Unser Förderungsarchiv - Jänner bis Juni 2008
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

- "Aufgabe soziale Gerechtigkeit in der Steiermark"
- Bio-Bibliographie "Viktor von Geramb"
- "Hadronen im Vakuum, in Kernen und Sternen" (Doktoratskolleg, Graz)
- "Digitaler Katalog kunsthistorischer Werkstücke" (Verein FIALE)
- Graz als Forschungsplattform für Traditionelle Chinesische Medizin
- Doktoratskolleg für Molekulare Enzymologie, Graz
- Schul- und Ausbildungsberatung in der Steiermark - Best Practice
- Risikoabschätzung und Strategien zur Bekämpfung von Feuerbrand (Erwinia amylovora)
- Automotive Academy Styria
- Wissenschaftliches Bildarchiv der Grazer Univ.Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie
- 1. Österreichisches Kindersicherheitshaus
- Biometrics Center der Siemens AG in Österreich
- "Arm oder reich? Einflussfaktoren des Artenreichtums im Modellsystem Buntbarsche"
- SARONTAR Search & Rescue Optimisation
- Praktisch-akustische Forschungen in der Helmut-List-Halle Graz
- "ILAB" - Internationalisierung der Lehre und Akademischer Bildungsaustausch
- "Entwicklung und Evaluierung von Lese- und Rechtschreibtrainingskonzepten"
- "Art in Motion"
- "Familien im Umbruch"
- KUGEL Kunstgeschichte Leistungspreis
„Aufgabe Soziale Gerechtigkeit in der Steiermark" ist auf 12 Brennpunkten aufgebaut. Im Mittelpunkt der systematischen Bearbeitung steht dabei immer der Mensch, dessen individuelle Bedürfnisse und dessen Anspruch auf gerechte Behandlung in drei Lebensphasen ganz besondere Beachtung zu finden haben: Zunächst als junger Mensch, der über gute Ausbildungen und innovative Berufseinstiegsphasen ermuntert werden soll, Arbeit als eine wesentliche Sinnstiftung seines Lebens kennen zu lernen und seinen eigenen Wert für die Gesellschaft zu begreifen. Dann als arbeitende Menschen und als solche, die aus verschiedenen Ursachen in diesem System nie Fuß fassen konnten - hier stellen sich die schwierigen Fragen nach einem gerecht werdenden, den eigenen Anstrengungen und marktlichen Gegebenheiten entsprechenden Lohn sowie nach einer Aufrechterhaltung des zentralen Gutes ‚Arbeit', der eigenen Arbeitsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten. Und schließlich als alternder Mensch, dem die allmähliche Entwertung seines angesammelten Wissens durch rasante Entwicklungen zu schaffen macht, der vor allem die gedankliche Sicherheit braucht, trotz schwindender Kräfte geschätzt zu werden - bei allem notwendigen Wandel darf die Welt, an der alte Menschen mitgebaut haben, nicht retrospektiv entwertet werden. Entlang diesen Lebensaltern werden die so genannten „Stützen" der Gesellschaft auf ihre Tragfähigkeit und ihr synergetisches Zusammenwirken untersucht: Staat, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Familie. An jeder dieser Säulen wird eine Fülle an Fragen diskutiert; aus der Kreuzung der drei Lebensalter mit der Leistungsfähigkeit der vier Säulen ergeben sich 12 spannende Brennpunkte.
Sowohl zu Beginn des Projekts als auch zu ausgewählten Gelegenheiten werden Begleitpublikationen herausgegeben und Tagungen und Workshops initiiert, um den steirischen Dialog angesichts der neueren ökonomischen Theorien der Gerechtigkeit anzukurbeln. Zahlreiche Kooperationspartner, u.a. JOANNEUM RESEARCH, haben ihre Mitwirkung und ihre Mitgestaltung bereits bestätigt. Das Projekt „Aufgabe Soziale Gerechtigkeit" überzeugt durch seine hohe Wertschöpfungskraft für das Land Steiermark - die Finanzierung der im Rahmen der Projektdurchführung zu leistenden Aufwände gelingt durch die Förderungsbereitschaft der Ressorts für Wissenschaft sowie für Soziales.


Das Volkskundemuseum Graz präsentiert sich seit dem Jahr 2003 in einer neuen Optik mit modernster Ausstellungstechnik speziell zu den inhaltlichen Schwerpunkten „Wohnen, Bauen, Kleider, Glauben" und rückt heute mehr denn je in den Mittelpunkt des kulturellen Geschehens. Der Gründungsauftrag des Vereins „Freunde des Volkskundemuseums" beruft sich nicht nur auf die finanzielle Unterstützung des in seinem Erscheinungsbild neu „gekleideten" musealen Schauplatzes, sondern auch und vor allem auf die ideelle Partnerschaft. Mannigfaltige Projektvorhaben leisten einen wirksamen Beitrag zur Vernetzung zwischen historisch gewachsener Volkskunde und einer intensiveren Gegenwartsforschung von Alltagskultur. Als Leitbild der museologischen und öffentlichkeitsrelevanten Schlüsselfragen gestaltet sich die Stärkung des Volkskundemuseums als regionaler Kulturträger, als Kulturdrehscheibe und Kommunikationsstandort mit lebendigen Museumscharakter.
Das Schwerpunktprojekt "Viktor von Geramb" steht exemplarisch für die Bemühungen, dem Gründer des Volkskundemuseums und 1. Inhaber der Lehrkanzel gebührenden Respekt zukommen zu lassen und die laufende Arbeitsperiode in den Dienst einer umfassenden wissenschaftlichen Biobibliographie zu stellen - Anlass ist der 50. Todestag des großen steirischen „Meisters". Ein wissenschaftliches Begleitsymposium (Jänner 2008) sorgt einerseits für die Vermittlung praktischer und wissenschaftstheoretischer Fragen auf akademischem Niveau und soll andererseits die interessierte Öffentlichkeit für die Leistungen und Errungenschaften von Viktor von Geramb begeistern. Die geplanten Aktivitäten stellen keinen bloßen Rückblick auf die Vergangenheit dar, im Gegenteil: das Bemühen um eine lebendige und zeitgemäße Kulturarbeit ist allgegenwärtig. Das Lebenswerk und die Person in Erinnerung zu rufen ist vielmehr mit dem Ziel verbunden, einen Beitrag über die Entwicklung und Bedeutung der heimischen Baukultur im Wandel der Zeit (man denke etwa an die „GerambRose für gutes Bauen") mit aktuellen Bezug zu Gerambs bildungspolitischem Wirken zu leisten. Im Rahmen des Begleitsymposiums wird schließlich auch die Biobibliographie erstmals präsentiert werden.
