Unser Förderungsarchiv - Juli bis Dezember 2008
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

- "3rd Summer School on Business Mediation", Admont , Juli 2008
- Symposium zur Wiederentdeckung eines japanischen Stellschirms ("Paravent") in Schloss Eggenberg, August 2008
- Forschungsprojekt "Erbkrankheit Chorea Huntington - Erprobung eines motorischen Paradigmas"
- Grazer Weltkongress "on Functional π-Electron Systems" (= 8. Symposium innerhalb der Konferenzserie über funktionalisierte π-Elektronen-Systeme)
- Editionsprojekt "Briefe an Anastasius Grün"
- "Das Gesamtwerk des österreichischen Dichters Werner Schwab. Transliterierter Nachlass, Recherche und Vorbereitung einer Edition"
- United Nations / ESA-Symposium, Graz, 2008
- Forschungsaktivitäten "Orthopädie"
- Zentrum für Kulturwissenschaften
- "Fro welt, ir sint gar húpsch und schón"
- Erfolge in der Meningokokkenforschung!
- "ATERM" - Rechts- und Verwaltungsterminologie im Österreichischen Deutsch
- Lexikarium "Deutsch ↔ bosnisch/bosniakisch, kroatisch, montenegrinisch und serbisch"
- WEGDEMO - Demonstrationstrojekt WegenerNet
- Steirische Kinder- und Jugendbibliothek
Die Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt-Graz-Wien) gilt seit 1995 als führende wissenschaftliche Institution in Österreich, die sich mit dem Thema „Mediation" in Forschung und Praxis beschäftigt und dieses Themenspektrum gleichsam „institutionalisiert" hat. Im Bereich der Weiterbildung konzentrieren sich die Lehrgänge auf die Ausbildung von MediatorInnen mit den Quellenberufen Wirtschaftstreuhänder(innen), Notare (Notarinnen), Architekt(innen) und Zivilingenieure (-ingenieurinnen), und im Forschungsbereich wurden zahlreiche Pilotprojekte (zB „Wirtschaftsmediation - Entwicklung von Qualitätsstandards professioneller Aus und Weiterbildung"; „Wirtschaftsmediation in KMUs in Österreich"; Konfliktkosten im österreichischen Familienunternehmen") initiiert. In der Tat nimmt Österreich im Rahmen der Europäischen Union eine führende Rolle in Fragen der Mediation ein, sowohl was die Gesetzgebung betrifft, als auch auf Forschungsebene.
Angeregt durch berühmte Vorbilder wie Alpbach oder Davos wird die „International Summer School on Business Mediation" (ISBM) in einem zweijährigen Rhythmus als eine internationale Plattform für WirtschaftsmediatorInnen durchgeführt. Der Veranstaltungsort - der Steirische Nationalpark Gesäuse - ist seit der Installierung der Summer School zu einem integralen Bestandteil der Marke „ISBM" geworden: In Admont lassen sich Indoor- und Outdoor-Trainingsansätze optimal kombinieren, und zwischen Nationalpark und Stiftsgebäude lässt sich eine sich eine sehr reizvolle Verbindung herstellen. Die „3rd International Summer School on Business Mediation" fand heuer vom 14. bis 18. Juli statt und stand unter prominenter ministerialer Schirmherrschaft. Die Veranstaltungsstruktur hat sich in den Jahren 2004 und 2006 gut bewährt und wird deshalb beibehalten. Kleingruppenarbeiten (Workshops) und Großgruppenveranstaltungen wechseln einander ab. Die Vernetzung mit internationalen Mediationserfahrungen wird insofern fortgesetzt bzw. intensiviert, als renommierte ReferentInnen aus den USA, der Schweiz, aus Großbritannien und Deutschland gewonnen werden konnten. Das 5tägige Programm gliedert sich in eine 4tägige wissenschaftliche Veranstaltung für WirtschaftsmediatorInnen einerseits und einem eigenen „Familienunternehmertag" andererseits. Ziel des letzteren Projektelements ist es, die Erfahrungen von Familienunternehmen mit Mediation und mediativem Know-how anhand von konkreten Projekten aufzuzeigen und dadurch anderen Unternehmerinnen und Unternehmen positive Beispiele für die Einführung alternativer Konfliktregelungsmöglichkeiten zu geben. Durch die Präsentation neuester Forschungsergebnisse (etwa der brandneuen Studie zu „Konfliktkosten in österreichischen Familienunternehmen") gelang ein Brückenschlag zur österreichischen Unternehmenspraxis.
Besuchen Sie die ISBM-Webseite unter
http://www.isbm.at/


Ein Symposium der Landesmuseum Joanneum GmbH stellt ein besonderes Highlight im steirischen Veranstaltungskalender 2008 dar: die 5tägige Konferenz fand vom 18. bis 23. August statt und thematisierte eine besonders aufregende (Wieder)Entdeckung in den umfangreichen Sammlungen des Landesmuseum Joanneum: einen japanischen Stellschirm (byobu, ähnlich einem Paravent) der Momoyama-Periode.
Der Schirm dient seit rund 250 Jahre unerkannt als Wanddekoration des Japanischen Kabinetts in Schloss Eggenberg. Der noch von den Fürsten Eggenberg im 17. Jahrhundert angekaufte Paravent war als „alte indianische Spanische Wand" nach 1750 in seine Einzelbahnen zerlegt und in die Wandbespannung eines ostasiatischen Kabinetts montiert worden. Erst die Restaurierung dieses Raumes nach 2001 brachte auch eine intensive Beschäftigung mit dem unerkannten Gemälde mit sich. Die Forschungen der Kölner Japanologin Franziska Ehmcke werfen nun ein völlig neues Licht auf dieses unbeachtete „indianische" Importstück und öffnen einen faszinierenden Blick in das Japan der Sengoku-Periode und eine legendäre Gestalt seiner Geschichte.
Somit tut sich eine unerwartete Forschungslücke auf: die Identifizierung respektive Zuordnung zu Künstler und möglichem Auftraggeber, das genaue Entstehungsdatum, der Reiseweg des Stellschirms sowie die Einreihung in das kunsthistorische Wissensspektrum sind Forschungsdesiderate in Reinkultur. 2006 wurde deshalb vom Landesmuseum Joanneum, der Kansai Universität, dem Ôsaka Castle Museum und der Universität Köln, Institut für Japanologie, ein langfristiges Forschungsprojekt zu diesem Stellschirm gestartet. 2007 fand in Osaka ein erstes Symposium statt, das im August 2008 in Graz seine Fortsetzung gefunden hat: in Graz begrüßt wurden japanische Expertinnen und Experten sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa und verschiedenen Disziplinen - für den interdisziplinären Wissensaustausch war und ist also gesorgt.
