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Der Staudenknöterich

Der Staudenknöterich ist in Österreich mit den Arten Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica, zugespitzter Knöterich, Spießknöterich, Japanischer Rhabarber oder Japanischer Buchweizen, ehemals Reynoutria japonica), Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinensis, Russischer Staudenknöterich) und dem Bastard der Beiden (F. x bohemica) vertreten. Es handelt sich dabei um ausdauernde, zweihäusige Pflanzen (d.h. es gibt männliche und weibliche Individuen), in Österreich sind v.a. die weiblichen Pflanzen verbreitet. Die Vermehrung erfolgt vegetativ, u.a. über Rhizombruchstücke (Rhizom = unterirdischer Spross). Er gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Die Blütezeit ist ab August, der Austrieb der Pflanze erfolgt aus winterfesten Rhizomen.

Erscheinungsbild

Japanischer Staudenknöterich 
Japanischer Staudenknöterich
Blatt des Japanischen Staudenknöterichs 
Blatt des Japanischen Staudenknöterichs
Russischer Staudenknöterich 
Russischer Staudenknöterich
Blütenstand 
Blütenstand
Rhizom  
Rhizom

Der Japanische Staudenknöterich hat hohle, kräftige Stängel, kann bis zu 4 Meter hoch werden und bildet zumeist sehr dichte Bestände.

 

Er ist sehr schnellwüchsig, besitzt ledrige, derbe Blätter mit schmaler Spitze und rechtwinkelig gestutztem Blattgrund von bis zu 12 Zentimetern Länge und 8 Zentimetern Breite.

 

 

 

 

 

 

Dadurch lässt er sich vom Sachalin-Knöterich unterscheiden, welcher herzförmige, wesentlich größere Blätter mit runzeliger Oberfläche hat.

 

 

Die Blüten sind weiß gefärbt.

 

 

 

 

 

Das Rhizom, über das sich der Staudenknöterich hauptsächlich vermehrt, ist nicht zu verwechseln mit einem Wurzelsystem. In seinem Aufbau gleicht es einem oberirdischen Sprossteil, es wächst aber unterirdisch. Vom Rhizom zweigen nach unten schließlich die Wurzeln, nach oben die Triebe und Blätter der Pflanze ab. Die Ausläufer des Staudenknöterichs sind unterirdisch kriechende, verlängerte Seitensprosse der Mutterpflanze. An den Knoten der Ausläufer können neue Triebe entstehen, die eine oberirdisch sichtbar Pflanze bilden. Stirbt der Ausläuferabschnitt zwischen dieser und der Mutterpflanze schließlich ab, entsteht damit ein eigenständiges Individuum (= Klon).

Wuchsbedingungen

Keimling 
Keimling

Die Pflanze ist v.a. am Ufer von Fließgewässern zu finden, besonders in gehölzfreien Bereichen oder unter Uferbewuchs, der genügend Lichteinfall ermöglicht. Häufig zu finden ist sie aber auch auf Brachflächen, an Straßenrändern, Böschungen und auf Grünland, das nicht regelmäßig gemäht wird.

Immer häufiger zu finden ist sie auch in Almgebieten über 1500 Metern, wenn Schüttmaterial eingebracht wurde. Bei Frost sterben die oberirdischen Teile der Pflanze ab, das unterirdische Rhizom ist aber winterhart, da die unterirdischen Teile bis zu 2 Meter in den Boden ragen. Gerade in diesem Zustand (d.h. ohne oberirdischen Bewuchs) sind die vom Staudenknöterich befallenen Flächen besonders erosionsanfällig, da der Boden offen und oberflächlich kaum durchwurzelt ist.