Die Umsetzung der geplanten Teilaktivitäten und Projektelemente rund um den bio-bibliographischen Schwerpunkt „Viktor von Geramb" bei gleichzeitiger Fortführung der regulären Vereinsarbeit wird nicht zuletzt durch die konstruktive Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern, universitären sowie außeruniversitären Standorten ermöglicht. Die laufende Initiierung von Veranstaltungen ist hier ebenso exemplarisch zu nennen wie die Veröffentlichung der vereinseigenen Zeitschrift „VOKUS".

Die Forschungsinstrumente „Doktoratskollegs (DK)" wurden als akademische Ergänzung zu den bestehenden Großforschungsnetzwerken konzipiert und sollen Ausbildungszentren für den hoch qualifizierten, akademischen Nachwuchs aus der nationalen und internationalen Scientific Community bilden. Sie sollen wissenschaftliche Schwerpunktbildungen an österreichischen Forschungsstätten unterstützen und die Kontinuität und den Impact derartiger Schwerpunkte fördern. Die Zulassung eines Doktoratskollegs erfolgt durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Das Doktoratskolleg „Hadronen im Vakuum, in Kernen und Sternen" wurde am 15. November 2005 vom FWF bewilligt und am Institut für Theoretische Physik der Karl-Franzens-Universität Graz, Universitätsplatz 5, 8010 Graz, unter der Projektleitung von Prof. Dr. Reinhard Alkofer eingerichtet. Die Dissertantinnen und Dissertanten bearbeiten in diesem Kolleg unter fachkundiger Anleitung fundamentale Fragestellungen der Quantenchromodynamik und der Hadronphysik.
Die Quantenchromodynamik (Theorie der Quarks und Gluonen) beschreibt sehr viele Eigenschaften der Hadronen (jene Kräfte, die z.B. die Atomkerne zusammenhalten). Die beiden wichtigsten Merkmale der Hadronen, das Confinement und die dynamische Massenerzeugung, sind jedoch bis heute nicht zur Zufriedenheit der Physiker verstanden. Zwar konnte man mittels einer numerischen Behandlung der Quantenchromodynamik diese Phänomene als Eigenschaften in der Theorie verifizieren, die zugrundeliegenden Mechanismen konnten jedoch bisher noch nicht eindeutig identifiziert werden.
In den geplanten Dissertationen werden verschiedene mathematische Verfahren zur näherungsweisen Lösung der Quantenchromodynamik angewandt. Die diesbezügliche numerische Auswertung wird an Höchstleistungscomputern durchgeführt. Mittels der Kombination der eingesetzten Methoden sollen neue theoretische Verfahren entwickelt werden, die dann auch in anderen Gebieten der Physik wie z.B. der Festkörperphysik oder der Biophysik ihre Anwendung finden werden. Auch neueste theoretische Methoden aus benachbarten Wissenschaftsbereichen werden auf ihre Anwendbarkeit für die vorliegenden Problemstellungen untersucht und gegebenenfalls adaptiert.
Darüber hinaus soll die Weltspitze der Forscher in diesem Gebiet nach Graz eingeladen werden, um vor Ort in Vorträgen oder Kompaktvorlesungen ihr Wissen und Können an die Studierenden des Doktoratskollegs weiterzugeben. Die DissertantInnen und Dissertanten des Kollegs werden ein Semester an einem der führenden Institute im Ausland unter der Betreuung der dortigen Wissenschaftler verbringen. Diese Aktivitäten sollen dazu beitragen, dass dieses Doktoratskolleg ein wichtiger und renommierter Bestandteil der „Graz Advanced School of Science" wird, die derzeit als gemeinsames naturwissenschaftliches Doktoratsstudium von der Karl-Franzens- und der Technischen Universität Graz eingerichtet wird. Was eine Meisterklasse in der Kunst, ist ein Doktoratskolleg in Wissenschaft und Forschung!
Die Finanzierung des Doktoratskolleg gelingt in der Hauptsache aus Mitteln des FWF sowie aus universitätseigenen Förderungsgeldern. Doch auch das Wissenschaftsressort des Landes Steiermark bringt sich maßgeblich ein, um mit einem ergänzenden Subventionsbeitrag eine außergewöhnlich begabte junge Diplomandin aus der Steiermark im Land zu halten.
Was haben z.B. die Ruine von Steinschloss oder das Depot von Stift Rein gemeinsam? Sie sind zwei von unzählig vielen bis dato vernachlässigten steinernen Zeugen unserer wechselvollen Vergangenheit. Durch die Erstellung eines digitalen Werkstück-Katalogs wird diese Lücke für das Kulturland Steiermark endlich geschlossen.
Diese im Internet abrufbare Datenbank bietet nicht nur der Forschung ein wichtiges Arbeitsmedium sondern auch der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich über die variantenreichen Stilausformungen der steirischen Architektur zu informieren.
Die - von hochbegabten und relativ jungen WissenschafterInnen aufgestellte - Forschungsgruppe F.I.A.L.E. verschreibt sich der interdisziplinären Aufarbeitung des landeskulturellem Erbes und konnte die ExpertInnen des Zukunftsfonds Steiermark von der Wertschöpfungskraft des hier vorgestellten Projektvorhabens überzeugen. Der Digitale Katalog kulturhistorischer Werkstücke „gewann" das Förderungswahlverfahren 2006 und verbucht eine maßgebliche Förderung aus landeseigenen Fondsmitteln. Mit dem Bundesdenkmalamt verfügt das Projekt über einen weiteren Kooperationspartner, um die wissenschaftlich-"technischen" Forschungsergebnisse nachhaltig und dauerhaft nutzbar zu machen.

TCM ist in unseren Breitengraden längst kein Fremdwort mehr, im Gegenteil: immer mehr Menschen vertrauen auf die ganzheitlichen Heilungsmethoden und therapeutischen Maßnahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Aber auch unsere (vergleichsweise sehr "junge") Schulmedizin ergänzt ihre Forschungsergebnisse um das uralte Wissen der Chinesen und eröffnet regelrecht neue Horizonte. indem sie westliche und fernöstliche Erkenntnisse miteinander verknüpft.
Diese Verknüpfung setzt sich in der interdisziplinären Zusammenarbeit fort: WissenschafterInnen der Medizinischen Universität (Forschungseinheit für Biomedizinische Technik in Anästhesie und Intensivmedizin) und der Karl-Franzens-Universität (Institut für Pharmazeutische Wissenschaften) widmen sich derzeit voll und ganz dem ambitionierten Vorhaben, ein Zentrum für die Erforschung der Traditionellen Chinesischen Medizin in der Steiermark zu errichten: Der Zukunftsfonds Steiermark konnte als maßgeblicher Financier bereits gewonnen werden: € 300.000,-- werden aus dessen Mitteln bereit gestellt. Als Geschäftsstelle des Zukunftsfonds Steiermark fungiert die A3 - Wissenschaft und Forschung.
