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Unser Förderungsarchiv - Jänner bis Juli 2009

Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

"Herrschaft - Verfolgung - Widerstand"
CLIO Vereinslogo 
CLIO Vereinslogo
 
Seit seiner Gründung im Jahr 1995 beschäftigt sich CLIO - der Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit mit der sozialhistorischen Aufarbeitung der steirischen Geschichte; sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem 19. und 20. Jahrhundert, und hier vor allem auf der Auseinandersetzung mit der Vorgeschichte, Geschichte und Nachgeschichte der diktatorischen Regime. Die Forschungsintensität zu Themen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus sowie der Verfolgung aus politischen und rassistischen Gründen ist ungebrochen. Untrennbar verbunden mit den Arbeitsinhalten ist der Anspruch, diese auf pädagogisch adäquate Weise zu vermitteln - CLIO erfüllt eine entscheidende Schnittstellenfunktion zwischen Forschung und Vermittlung. Zu diesem Zweck verwendet der Verein vornehmlich Methoden aufsuchender Art (Rundgänge, Exkursionen) sowie solche, die speziell auf das Zielpublikum abgestimmt sind, beginnend von Lesungen und Zeitzeugengespräche über Theateraufführungen und Ausstellungen bis hin zu Diskussions- und Vortragsreihen sowie wissenschaftlichen Symposien. Als nachhaltige „Produktentwicklungen" werden eigenständige Publikationen sowie zahlreiche Beiträge in Zeitschriften verfasst; daneben greifen sowohl öffentliche Institutionen als auch MedienvertreterInnen und Privatpersonen auf die Grazer Vereinsexpertise zurück.

Die ambionierten Projektaktivitäten im Erinnerungsjahr 2008 sind vielfältig und präsentieren durchwegs spannende Inhalte. sie werden gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft „Die Steiermark 1938 bis 1945" (Verein Clio, Institut für Geschichte/ Abteilung Zeitgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz; Centrum für Jüdische Studien) durchgeführt. Die aus Wissenschaftsfördrungsgeldern des Landes Steiermark subventionierten Forschungen zum Themenkomplex "Herrschaft - Verfolgung - Widerstand - Erinnern und Vergessen" mündeten in die Ausstellung "Unsichtbar", die noch bis 29. März 2009 im Grazer Stadtmuseum zu sehen ist.

CLIO hat sich seit jeher besonders um die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen bemüht; die mannigfaltigen Projektvorhaben, seien sie kultureller oder wissenschaftlicher Art, sollen das wissenschaftliche Fachpublikum ebenso erreichen wie interessierte Erwachsene und Jugendliche. Das vorliegende Großprojekt steht in diesem unmittelbaren Zusammenhang und beschreibt ein dringendes Forschungsdesiderat: die Dokumentation von Widerstand einerseits und die Erforschung von Verfolgung/Ahndung dieses Widerstands andererseits. Während das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands in Wien (DÖW) Forschungsarbeiten zu diesem vielschichtigen Themenkomplex für nahezu alle Bundesländer heraus gegeben hat, gibt es speziell für die Steiermark - mit Ausnahme jener Werke, die von CLIO sowie dem Centrum für Jüdische Studien publiziert wurden - kaum eine themenspezifische Arbeit. Der Zeitpunkt, diese und weitere Forschungslücken zu schließen, war günstig: 2008 jährten sich der so genannte „Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland sowie der Beginn der systematischen Verfolgungen durch die Nationalsozialisten zum 70. Mal. Nachdem im Gedankenjahr 2005 gleichsam die „Vorgeschichte" - Verfolgung und Widerstand gegen den Nationalsozialismus - nicht bzw. nur am Rande thematisiert wurde, soll dieses „Schweigen" durchbrochen werden.

Zur Homepage des Vereins CLIO gelangen Sie durch Klick auf das Logo.