Zweifelsfrei steht schon heute fest: der Eggenberger Paravent ist eine Hommage auf die blühende Residenzstadt von Toyotomi Hideyoshi (1536-1598), der nach einem Jahrhundert von Krieg und Zerstörung die Einheit des japanischen Reiches wiederherstellte und in seiner kurzen Regentschaft für eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit seines Landes sorgte. Hideyoshi, der vom einfachen Bauernsohn zum unumstrittenen Herrscher Japans aufgestiegen war, ist noch heute eine legendäre Figur in Japan. Seine persönliche Residenz ließ er in Osaka errichten, das in wenigen Jahrzehnten zu einer ebenso prächtigen wie gewaltigen Burgstadt ausgebaut wurde. Dennoch wurde diese Festung, die von 15 Kilometern Mauerwerk eingefasst und von 100.000 Samurai verteidigt wurde, nur wenige Jahre nach Hideyoshis Tod 1615 von den Tokugawa erobert und in einem schrecklichen Massaker vollständig zerstört. Nichts durfte nach dem Willen der Sieger von der blühenden Herrschaft der Toyotomi bleiben. So wurden auch die meisten Zeugnisse dieser kurzen Blütezeit vom Ôsaka vernichtet, von dem es überhaupt nur vier zeitgenössische Ansichten gibt. Der Eggenberger Stellschirm hat sich nunmehr als das best erhaltene und genaueste Dokument der Toyotomi-Residenz und Burgstadt von Ôsaka erwiesen und zeigt Details der Stadt und ihrer Umgebung, die sonst nur durch Texte überliefert sind. Das macht ihn zu einem außergewöhnlich bedeutenden kulturhistorischen Dokument, das vor allem in Japan allergrößtes Interesse erregt hat.
Chorea Huntington (kurz: HD) ist eine nach heutigem Stand der Wissenschaft unheilbare, dominant vererbte Erkrankung, die mit der Degeneration von Neuronen im Gehirn einhergeht. Die Krankheit manifestiert sich vornehmlich zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr und ist gekennzeichnet durch so genannte „choreatische Hyperkinesien" (= überschießende Bewegungen), psychiatrische Auffälligkeiten wie heftige Erregungszustände oder kognitive Einschränkungen bis hin zur Demenz. Motorische Defizite zeigen sich bereits in sehr frühen Stadien und bilden in den meisten Fällen einen Marker für die Ausprägung der Erkrankung. Wenngleich die Forschungsintensität ungebrochen ist und zahlreiche neue Erkenntnisse zu HD gewonnen werden konnten, sind die pathophysiologischen Mechanismen noch weitgehend unbekannt. Dabei mag gerade das Wissen um diese Mechanismen und ihrer Symptome einen wichtigen Beitrag zur Erkenntnis über die Ursachen und den Verlauf der bis heute leider unheilbaren Krankheit zu leisten und damit weitere Schritte in der Entwicklung von Therapieansätzen zu setzen.
Das vorliegende Projektvorhaben steht in diesem unmittelbaren Kontext; die Medizinische Universität Graz (Univ.-Klinik für Psychiatrie) übernimmt mit der „Erprobung eines motorischen Paradigmas für ein funktionelles MRI bei Chorea Huntington PatientInnen" eine enorme Verantwortung. Ein ‚Paradigma' bedeutet einen einfachen Bewegungsverlauf, beispielsweise das Zusammenführen von Daumen und Zeigefinger, und soll während einer funktionellen Magnetresonanz-Bildgebung (Magnet Resonance Imaging, kurz: MRI) zum Einsatz kommen - die für die konkrete Bewegung aktivierten Hirnregionen werden sichtbar gemacht. Ziel der vorliegenden klinisch-wissenschaftlichen Studie ist es, den Ablauf eines motorischen Paradigmas nicht nur experimentell zu testen, sondern intensiv zu erproben, um ein sicheres und aussagekräftiges Messverfahren für die Aktivierung bestimmter Hirnareale abzuleiten und in einer MR-Folgestudie anwenden zu können. Nur ein ausführliches Austesten des Bewegungsablaufes in Kombination mit der Gehirnaktivierung lässt ein sehr exaktes Bild entstehen und ermöglicht genaue Aussagen über die Zuverlässigkeit und damit auch die Anwendbarkeit des Verfahrens.
Die durchzuführenden Studien sind unverzichtbar für weitere HD-Forschungen und bedeuten eine enorme Herausforderung. Die erwarteten bzw. erhofften Ergebnisse bieten - erstmals! - eine gesicherte Grundlage für die Erforschung motorischer Defizite im Gehirn im Zusammenhang mit anderen neurogenerativen Erkrankungen. Die Wertschöpfung des Studienprojekts für den Forschungsstandort Steiermark ist unbestritten, darüber hinaus sind wertvolle Impulse für die steirische Gehirnforschungs-Expertise zu erwarten. Über allem steht aber selbstverständlich die Entwicklung von möglichen - derzeit noch visionären - Heilungsmethoden bzw. Therapieansätzen. Chorea Huntington stellt nicht nur für betroffene PatientInnen eine enorme Belastung dar, sondern auch für deren Kinder, da die Erkrankung in hohem Maße vererblich ist. Die Unheilbarkeit lässt die Situation oft hoffnungslos erscheinen und setzt gesamte Familien einem ungeheuren Leidensdruck aus. Auch in diesem Zusammenhang hat die Studie Pilotcharakter, da die funktionelle MRI eine kaum belastende Messmethodik darstellt und entlang einer individuellen psychiatrischen Betreuung eingesetzt wird.

Die Konferenzserie über funktionalisierte π-Elektronen-Systeme wurde in Japan, genauer in Osaka, im Jahr 1989 begründet: Um sich den Veränderungen und Entwicklungen der akademischen wie auch industriellen Forschung anzupassen, wurde der ursprüngliche Titel („Functional Dyes") sehr rasch adaptiert. Das erste Mal unter dem heutigen Namen „Functional π-Electron Systems" wurde die Großveranstaltung im Jahr 2002 durchgeführt; es war auch die erste Gelegenheit, die Weltkonferenz nach Europa, genauer: nach Ulm, zu bringen. Danach verständigte man sich auf einen 2Jahres-Rhthmus.