Zahlreiche „collaborative partners" werden in das vorliegende Zielvorhaben eingebunden. Akupunktur und chinesische Arzneipflanzen sind dabei zwei wesentliche Säulen und sollen im geplanten Zentrum in außerordentlich hoher wissenschaftlicher Qualität integriert werden. „Graz als Forschungszentrum für Traditionelle Chinesische Medizin" wird sich mit interdisziplinären wissenschaftlichen Fragestellungen dieses tradierten und zugleich innovativen Spezialgebietes der Medizin beschäftigen.
Die breite Reaktion auf die nachfolgende internationale Ausschreibung im März 2005 (immerhin folgten 360 BewerberInnen aus 36 Ländern diesem Aufruf) zeigt eindrücklich die hohe Sichtbarkeit und Attraktivität des exemplarischen Doktoratsprogramms, zielt es doch darauf ab, die begabtesten Studierenden auf eine internationale Karriere vorzubereiten und nach interdisziplinären Aspekten zu qualifizieren. Das DK-Ausbildungsnetz beinhaltet nicht nur Workshops, Seminare, einen Journal-Club sowie eine Reihe von Kursen zur Vermittlung fundierter labortechnischer Methoden, sondern auch eigens entwickelte Trainingselemente zur Verbesserung der persönlichen Karrierechancen: Präsentationstechnischer Erfahrungsgewinn ist hier ebenso hinzu zu zählen wie das Wissen um „richtiges" Projektmanagement, die Beherrschung des wissenschaftlichen Englisch sowie die Fähigkeit zu sozialer Kompetenz. Bereits angesprochen wurde das zentrale Element der Internationalität: die Kollegstudierenden verpflichten sich zum turnusmäßigen Aufenthalt an ausländischen Partnerlabors sowie zur Teilnahme an internationalen „advanced training courses" und Fachtreffen. Am Standort Graz profitiert das Doktoratskolleg von den existierenden, besonders intensiven wissenschaftlichen Kooperationen der beiden Universitäten, es etabliert sich gleichsam als „Labor ohne Wände". Als Leiterin des DK zeichnet Frau Univ.-Prof.in. Dr.in Ellen Zechner verantwortlich.
Die aus Budgetmitteln des Forschungsförderungsfonds (FWF) ausfinanzierten 15 Stellen beschrieben indes nur die Ist-Situation. Die thematische Breite des vorliegenden Exzellenzprogramms erfordert(e) die Einrichtung weiterer Plätze. In diesem Zusammenhang erfährt das Doktorandenkolleg eine außerordentliche Unterstützung der öffentlichen Hand: Stadt Graz und das Land Steiermark, Wissenschaftsressort, unterstützen das Kolleg im Sinne einer expliziten Schwerpunktförderung. Denn alles deutet darauf hin, dass die Molekularen Biowissenschaften zu einem zentralen steirischen - ja in dieser Form weltweit einzigartigen - Stärkefeld avancieren.
Die Ausdifferenzierung des Bildungsangebotes geht heute weit über die gängigen Schultypen, Bildungssektoren und Ausbildungseinrichtungen hinaus. Die rasant voran schreitenden Entwicklungen, die gesellschaftlichen Veränderungen und Anforderungen des Arbeitsmarktes erheben den Anspruch auf eine neue Qualität der Informationsgebung, Beratung und Entscheidungshilfe. Das professionelle Beratungsangebot für StudienanfängerInnen sowie Studierende, einer der besonderen Schwerpunkte des Vereines, ist nicht nur in unverminderter Qualität aufrecht zu erhalten, sondern bewusst weiter zu entwickeln und zu verstärken. Unzureichende Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten vor, während und nach dem Studium, Unklarheiten über persönliche Eignungs- und Interessensschwerpunkte sowie die Erwartungshaltung der Eltern verstärken den Wunsch der Studierenden nach Beratung und Entscheidungshilfe, ist doch der jeweils nächste Ausbildungsschritt alleine und eigenverantwortlich zu setzen. Ziel eines Hochschulstudiums ist in der Regel nicht direkte Berufsausbildung, sondern eine eher wissenschaftsorientierte Berufsvorbildung. Zusätzliche Qualifikationen sowie gewisse Persönlichkeitsmerkmale, insbesondere soziale Kompetenzen, gewinnen an Bedeutung, formale Kriterien treten zurück.
Im Jahr 1995 gegründet, unterstützt der gemeinnützige Verein „SAB - Schul- und Ausbildungsberatung" Jugendliche und Erwachsene bei ausbildungs- und berufsbezogenen Entscheidungsprozessen. Er ist überparteilich organisiert, seine Mitglieder repräsentieren die wichtigsten Ausbildungs- und Beratungsinstitutionen. SAB informiert über sämtliche Ausbildungsmöglichkeiten vom Elementarbereich bis zur Weiterbildung. Ziel der persönlichen Beratung ist eine selbstbestimmte Ausbildungsplanung unter Berücksichtigung der individuellen Interessen und Fähigkeiten vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitsmarktsituation. Viele neue Schwerpunkte konnten in den unmittelbar zurück liegenden Jahren entwickelt werden. SAB ist mittlerweile zu einer steirischen Vorzeige-Institution avanciert und übt zweifelsohne eine österreichweite Vorbildwirkung aus. Die Weiterentwicklung des im Jahr 2002 initiierten „Berufsorientierungspasses" zählt ebenso zu den Arbeitsschwerpunkten wie die Ausweitung des persönlichen Beratungsangebotes, die Verstärkung der virtuellen Bildungsberatung (die in Zusammenarbeit mit evolaris mit Hilfe der tatkräftigen Unterstützung des Zukunftsfonds Steiermark entwickelt wurde), die regionale Erweiterung sowie der besonders sensible Bereich in allen Fragen zu Studienwechsel und Studienabbruch.
Besuchen Sie die Homepage des Vereins SAB unter:
http://www.ausbildungsberatung.at

Im Rahmen des Projektes „Risikoabschätzung und Strategien zur Bekämpfung von Feuerbrand (Erwinia amylovora)" wurden systematische Untersuchungen zur Risikoabschätzung und Bekämpfung unter Kombination von kulturtechnischen und direkten Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt. Hierbei wurde mittels künstlicher Trieb- und Blüteninokulation in Quarantäneglashäusern an kleinen Bäumen unter kontrollierten Bedingungen die Feuerbrandanfälligkeit ausgewählter Apfel- und Birnensorten, sowie von zwei im Streuobstbau verwendeter Unterlagen getestet. Die Edelreiser für die Veredlungen stammten von alten Apfel- und Birnbäumen, die in einem Feuerbrandgebiet in Tirol befallsfrei geblieben waren, während andere, daneben stehende Bäume Feuerbrandsymptome entwickelten. Sowohl bei den Birnen- als auch bei den Apfelherkünften entwickelten sich nach künstlicher Triebspitzen-Inokulation Feuerbrandsymptome. Eine allgemeine Feuerbrandresistenz kann damit ausgeschlossen werden. Im Vergleich waren die getesteten Birnensorten anfälliger als die Apfelsorten. Eine Apfelherkunft und 3 Birnenherkünfte zeigten einen signifikant niedrigen Feuerbrandanfälligkeitsfaktor als die anderen Herkünfte.
