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Die Goldrute

Kanadische Goldrute  
Kanadische Goldrute
Riesengoldrute 
Riesengoldrute

In Österreich kommen v.a. 2 neophytische Goldrutenarten vor, die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

 

 

 

 

und die etwas häufigere, Späte Goldrute (Solidago gigantea, auch Riesengoldrute oder Hohe Goldrute genannt). Es handelt sich hierbei um ausdauernde Stauden aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Blühzeit ist von August bis Oktober.

Erscheinungsbild

Stängel der Riesengoldrute © Umweltanwaltschaft
Stängel der Riesengoldrute
© Umweltanwaltschaft
Blütenstand © Umweltanwaltschaft
Blütenstand
© Umweltanwaltschaft

 

Es handelt sich bei beiden Arten um Pflanzen mit ausdauerndem Rhizom
(= unterirdischer Spross), die sich über Flugfrüchte und Rhizombruchstücke vermehren. Beide Goldruten erreichen üblicherweise Höhen von 50 - 150 Zentimetern, selten bis 250 Zentimeter. Entgegen ihrem Namen bleibt S. gigantea dabei oft kleiner als S. canadensis. Die Stängel sind bei Beiden dicht beblättert und bilden nur im Blütenstandbereich Verzweigungen aus. Der Stängel der Späten Goldrute ist oftmals rötlich, manchmal bläulich bereift und kahl.

Der Stängel der Kanadischen Goldrute dagegen weist zumindest im oberen Teil eine dichte Behaarung auf. Die Blätter der Goldrute werden 8 - 10 Zentimeter lang und 1 - 1,5 Zentimeter breit. Die Blüten sind goldgelb und sitzen in Köpfchen, wobei diese bei S. canadensis 3 - 5 Zentimeter im Durchmesser haben, bei S. gigantea 4 - 8. Der Blütenstand entspricht einer pyramidenartigen Rispe mit gekrümmten Ästen.

 

Wuchsbedingungen

Die Kanadische Goldrute benötigt Licht und Wärme, sie ist, was die Nährstoffversorgung angeht, aber relativ anspruchslos. Einzig länger überflutete Bereiche meidet sie. Sie findet sich sowohl auf Ruderalflächen als auch in naturnaher Vegetation, z.B. großteils naturbelassenen Auwäldern. Ähnlich auch die Späte Goldrute, die feuchtere Standorte bevorzugt. Hat sich eine der beiden Arten an einem Standort erst einmal etabliert, verdrängt sie sehr rasch die natürliche Vegetation und verändert den Pflanzenbestand nachhaltig. Es bildet sich eine Monovegetation.

Einbringungswege

Die Goldrute wurde ursprünglich als Gartenpflanze nach Europa gebracht, wobei die aus Nordamerika stammende Kanadische Goldrute bereits im 17. Jahrhundert in England als Zierpflanze bekannt war, die Späte Goldrute wurde erst im 18. Jahrhundert eingeführt. Selbst heute noch findet man die Pflanze als Zierpflanze im Blumenhandel. Auch bei den Imkern erfreuten sich beide Arten als Bienenweide großer Beliebtheit. Heute ist die Goldrute einer der häufigsten Neophyten überhaupt. Jede Pflanze kann bis zu 15.000 Samen bilden, die vom Wind verfrachtet werden, zudem bildet sie große Klone, vermehrt sich also auch vegetativ. Außerdem hat die kanadische Goldrute in Europa keine natürlichen Feinde.

Bekämpfungsmaßnahmen

Um ein Aufkommen der Goldrute zu verhindern, ist es wichtig, brachliegende Flächen (Acker, Wegränder, Bachufer, etc.) einzusäen, um der Pflanze keine Wachstumsmöglichkeit zu geben.
Einen bereits vorhandenen Bestand zu bekämpfen ist wegen der hohen Regenerationsfähigkeit der Arten sehr schwierig. Erfolgschancen sind nur gegeben, wenn die Maßnahmen über mehrere Jahre hinweg vollzogen werden. Bei der Bekämpfung der Goldrute ist zum einen die Samenbildung bzw. Samenausbreitung zu verhindern, zum anderen müssen die Rhizome der vorhandenen Pflanzen soweit geschwächt werden, dass der Bestand zurückgedrängt werden kann. Dies lässt sich durch Mahd erreichen, dabei muss der Schnitt möglichst kurz erfolgen. Durch die anfänglichen Mahden wird der Neuaustrieb erhöht. Ein einmaliger Schnitt vor der Blüte kann zwar das Aussamen verhindern, schwächt die Pflanze aber kaum, es muss daher öfters gemäht werden. Prinzipiell kann das Schnittgut auf der Fläche verbleiben, ein Abtransport fördert aber die Rückentwicklung zur standortsgerechten Vegetation. Zudem ist darauf zu achten, dass tatsächlich jede einzelne Goldrute auf der betreffenden Fläche vernichtet wird, so dass nicht von diesem Punkt aus eine erneute Ausbreitung stattfinden kann. Ebenfalls sollte bei den durchgeführten Maßnahmen die Bodenverletzung möglichst gering gehalten werden (d.h. die Maßnahmen möglichst bei trockenem Wetter durchgeführt werden), da der Goldrute sonst an den offenen Stellen die Wiederbesiedlung sogar erleichtert würde.
Andere Möglichkeiten zur Bekämpfung sind das Ausstechen, das Fräsen oder auch das Zudecken von Beständen mit UV-undurchlässiger Folie (mindestens 3 Monate), alle diese Maßnahmen schädigen allerdings auch die Begleitvegetation!
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