Einbringungswege

Der japanische Staudenknöterich stammt ursprünglich aus Ostasien und ist in China, Korea und Japan heimisch. Er wurde als Zier- und Futterpflanze nach Europa und dann auch in die USA eingeführt. Ebenso wurde er zu forstwirtschaftlichen Zwecken gezielt angebaut, um als Deckungspflanze für Fasane und Äsungspflanze für das Rotwild zu dienen. Für beide Zwecke erwies er sich als wenig geeignet. Auch die Imker trugen maßgebend zur Verbreitung dieser Pflanze bei, die bis in den Frühherbst hinein eine gute Bienenweide bietet. Der Sacachalin-Staudenknöterich wurde ebenfalls im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt und breitet sich seither invasiv aus. Bei den in Österreich vorhandenen Staudenknöterichen geschieht dies vor allem auf vegetativem Wege, z.B. über Spross- oder Rhizombruchstücke. Z.B.im Falle eines Hochwassers können die abgerissenen Pflanzenteile dort, wo sie wieder ans Ufer gespült werden, bei geeigneten Bedingungen erneut Wurzeln ausbilden. Auch im Versuch, den Staudenknöterich zu bekämpfen, wird seine Ausbreitung oftmals gefördert. Gibt man z.B. Mähgut, in dem Teile der Pflanze vorhanden sind, auf eine Deponie, hat man dem Staudenknöterich damit bereits ein neues Areal zur Besiedelung erschlossen.

Bekämpfungsmaßnahmen

Da das Rhizom des Staudenknöterichs bis zu 2 Meter in die Tiefe reichen kann, ist seine Bekämpfung sehr schwierig.
Für den Landwirt besteht die Gefahr des Staudenknöterichs v.a. darin, dass die Pflanze so dominant ist, dass auf besiedelten Flächen kaum etwas anderes mehr wachsen kann. Hat sich der Staudenknöterich schließlich etabliert, ist es zudem zeit- und kostenintensiv, ihn wieder zu beseitigen. Daher gilt es, bei einem Befall möglichst frühzeitig zu reagieren bzw. einem solchen generell vorzubeugen, z.B. durch das Einsäen brachliegender Flächen.
Auch im Straßenbau kann der Staudenknöterich massive Probleme hervorrufen. Er kann Schäden an Kanalisation, Straßenbelägen, Schutz- und Stützmauern sowie Gebäuden verursachen, indem er in der Lage ist, selbst schmalste Ritzen und schadhafte Stellen zu durchwachsen und im Anschluss durch Dickenwachstum zu sprengen. Seine Ausläufer können auch in das Schotterbett von Straßenbanketten oder Eisenbahntrassen hineinwachsen und diese in ihrer Funktion beeinträchtigen. Daher ist auch hier ein Bewuchs zu verhindern oder, falls vorhanden, zu bekämpfen.
Eine Mahd ist erfolgreich, wenn sie über Jahre in kurzen Zeitabständen durchgeführt wird, so dass die Pflanzen keine Möglichkeit haben, Blätter zur Assimilation (Stoff- und Energiewechsel) auszubilden. In diesem Fall kommt es zu einer Schwächung des Staudenknöterichs und er stirbt ab. Das Ausgraben ist nur bedingt erfolgversprechend, denn wenn Rhizomteile im Boden bleiben, treibt die Pflanze daraus neu aus. Es ist darauf zu achten, bei Pflege- und Baumaßnahmen kein Pflanzenmaterial oder mit Rhizombruchstücken versetzten Boden zu verschleppen.
An Fließgewässern bietet der Staudenknöterich v.a. während der Vegetationsruhe keinerlei Uferschutz. Von ihm bestandene Böschungen werden leicht unterspült und bei Hochwasser fortgerissen. Auch dringt er in feinste Risse im Beton von Wehranlagen, Brücken, Anlagen zum Hochwasserschutz und anderen Bauten an Gewässern ein und verbreitert diese Risse durch sein Dickenwachstum mit der Zeit immer mehr. Einen gewissen Erfolg verspricht das Anpflanzen von z.B. Weiden oder Erlen an befallenen Flussufern, allerdings müssen diese in den ersten Jahren, um konkurrenzfähig zu bleiben, immer wieder freigeschnitten werden. Unter diesen Umständen besteht die Möglichkeit, dass der Staudenknöterich zurückgedrängt wird. Um weiterer Besiedelung des Staudenknöterichs vorzubeugen, gilt es, in noch nicht befallenen Gebieten sehr konkurrenzstarke Pflanzen wie z.B. Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea), Pestwurz (Petasites hybridus) und Schwarzerle (Alnus glutinosa) anzusiedeln.
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