Basierend auf diesen Testergebnissen sollte im Bedarfsfall zuerst versucht werden, mit modernsten pomologischen Methoden eine Sortenbestimmung durchzuführen, auf die dann gezielte Weitervermehrung und Auspflanzung folgen könnte. Für die ÜProjektdurchführung zeichnet die Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) verantwortlich.
Die Installierung einer „Automotive Academy Styria" wurde erstmals am 27. Sept. 2006 im Rahmen des 8. Internationalen Automobilforums in der Grazer Stadthalle präsentiert. Mittlerweile befindet sich die AAS bereits in Umsetzungsphase, das erste Ausbildungsprogramm „automotive electronics" läuft im September dieses Jahres an, die Erfolgsgeschichte ist quasi vorprogrammiert. Es handelt sich um eine herstellerunabhängige Plattform für berufliche Bildung in den Bereichen automotive Technik, automotives Business und periphere Wissensfelder - durchwegs Bereiche, die den Erfolg steirischer Leitbetriebe ausmachen und für die hervorragende Positionierung des ‚Standortes Steiermark' mitverantwortlich zeichnen. Die Automotive Academy ist als virtuelle Einrichtung konzipiert, die die bestehenden Bildungseinrichtungen von den Universitäten bis zu den Berufsschulen auf allen Ebenen vernetzt. Maßgeschneiderte Kurse und das ganzheitliche Ausbildungsprogramm auf „state of the art"-Niveau stellen dergestalt einen beträchtlichen Anstieg der heimischen Wertschöpfung sowie die Etablierung der Steiermark als Bildungszentrum sicher. Primäre Aufgabe der AAS ist die optimale Vernetzung bestehender automotiver Bildungsangebote auf allen Qualifizierungsniveaus. Die dafür erforderliche verstärkte Zusammenarbeit aller lokalen Bildungsorganisationen wird durch die neutrale Brückenfunktion ermöglicht und lässt ein passgenaues und vor allem durchgängiges Bildungsangebot entstehen, das sich durch eine hohes Maß an Flexibilität und Durchlässigkeit für alle Tätigkeitsfelder, alle Betriebsformen und alle Hierarchieebenen der Partnerbetriebe auszeichnet.
Entscheidend ist nicht zuletzt die „Benutzerfreundlichkeit": Vor dem Hintergrund des komplexen Systems unterschiedlicher Ausbildungssektoren und in Zusammenhang mit der Notwendigkeit lebenslangen Lernens bedeutet die Vielfalt des Bildungs-, Weiterbildungs- und Qualifizierungswesens einen großen Chancenreichtum für unser Land, erweist sich aber oftmals als sehr unübersichtlich. Sich im Dickicht von Angeboten zurecht zu finden und aus einer verwirrenden Vielzahl von Möglichkeiten jenes Seminar oder jenen Kurs auszuwählen, der den individuellen Fähigkeiten und Potenzialen optimal entspricht, erweist sich nicht immer als einfach. Das ‚Produkt AAS' kann auch in diesem Zusammenhang punkten. Es bietet neben der Aus- und Weiterbildungsschiene auch wichtige Dienstleistungen an, so eine individuelle Bedarfsermittlung, eine zentrale Trendbeobachtung sowie eine Impulssetzung für eine kostengünstige, hocheffiziente Berufspolitik. Die Anrechenbarkeit der einzelnen Programmmodule kann nicht hoch genug geschätzt werden, denn alle Schulungsmaßnahmen der Automotive Academy Styria werden durch eine auf internationalen Qualitätskriterien basierende Zertifizierung abgeschlossen; Insellösungen werden vermieden, Motivation wird multipliziert. Eine mit ausgewiesenen Kennerinnen und besetzte Expertengruppe achtet auf die Festlegung, Prüfung, Begleitung und die Kontrolle der international anschlussfähigen Qualitätsstandards.
Die Automotive Academy Styria schafft eine Organisationsbasis zum Aufbau einer „Lernenden, automobilen Region Steiermark". Der Faktor Wissen spielt eine zentrale Rolle für die Wertschöpfung eines Unternehmens respektive einer Region. Wissende und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Schlüsselfaktoren für den betrieblichen Erfolg. In diesem Zusammenhang versteht sich die AAS als lernende Organisation, sie verzahnt bestehende Bildungseinrichtungen und hilft Synergien zu nutzen. Vor allem aber ist sie offen: offen für neue Bildungswege und -kombinationen, offen für ihre Partner.
Allein, das gesamte fotografische Material ist derzeit vergraben, ja stellt sich als „unzugänglich" dar. Erst eine sachgerechte Digitalisierung sowie eine nach neuesten Modellen angelegte Archivierung würden den Zugriff auf diese Schatztruhe ermöglichen. Denn erst seit dem Jahr 2001 wird eine entsprechende Verknüpfung der Bilder mit Patientendaten und richtigen Diagnosen a priori sichergestellt. Die geordnete Zusammenschau der digitalisierten und archivierten Fotografien würde denn auch seltene Fehlbildungen bei Neugeborenen, seltene kinderchirurgische Problemfälle sowie nicht zuletzt den Erfolg oder Misserfolg verschiedener Behandlungsmethoden vor Augen führen. Es handelt sich in der Tat um ein wissenschaftliches Projektvorhaben und ein hoch ambitioniertes Unterfangen zugleich, das von den Grazer Medizinerinnen und Medizinern mit Ehrgeiz betrieben wird und aus Wissenschaftsmitteln des Landes Steiermark unterstützt wird.