Für unsere Landeshauptstadt war es eine besondere Auszeichnung (und natürlich auch eine enorme Verantwortung), als Austragungsort der Weltkonferenz 2008 ausgewählt worden zu sein. Dies bedeutet einen enormen Wertschöpfungsfaktor - für die heimische „Scientific Community", für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Graz und nicht zuletzt für das Tourismusland Steiermark. Rund 500 WissenschafterInnen aus aller Welt konnten in der Zeit vom 21. bis 25. Juli 208 in Graz begrüßt werden, davon etwa 100 ReferentInnen aus Japan, ca. 200 Forscherinnen und Forscher aus dem Nicht-EU-Ausland (vorwiegend aus den USA) sowie weitere 200 hochkarätige ExpertInnen aus Europa respektive der Europäischen Union. Das Internationale Symposium für „Functional π-Electron Systems" in Graz reiht sich in die Tradition der Konferenzserie ein und vereint ChemikerInnen, PhysikerInnen, BiologInnen und IngenieurInnen zu einem Diskussionsforum, um die allerneuesten Fortschritte im Feld der π-konjugierten Materie zu diskutieren. Von den Einsatzgebieten der π-Elektronen über deren Eigenschaften und Anwendungen bis hin zu industriellen Aspekten reicht die thematische Palette; in speziellen Sessions wurden durchwegs „greifbare" Aufgabengebiete diskutiert, etwa die Tintenstrahldruck-Technologie oder die Display-Technik. Für ein abwechslungsreiches Programm war gesorgt: der wissenschaftliche Teil inkludierte Plenar-Sitzungen, Workshops, Vorträge und Posterpräsentationen, um hier nur einige Beispiele zu nennen, und das kulturelle Rahmenprogramm sollte eine gewisse Regenerationsphase angesichts eines doch recht anstrengenden Tagungsablaufes ermöglichen. Das Symposium wurde bewusst in die Sommerferien der Universität(en) gelegt, um einerseits keine Probleme mit der Raumanmietung zu bekommen und andererseits den wissenschaftlichen Nachwuchs respektive Studierende für die Teilnahme zu begeistern.
Die Ausrichtung des Graz-Symposiums für Funktionalisierte π-Electron Systeme war mit entsprechend hohen Aufwänden organisatorischer wie finanzieller Art verbunden. Als Leiter des an der TU Graz eingerichteten Tagungskomitees der TU Graz zeichnete Herr Univ.-Prof. Dr. Emil J.W. List verantwortlich.

Als die wahre Identität von Anastasius Grün aufgedeckt wurde, stellte Metternich im Jahre 1838 den Grafen vor die Wahl, entweder seine publizistischen Tätigkeiten schleunigst zu beenden oder aber Österreich für immer zu verlassen. Graf von Auersperg muss wohl ein enorm aufsässiger Geist gewesen sein: tatsächlich machte er in der Folge noch politische Karriere und verfasste zahlreiche politische Reden, die stärkere Brisanz als seine literarischen Texte besitzen und sich noch vehementer gegen das Metternich-Regime und den Klerikalismus richten. Im Jahre 1806 in Ljubljana geboren, verschrieb er sich den Rechtswissenschaften und verwaltete seit 1831 das Gut „Thurn am Hart", sein zweiter Wohnsitz war Graz (mit Villen in der Zinzendorfgasse und Elisabethstraße). 1839 heiratet Auersperg alias Grün die Tochter (Marie) des Landeshauptmanns der Steiermark, Ignaz Graf Attems. Der Freundeskreis des Literaten war gewaltig; Ludwig Tieck und August Wilhelm Schlegel zählten ebenso dazu wie Heinrich Heine und Nikolaus Lenau. Man kann wohl sagen, dass er mit den bedeutendsten Autoren seiner Zeit in Verbindung stand. In Wien stand Grün unter polizeilicher Beobachtung und kämpfte trotzdem unverzagt für eine liberalere nationale Politik. Neben vielen Auszeichnungen und würdevollen Ernennungen wurde der „Wirkliche Geheime Rat" zum Präsidenten der Delegation des österreichischen Reichsrates und zum Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ernannt.
Der Gesamtnachlass ist inhaltlich geordnet und sorgfältig im großformatigen linierten Inventarbuch mit dem Etikett „Anastasius Grün" handschriftlich verzeichnet und thematisch in 18 Teile gegliedert. Nicht nur der erste Bestand, sondern auch spätere Ankäufe sind hier dokumentiert. Stichproben ergaben, dass sich noch heute das gesamte Briefmaterial zu Anastasius Grün in der besagten Truhe im Grazer Institut für Germanistik befindet. In Abschnitt 10 sind etwa 2.200 Briefe mit Ort und Datum der Briefschreiber an den Empfänger Anastasius Grün aufgelistet. Die Namen der Briefpartner lesen sich wie ein „Who is Who" der literarisch-politischen Geschichte unseres Landes. Vergleicht man die Biographien der einflussreichen Adressanten und Adressaten, erkennt man sehr schnell das freundschaftliche Geflecht und vor allem aber das politische Muster. Die einen waren Vertreter des Biedermeier bzw. der biedermeierlichen Theaterstücks, die anderen waren ausgeprägte Lyriker. Doch indirekt haben sich alle politisch betätigt und kommunizierten mit Gesinnungsfreund Anastasius Grün über ihr Gedankengut. Als Beamte und Mitglieder der Landstände, des Herrenhauses oder des Reichsrats waren ihre Stimmen maßgebend und wegweisend für eine „neue" Politik nach dem Sturz Metternichs. Eine andere Gemeinsamkeit der Korrespondenten ist ihre ernste Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Bildungs- und Schulsystem sowie auch das Interesse für fremde Kulturen und Sprachen. Die vorliegenden Briefe waren wahre Medien für den Gedankenaustausch untereinander!