 
„Freizeit und Sport in modernen Gesellschaften"
Karl-Franzens-Universität Graz - Online 
Karl-Franzens-Universität Graz - Online
 

Mit der Einrichtung besonderer thematischer Schwerpunkte am Universitätsinstitut für Soziologie wurde Graz zu einem weltweit anerkannten Standort der „International vergleichenden Sozialforschung"; Seit damals - die Schwerpunktbildung fiel in das Jahr 1988 - sind die Grazer Bemühungen um eine umfangreiche, interkulturelle Soziologie ungebrochen. Ein besonderer Brennpunkt ergibt sich mit der Mitarbeit am „International Social Survey Programme" (kurz: ISSP), an dem Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus über 40 Ländern der Erde beteiligt sind. Die österreichischen Projektaktivitäten werden von der am Grazer Institut eingerichteten Projektarbeitsgruppe betreut. Die kontinuierliche Teilnahme Österreichs an diesem einmaligen Projekt ist insofern sehr wichtig, als unser Land in den direkten Ländervergleich gestellt werden kann: Die Themen der ISSP-Erhebungen umfassen ein breites Spektrum gesellschaftlicher und politischer Einstellungen und Wertorientierungen; sie reichen von Einstellungen zu Ehe, Familie und Frauenrolle, über soziale Netzwerke, religiösen Orientierungen und kirchlicher Partizipation bis hin zu politischen Einstellungen und nationalem Identitätsgefühl („Nationalstolz"). Die Erhebungen werden alle 5 bis 8 Jahre wiederholt, so dass auch der Wandel der Wertvorstellungen mit erfasst wird.

Die österreichische Projektgruppe unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Max Haller hat dazu nicht weniger als acht Bücher und 53 wissenschaftliche Aufsätze, viele davon in renommierten englischen Zeitschriften, veröffentlicht und war insofern sehr einflussreich, als ihre Vorschläge für neue Themenkomplexe akzeptiert und zugelassen wurden. So auch der Fall beim Thema „Freizeit und Sport in modernen Gesellschaften", das im Jahr 2008 erstmals im internationalen Kontext sowie auch im regionalen Umfeld bearbeitet wurde. Zwar gibt es in Österreich bereits verschiedene Studien über die Häufigkeit der Sportausübung in bestimmten Bevölkerungsgruppen und Altersklassen, bislang jedoch keine Daten, die systematisch mit anderen Ländern der Welt in Beziehung gesetzt werden können. Dabei sind gerade die Befunde zu diesen Fragen im internationalen Beziehungsgeflecht wissenschaftlich hochinteressant. 5 Hypothesen dienen als Ausgangspunkt der Forschungsfragen:
Sportinteresse und Sportausübung variieren deutlich nach Alter und Geschlecht, wobei Männer und jüngere Personen deutlich aktiver sind als Frauen und ältere Menschen. Gerade die Partizipation der - möglichst breiten - Bevölkerung an sportlichen Aktivitäten wird aus gesundheitspolitischen Gründen immer wichtiger. Die Daten der Studien werden genau belegen, wie die Sporthäufigkeit sozial variiert und welche Faktoren die Sportlichkeit bis ins hohe Alter zu fördern vermögen. Sportinteresse und Sportausübung sind in höher entwickelten Ländern intensiver. Aber auch innerhalb Europas bestehen erhebliche Unterschied je nach Priorität der Sportförderung. Zu vermuten ist, dass in dieser Hinsicht in Österreich selbst ein Gefälle besteht: diese bloße Vermutung soll erstmals mit exakten Daten belegt und demnach „gemessen" werden. In der sozialen und kulturellen Bedeutung von Zeit, Freizeit und Sport gibt es international und interkulturell große Variationen. Unbestrittene Tatsache ist, dass ein Großteil der „Freizeit" in westlichen Gesellschaften nicht für kreative oder physische Aktivitäten genützt wird, sondern für passive Unterhaltung, vornehmlich für das Fernsehen. Der Stressfaktor ist dabei nicht unerheblich - je weniger Stress, desto höher die aktuelle soziale Interaktion. Das Verhältnis der Menschen zur Zeit soll im Rahmen dieses dritten Projektschwerpunktes erfasst werden: Gefühle von zeitlichem Druck einerseits und Langeweile andererseits - typische Kennzeichen der modernen westlichen Gesellschaft - sowie die Präferenzen für die Freizeitgestaltung (allein oder in Gemeinschaft) werden dabei in den Blick genommen. Sportausübung und Sportinteresse sind bedeutsam für die soziale Integration und politische Identität (Nationalstolz) der Menschen - so lautet die vierte These. Die Freizeitforschung hat gezeigt, dass die Art und Weise der Freizeitgestaltung in hohem Maße durch Bildungsniveau und berufliche Arbeit mitbestimmt wird; eine zeitlich oder körperlich sehr belastende, geistig aber eher anspruchlose Arbeit wird dabei im Normalfall nicht durch anspruchsvolle geistige Freizeitaktivitäten kompensiert. Der in bestimmten Berufssparten vorherrschende Wunsch nach mehr oder weniger Arbeit, nach mehr oder weniger Zeit für Arbeit, Familie und Freizeit, wurde bis heute noch nicht ausreichend untersucht. Sportausübung stellt eine soziale Aktivität par excellence dar, die meisten Sportarten werden in Mannschaften oder Gruppen ausgeübt, und der Besuch von Sportveranstaltungen erfolgt in der Regel gemeinsam. Auch dies ist ein Aspekt, der angesichts des steigenden Anteils älterer, vereinsamender Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnt und im Rahmen der Studie interdisziplinär untersucht werden soll.