Das vorliegende Projekt - die Installierung des 1. Österreichischen Kindersicherheitshauses am Gelände des LKH-Universitätsklinikums Graz - hat wahrhaft Pilotcharakter und soll darüber hinaus beispielgebend für ganz Österreich wirken. In unmittelbarer Nähe zum Kinderzentrum errichtet der Verein "Große schützen Kleine" (das Österreichische Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter) in Zusammenarbeit mit der KAGes ein „Schauhaus" für Eltern und all jene Personen und Personengruppen, die mit Kindern leben und arbeiten. Das Modell selbst stammt aus Übersee: australische Eltern investieren enorm viel Zeit, um sich in „Kindersicherheitshäusern" über die Verhütung von Kinderunfällen zu informieren. Der (mittel)europäische Bewusstseinsbildungsprozess hinkt in dieser Hinsicht deutlich nach. Mit dem Kindersicherhaus schafft die KAGes im LKH-Universitätsklinikum Graz als anerkanntes und zertifiziertes gesundheitsförderndes Krankenhaus das erste Kindersicherheitszentrum nach australischem Vorbild. Fachspezifisch ausgebildete Expertinnen und Experten sollen zu allen Fragen rund ums Thema Kindersicherheit, ob zu Hause, in der Freizeit, beim Sport oder im Verkehr, Rede und Antwort stehen und praktische Anwendungsmöglichkeiten demonstrieren. Auch die derzeit in einem Waggon untergebrachte Kinderbibliothek soll in das Haus integriert werden. Und schließlich soll der kleine Spielplatz unmittelbar hinter dem Haus realisiert werden, zumal beide - Kinderbibliothek und Spielplatz - den geplanten Neubauten weichen müssten.

Anlass genug für die Gründung des Siemens Biometrics Center in Graz. Eingebettet in die Programm- und Systementwicklung PSE der Siemens AG Österreich hat sich das Kompetenzzentrum für biometrische Lösungen seit 2005 der Grundlagenforschung und Produktentwicklung auf Basis biometrischer Verfahren verschrieben und wurde/wird dabei aus Mitteln des Zukunftsfonds Steiermark unterstützt.
Innovative Produkte und Lösungen werden für den Weltmarkt entwickelt, die Steiermark wird auf Weltspitzenniveau bei F&E in der biometrischen Personenidentifikation etabliert und wissenschaftliche Kooperationen wie mit der Technischen Universität Graz werden vertieft.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungen für erhöhte Sicherheit bei gleichzeitig maximiertem Komfort. Voraussetzung für global erfolgreiche, auf Biometrie basierende Produkte ist die optimale Sicherung von Daten und Zugängen zu Gebäuden, Anlagen oder Informationssystemen, kombiniert mit einer einfachen und benutzerfreundlichen Bedienung. Vorrangige Zielgruppen sind die Branchen Public Sector, Financial Sector, Healthcare, Travel & Transport sowie Gaming & Leisure. Entwickelte und bereits ein- und umgesetzte Produkte reichen von der Software zur Erstellung und Nutzung biometrischer Reisedokumente über einen biometrischen Algorithmus zur Speicherung eines Fingerabdrucks auf einem elektronischen Personalausweis bis hin zu Authentifizierungs-systemen für Freizeitparks.

Zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele bedarf es allerdings einer gewissen ‚kritischen‘ Masse an Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, die für einen gleichmäßigen wissenschaftlichen Output sorgen. Anders gesagt, muss der Abwanderung von jungen begabten Forscherinnen und Forschern entgegen gewirkt werden. Das vorliegende Förderungsprojekt „Arm oder reich? Einflussfaktoren des Artenreichtums im Modellsystem Buntbarsche des afrikanischen Tanganjikasees" steht in diesem unmittelbaren Zusammenhang: Um einen und hochbegabten PostDoc-Wissenschafter an der Universität Graz zu halten, bedurfte es zusätzlicher Unterstützung „von außen" bzw. seitens der öffentlichen Förderungslandschaft, deren Kooperationsbereitschaft nicht nur den momentanen Engpass zu überwinden hilft, sondern auch ein wichtiges strategisches Signal sendet. Darüber hinaus ist das Wissen um die organismen- und umweltspezifischen Faktoren der Artbildung immer noch dünn gesät. Anhand eines evolutionsbiologischen Modellsystems, nämlich der Buntbarsche des afrikanischen Tanganjika-Sees, sollen jene organismenspezifischen Eigenschaften untersucht werden, die für die stark erhöhte Ausbildungsrate bei einzelnen systematischen Gruppen verantwortlich zu machen sind.
Die erhofften bzw. zwingend zu erwartenden Forschungsresultate würden erstmals eine umfassende Zusammenstellung der ökologischen und ethologischen Merkmale aller - weltweit existenten - Arten liefern. Erste Ergebnisse aus „Grazer Hand" würden weltweite Beachtung finden und, wie bereits mehrfach beschrieben, den Weg zu einem etablierten und auch im internationalen Vergleich einzigartigen Kompetenzzentrum ebnen.
Als Projektleiterin zeichnet Frau Univ.-Ass. DI Dr. Kristina Sefc verantwortlich: die junge Evolutionsbiologin ist Forschungspreisträgerin des Landes Steiermark (Förderungspreis 2006 des Landes Steiermark).
Das aus vier Partnern bestehende Projektkonsortium (Technische Universität Graz, Alpingendarmerie Liezen, Lehr- und Forschungszentrum Rottenmann, TeleConsult Austria GmbH) konzipiert und entwickelt ein satellitenbasiertes Einsatzleitsystem und stellt damit ein Werkzeug zur Verfügung, das bei der Situationsanalyse hilft, Entscheidungsprozesse verkürzt und die Kommunikation zwischen Einsatzleitung und Suchmannschaft unterstützt.
SARONTAR basiert im Wesentlichen auf drei Säulen: Der Positionierung & Navigation, der Kommunikation und der Geoinformation. Die Daten zur Positionierung der Suchmannschaften werden über Technologien der Satellitennavigation bestimmt, zum Teil durch zusätzlich eingesetzte Sensoren ergänzt und mit verfügbaren Geoinformationsdaten in einer Datenbank gespeichert. Die Einsatzleitstelle ruft die benötigten Daten - visuell aufbereitet mittels mobiler Kommunikationen - Zentralserver ab und trifft - unterstützt von automatischen Planungsfunktionen und Suchoptimierungen - die notwendigen Einsatzentscheidungen. Über Personal Digital Assistant (PDA) erhalten die Suchmannschaften gezielte Anweisungen und haben mittels Geoinformationssystem (GIS) Zugriff auf visualisierte, einfach interpretierbare und relevante Information.
Die Zusammensetzung des Teams aus Professionisten der Privatwirtschaft, universitären Institutionen und Endanwendern ermöglicht eine wissenschaftlich fundierte, ökonomisch anwendbare und benutzerorientierte Umsetzung eines integrierten Gesamtsystems, das im stark wachsenden und heiß umkämpften Markt der Satellitennavigation für Such- und Rettungsdienste einmalig ist. Das Projekt, für dessen Gesamtleitung Herr Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Hofmann-Wellenhof (Navigation & Satellite Geodesy) verantwortlich zeichnet, wurde aus Mitteln des Zukunftsfonds Steiermark maßgeblich unterstützt.