Das Grazer Projektteam nahm sich dieses ehrgeizigen Aufarbeitungsunterfangens an. Ziel des Projekts war und ist es vor allem, das literarisch-politische Feld, in dem Anastasius Grün im (deutschsprachigen) Österreich seiner Zeit und hier vor allem in der Steiermark wirksam wurde, editorisch zugänglich zu machen. Es wurden daher ausschließlich jene Briefpartner ausgewählt, die von herausragender Bedeutung für die steirische Politikgeschichte einerseits und für die steirische Literaturgeschichte andererseits sind: der steirische Dichter und Landtagsabgeordnete Bartholomäus Carneri (1821-1909); der in Graz geborene Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall (1774-1856), Diplomat, Orientalist und Mitbegründer der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; der erfolgreiche Lustspieldichter Eduard von Bauernfeld (1802-1890), der im März 1848 gemeinsam mit Grün Erzherzog Franz Karl von Habsburg-Lothringen (1802-1878) die Bitte um Konstitution vortrug; der erfolgreiche Bühnenautor und väterliche Freund Ignaz Franz Castelli (1780-1862) sowie der vor allem als Metternich-Gegner und Herausgeber des Taschenbuchs für vaterländische Geschichte in Erinnerung gebliebene Josef Freiherr von Hormayr (1781-1848).
Die ersten Ergebnisse der in mühevoller Kleinarbeit recherchierten Transkriptionen können auch schon teilweise online eingesehen werden; insbesondere die Briefe Carneris an Grün sind ein wahrer Lesegenuss: http://lithes.uni-graz.at/carneribriefe01.html

Die gründliche und wissenschaftsmethodisch verantwortungsvolle Aufarbeitung des Gesamtnachlasses des bedeutenden steirischen Literaten schreitet kontinuierlich voran - ein Verdienst des vorliegenden Transkriptionsprojektes. Die aus transliterarischen Ansätzen geleisteten Grundlagenarbeiten dienten im Jahr 2003 als Ausgangspunkt für das ehrgeizige Unterfangen, auf Basis der maschinschriftlichen Erschließung, der digitalen Erfassung sowie der Sicherung der Handschriften die inhaltliche Textebene konsequent zu ordnen und zu systematisieren. Es sind vor allem die unbekannten (!) Prosaarbeiten, denen besonderes Augenmerk geschenkt werden soll. Das Ergebnis der - naturgemäß eine geraume Zeit in Anspruch nehmenden - Aktivitäten wird als Fundament für spätere transliterarische Konzepte, Editionen und literaturwissenschaftliche Bearbeitungen herangezogen werden und nunmehr auch das bislang unbekannte oder bis dato nahezu kaum beachtete literarische Oeuvre des steirischen Dichters zugänglich machen. Die aktive Zusammenarbeit regionaler und nationaler ExpertInnen, die Synergienbildung zwischen universitärer und außeruniversitärer Expertise (Institut für Germanistik Graz; Verein Projekt Schwab; Universitätsbibliothek Graz; Netzwerk Literarischer Archive Österreichs) und nicht zuletzt die enge Kooperation mit der Werner Schwab-Nachlassverwaltung mit ihren nationalen und internationalen Kontakten lässt die Arbeit zu einem wahren Netzwerk werden. Die Projektfortschritte, die seit dem Jahre 2003 im Allgemeinen und seit dem Abschluss der ersten beiden Projektphasen im Besonderen geleistet wurden, sind unbestritten und erfüllen mit Stolz. Der vorliegende Nachlass besitzt hohen Wert in mehrfacher - wissenschaftlicher, ideeller, regionaler, nationaler und europäischer - Hinsicht. Werner Schwab hat als Schriftsteller nicht nur eine „steile" Karriere gemacht, sondern seine Bedeutung auf den europäischen Bühnen hat, wie die aktuellen Theaterstatistiken zeigen, bis heute nicht nachgelassen, im Gegenteil. Seine Stücke sind offensichtlich zu einem fixen und unverzichtbaren Bestandteil der Spielpläne geworden und haben die Reise über den Atlantik angetreten.

Weltraumforschung dient dem Erkenntnisgewinn, sie ist Grundlagenforschung und sorgt für technologischen Fortschritt an vorderster Front. Und das Geld ist gut investiert: wir sprechen hier von hoch qualifizierten, mittel- und langfristig gesicherten Arbeitsplätzen in Forschung und Industrie. Für das aktive Networking der steirischen und österreichischen Weltrauminstitute und -agenturen bedeutet dies gewichtige Auswirkungen. Und: es handelt sich um Großmissionen, die den jüngsten Trend zu den oft scheiternden Klein- oder gar Billigprojekten ins Gegenteil verkehren. Auch Österreich hat aufgezeigt, dass es zu den Top-Nationen gehört, und zwar nicht nur in Kunst und Kultur, sondern auch und gerade in Forschung und Entwicklung. Dutzende Dissertationen und Forschungsarbeiten sind entstanden, und aus den Dialogen zwischen den heimischen Wissenschafts-, Forschungs-, High-Tech-Standorten erwuchsen gewinnbringende Netzwerke und Initiativen. Die Teilnahme an weltweit wahrgenommenen Projekten wurde Österreich keineswegs in einer Art Nationen-Quote geschenkt, sondern musste erst durch Spitzenleistung erworben werden. Das alljährlich in unserer Landeshauptstadt statt findende UN/A/ESA-Symposium konnte sich, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung des Landes Steiermark sowie der Stadt Graz, zu einer Veranstaltungsmarke auf hohem wissenschaftlichem Niveau entwickeln und rangiert als Top-Highlight ganz vorne im steirischen Veranstaltungskalender. Die Großveranstaltung („Space Solutions: Interaction between Atmosphere and Landcover") steht im Zeichen der internationalen Verpflichtung zur Nachhaltigen Entwicklung, wie sie im Rahmen des Weltgipfeltreffens 2002 (WSSD, Johannesburg) vereinbart wurde.
Das United Nations / Austria / ESA-Symposium fand vom 9. bis zum 12. September 2008 statt. Die Veranstaltung gliedert sich als Eckpfeiler in die Vielfalt der österreichischen Weltraumaktivitäten ein und verweist auf die Bedeutung unserer Landeshauptstadt als heimliche „Weltraumhauptstadt".