Die hier im Kurzen skizzierten Forschungsfragen münden schließlich in den letzten - und zugleich interessantesten - Teil der Studie: die Frage nach der Lebenszufriedenheit von sportlich aktiven Menschen und die direkte oder auch indirekte Wechselwirkung zwischen Sport, Gesundheit und „happiness". Zu vermuten ist, dass etwa die deutlichen Unterschiede im gesundheitlichen Befinden und in der Lebenszufriedenheit innerhalb der großen und stark zunehmenden Gruppe der älteren Menschen nicht zuletzt mit ihrem unterschiedlichen, sportlichen Engagement zu tun haben.

 
EUROPRIX - Multimedia Awards
Szene aus "EUROPRIX 2007" 
Szene aus "EUROPRIX 2007"
 
Kreativität aus ganz Europa zu Gast in der Steiermark - die Erfolgsgeschichte des „EUROPRIX Multimedia Award" wurde im Jahr 2008 weiter geschrieben! Der EUROPRIX stellt nichts Geringeres dar als eine Auszeichnung der besten europäischen Produkte interaktiver Medien. Der Wettbewerb wurde 1998 im Rahmen der EU-Präsidentschaft Österreichs als österreichische Initiative ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich statt. Es handelt sich in der Tat um ein Projekt von europäischer Tragweite; Für die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Disziplinen, sei es Forschung, Entwicklung oder Innovation, sind wesentliche Impulse zu erwarten. EUROPRIX ermöglicht den heimischen MultimediaproduzentInnen den Vergleich auf internationaler Ebene und dient somit nationalen Forschungseinrichtungen und Unternehmen als Promotor für neue Ideen. Heimische Institutionen suchen im Rahmen der Großveranstaltung das direkte Gespräch mit kreativen, außergewöhnlich begabten jungen Menschen. Die Awards richten sich an junge, kreative Talente unter 30 Jahren, die im Bereich e-Content und Design arbeiten. Innovation, Kreativität und Originalität sind gleichsam die Markenzeichen des Projektvorhabens. Die Gala vernetzt jedes Jahr rund 3500 geladene Gäste; sie präsentiert die beim Talentwettbewerb nominierten Projekte und ihre Produzentinnen und Produzenten. Die begehrte Trophäe wird mittlerweile schon in zehn Kategorien vergeben, und natürlich gibt es auch einen Gesamtgewinner bzw. eine Gesamtgewinnerin.

Die EUROPRIX-Abschlussveranstaltung fand im Jahr 2007 erstmals in Graz statt und verlief so erfolgreich, dass unsere Landeshauptstadt ein weiteres Mal den 'Zuschlag' als Veranstaltungsort (2008) erhielt. An die festliche Preisgala ist eine Leistungsschau (Best Practice - Showcasing) gekoppelt. Die Ausrichtung des EUROPRIX bedeutet ein besonderes Engagement im aktiven Austausch österreichischer Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen mit rund 1300 Ausbildungsinstitutionen (im tertiären Sektor) in 34 Ländern (EU, Erweiterungsstaaten, EFTA-Länder, Türkei und Israel).