Das hier vorgestellte Projektvorhaben steht in diesem unmittelbaren Zusammenhang und im direkten Kontext eines steirischen Forschungsszenarios: Über den Zeitraum von zwölf Monaten, beginnend im September 2007, wird die Helmut-List-Halle zu einem Raum für praktisch-akustische Forschungen - die Halle wird in gewissem Maße zu einem Forschungslabor! Der steirische Cellist Friedrich Kleinhapl wird während dieser Zeit in drei unterschiedlichen Besetzungen den Konzertsaal bespielen: Violoncello solo, Violoncello und Klavier, Violoncello und Symphonieorchester. Gerade das Violincello steht beispielhaft für alle Instrumentengruppen, sein Tonumfang erweist sich vielfach als ideal für die Akustikforschung. Die Konzeptidee ist ebenso einfach wie genial: es gilt, das Violoncello und den Musiker (wobei auch dessen Herzfrequenz während des Musizierens gemessen wird) als eine gleich bleibende Konstante festzulegen und mittels tontechnischer Aufzeichnung festzustellen, in wie ferne Besetzung und akustisches Verhalten der Helmut-List-Halle in Beziehung zueinander stehen, wie die Halle in unterschiedlichen Besetzungen reagiert und wie daher Aufnahmegeräte bestmöglich positioniert werden müssen.
Bisher konnten Forschungen dieser Art nicht stattfinden, da sich keine MusikerInnen fanden, die einen Konzertsaal regelmäßig und in vollkommen unterschiedlicher Besetzung extra bespielt hätten und darüber hinaus diese Produktionen hätten aufzeichnen lassen. Aufgrund der Mitarbeit und der außergewöhnlichen Arbeitsqualität des deutschen Tontechnikers Manfred Schumacher (ein Name, der mit Friedrich Kleinhapl und der Helmut-List-Halle seit Jahren eng verbunden ist) lassen sich die Ergebnisse dieser Forschungen auf international gültigem Standard akustisch präsentieren. Als Projektleiter fungiert Herr Mag. Clemens Anton Klug: der Grazer Musikwissenschafter und Organisator zahlreicher Veranstaltungen ist mit den technischen Einrichtungen und Gegebenheiten der Grazer Halle wie kaum ein anderer vertraut und vermag das geforderte Spektrum an Organisationsfragen einerseits und Forschungsfragen andererseits bestens abzudecken.
Das bis September 2008 laufende Vorhaben trägt in besonderem Maße dazu bei, die Steiermark als Standort der Akustikforschung sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch international zu etablieren und seine Entwicklung zu einer europäischen Spitzenposition weiter zu führen. Das Projekt mit dem vollständigen Titel „Musikwissenschaftliche und Praktische Studien zur akustischen und klangtechnischen Optimierung im Bereich klassischer Musik am Beispiel der Helmut-List-Halle in Graz" wird aus Mitteln unseres Ressorts für Wissenschaft & Forschung maßgeblich unterstützt.

In der längerfristigen Strategie einer Universität nehmen die Entwicklung von zielgruppenorientierten Angeboten sowie die Internationalisierung der Lehre einen immer höheren Stellenwert ein. Das vorliegende - aus Mitteln des Zukunftsfonds Steiermark maßgeblich kofinanzierte - Projekt „ILAB" unterstreicht beide Aspekte in unnachahmlicher, besonders innovativer Weise und unterstützt die Realisierung der Universitätsstrategie. Wissenstransfer und akademischer Bildungsaustausch sichern den „Bildungsstandort Steiermark".
Die Karl-Franzens-Universität Graz ist dank ihrer Expertise und ihrer Kenntnis sowohl der Bedürfnisse als auch des Kooperationspotentials des südosteuropäischen Raumes seit langem innerhalb der EU eine wichtige Wegbereiterin für die Umsetzung der Vision einer gesamteuropäischen Integration. Vor dem Hintergrund langjähriger, vielfältiger und intensiver Zusammenarbeit mit den Regionen des südöstlichen Europas hat die Universität Graz als erste Universität im deutschsprachigen Raum einen gesamtuniversitären Schwerpunkt "Südöstliches Europa" als profilbildenden Kern ihres Universitätsentwicklungskonzepts definiert. "ILAB" wird dieser Schwerpunktsetzung in besonderer Weise gerecht.
„ILAB" steht für Internationalisierung der Lehre und Akademischer Bildungsaustausch und beinhaltet drei Teilprojekte:
Die bereits bestehenden Studienprogramme, vor allem im Bereich der Joint Degrees, sollen durch die International Summer School an der Karl-Franzens-Universität Graz eine Bereicherung erfahren.
Basierend auf langjähriger Zusammenarbeit wird ein interdisziplinäres Joint Degree Masterstudium „Südosteuropa" eingerichtet, das die Rolle der Karl-Franzens-Universität als Angelpunkt südosteuropäischer Universitäten bestärkt.
Erstmalig erfolgt die Entwicklung eines Joint Degree Programms auf Doktoratsebene (PhD) zum Thema „Diversity Management and Governance: European and Global Perspectives".
Internationale Beziehungen stehen im Zentrum einer Universitätsentwicklung, die auf eine starke und international konkurrenzfähige Institution abzielt. Internationalisierung stellt einen integralen Bestandteil jedes akademischen Bereiches, interkulturelle Bildung eine grundlegende Komponente jeder Lernerfahrung dar. Das Vizerektorat für Internationale Beziehungen der Karl-Franzens-Universität Graz liefert mit dem vorliegenden 3jährigen Projekvorhaben einen weiteren Beweis für seinen hervorragenden Ruf.

Aktuellen Erhebungen zufolge haben etwa 15% aller Kinder und Jugendlichen Probleme im Schriftspracherwerb - Probleme, die nicht selten noch im Erwachsenenalter anzutreffen sind. Erscheinungsformen und Ursachen dieser Störungen, die gemeinhin unter den Termini ‚Legasthenie‘ oder „Lese-Rechtschreibschwäche' zusammen gefasst werden, sind noch viel komplexer als angenommen und weitgehend ungeklärt. Dass sich diese Schwäche von Mensch zu Mensch verschieden auswirkt und entsprechend individuell behandelt werden muss, wird nur sekundär berücksichtigt. Die zum überwiegenden Teil intelligenten bis überdurchschnittlich intelligenten Kinder und Jugendlichen haben, teils organisch (neurologisch), teils psychosozial bedingt, sehr spezifische Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben; Die schulischen Leistungen bleiben unter dem Niveau, das aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und der Beschulung zu erwarten ist. Unsicherheiten, Unzufriedenheit der Erziehungsberechtigten, Tadel, Minderwertigkeitsgefühle, familiäre Krisen bis hin zu schweren psychischen Problemen des jungen Menschen sind nicht selten die drastischen Folgen. Werden die Schwächen also nicht frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, halten diese alsbald auch in anderen Wissensbereichen Einzug, schließlich ist Lesen der Schlüssel zu Wissen. Schwerwiegende schulische Probleme und damit einhergehende Symptome (Depressionen, tief wurzelnde Ängste) treten oftmals erst beim Übertritt von der Volksschule in die sekundäre Bildungsebene auf: der Paradigmenwechsel ist in diesem Lebensalter ohnehin ein schwerwiegender - umso gravierender muss sich diese Schnittstelle für einen (intelligenten und begabten) jungen Menschen auswirken, der an der heutigen Wissensgesellschaft scheinbar keinen Anschluss findet.
