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Das Springkraut

Drüsiges Springkraut 
Drüsiges Springkraut
Kleinblütiges Springkraut 
Kleinblütiges Springkraut

Das Springkraut ist in Österreich mit 3 Arten vertreten, wovon 2 Arten zu den Neophyten zu zählen sind: Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera, indisches Springkraut, Emscherorchidee, Wupperorchidee oder auch Bauernorchidee genannt)

und Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora, sibirisches Springkraut oder auch Mongolenkraut genannt). Beide sind einjährige Pflanzen aus der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae).

Erscheinungsbild

Blüte des Drüsigen Springkrauts 
Blüte des Drüsigen Springkrauts
Frucht 
Frucht

Das Drüsige Springkraut kann bis zu 2,5 Meter hoch werden und trägt seinen Namen wegen den mit Drüsen besetzten Blattstielen. Der Stängel ist im oberen Bereich verzweigt und bis 5 Zentimeter dick. Die Blätter werden bis zu 25 Zentimetern lang und 5 Zentimeter breit, haben eine lanzettliche Form und sind scharf gezähnt. Die rosafarbenen Blüten stehen in Trauben und tragen einen Sporn.

 

Als Frucht bildet sich eine Kapsel, die im Reifezustand bei Berührung aufspringt. Die Blütezeit ist Juni bis zu den ersten Frösten im Herbst.

 

 

Das Kleinblütige Springkraut ist meist nur um die 60 Zentimeter hoch, kann aber in seltenen Fällen auch Höhen bis 1,5 Meter erreichen. Die ganze Pflanze ist kahl, die Blätter sind zwar ähnlich geformt wie beim drüsigen Springkraut, aber wesentlich kleiner. Ebenso verhält es sich bei den Blüten, die sich zudem durch ihre blassgelbe Farbe vom Drüsigen Springkraut unterscheiden.

Wuchsbedingungen

Für beide Arten kann festgestellt werden, dass sie besonders in anthropogen beeinflussten Gebieten vorkommen, da diese den Samen genügend offene Stellen zur Keimung bieten. Springkraut hat einen sehr hohen Wasserbedarf und Wassergehalt, ist daher immer eng an dieses Element gebunden. An sonnigen Standorten kann es nur wachsen, wenn das Grundwasser sehr oberflächennah ist. Längerfristige Überschwemmungen dagegen verträgt das Springkraut nicht.
Drüsiges Springkraut findet man häufig in der Nähe von Gewässern, z.B. in Auwäldern, an Flussufern oder in Auengebüschen. Auch im Wald kommt es zunehmend häufig vor, bevorzugt am Rand von Waldwegen, wohin die Samen durch den im Wegebau verwendeten Flusskies gelangen. Die Pflanze bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit, v.a. im Halbschatten.
Das kleinblütige Springkraut wächst in Laub- und Mischwäldern, in bzw. am Rand von Gebüschen, auf Schutthalden und auch in Gärten. Auch diese Pflanze bevorzugt eher schattige Plätze.

Einbringungswege

Die vom Menschen verursachte Verbreitung der Samen erfolgt v.a. über abgebautes Erd- und Kiesmaterial. Da das Springkraut oft in Wassernähe wächst, spielen Fließgewässer eine entscheidende Rolle in der natürlichen Verbreitung. In den Fluss gefallene Samen werden dann aber z.B. durch den Abbau von Kies für die Wegbefestigung unabsichtlich durch den Menschen weiterverbreitet. Durch immer häufigere Eingriffe in die Natur ebnet der Mensch diesen Pflanzen den Weg, indem z.B. Auwälder gelichtet oder gerodet werden, um anschließend oft mit naturfernen Monokulturen (Pappelforst etc.) bepflanzt zu werden. Ursprünglich nach Europa importiert wurde die Pflanze ihrer Schönheit wegen und Dank der Eignung als Bienenweide. Während das Kleinblütige Springkraut ausgedehnte, dominierende Bestände zumeist nur dort bildet, wo sich für andere Pflanzen kaum geeignete Lebensbedingungen finden und somit kaum eine Gefahr für die heimische Pflanzenwelt darstellt, verhält sich das Drüsige Springkraut anders. Dieses hat ein starkes invasives Potential.

Bekämpfungsmaßnahmen

Während das Kleinblütige Springkraut ausgedehnte, dominierende Bestände zumeist nur dort bildet, wo sich für andere Pflanzen kaum geeignete Lebensbedingungen finden und somit kaum eine Gefahr für die heimische Pflanzenwelt darstellt, verhält sich das Drüsige Springkraut anders. Dieses hat ein starkes invasives Potential und muss in seiner Ausbreitung eingedämmt werden.
Da das Drüsige Springkraut eine einjährige Pflanze ist, d.h. im Winter komplett inklusive aller unterirdischen Organe abstirbt, gilt es im Zuge einer Bekämpfung v.a. die Samen zu vernichten. Hier hat sich herausgestellt, dass der Zeitpunkt der Bekämpfung eine größere Rolle spielt als die Art der Maßnahme an sich. Der richtige Bekämpfungszeitpunkt ist zu Beginn der Blütezeit, also vor der Fruchtkeimung. Bei allen früher durchgeführten Maßnahmen können zum anderen junge Pflanzen übersehen werden und zum anderen neue Pflanzen nachwachsen. Die Wahl der Bekämpfungsmethode richtet sich v.a. nach dem vorliegenden Gelände. Am Gewässerufer kann ein Freischneidegerät verwendet werden, wobei darauf zu achten ist, dass sehr tief gemäht werden muss, da zu hoch abgeschnittene Pflanzen neue Triebe bilden können. Außerdem müssen wirklich alle Pflanzen erfasst werden, da sonst erneut Samen auf die Fläche gelangen. Auch Pflanzen, die nur umgeknickt wurden, können sich regenerieren. Das Mähgut soll hierbei nicht abgeräumt werden und die Fläche bei starkem Befall (= kaum natürliche Regeneration möglich) neu eingesät werden.. Ist die betreffende Fläche befahrbar, so empfiehlt es sich, dort zu mulchen. Um Bäume und andere Hindernisse herum muss in diesem Fall von Hand nachgemäht werden.
Wenn sich in Folge dieser Maßnahmen wieder eine standortsgerechte Vegetation bilden kann, hat die Erfahrung gezeigt, dass im Boden vorhandene Samen des Springkrautes keine große Rolle spielen, d.h., ein Wiederaufkommen des Springkrauts wird nur durch neu eingetragene Samen verursacht.

 

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