 
"FreChe Materie - Frauen erobern chemische Materi(ali)en"
fForte-Programm - Logo 
fForte-Programm - Logo
 

Die Überwindung hierarchischer Strukturen, die Motivierung des akademischen Nachwuchses sowie die gezielte Förderung von Frauen in der Wissenschaft sind längst nicht mehr bloße Schlagworte, sondern Grundvoraussetzungen in der heutigen Wissensgesellschaft. Es sind vornehmlich technisch-naturwissenschaftliche Studienrichtungen, die auch heute noch zu den „männlich dominierten" Arbeitsbereichen und Berufsfeldern zählen, obwohl sie oft die besten Karriere- und Berufschancen bieten und Männern wie Frauen gleichermaßen offen stehen (sollten). Die Präsenz von Frauen in leitenden bzw. verantwortlichen Positionen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen, in der außeruniversitären Forschung und im Unternehmungssektor soll und muss deutlich erhöht werden. Zahlreiche Soft-Skill-Projekte haben den Bewusstseinsbildungsprozess zwar bereits seit einiger Zeit in Gang gesetzt und verschreiben sich dem Abbau psychologischer Hemmschwellen und Berührungsängste. Mit der Schaffung öffentlichen Bewusstseins alleine ist es indes nicht getan; Datenerhebungen und wissenschaftliche Studien sind zwar wichtig, doch Papier ist geduldig.

Materialwissenschaften und Chemie gehören zu diesen klassischen „Männerdomänen". Nur wenige Frauen wählen bisher den viel versprechenden Weg in chemisch-materialwissenschaftlichen Disziplinen, die sich durch ein auffallend breites Anwendungsspektrum und hervorragende Karrieremöglichkeiten auszeichnen. Das Geschlechterverhältnis in der Chemie ist zwar durchaus ein ausgeglichenes, doch haben technologieorientierte Spezialisierungen deutlichen Aufholbedarf. Das Doktorandinnenkolleg „fForte - FreChe Materie (Frauen erobern chemische Materialien)" will diese Schieflage ändern und mehr Frauen für Spitzenpositionen in Wissenschaft sowie Wirtschaft qualifizieren. Das Wissenschafterinnenkolleg ist Teil von „fForte", einer gemeinsamen Einrichtung des Bundes (ehem. bm:bwk in Kooperation mit bm:vit und bm:wa) und des Rates für Forschung und Technologieentwicklung. „fForte" bürgt als relativ junges Förderungsprogramm schon heute für beachtlich hohe Qualität. Das Maßnahmenpaket vergibt Stipendien und stipendienfinanzierte Arbeitsstellen bzw. Leistungsplätze an Wissenschafterinnen aus jenen Bereichen, in denen der Frauenanteil insgesamt noch unterrepräsentiert bleibt. Zielsetzung dieser Förderinitiative ist die Steigerung der Zweitabschlüsse von Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen und die Erhöhung der Frauenquote in oberen Führungsetagen. Der fachliche Fokus von „FreChe Materie" liegt im Grenzbereich zwischen anorganischer und organischer Chemie; biologische und Umweltaspekte sind fester Bestandteil der Betrachtungen. Im Rahmen des Kollegs absolvieren neun ausgewählte Doktorandinnen mehrmonatige Praktika. Die hochbegabten Nachwuchswissenschafterinnen sollen auf diese Weise auf eine internationale Karriere vorbereitet und nach interdisziplinären Aspekten qualifiziert werden. Die Betreuung von Studierenden ist ebenfalls Teil der Ausbildung: Nach einem Einführungsjahr sind die Doktorandinnen auch in der Lehre aktiv, sie betreuen Projektlabors oder leiten Seminare.

Das von den Begutachterinnen und Begutachtern des FWF zugelassene fFORTE-Wissenschafterinnenkolleg „FreChe Materie" erstreckt sich über eine Laufzeit von 5 Jahren; es endet am 30. November 2011 und ermöglicht gegenwärtig die unmittelbare Ausfinanzierung von 9 Doktorandinnen und 2 Habilitandinnen aus Mitteln des FWF. Weitere 5 Doktoratsstudentinnen werden aus Drittmitteln, d.h. aus Forschungsauftragsmitteln der Industrie finanziert. Das Kolleg ist seitens des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (bm:wf) mit insgesamt € 1,3 Mio dotiert. Am Standort Graz profitiert das Doktoratskolleg von den existierenden, besonders intensiven wissenschaftlichen Kooperationen zwischen den Universitäten und der Wirtschaft.

Das Wissenschaftsressort des Landes Steiermark konnte sich von der hohen Qualität des vorliegenden Projektvorhabens überzeugen und leistet mit derAusfinanzierung einer zusätzlichen Stelle für eine Doktorandin einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Als Doktorandin "des Landes Steiermark" wurde Frau Dipl.-Ing. Marie-Luise LECHNER ausgewählt.

Nähere Informationen über das fFORTE-Programm finden Sie auf http://www.fforte.at/

 
"Archäotop Hengist I"
Gräberfeld Kainach - Archäologische Spurensuche 
Gräberfeld Kainach - Archäologische Spurensuche
 

Die Vorbereitungsarbeiten zu einem Großbauvorhaben in der Gemeinde Kainach brachten Sensationelles zutage: ein rund 3000 Jahre altes urnenfelderzeitliches Gräberfeld. Anlass genug, eine Notgrabung einzuleiten. Im Rahmen eines 6monatigen AMS Steiermark-Projekts, initiiert und getragen vom Verein „Kulturpark Hengist", fanden von Mai bis Oktober 2005 weitere archäologische (Not)Ausgrabungen statt. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden auf einer untersuchten Fläche von rund 7000 Quadratmetern rund 180 Gräber freigelegt, dokumentiert und geborgen. Doch damit nicht genug: im Jahr 2007 wurden rund 40 weitere Gräber entdeckt, Heute steht fest: hier handelt es sich um das mit Abstand größte Gräberfeld der Bronzezeit in der Steiermark und zugleich um eines der bedeutendsten im gesamten Südostenalpenraum. Internationales Aufsehen erregten die Fundobjekte, die auf die damals schon weitreichenden Handelsbeziehungen innerhalb Europas hinweisen, die in ihrem Ausmaß bis dahin noch nicht annähernd bekannt gewesen waren.

Seit 1. Mai 2007 arbeiten 12 Langzeitbeschäftigungslose aus dem Bezirk Leibnitz unter Anleitung von ArchäologInnen bei den Grabungen des Vereins Kulturpark Hengist im Gräberfeld Kainach (Gemeinde Weitendorf) sowie bei einer Notgrabung auf einer Siedlungsterrasse in der KG Unterhaus, Gemeinde Wildon („Im Rasental"). Letztere Notgrabung geschah im Auftrag des Bundesdenkmalamtes: ausschlaggebend für diese Untersuchungen ist die Verbauung eines am Fuß des Wildoner Schlossberges gelegenen Areals durch fünf Einfamilienhäuser. Bei der archäologischen Ausgrabung - sie verzögert den Beginn der Bauarbeiten nicht im Geringsten! - stieß man auch hier wieder auf herausragende Funde (Keramiken, Bronzen) und Befunde (Verbrennungsplätze, Hausgrundrisse etc.). Im Gräberfeld Kainach wurde mittlerweile ein wetterfeste Schlämmstation eingerichtet; Ziel ist die Aussonderung von Kleinstfunden (wie Glasperlen, Bronzefragmenten, Keramikfragmenten, Leichbrand); „Im Rasental" fand man gar teils reich verzierte Grabbeigaben - von Töpfen und Schalen über verschiedene Ausformungen von Fibeln (Knotenfibel, Bogenfibel, Kahnfibel) bis hin zu Webstuhlgewichten und Spinnwirteln. Einen besonders bemerkenswerten Fund, wenn auch aus einem leider zerstörten Grab stammend, stellt eine hallstattzeitlicher Lanzenspitze aus Bronze mit ankorrodierter bronzener Mehrkopfnadel ohne Faltenwehr dar. Aber die wahre Sensation liefern drei zu Tage getragene Gräber, die aus der frühen Urnenfelderzeit (1100 v. Chr.!) stammen.

Die „archäologischen Grabungen im Kulturpark Hengist" sind somit sowohl vom archäologischen als auch vom persönlichen - „personellen" - Standpunkt aus ein voller Erfolg. Das Projekt wird aus Mitteln der Steirischen Wissenschafts-, Kultur- und Projektträgergesellschaft sowie aus Förderungsgeldern des Wissenschaftsressorts unterstützt.

Besuchen Sie die vereinseigene Webseite unter http://www.hengist.at/

 
„Alters- und geschlechtsadäquate Technikdidaktik - Erforschung der Darstellung technischer Berufsfelder für das Vorschulalter"
Pädagog. Hochschule Steiermark - Online 
Pädagog. Hochschule Steiermark - Online
 

Es sind vornehmlich technisch-naturwissenschaftliche Studienrichtungen, die auch heute noch zu den „männlich dominierten" Arbeitsbereichen und Berufsfeldern zählen, obwohl sie oft die besten Karriere- und Berufschancen bieten und Männern wie Frauen gleichermaßen offen stehen (sollten). Zahlreiche Soft-Skill-Projekte haben den Bewusstseinsbildungsprozess seit einiger Zeit in Gang gesetzt; Mit Public Awareness alleine ist es indes nicht getan. Der Abbau von Berührungsängsten, die Überwindung von Hemmschwellen und damit einhergehend die Stärkung des Selbstvertrauens müssen viel früher einsetzen - schon im Kindesalter! Interesse, Begeisterung und Motivation im frühen Lebensalter bzw. Erfahrungen, die in jungen Jahren gemacht werden, zählen zu den prägendsten Eindrücken eines Menschen.

Kann im allgemeinen Themenspektrum ‚Frauen in der Technik' auf eine enorme Fülle an wissenschaftlichen Studien zurück gegriffen werden und eine breite Projektpalette angeboten werden, so liegen bis heute keine verlässlichen Daten über eine alters- und geschlechtsadäquate Technikdidaktik oder über ursächliche Zusammenhänge zwischen der Darstellung technischer Berufe (etwa in der Kinderliteratur) und späterer Berufswahl vor. Das vorliegende Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Steiermark steht unmittelbar in diesem Zusammenhang. Im Zentrum der wissenschaftlichen Studie steht die Kernfrage, wie technische Berufsfelder Kindern „gendergerecht" im Elternhaus, im Kindergarten und in den Medien vermittelt werden. Für eine allumfassende, ganzheitliche Forschungsarbeit sorgt eine interdisziplinär besetzte Projektarbeitsgruppe, bestehend aus ExpertInnen unterschiedlicher Institutionen aus Wissenschaft und Wirtschaft unter der Leitung der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Als Projektpartner konnten die Katholische Pädagogische Hochschule, die Internationale Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP), die Universität Graz sowie die Firma Infineon gewonnen werden.

Die aufgeworfenen Forschungsfragen können - auch im internationalen Vergleich - als besonders innovativ gelten; Zunächst sind naturwissenschaftlich-technische Inhalte in der Kinderliteratur zu erfassen, eine Verkaufsstatistik dieser Kinderbücher zu erheben und deren Angebot in Büchereien bzw. deren Präsentation in Buchhandlungen zu analysieren. Von der Kinderliteratur führt die nächste Forschungsebene in den Kindergarten: hier werden Ausstattung, Aktivitäten und die Formen (und nutzbaren Möglichkeiten) der Vermittlung naturwissenschaftlich-technischer Inhalte untersucht. Und schließlich wird das Fernsehen in den Blick genommen: in welcher Weise werden diese Berufsfelder im Fernsehen in den dafür ausgewiesenen Kindersendungen gezeigt? Ist ein Unterschied zwischen dem staatlichen Fernsehen mit öffentlich-rechtlichem Bildungsauftrag und dem Privatfernsehen zu beobachten? Untersucht werden sollen die Technikpräsenz, die Verständlichkeit sowie die Altersadäquatheit in Hinblick auf die Technikakzeptanz. Die vorliegende Studie, die aus Wissenschaftsmitteln des Landes Steiermark schwerpunktmäßig unterstützt wurde, bezieht Kinder, Elter und KindergartenpädagogInnen gleichermaßen ein.

Pädagogische Hochschule Graz: Externe Verknüpfung http://www.phst.at/

 
Formula Student 2009

Die Verklammerung von Technik und Wirtschaft ist Basis des Ingenieurgedankens, erlernte Theorie zu vertiefen und anzuwenden - Praxiserprobung ist denn auch zu einem zentralen Element der heutigen Hochschulausbildung geworden. Die „Formula Student", ein internationaler Wettbewerb für leistungsfähige, nach innovativ-technologischen Verfahren konstruierte Prototypen einsitziger Rennboliden, steht Jahr für Jahr im Blickpunkt des öffentlichen Interesses und internationaler Medienberichterstattung. „Formula Student" ist Herausforderung für Studierende aus aller Welt, ihr Können unter Beweis zu stellen und die nach eigenen Entwürfen entwickelten, aus eigenhändig produzierten Teilen gebauten Rennautos öffentlich zu testen. Statische und dynamische Bewerbe sind ebenso zu absolvieren wie die Entwicklung einer Nutzbarkeitsstudie sowie die Erstellung eines zukünftigen Produktionsplanes: zu entwickeln ist ein Konzept, nach dem pro Tag vier solcher Fahrzeuge hergestellt werden können. Neu für die Saison 2009 ist der Fokus auf den Spritverbrauch, der die Nachhaltigkeit der Unternehmung untermauern soll. „Formula Student" besteht aus verschiedenen Einzelbewerben in ganz Europa. Die Synergien, die sich ergeben, helfen den Studierenden, Kontakte zu ihrem zukünftigen Berufsfeld zu knüpfen, darüber hinaus wird ein Netzwerk geschaffen, von dem zukünftige potentielle Arbeitgeber ebenso stark profitieren wie (Sponsoren)Betriebe.

Enorm ist nicht nur der praxisorientierte Ansatz des Wettbewerbes, sondern auch die Vielseitigkeit der Qualifikationen: die jungen Konstrukteure und Konstrukteurinnen lernen technische und wissenschaftliche Disziplinen zu vereinen, Entscheidungen selbst zu treffen, Entwicklungsprozesse von Fahrzeugskomponenten zu durchleben und technische Feinheiten zu erkennen; Sie professionalisieren ihre bisherigen Fähigkeiten und Erfahrungen und bereiten sich demnach optimal auf das Berufsleben vor. Die Vorgabe, sich gegenüber der Konkurrenz auch im Jahr 2009 erfolgreich zu behaupten, bedeutet gleichzeitig die Herausforderung, die heimischen Hochschulen, das Land Steiermark und seine Wirtschaftspartner erfolgreich zu vertreten.

Externe Verknüpfung http://racing.tugraz.at/de/home/
Externe Verknüpfung http://www.joanneum-racing.at/

 
Der "Tag der Geisteswissenschaften" - ein Rückblick
Karl-Franzens-Universität Graz 
Karl-Franzens-Universität Graz
 

Manche Forschungsdisziplinen sind geradezu prädestiniert für spätere Produktentwicklungen und eröffnen neue Perspektiven für den zukünftigen Markt, während andere Fachgebiete, wie beispielsweise die Geisteswissenschaften, zwar unverzichtbare, wissenschaftliche Grundlagenforschung im Interesse und zum Wohle der Allgemeinheit betreiben, aber mit Profit bzw. der Erwirtschaftung von Gewinn nicht zu vereinbaren sind. Der rasante Siegeszug der Neuen Biotechnologien und High-Tech-Entwicklungen im ausgehenden 20. Jahrhundert tat sein Übriges, um „klassische" Domänen wie Archäologie, Philosophie und Geschichte zurück zu drängen. Zu medialer Präsenz schaffen es vornehmlich die allerneuesten technologischen Entwicklungen: Produkte der Telekommunikation, Unterhaltungsindustrie oder der Fahrzeugtechnik scheinen allemal interessanter zu sein als die Beschäftigung mit philologischen und philosophischen Themen.
In jüngerer Zeit wird der Ruf nach einem höheren Stellenwert von Geistes- und Kulturwissenschaften wieder laut. Denn die Wissenschaft ist mehr als nur ein Wertschöpfungsfaktor für den Standort eines Landes, sie ist Teil des vielfältigen kulturellen Reichtums der Region. Das Interesse an einer breiten Themenpalette und einer größtmöglichen Vielfalt an wissenschaftlichen Inhalten ist also erfreulicherweise wieder im Kommen. Nun sind aber auch offensive Strategien zu verfolgen, um den Stellenwert der geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschung zu erhöhen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist zweifellos die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte an eine möglichst breite Öffentlichkeit, und zwar in verständlicher Sprache und außerhalb des sprichwörtlichen „Elfenbeinturms".