Doch es kann geholfen werden! So bietet etwa der steirische „Verein zur Förderung legasthener und unter erschwerten Bedingungen lernender Menschen", der sich aus Mitgliedern aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Germanistik und Beratung zusammen setzt, eine breite Palette an Methoden und fachlichem Know-How. Der Verein hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, die in der Praxis eingesetzten Methoden laufend wissenschaftlich zu evaluieren und auf Basis einschlägiger Erkenntnisse aus den Bereichen Sprach-, Erziehungs- sowie Neurowissenschaften zu optimieren. Die Grazer (akademische) Expertise im Bereich der Gehirnforschung ist unbestritten - eine Vernetzung ist indiziert und unverzichtbar: das Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz ist Best-Practice-Partner der Initiative Gehirnforschung Steiermark.
Das hier vorgestellte Projektvorhaben „Entwicklung und Evaluierung von Lese- und Rechtschreibtrainingskonzepten bei Kindern und Jugendlichen mit Problemen im Schriftspracherwerb unter besonderer Berücksichtigung neurowissenschaftlicher Methoden" markiert den Startpunkt für eine intensive Zusammenarbeit zwischen angewandter Praxis (Verein zur Förderung legasthener und unter erschwerten Bedingungen lernender Menschen) und wissenschaftlicher Forschung (Karl-Franzens-Universität Graz, Arbeitsbereich Differentielle Psychologie). Das Vorhaben wird - im Hinblick auf eine wissenschaftlich fundierte Optimierung der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Problemen im Schriftspracherwerb - die tatsächliche Effektivität der nach neuesten Erkenntnissen entwickelten Trainingskonzepte wissenschaftlich überprüfen. Diese Effektivitätsüberprüfung der in der Praxis eingesetzten Trainingsmethoden soll und kann nur unter besonderer Berücksichtigung von neurowissenschaftlichen Methoden erfolgen. Ausgehend von der Vorstellung von einem plastischen, lernfähigen Gehirn, dessen Eigenschaften bzw. Funktionen sich infolge von Lernen oder Training naturgemäß verändern, erstrecken sich die Analysen auch auf diesen neurophysiologischen Veränderungsprozess. Die Wertschöpfung des Forschungsvorhabens für die Steiermark ist unbestritten, beginnend von der Installierung ortsunabhängiger Trainingskonzepte in allen Regionen der Steiermark über wertvolle Impulse für die Gehirnforschung Steiermark bis hin zu besseren Chancen für legasthene Kinder und Jugendliche auf eine höhere Bildungslaufbahn und damit auf bessere Möglichkeiten am Arbeitsmarkt, um nur einige multiplikatorische Effekte zu nennen.
Die hochkarätigen ReferentInnen des Symposiums kommen zur Hälfte aus dem Bereich der Musik und zur Hälfte aus dem Bereich des Sports; auch die Besetzung der als eigenständiges Projektelement eingeplanten Podiumsdiskussion mit namhaften ExpertInnen folgte diesem Beispiel und bürgte für Qualität. Berücksichtigt man schließlich noch das Auditorium der Studierenden, kann von einer wahren Plattform, besser noch: von einem Forum des Wissensaustausches gesprochen werden. Das 2tägige Symposium wurde in Englisch abgehalten und beinhaltete einen öffentlich zugänglichen Jazz-Klavier-Soloabend des legendären amerikanischen Pianisten Walter Norris ein; Die Beiträge des Symposiums werden in einem Sonderforschungsband publiziert. Das Projekt kann insgesamt als Aushängeschild für dass Land Steiermark - über geographische und disziplinäre Grenzen hinausgehend - gewertet werden : als moderne, kreative und praxisbezogene Forschungsplattform mit dem Anspruch auf qualitative Gesprächskultur.

Die Migrationsforschungen bzw. die Untersuchungen von Wanderungsströmungen sind hierzulande, anders als etwa in West- und Nordeuropa, bis heute überschaubar geblieben. Diese Forschungslücke zu schließen ist ein dringendes Desiderat - umso mehr, als unsere (Lebens)Kultur erst aus diesen Bewegungen gewachsen ist und wachsen konnte. Das vorliegende Projektvorhaben des Instituts für Geschichte (Karl-Franzens-Universität Graz) steht in diesem unmittelbaren Zusammenhang und sucht die Beziehungen zwischen Menschen deutscher und nichtdeutscher Herkunft bzw. voneinander diversifizierbarer Lebensräume zu erforschen, konkret bezogen auf Graz als traditioneller, zentraler und deshalb attrahierender Ort, insbesondere zur historischen ‚Untersteiermark' als Teil eines größeren Einzugsgebietes (Friaul bis Westungarn, Obersteiermark bis Nordkroatien). Der Brennpunkt wird dabei bewusst auf jene Komponenten gesetzt, die in der Forschung bislang nur unzureichend, rudimentär oder gar nicht aufgearbeitet geblieben sind - einerseits die Zeit um den Ersten Weltkrieg, dem als Forschungsthema in den letzten Jahren endlich eine wachsende Aufmerksamkeit zukommt, andererseits die Familie als wichtiger, jedoch oftmals unterbewerteter Teil der Gesellschaft. Ziel der Untersuchung ist es, die Migrationsbewegungen aus der südöstlichen Nachbarschaft in die steirische Landeshauptstadt sowie die Auswirkungen dieser Wanderungen auf das ethnisch-sprachliche Gefüge sowie auf die soziale Milieuzugehörigkeit von Familien zu durchleuchten: mithilfe von genealogischem Datenmaterial soll die reale Lebenssituation von Familien wieder gegeben werden, die infolge ihrer interethnischen Beziehungen, freiwilligen Assimilationsbestrebungen und ihrer sozialen Mobilität kaum der nationalen Vorstellung von ethnisch-sprachlichen Trennungslinien entstanden. Vielmehr führten die interethnischen Beziehungen - zumindest auf familiärer Basis - auch in Graz zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem multiethnischen Zusammenleben.
Alles in allem lässt sich das Forschungsvorhaben als 2faches Pilotprojekt definieren: Einerseits wird der Versuch unternommen, das Thema „Familie" aus national-orientierten Geschichtsbetrachtungen heraus zu lösen und klassische Geschichtswissenschaft mit Historischer Anthropologie zu verknüpfen, andererseits werden Phänomene der Interregionalität akribisch analysiert - wir sprechen von einem Themenspektrum, dessen Aktualität ungebrochen ist! Familien sind dynamische Gebilde, sind Mikrokosmen, deren Zusammenhänge durch äußere Einflüsse, persönliche Entscheidungen und in gewisser Weise auch durch Zufälligkeit entstanden sind; Familien stehen andererseits mit dem „Makrokosmos" und mit anderen Familien in direkter Wechselbeziehung und setzen sich über reale und ideelle Grenzen hinweg. Gerade ein Vergleich von familienspezifischen Phänomenen lässt erkennen, dass die Komplexität einer Familie nicht mit den Stereotypen der nationalen Geschichtsschreibung und der damit verbundenen Geschichtsvorstellung übereinstimmen kann. Familien sind Eckpfeiler in einer Gesellschaft und sind als solche - sowohl in ihrer Bedeutung für den Einzelnen, als auch für die Gesamtheit - nicht zu unterschätzen. Eine Untersuchung von steirischen Familien vor südöstlichem Migrationshintergrund könnte entscheidende Motive und interdisziplinäre Aufschlüsse liefern und damit wegweisend für eine umfangreiche, länderübergreifende Untersuchung sein.


Die Überwindung hierarchischer Strukturen, die Motivierung des akademischen Nachwuchses sowie die gezielte Förderung von Frauen in der Wissenschaft sind längst nicht nur Schlagworte, sondern Grundvoraussetzungen in der heutigen Wissensgesellschaft. Gerade in den Geisteswissenschaften, einem klassischen nicht-technologischen Bereich, zeigt sich aber erstaunlicherweise immer noch eine gewisse Affinität zu „strikten" Karrieremodellen, während der Frauenanteil in Führungspositionen insgesamt noch unterrepräsentiert bleibt und hochbegabte Nachwuchswissenschafterinnen sich mit niederen Positionen begnügen müssen. In der Kulturarbeit stellt sich die Situation nicht anders dar: die Idee der Auslotung bestehender Schnittstellen und Barrieren wurde deshalb im Rahmen einer aus Mitteln des Landes Steiermark geförderten Initiative „Forschungsstelle Kunstgeschichte Steiermark" erfolgreich umgesetzt. Durch den in Gang gebrachten Wissensaustausch zeigte sich ein starker Impuls zur Qualitätssteigerung in allen Bereichen des Faches Kunstgeschichte - diese mustergültige Vorarbeit wird mit „KUGEL Kunstgeschichte-Leistungspreis" weiter geführt - nachhaltige Arbeit bedarf einer geduldigen Fortführung einmal begonnener Initiativen sowie des zähen Ringens um faire Chancen.
Die Verleihung der allerersten Kunstgeschichte-Leistungspreise ging am 6. März 2008 im Grazer Künstlerhaus über die Bühne und war außerordentlich gut besucht. Der wechselseitige Nutzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Allgemeinen, für Frauen im Besonderen sowie für bereits etablierte Persönlichkeiten in den Kunst-/Kulturwissenschaften - ja überhaupt für das Land Steiermark - kann nicht hoch genug geschätzt werden. Die Preisverleihung nahmen vor: Frau Landesrätin Mag.a Kristina Edlinger-Ploder, Herr Vizerektor für Studium und Lehre Ao. Univ.-Prof. Mag. Martin Polaschek und Ao. Univ.-Prof.in Dr. Margit Stadlober.
Die Preisträgerinnen 2008:
→ in der Kategorie Diplomarbeit (im Gesamtwert von 3000 Euro):
- Frau Mag.a Katharina Bantleon für die eingereichte Arbeit "Vincent van Gogh. Leben und Werk in Vincente Minellis „Lust for Life";
- Frau Mag.a Dagmar Drnek für die Arbeit "Die Wandmalereien der Pfarrkirche St. Georgen ob Judenburg";
- Frau Mag.a Daniela Kaufmann für die eingereichte Arbeit "Der intellektuelle Witz im Comic am Beispiel von George Herrimans „Krazy Kat";
→ in der Kategorie Bildende Kunst (im Gesamtwert von 2000 Euro) :
- Frau Carmen Wonner für die Rauminstallation "Blase";
Frau Wonner ist Absolventin der Meisterklasse für Keramische Formgebung der Ortweinschule Graz.
Die Idee eines Preises für ausgezeichnete Leistungen in der Kulturarbeit ist nicht neu. Neu ist hingegen das Konzept: „KUGEL" denkt neue Perspektiven an, die bisher nicht oder nur rudimentär berücksichtigt wurden. So ist ein reibungslos funktionierendes Netzwerk zwischen Universität, Kulturinstitutionen und Wirtschaft in Wahrheit bis heute nicht existent, und wenn doch, so bleiben die Kooperationsformen oft einseitig. Die breitenwirksame Bekanntmachung der Forschungsarbeit des Faches Kunstgeschichte und deren praktische Nutzung sowie die Einrichtung der Karrieremöglichkeiten von Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher - Begabungsförderung soll und muss ihren Einzug halten - sind entscheidende Anliegen der vorliegenden und sehr findigen Projektidee. In zweijährigen Abständen werden hervorragende Leistungen in den Bereichen Kunstwissenschaft und Kulturarbeit mit Preisen in Form von Stipendien und/oder Geldbeträgen ausgezeichnet; die Auswahl erfolgt durch eine Jury, die an der Universität und an mehreren Sektoren im Kultur- und öffentlichen Bereich angesiedelt ist. Eine an die Wirtschaft gekoppelte „Informationsbörse" soll Privatsponsoren für die Geistes-/Kulturwissenschaften gewinnen. Das Konzept geht aber noch einen entscheidenden Schritt weiter und zielt auf die Aufnahme einer rein fremd finanzierten (d.h. aus privaten Mittel getragenen) Lehrveranstaltung in das Studienprogramm ab. Die Folge ist eine Win-Win-Situation, denn diese neue Vernetzungsform erweitert die Möglichkeiten sowie auch den budgetären Spielraum. Im Blickpunkt der anzustoßenden Lehrveranstaltungen steht die Förderung des begabten Nachwuchses, kurz: die Begabten- und Begabungsförderung.
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http://www.kugelpreis.at/



