Vorbild erfolgreich.
Die Steirische Wissenschafts-, Umwelt-, und Kulturträger GmbH wurde im Mai 1997 auf Initiative des damaligen Wissenschaftsreferenten der Steiermärkischen Landesregierung gegründet, um innovativen Projekten bürokratische und organisatorische Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Beschäftigungslosen den Neu- bzw. Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Besuchen Sie unsere Webseite und erfahren Sie mehr über die einzelnen Projekte....
 
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