Das Projektvorhaben „Styrian Genomic Arthritis Project" (kurz: "Sty Gap") untersucht vererbte Faktoren, die für die Entstehung von Gelenksabnützungen im Raum Steiermark respektive in der steirischen Bevölkerung verantwortlich zu machen sind. Arthrose ist eine der häufigsten Erkrankungen des mittleren und höheren Lebensalters; Arthrose verursacht Schmerz und Immobilität der Erkrankten und führt mit fortschreitendem Lebensalter zu erhöhten Kosten durch teure und langwierige Behandlungen, Krankenstände, Operationen bis hin zu Frühpensionen. Nicht nur, dass es derzeit noch keine zufrieden stellende, frühzeitige und kausale Therapie gegen Arthrose gibt - auch die Ursachen der weit verbreiteten primären Arthrose sind weitgehend unbekannt. Das Projekt „Sty Gap" versucht eine erste gesicherte Grundlage für wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich Äthiologie (= Ursachenlehre), genetische Faktoren, Prävention und mögliche Therapien von Arthrose aufzubereiten.
Seit annähernd 10 Jahren führt die Univ.-Klinik für Orthopädie einen Krebsregister über Tumore des Bewegungsapparates im Einzugsgebiet Steiermark. Rund 200 PatientInnen mit Wirbelsäulenmetastasen werden derzeit in eine retrospektive Studie eingebunden; die gesammelten Daten werden evaluiert und in Zusammenarbeit mir der Abteilung für Onkologie am Grazer Universitätsklinikum ausgewertet. Die prognostizierte Überlebenszeit ist eine wichtige Grundlage für die Entscheidung zu einer operativen Intervention, jedoch ist die Validität der derzeit verwendeten, „herkömmlichen" Evaluationssysteme bis heute ungenügend belegt. Im Rahmen der Studie (mit dem vollständigen Titel „Evaluation prognostischer Faktoren bei PatientInnen mit Wirbelsäulenmetastasen") sollen sechs verschiedene prognostische „Scoring-Systeme" untersucht werden, um zu einem verlässlichen Instrument zu finden, die Therapieentscheidung zu beschleunigen und zu verbessern.
Schließlich sei auch die Forschungsstudie „ASER-Triboskop" kurz vorgestellt, ein Projekt zur frühzeitigen Diagnostik von Endoprothesen-Abnutzungen. Ein Unsicherheitsfaktor in der Langlebigkeit einer Prothese ist die individuelle mechanische Beanspruchung im aktiven Patienten. Konventionelle bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zeigen erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Abnutzung eine sichtbare Veränderung; auch eine klinische Manifestation erscheint, wenn überhaupt, erst sehr spät. So werden bis heute frühe Therapieoptionen und engmaschige Kontrollen von schnell verschleißenden Prothesen ohne Beweis der Notwendigkeit - einzig aus dem Erfahrungsgrad des Arztes heraus - verordnet, was den personellen und finanziellen Aufwand der Behandlung erhöht. Ziel der vorliegenden Studie ist es, eine einfache, reproduzierbare, nebenwirkungsfreie und verlässliche Untersuchungsmethode zur Beurteilung des Zustandes und der Funktion der Endoprothese zu etablieren.

Die Karl-Franzens-Universität Graz hat sich in den vergangenen Jahren durch eine Reihe von kulturwissenschaftlichen Unternehmungen in der österreichischen und internationalen Wissenschaftslandschaft deutlich positioniert. Die hierorts wirkenden WissenschafterInnen verfügen über eine beachtliche Expertise in den Bereichen kulturwissenschaftlicher Forschung und Lehre. Speziell in den Domänen der Wissensorganisation, Projektorganisation und der internationalen Netzwerkbildung konnte umfangreiches Wissen in unterschiedlichen disziplinären Zusammenhängen erworben werden: dieses Wissen zu bündeln und nachhaltig für den Wissenschaftsstandort Graz zu sichern, versteht sich als Gründungsauftrag des neu eingerichteten Zentrums für Kulturwissenschaften.
Vorrangiges Ziel des gem. § 13 UG 2002 installierten Wissenschaftszentrums ist die Konzeption respektive die Durchführung von Forschungsprojekten entlang temporärer Schwerpunktsetzungen. In diesen werden international relevante Fragestellungen aufgegriffen und gesellschaftliche Problemlagen aus interdisziplinärer Perspektive analysiert. Die Entwicklung von bereichsübergreifenden Forschungsstrategien, die die vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen zu fassen imstande sind, stärkt denn auch die internationale Positionierung der Universität Graz und macht sie zu einem weltweit wahrgenommenen und anerkannten Forschungs- und Studienstandort im Bereich der Kulturwissenschaften. Ganz oben auf der Liste der Gründungsziele steht dabei die transdisziplinäre Vernetzung, die auf zwei Ebenen realisiert werden soll: zum einen in der Ausbildung eines tragfähigen kulturwissenschaftlichen Forschungsnetzwerks unter Nutzung bereits bestehender Kapazitäten, zum anderen im Aufbau und in der Betreuung internationaler Vernetzungsvorhaben (zB wechselseitiger Austauschprojekte, Fellowships- und Stipendienprogramme). Erklärtes Ziel ist dabei die Einwerbung von Forschungsmitteln für den wissenschaftlichen Nachwuchs: das Zentrum für Kultuwissenschaften erfüllt somit auch eine regelrechte Plattformfunktion und dient den jungen und begabten Nachwuchs-wissenschafterInnen als Arbeitsforum, um je nach Themenspezifikum diskutiert, bearbeitet und eigenverantwortlich „gemanagt" zu werden.
Das Zentrum für Kulturwissenschaften wurde im Mai dieses Jahres gem. § 13 UG 2002 als überfakultärer Leistungsbereich rechtsgültig installiert. Die Finanzierung gelingt in der Hauptsache aus Mitteln des Dekanats der Geisteswissenschaftlichen Fakultät sowie des Vizerektorats für Forschung und Wissenstransfer; große Hoffnungen verbinden sich auch mit dem für „Ressourcen" zuständigen Vizerektorat. Die Einwerbung weiterer Förderungsgelder ist unverzichtbar, etwa durch die Erschließung von Drittmitteln für Forschungsprojekte rund um den Schwerpunkt „Migration"; so konnte der Zukunftsfonds als Förderungspartner gewonnen werden. Um den Aufbau des Zentrums für Kulturwissenschaften in den kommenden drei Jahren - bis zur strengen Selbstevaluierung im Jahr 2010 - zu gewährleisten, bedarf es indes zusätzlicher Förderungspartner, so des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark.
