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Die Gemeine Seidenpflanze

Die Gemeine Seidenpflanze (Asclepias syriaca), auch Milchwurz genannt, stammte ursprünglich aus Nordamerika (östliches Kanada, östliche USA). Die mehrjährige Pflanze zählt zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Erscheinungsbild

Die robuste, krautige Pflanze wird etwa 150 cm hoch und wächst als stark wuchernde Staude.
Ihre Laubblätter sind gegenständig, unterseitig weiß-filzig behaart, ledrig, 15 - 20 cm lang und eiförmig. Ihre Oberseite ist mittelgrün, die Unterseite bläulich-grün.
Die Pflanze gibt bei Verletzungen Milchsaft ab, der durch sein Eintrocknen die Wunde verschließt. Die Pflanze, aber vor allem auch der Milchsaft ist giftig, er enthält die Triterpene alpha- und beta-Amyrin.

 

 


Die Blüten der Gemeinen Seidenpflanze sind langstielig-überhängende, blassrosa, vielblütige Trugdolden, die intensiv honigartig duften. Die Blütenkrone ist radförmig geformt mit fünf gegen den Stiel zurückgeschlagenen Abschnitten. Die Blütezeit ist von Juli bis August.

 


Nach der Blüte bildet die Pflanze weichdornige, hornförmige, 10 - 15 cm lange Fruchtkörper aus. Diese enthalten Samen, die lange, silberweiße Seidenhaare tragen (daher die Bezeichnung „Seidenpflanze").

Wuchsbedingungen

Die Gemeine Seidenpflanze verfügt über eine besondere Organisation der Blütenorgane. Die Staubblätter sind von teilweise sehr komplexen Nebenkronbildungen umgeben. Durch Nektartropfen am Grunde der Blüte werden Insekten in die Nähe der Klemmfallen gelockt. Klettert eines in die Blüte hinein, wird es von Reusenhaaren (abwärts gerichtete Härchen) in der Blütenröhre am entkommen gehindert. Der Pollen der Staubblätter wird in Paketen an die Insekten geheftet und so von Blüte zu Blüte übertragen. Nach der Bestäubung welken die Reusenhaare und die Insekten können die Blüte wieder verlassen.
Die Ausbreitung erfolgt über seidig behaarte Samen, die nach dem Aufbrechen der Fruchtkörper im Herbst durch den Wind verbreitet werden.
Die Gemeine Seidenpflanze bevorzugt sonnige Standorte. Besonders gut gedeiht sie auf Böden mittlerer Feuchte, die schwach sauer und weder besonders mager noch besonders nährstoffreich sind. In Europa ist sie hauptsächlich im Süden verbreitet, bei uns an Wärmegunstlagen. Sie meidet Fröste und große Temperaturextreme, ist jedoch unter Umständen in der Lage kalte Winter unterirdisch zu überdauern. Der oberirdische Teil stirbt während dieser Zeit ab.
Durch ihre rasche Ausbreitung und Robustheit kann sie einheimische Pflanzengesellschaften verdrängen. Inzwischen konnte sich die Gemeine Seidenpflanze aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur auch in naturnahe Bereiche verbreiten - man zählt sie zu den Epökophyten (kulturabhängige Arten).

Einbringungswege

Ursprünglich wurde Asclepias syriaca als Zier- und Duftpflanze in Gärten sowie als Heilpflanze (z.B. bei Lungenentzündung; in Herz und Kreislauf stimulierenden Arzneimittel) nach Europa importiert, wo sie schließlich zum Teil an Mülldeponien, Schutt- und Trümmerplätzen verwilderte und sich aufgrund ihres invasiven Potentials rasch vermehrte und ausbreitete.
Anthropogen kann eine Verbreitung auf unterschiedliche Weisen erfolgen. So werden durch den Straßenbau an den Böschungen (dasselbe gilt auch für Eisenbahn-Trassen) Bestandslücken geschaffen, die einer neuen Besiedelung offen stehen - wobei die Samen durch den Fahrtwind besonders rasch und häufig in diese aparen Lücken verbreitet werden.
Im wasserwirtschaftlichen Bau (Dämme, Buhnen, Sperren) kommt es zur Schaffung von Pionierflächen. Auf den so gebildeten „Landzungen" kann die Gemeine Seidenpflanze bestandsbildend Fuß fassen, wenn es nicht gelingt, die offenen Flächen standartgerecht zu begrünen.
Andere Wege zur Verbreitung von Samen sind z.B. der Abbau von Kies für die Wegbefestigung, die Entsorgung von Gartenabfällen in die freie Landschaft, Deponierung von Bauschutt uvm.

Bekämpfungsmaßnahmen

Aufgrund der Robustheit der Gemeinen Seidenpflanze ist es recht schwierig sie wieder los zu werden. Über den Winter stirbt zwar der obere Teil der Pflanze ab, doch zeigt die Art einen starken Ausbreitungsdrang über die Wurzelausläufer. Wenn man die Pflanzen ausreißt, bleiben immer Wurzelstücke im Boden, die wieder neu ausschlagen können. Daher muss man den gesamten Wurzelstock entfernen und alle trotzdem abgerissenen Stücke aus dem Boden aufsammeln.
Potentielle Standorte in der Umgebung sollten regelmäßig kontrolliert, und erste Vorkommen sofort eliminiert werden. Durch Bepflanzung solcher Flächen mit einheimischen und an die Umgebung angepassten Pflanzen kann die Besiedelung durch die Gemeine Seidenpflanze zumindest unterdrückt werden.
Generell sollten Gartenbesitzer die Art nicht mehr anpflanzen, auf keinen Fall aber sollten reife Fruchtstände kompostiert werden oder der Grünabfuhr mitgegeben werden.
Bei großen Beständen müssen die Sträucher maschinell ausgestockt werden. Wie die Blütenstände sollten auch die Pflanzen, die entfernt wurden, inklusive Wurzeln verbrannt werden.
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