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Der Götterbaum

Der Götterbaum (Ailanthus altissima, auch Himmelsbaum oder Stinkesche genannt) ist ein Laubbaum aus der Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae).

Gefahrenpotential

Seine Samen und seine Rinde sind giftig, Hauptwirkstoff ist dabei der Bitterstoff Quassin. Der Saft des Baumes hat eine hautreizende Wirkung, die u.U. allergieauslösend sein kann. Quassin kann bei Säugetieren die Herzfrequenz senken und Lähmungserscheinungen hervorrufen. Heute findet Quassin im biologischen Landbau als pflanzliches Insektizid Verwendung.

Erscheinungsbild

Blütenstand 
Blütenstand
Blatt 
Blatt
Samen 
Samen

Besonderes Merkmal des Götterbaums ist seine Polygamie, d.h., er besitzt sowohl männliche, weibliche, als auch zwittrige Blüten.

 

Er erreicht eine Höhe von 18 - 25 Metern und wächst oft mehrstämmig. Häufig ist seine Wuchsform aber die eines Busches oder buschigen Halbbaumes. Der Stamm ist glatt, mit einer graubraun bis schwarzbraun gestreiften Rinde, die oft weißliche Längsrisse aufweist. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, 30 - 60 Zentimeter lang und 15 - 25 Zentimeter breit. Dabei ist die Blattoberseite dunkelgrün, die Unterseite blaugrün und schwach behaart. Auffällig ist auch, dass die Blätter nach ihrem (späten) Austreiben noch rot gefärbt sind, beim (ebenfalls spät erfolgenden) Laubfall im Herbst dagegen findet keine Verfärbung statt.

Die Blüten hängen in 10 - 20 Zentimetern langen Rispen, sind grünlich gefärbt und verbreiten einen unangenehmen Duft. Die Blütezeit ist im Juni und Juli. Als Frucht bildet sich eine Nuss mit pergamentartigen Flügeln (dient der Windausbreitung), die hellbraun bis rot gefärbt sein kann und oft bis zum Winter am Baum verbleibt. Der Götterbaum fruchtet bereits im 2. Jahr, zudem zeigt er starken Stockausschlag und Wurzelbrut.

Wuchsbedingungen

Der Götterbaum ist eine konkurrenzkräftige Pflanze auf wechselfeuchten Böden. Er benötigt viel Licht, ist resistent gegen Salz, Trockenheit und Industrieabgase und toleriert den von Luftverunreinigungen ausgehenden Stress besser als andere Stadtbäume. Auf Winterfröste reagiert er allerdings u.U. empfindlich. Daher ist er zumindest in etwas kühleren Klimaten selten befähigt, die von Städten gebildeten Wärmeinseln in großem Maße zu verlassen. In wärmeren Gefilden breitet er sich aber stark aus.

Einbringungswege

Der Götterbaum kommt ursprünglich in China und im südlichen Korea vor. Dort verwendet man die Blätter zur Fütterung der zu den Seidenspinnern gehörenden Götterbaumspinner. Dies war u.a. ein Grund für die Einbringung dieses Baumes in Österreich: in Wien wurde versucht, mit Hilfe dieser Pflanze den Seidenspinner in Europa als Nutztier zu etablieren. Bereits im 18. Jahrhundert wurde der Baum nach Europa eingeführt und wird heute u.a. zur Honiggewinnung genutzt. Auch hier handelt es sich um einen invasiven Neophyten, dessen Ausbreitung ursprünglich allein auf den Menschen zurückzuführen war. Auch heute siedelt er sich mit Vorliebe auf anthropogen beeinflussten Standorten an, zudem helfen ihm seine für Windausbreitung ausgelegten Früchte bei der Fernausbreitung.

Bekämpfungsmaßnahmen

Ringelung 
Ringelung
Wurzelaustrieb 
Wurzelaustrieb

Der Götterbaum ist wegen seines Stockaustriebes sehr schwer zu bekämpfen. Im Naturpark Donauauen hat sich das Ringeln der Bäume als erfolgreiche Strategie erwiesen. Dabei wird die Rinde im Sommer des 1. Jahres in einem breiten Band rund um den Stamm entfernt, nur ein schmaler Steg bleibt stehen. Dieser kann dann im nächsten Jahr entfernt werden. Zwei Jahre nach der Maßnahme kann der Baum schließlich gefällt werden, da durch die Ringelung der Saftstrom unterbrochen, der Baum entscheidend geschwächt und ein langsames Absterben eingeleitet wurde.

Beim einfachen Fällen der Bäume ohne diese vorherigen Maßnahmen ist ein starker Austrieb der Wurzelausläufer zu beobachten, der so vermieden wird. Bei Reinbeständen empfiehlt sich ein kompletter Kahlschlag mit anschließender Umzäunung und Aufforstung des Gebietes. Bei diesem Kahlschlag kommt es zu dem bereits erwähnten Wurzelaustrieb, d.h., es ist eine mehrjährige Nachpflege notwendig! Zudem ist solch eine Fläche anfällig für jede Art von Neophyten, muss also so lange kontrolliert werden, bis sich die angepflanzten, heimischen Arten wieder etabliert haben.

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