Gerade im Repertoire der geisteswissenschaftlichen Disziplinen hat die Kulturwissenschaft keinen einfachen Stand: sie verfügt nicht prinzipiell über einen Kanon eigener Objekte und Fragestellungen und wird vor diesem Hintergrund vielfach (noch) belächelt. Zu Unrecht, denn ihr Erkenntnisinteresse gilt vielmehr den gesellschaftlichen Problemen in ihren historischen und aktuellen Dimensionen, wie sie etwa in den Philologien, den Kunstwissenschaften, den Sozialwissenschaften oder den Geschichtswissenschaften zu finden sind. Kulturwissenschaftliche Reflexion ist grundsätzlich transdisziplinär! Kulturwissenschaft ist aber auch in der Tat praxisorientiert und nicht nur der Tradition deutschsprachiger Philosophie verpflichtet, im Gegenteil. Im Kontext der so genannten „Cultural Studies" erhebt sie die vor allem gesellschaftspolitisch zu verstehende Forderung, Theorie als Strategie und Werkzeug zu begreifen, um die Wissensgenerierung über den akademischen Zusammenhang hinaus in ganz konkreten Situationen nutzbar zu machen.

Besuchen Sie die begleitende Internet-Plattform (ed. Wernfried Hofmeister) unter
http://www-gewi.uni-graz.at/montfort-edition/.
Hugo von Montfort (1357 - 1423) war zugleich Politiker und ein bemerkenswerter Sprachkünstler des Spätmittelalters. Mehr als 170 erhaltene Dokumente bezeugen sein anstrengendes, aber wohl auch erfülltes und letztlich sehr geglücktes Leben: Aus dem bekannten Bregenzer Hochadelsgeschlecht stammend, führten ihn seine Wege schon 1373 in die Steiermark. Gleichsam zwischen zwischen dieser süddeutschen Region und der alemannischen Heimat pendelnd, durchquerte er in den Folgejahren auf dem Rücken seiner Pferde weite Teile aller deutschsprachigen und einiger angrenzender Länder. Nach dem frühen Tod der zweiten Frau scheint der Montforter in eine Lebens- und Schaffenskrise geraten zu sein, aus der ihn erst die Ehelichung von Anna von Neuhaus 1401 befreite; ab dieser Zeit verlagerte sich sein Lebensmittelpunkt in das Gebiet um die steirische Burg Pfannberg. Hugos Einsatz für das Haus Habsburg und für die steirischen Landesinteressen wurde 1413 durch die ehrenvolle Betrauung Hugos mit dem Amt des Landeshauptmannes von Steiermark belohnt, das er bis 1415 erfolgreich ausübte. Er starb am 5. April 1423 und fand in der Minoritenkirche im steirischen Bruck an der Mur seine letzte Ruhestätte.
Die im Jahr 2006 seitens des Wissenschaftsressorts subventionierten „Genetischen Untersuchungen bei Kindern mit Meningokokkenerkrankungen" brachten sensationelle Forschungsergebnisse hervor, die auch im internationalen Vergleich einzigartig sind und weltweit für Furore sorgen. Tatsächlich beträgt die „Trefferquote" mehr als das 20Fache der gängigen Forschungsbeweisführung. Die Medizinische Schule am Forschungsstandort Graz zeichnet sich einmal mehr aus - das Wichtigste ist jedoch die Bedeutung der Forschungserkenntnisse für die kleinen Patientinnen und Patienten und ihre Eltern: die Überlebenschance der betroffenen Kinder steigt um ein Vielfaches, so die Forschungen ausgeweitet werden. Die Leistungen der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde können zur Weltspitze gerechnet werden.
Meningokokkenerkrankungen betreffen nahezu immer vollkommen gesunde Kinder und führen nicht selten innerhalb weniger Stunden zum Tod. Die anfangs sehr unspezifischen Symptome lassen eine rechtzeitige Identifizierung oft nicht zu und werden erst an den klinischen Zeichen eines Schocks oder den typischen Hautblutungen erkannt - in den meisten Fällen ist es dann schon zu spät. Denn der Krankheitsfortschritt gleicht einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit, wobei nur mehr die rasche Verfügbarkeit von Antiobiotika und einer Intensivbehandlung lebensrettend ist. Generell werden zwei klinische Verlaufsformen der Meningokokkenerkrankungen unterschieden: die Sepsis und die eitrige Hirnhautentzündung. Während letztere als Meningitis weitreichend bekannt ist, nimmt die fulminante Sepsis bösartige Formen an.
Im Rahmen des zurück liegenden Forschungsprojektes ist es den Grazer ForscherInnen erstmals gelungen, erstens die unterschiedlichen Meningokokkenstämme mit den verschiedensten Verlaufformen dieser Erkrankung zweifelsfrei zu assoziieren, zweitens den Nachweis zu erbringen, dass Unterschiede im Immun- und Gerinnungssystem der betroffenen Kinder für das Auftreten der verschiedenen Formen verantwortlich sind, und drittens den genetischen Hauptverursacher zu identifizieren: es ist das Protein C. Wie eingangs erwähnt, liegt die „Forschungstrefferquote" weit über dem normalen Durchschnitt - man kann von einer regelrechten „Punktlandung" sprechen. Gemeinsam mit 100 Partnerkliniken in ganz Europa (und insbesondere in Kooperation mit dem renommierten St. Mary-Hospital, Prof. Michael Levin, London) gilt es diese Ergebnisse zu intensivieren. Der Nachweis, dass genetische Unterschiede im ProteinC-System der Kinder für Tod und Überleben verantwortlich sind, bedeutet eine unschätzbare Grundlage für die weitere Einschätzung des möglichen Behandlungspotenzials.
Zwei klinische Studien („Genetische Ursachen der Meningokokkenerkrankung bei Kindern" sowie „Whole Genome Screening des Menschen bei der Meningokokkensepsis") werden zurzeit durchgeführt und dabei aus Wissenschaftsförderungsgeldern subventioniert.
Zwischen den Varietäten des Deutschen - im Speziellen zwischen dem Österreichischen Deutsch und dem Deutschländischen Deutsch - gibt es zahlreiche Unterschiede im lexikalischen Bereich. Dies ist seit geraumer Zeit bekannt, und diese Unterschiede wurden auch schon in verschiedenen Wörterbüchern beschrieben; Zuletzt erschien im Jahr 2004 das „Wörterbuch der Varietäten des Deutschen", das nicht weniger als 12.500 Begriffe umfasst. Diese und andere lexikalische Sammlungen widmen sich jedoch nur unzureichend der Sprachebene des „Amtsdeutsch", also der deutschen Sprache als Verwaltungs- und Rechtsterminologie im öffentlichen politischen und sozialen Leben. Es fehlt also nicht nur ein umfassendes und zuverlässiges Nachschlagewerk zur öffentlichen Sprache in Österreich, sondern auch eine entsprechende Datenbank, in der diese Daten strukturiert gespeichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein exemplarischer Vergleich macht die Drastik dieses Mankos deutlich: das Schweizer Bundesparlament verfügt über eine eigene Terminologieabteilung mit einer mehrsprachigen Datenbank, die derzeit 1,5 Millionen Termini, davon 440.000 schweizerische Wortspezifika, enthält.
Im Hinblick auf die Übersetzung von EU-Rechtsakten in das Deutsche und der großen Dominanz des Deutschländischen Deutsch innerhalb des EU-Übersetzungsdienstes kommt der Erstellung einer „Österreichischen Terminologiesammlung" incl. einer integrierten Datenbank somit eine besondere Bedeutung zu, umso mehr, als damit die eigene Rechtstradition deutlich gemacht und aufrecht erhalten werden kann. Das vorliegende Projektvorhaben steht in diesem unmittelbaren Kontext. Die Ziele sowie die angenehmen „Nebeneffekte" liegen klar auf der Hand: durch die Verwendung österreichischer Termini in der Übersetzung von EU-Rechts- und Verwaltungstexten lässt sich nicht nur eine größere rechtliche Zuverlässigkeit in direkter Folge ableiten, sondern ist auch größere Bürgernähe zwingend zu erwarten. Ein weiteres Ziel ist die Übersetzung der österreichischen Amtsterminologie in die EU-Arbeitssprachen Englisch und Französisch. Denn beide Sprachen haben im Rahmen der EU-Verwaltungspraxis einen zentralen Stellenwert: sie sind - neben dem Deutschen - Arbeitssprachen der EU-Institutionen, werden aber ungleich öfters verwendet.
Neben der Eintragung der Terminologie in die EU-Datenbanken ist auch die Publikation des mehrsprachigen Wörterbuchs in gedruckter Form geplant. Die Übersetzung von Rechts- und Verwaltungstermini bedeutet eine äußerst zeit- und rechercheaufwendige Arbeit. Das Recherchieren in äquivalenten Texten und Datenbanken ist unumgänglich, um korrekte Entsprechungen zu finden und eine Vorstellung über eine mögliche Umschreibung für bestimmte Termini zu bekommen. Die parallele Übersetzung eines terminologischen Ausgangstextes in zwei Sprachen erfordert sehr viel Sorgfalt, um etwa begriffliche Inkompatibilitäten oder fehlende Deckungsgleichheiten zu vermeiden. Und: es gibt nur sehr wenige ÜbersetzerInnen, die über die für das Projekt erforderliche Qualifikation verfügen.
Die am Institut für Germanistik der Universität Graz eingerichtete „Forschungsstelle Österreichisches Deutsch" verfügt über die erforderlichen Voraussetzungen, um das Projekt erfolgreich zu realisieren; Die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Öffentliches Recht sowie dem Institut für Informationssysteme der TU Graz erfüllt interdisziplinäre Prämissen.

Diese einzigartige Situation einer „Sprachvermehrung" ist überaus spannend, führt andererseits jedoch sowohl bei den BKMS-Sprechenden als auch bei Personen anderer Muttersprachen zu einem gewissen Maß an Unsicherheit und Unverständnis. So mag es durchaus vorkommen, dass etwa TouristInnen mit geringen Kenntnissen des Kroatischen an der Adriaküste nur mit Kopfschütteln begegnet wird, weil sie als Quelle ihrer Sprachversuche ein altes serbokroatisches Lehrbuch oder gar einen der vielen undifferenzierten Sprachführer benutzen. Doch waren gerade die sprachlichen Veränderungen in der slawistischen Sprachfamilie seit Beginn der 1990er Jahre enorm. Vor diesem Hintergrund ist es für jede/n Sprechende/n und Lernende/n - sei es aus beruflichen Gründen, sei es im privaten Interesse - überaus wichtig, über die in den Staaten verwendete Lexik und Semantik Bescheid zu wissen. Ist dies der Fall, so können diese Kenntnisse wesentlich zum Erfolg eines wirtschaftlichen Vorhabens beitragen, abgesehen davon, dass Missverständnissen vorgebeugt wird und die persönlichen Kontakte einfacher gestaltet werden können. All diesen Herausforderungen nimmt sich das Institut für Slawistik an und erarbeitet im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes ein „Gralis-Lexikarium für die Sprachen Deutsch ↔ bosnisch/bosniakisch, kroatisch, montenegrinisch und serbisch" (inclusive der Option der Ausweitung auf andere Sprachen). Das geplante Lexikarium ist multifunktionell und „bidirektional"; denn gleichzeitig soll auch den vielen in Österreich lebenden MigrantInnen und Gästen aus den Staaten Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien und Kosovo die Möglichkeit geboten werden, sich leichter in der deutschen Sprache zurecht zu finden. Ein erheblicher Synergieeffekt würde als zweite tragende Komponente insofern an Bedeutung gewinnen, als auf regionale Besonderheiten nicht vergessen wird: spezifische Ausdrücke oder sprachliche Besonderheiten (Germ - Hefe; Knödel - Kloß etc.) werden inkludiert.
Auch umgelegt auf andere Sprachen oder Sprachgruppen lässt sich im nationalen und internationalen Kontext kein vergleichbares Projektvorhaben finden. Das „Innere Team" (bestehend aus 5 WissenschafterInnen der KFU Graz) und „Äußere Team" (6 ProjektmitarbeiterInnen aus den betreffenden Staaten) erarbeiten hier ein ambitioniertes Projekt mit Pilot- und Modellcharakter.

„Gelebte Internationalität" - so lautet die Corporate Identity des Wegener Zentrums für Klima und Globalen Wandel (kurz: WegCenter) der Karl-Franzens-Universität Graz. Das Forschungsinteresse erstreckt sich dabei von der Beobachtung, Analyse, Modellierung und Vorhersage des Klima- und Umweltwandels über die Klimafolgenforschung bis hin zur Analyse der Rolle des Menschen als Mitverursacher und Mitbetroffener und Mitgestalter globaler Wandlungsprozesse. Schwerpunktregion ist die Steiermark/Österreich im globalen Kontext.
Die ForscherInnen zahlreicher Institute der Universität Graz, allen voran jene der Naturwissenschaftlichen, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, entwickelten im letzten Jahrzehnt signifikante Kompetenzen in unterschiedlichen Forschungsbereichen des Klimawandels und Globalen Wandels. Darauf aufbauend und zur Nutzung des vorhandenen, aus verschiedenen klimabezogenen Aktivitäten zusammengeführten Potenzials startete das WegCenter seine Arbeit im Dezember 2004. Am Standort Graz-Steiermark ist das Wegener Zentrum in Zukunft die primäre Institution, die den Bereich „Klima und Globaler Wandel" durch Grundlagenforschung, grundlagennahe anwendungsorientierte Forschung, forschungsgeleitete Lehre und Wissenstransfer sowie Öffentlichkeitsarbeit vertritt. Es ist - österreichweit - die erste Einrichtung, die diese Forschungsfelder institutionalisiert und damit breit und fundiert abdecken kann. Internationale Zusammenarbeit wird groß geschrieben: Interuniversitäre, österreichweite Kooperationen werden ebenso aktiv gepflegt und ausgebaut wie die Kontakte zu etablierten Exzellenzzentren in aller Welt. Eine Schlüsselrolle spielen die unterstützenden Rahmenbedingungen der Universität Graz sowie des Standortes: Rund 5 Gehminuten von Universitätsgelände entfernt bietet das Wegener Forschungshaus ausreichend Platz für rund 40 MitarbeiterInnen: ForscherInnen und Forschergruppen aus den Bereichen Geo- und Klimaphysik, Meteorologie, Volkswirtschaftslehre, Geographie sowie Regionalforschung arbeiten hier unter einem Dach zusammen; Zahlreiche weitere WissenschafterInnen sind als lokale Partner eng affiliiert. Bersonders intensiv sind die Bemühungen um den wissenschaftlichen Nachwuchs, seien es Dissertantinnen und Dissertanten, seien es Postdocs oder Senior Professionals.
So auch der Fall im Rahmen des Projektvorhabens „WEGDEMO": für die Durchführung des Pilotprojektes (mit dem vollständigen Titel "Demonstrationsprojekt WegenerNet Klimastationsnetz Region Feldbach. Nutzung für Monitoring und Modellierung von Wetter und Klima in der Oststeiermark") sollen „Junior Scientists", „Lead Scientists" und „Post DocScientists" auf Basis temporär befristeter Dienstverträge beschäftigt werden. Für die „Young Professionals" bedeutet dies nicht nur eine finanzielle Absicherung, sondern vor allem eine enorme Qualifizierungschance und eine besondere Auszeichnung. Denn „WEGDEMO" leistet Pionierarbeit, ja kann als Forschungs-Experiment gelten. Die Südoststeiermark ist DIE Modellregion des Wegener-Forschungsgebiets. Es geht einerseits um die natürlichen und vom Menschen beeinflussten Klima- und Umweltänderungen und deren Auswirkungen auf unsere natürliche Lebensumwelt (Luft, Wasser, Boden, Pflanzen), vor allem aber auch um sozio-ökonomischen Folgen und Auswirkungen. Die Forschungsergebnisse sind daher für die Südoststeiermark in hohem Maß wirtschafts- und gesellschaftsrelevant.
„WEGDEMO" wurde mit tatkräftiger Unterstützung des Landes Steiermark ausfinanziert - die erforderlichen Mittel wurden aus Förderungsgeldern unserer Abteilung (A3) sowie der Fachabteilung 17C (Technische Umweltkontrolle und Sicherheitswesen) bereit gestellt.
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HIER die Homepage des Wegener Zentrums.
‚Lesen Können' und ‚Lesen Wollen' werden in frühester Kindheit geprägt - für das gesamte Leben! Die Verantwortung liegt im Schul- und Kindergartenbereich ebenso wie bei den Eltern respektive Erziehungsberechtigten.
Die Errichtung einer „Steirischen Kinder- und Jugendbibliothek" mit ganzjährigem, spartenübergreifendem Veranstaltungsangebot stellt ein attraktives außerschulisches Bildungsangebot dar, das Defizite in den Bereichen Grundbildung, Lesekompetenz und Ausdrucksfähigkeit zu minimieren hilft. Die integrierte „Familien-Begleitbibliothek" soll Eltern in ihrer Verantwortung als primäre Leseerzieher stärken. Gleichzeitig steht die Bibliothek als Ausbildungszentrum für Bibliothekarinnen und Bibliothekare zur Verfügung.
Der Verein Lesezentrum Steiermark ist die zentrale Service- und Beratungsstelle für alle Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken in der Steiermark und verfügt über weitreichende Expertise. Der Verein überzeugte den Expertenbeirat des Zukunftsfonds Steiermark und "gewann" das Förderungsauswahlverfahren 2006.
Die „Steirische Kinder- und Jugendbibliothek" ist in besonderem Maße ein innovatives und zukunftsweisendes Projekt, weil......
- .... es von einer ganzheitlichen Problemsicht ausgeht, während „traditionelle" Modelle der Leseförderung vornehmlich auf die Bereiche Schule und Kindergarten fokussiert werden. Die Steirische Kinder- und Jugendbibliothek bezieht hingegen die ersten und wichtigsten Literaturvermittler ein: es sind die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten, die das Lesen „vorleben"
- .... es neben den „klassischen" Methoden der Leseförderung und Leseanimation das gesamte Kulturspektrum einbezieht und Kindern, Jugendliche, Eltern, Großeltern die bewusste, aktive Beteiligung ermöglicht.
- ..... es die notwendige Kontinuität der Weiterbildung sichert, und das in der Alltagspraxis, aber auf gesicherter wissenschaftlicher Grundlage
- ..... mit den wichtigsten Kooperationspartnern gemeinsam abgewickelt wird und mannigfaltige Synergien schafft.
- ..... erwarten lässt, dass mit der Partizipation aller Generationen das Wesen einer Öffentlichen Bibliothek (auch in kleineren Orten) deutlich unterstrichen wird.
Vor allem aber ist das Projekt zukunftsweisend, weil es Jugendlichen eine wichtige Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung bietet. Und: je besser das Wissen und je besser die sprachliche Ausdrucksfähigkeit, desto besser die Chancen in der Arbeitswelt!
Besuchen Sie die vereinseigene Webseite unter
http://www.lesezentrum.at/




