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Der Schlitzblättrige Sonnenhut

Ursprünglich aus Kanada und den USA stammend, siedelt der Schlitzblättrige Sonnenhut (Rudbeckia laciniata), eine Wildform des Gelben Sonnenhutes, heute auf nährstoffreichen Böden in ganz Mitteleuropa. Die Pflanze ist mehrjährig und zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Erscheinungsbild

Die Pflanze wächst in Form von standfesten, horstbildenden Stauden und wird ca. 220 cm hoch. Seine 40-50 mm langen hängenden Zungenblüten sind goldgelb mit kegelförmiger, grünlicher Mitte und blühen von Ende Juli bis September.
Die Blätter sind frisch- bis mittelgrün, dreieckig, tief eingeschnitten und 3-5-teilig zusammengesetzt, wobei die unteren Blätter fiederteilig sind. Die Stengel sind meist ästig, zerstreut behaart oder kahl. Die Früchte sind 4-kantig.

Wuchsbedingungen

Rudbeckia laciniata auf Brachfeldern 
Rudbeckia laciniata auf Brachfeldern

Der Schlitzblättrige Sonnenhut benötigt feuchte, stickstoffreiche und durchlässige Böden von sandig bis lehmiger Konsistenz und bevorzugt sonnige Standorte. Diese Bedingungen finden sich an Wald- und Gewässerrändern, in Brachfeldern und auch Parks.

Die Pflanze breitet sich über Samen oder über Ausläufer bzw. Rhizome aus. Im Frühjahr treibt eine hohe Sprosse aus dem Wurzelstock aus (Die Überdauerungsknospen befinden sich im Boden nahe der Bodenoberfläche und sind frostbeständig bis ~ -40°C) und als sehr ausdauernde Pflanze zeigt sie eine große Konkurrenzkraft gegenüber einheimischen Pflanzen, verdrängt diese und bildet dichte, homogene Bestände. 

Einbringungswege

Rudbeckia laciiata an Gewässerrändern 
Rudbeckia laciiata an Gewässerrändern

Ursprünglich wurde der Schlitzblättrige Sonnenhut als Zierpflanze nach Europa importiert, wo er schließlich an Gewässerrändern verwilderte und sich aufgrund seines stark invasiven Potentials rasch vermehrte und ausbreitete.
In den Fluss gefallene Samen werden stromabwärts getragen, und so können Pionierpflanzen neue Siedlungsgebiete erschließen.

Anthropogen kann eine Verbreitung auf unterschiedliche Weisen erfolgen. So werden durch den Straßenbau an den Böschungen (dasselbe gilt auch für Eisenbahn-Trassen) Bestandslücken geschaffen, die einer neuen Besiedelung offen stehen - wobei die Samen durch den Fahrtwind besonders rasch und häufig in diese aparen Lücken verbreitet werden.

Im wasserwirtschaftlichen Bau (Dämme, Buhnen, Sperren) kommt es zur Schaffung von Pionierflächen. Auf den so gebildeten „Landzungen" kann der Schlitzblättrige Sonnenhut bestandsbildend Fuß fassen, wenn es nicht gelingt die offenen Flächen standortgerecht zu begrünen.
Andere Wege zur Verbreitung von Samen sind z.B. der Abbau von Kies für die Wegbefestigung, die Entsorgung von Gartenabfällen in die freie Landschaft, Deponierung von Bauschutt uvm.

Bekämpfungsmaßnahmen

Um eine Ausbreitung der Art zu verhindern, muss die Fruchtbildung unterbunden werden. Dazu sind zu Beginn der Blütezeit, wenn noch keine Fruchtbildung eingesetzt hat, die Pflanzen möglichst dicht über dem Boden abzumähen. Für ein vollständiges Zurückdrängen der Bestände ist Schneiden und Mulchen (3 - 5 Durchgänge im Abstand von jeweils 2- 3 Wochen, bereits ab Mai) erforderlich, um die Pflanzen nachhaltig zu schwächen. Wichtig ist, dass die Maßnahmen entlang von Gewässern über mehrere Jahre durchgeführt werden und dass sie von der Quelle in Richtung Mündung erfolgen (Transport der Samen im Wasser).
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