Mit dem Tag der Geisteswissenschaften am 4. November 2008 veranstaltete die Karl-Franzens-Universität Graz eine Leistungsschau der besonderen Art: Die Abfolge von Projektpräsentationen, Ausstellungen, Rundgängen, Vorträgen, Interviews und Podiumsdiskussionen garantierte für Abwechslung in einem anspruchsvollen aber auch sehr spannenden Programm. Die multimediale Aufbereitung der Präsentationen sorgte für den nötigen sinnlichen Anreiz, um auch eilige Besucher auf mehr als nur einen flüchtigen Blick oder ein kurzes Zuhören einzuladen. Die Themenpalette blieb durchwegs bunt: Redewendungen einst und heute wurden „aufs Korn genommen", neue Möglichkeiten im Fremdsprachenlernen („nur mit den Ohren") aufgezeigt, das schillernde Image der Geheimdienstarbeit historisch-wissenschaftlich begleitet oder die „Neue Ikone" (Bilder und Videosequenzen in Massenmedien) auf ihre Tauglichkeit und Gefahren hin untersucht, um nur einige Beispiele exemplarisch heraus zu greifen. Die Projektpräsentationen mündeten jedoch keineswegs in einen Vortragsmarathon, sondern in eine kurzweilige und durchaus theatralische Führung durch die Welt der Geisteswissenschaften. Ein besonderes Gustostück offerierte der Gastvortrag des Wiener Philosophen Konrad Paul Liessmann, der dem weit verbreiteten Ruf der Geisteswissenschaften als „weltferne Gedankenspielerei" einiges entgegen zu setzen hat. Denn, so Liessmann, philosophieren heißt immer auch, sich mit Menschen auseinander setzen, und insofern sei auch eine einfachere und für den „Laien" leicht verständliche Sprache zu finden.

 
Karl-Franzens-Universität Graz und Rutgers University (New Jersey, USA): erfolgreiche Kooperation hat Tradition
Karl-Franzens-Universität Graz - Homepage 
Karl-Franzens-Universität Graz - Homepage
 

Zwischen der Karl-Franzens-Universität Graz und der Rutgers University Camden in New Jersey (USA) besteht seit langem eine überaus erfolgreiche Zusammenarbeit. Das Austauschprogramm der Rechtswissenschaftlichen Partnerfakultäten der beiden Universitäten wird aus Mitteln des Landes Steiermark kofinanziert. Das Austauschprogramm dient zur wechselseitigen Entsendung von Studierenden, Young Professionals sowie renommierten WissenschafterInnen an die jeweilige Partnereinrichtung; Das Programm ist von außerordentlichem Wert für die Karl-Franzens-Universität, bereichert es doch ihr Lehrveranstaltungsangebot, sichert den internationalen Anschluss und eröffnet fruchtbringende wissenschaftliche Kontakte.

Als Gastprofessor der Karl-Franzens-Universität Graz im Sommersemester 2009 wurde Herr Professor Robert Williams nominiert, ein Experte auf dem Gebiet der Gliedstaatsverfassungen: Die  Blockveranstaltungen über „Comparative Subnational Constitional Law" und aktuelle Themen des amerikanischen und internationalen Rechts wurden in den bestehenden Studienplan eingegliedert und berechtigen die Studierenden zu Lehrveranstaltungszertifikaten im Ausmaß von vier Wochenstunden. Im Gegenzug zum siebenwöchigen Gastaufenthalt von Professor Williams erhält ein Mitglied der Grazer Rechtswissenschaftlichen Fakultät die Gelegenheit, zwei Monate an der Rutgers Law School zu verbringen und dort zu unterrichten. Darüber hinaus werden Studierende in das Kooperationsprojekt mit eingebunden und an die Partnerfakultät wechselseitig entsandt. Die Rutgers University (Rutgers, The State University of New Jersey) zählt zu den führenden Universitäten und zu den forschungsintensivsten akademischen Einrichtungen der Vereinigten Staaten.

 
"Die 7. Fakultät"
Die 7. Fakultät 
Die 7. Fakultät
 

Das Projekt mit dem Titel „Die 7. Fakultät" versteht sich als gesellschaftspolitisches Forum der Karl-Franzens-Universität Graz und bildet in den kommenden Jahren einen strategischen Schwerpunkt der Universität. Eine Plattform mit Veranstaltungen soll entstehen, um Akteure aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft miteinander ins Gespräch zu bringen, Fragen aufzuwerfen und Antworten zu geben.

„Die 7. Fakultät" besteht aus unterschiedlichen virtuellen Instituten, vereint unter einem gemeinsamen Dach. Bestehende sowie neue Aktivitäten werden unter dieser Dachmarke gebündelt, um die Strahl- und Schlagkraft zu erhöhen. Neue Initiativen mit verschiedenen Veranstaltungsformaten, wie Diskussion, Vortrag, Akademie, etc sollen gesetzt werden, um die Bedeutung der Universität für die gesamte Gesellschaft und den Standort noch stärker sichtbar zu machen. „Die 7. Fakultät" wendet sich vorrangig an ein breites Publikum. