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Preis des Landes Steiermark für lebensbegleitendes Lernen

A3 - Wissenschaft und Forschung, AB Erwachsenenbildung

Der Preis des Landes Steiermark für lebensbegleitendes Lernen 2010 wurde heuer bereits ausgeschrieben. Zur Zeit findet keine Ausschreibung statt. 

 
Lebensbegleitendes Lernen © Land Steiermark
Lebensbegleitendes Lernen
© Land Steiermark
 
Kriterien

Die Steiermärkische Landesregierung hat im Jahre 1998 beschlossen, einen Förderungspreis und einen Anerkennungspreis für besondere Leistungen und Innovationen auf dem Gebiet „lebensbegleitendes Lernen" zu verleihen.

Die Preise werden alle 2 Jahre vergeben. Nach erfolgter Ausschreibung langten 18 Bewerbungen fristgerecht ein. Die von der Landesregierung bestellte Jury hat sich eingehend mit sämtlichen Einreichungen beschäftigt. Dabei hob sie die große Zahl der eingelangten Bewerbungen, als auch deren teilweise hohe Qualität hervor.

Die Preise dienen der Förderung neuer Formen und attraktiver Umsetzungen im Bereich der allgemeinen, berufsorientierten, sozialen und politischen Erwachsenenbildung sowie des Bibliothekswesens.

Als förderungswürdig kommen insbesondere in Betracht: Modelle, Konzepte, Angebote und praxisorientierte Tätigkeiten, die im Sinne einer ständigen Weiterbildung die Aneignung von Kenntnissen und Fertigkeiten, die Ausbildung der Fähigkeit und Bereitschaft zu verantwortungsbewusstem Urteilen und Handeln sowie die Entfaltung der persönlichen Anlangen zum Ziele haben. Ein weiterer Schwerpunkt sind wissenschaftliche Untersuchungen und theoretische Darstellungen, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Erwachsenen- und Weiterbildung leisten.
Ebenso wichtig ist es aber auch, die Entwicklung von Spontaneität für Erneuerungen und neue, kreative Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Probleme zu honorieren, die den Erfordernissen von Vergleichbarkeit, Flexibilität, Gerechtigkeit und unbürokratischer Umsetzung entsprechen.

Der Preis wird statutgemäß folgendermaßen vergeben:

Förderungspreis für lebensbegleitendes Lernen Preisgeld: 4.000 €
Anerkennungspreis für lebensbegleitendes Lernen Preisgeld 1.000 €

 
Preisträger(innen) 2008
  • Der Anerkennungspreis für lebensbegleitendes Lernen 2008 (mit einem Preisgeld von € 1.000,--) ging an:

    Frau Mag.a Bianca FRIESENBICHLER

    für die von ihr verfasste Diplomarbeit mit dem Titel: „Utopisches Denken als Kompetenz in der pädagogisch-feministischen Arbeit".

→ In dieser Arbeit beschäftigt sich die Verfasserin mit der Frage, welche Bedeutung Utopien in der pädagogischen, speziell in der feministischen Arbeit haben. Utopien im Sinne einer "Vorstellung" von einer besseren Welt, einem besseren Leben, als grundlegende Antriebskraft für Lernprozesse.
Die Bereiche Utopie, Kompetenz und feministische Arbeit miteinander zu verknüpfen, ist eine ambitionierte Herausforderung, die bisher in der Fachliteratur wenig bis gar nicht erfolgt ist. In einer Zeit, in der die Begriffe Ökonomisierung und Rationalisierung auch in der Weiterbildung vielfach verwendet werden, stellt das behandelte Thema einen wohltuenden Kontrapunkt und besonders innovativen Ansatz dar.
Die Diplomarbeit zeichnet sich durch besondere inhaltliche und sprachliche Dichte aus. Sowohl der theoretische als auch der empirische Teil der Arbeit machen deutlich, dass die Autorin gründlich und wissenschaftlich fundiert an die Beantwortung ihre Fragestellungen herangegangen ist.
Die Jury ist einstimmig zur Überzeugung gelangt, dass die Arbeit geeignet ist, in der Erwachsenenbildung Grundlagen zu schaffen, neue und höchst notwendige Diskussionsprozesse auszulösen.

  • Den Förderungspreis für lebensbegleitendes Lernen 2008 (mit einem Preisgeld von € 4.000,--) erhielt:

Die Initiative MEGAPHON-Uni. Bildung ohne Grenzen.

→ Die Megaphon-Uni ist eine Initiative des Straßenmagazins „Megaphon", der Caritas der Diözese Graz-Seckau und des Zentrums für Weiterbildung der Universität Graz. Ziel des Projektes ist es, aktuelle wissenschaftliche Inhalte verständlich und spannend näher zu bringen und die TeilnehmerInnen in unterschiedliche Disziplinen der Wissenschaft einzuführen. Die Megaphon-Uni ist kostenlos zugänglich, wobei besonders auf Frauen und Männern in schwierigen sozialen Lebenslagen (z. B. Obdachlose, MigrantInnen, AsylantInnen usw.) fokussiert wird, die aufgrund ihrer Ausbildung, Herkunft oder sozialen Stellung mit dem universitären Angebot sonst nicht in Berührung kommen. Es sind überwiegend Menschen, die auf Grund von Flucht, Vertreibung, Arbeitslosigkeit, Verschuldung, Sucht oder psychischen Problemen wohnungslos geworden sind und die sehr häufig negative Erfahrungen mit Bildungsangeboten gemacht haben.
Unter dem Aspekt „Wissensaustausch auf Augenhöhe" erfolgt eine kontinuierliche Begegnung von Lehrenden und Forschenden der Grazer Universitäten mit Bewohnerinnen von Sozialeinrichtungen. Hervorzuheben ist das breite Themenspektrum des Programms. Das Projekt zielt darauf ab, lustvoll Bildungsbarrieren zu reduzieren, Angst vor „Unwissenheit" abzubauen, und damit die Scheu vor (höheren) Bildungseinrichtungen zu nehmen.
Erstmals wurde die „MEGAPHON-Uni" 2004/05 angeboten und seither jährlich mit großem Erfolg durchgeführt. Es werden Einzelvorträge und workshops angeboten, wobei etliche Veranstaltungen außerhalb der Universität stattfinden.
Das Projekt wird wissenschaftlich von Mag.a Gerhild Wrann im Rahmen eines Dissertationsprojektes begleitet. bzw. evaluiert.
Sowohl das Konzept als auch die Umsetzung sind von großer Nachhaltigkeit geprägt und an einer wichtigen Schnittstelle zwischen Erwachsenenbildung und Gesellschaftspolitik angesiedelt. Besonders hervorzuheben ist die Verknüpfung zwischen Erwachsenenbildung/Universität und gesellschaftspolitisch relevanten Themen.

 
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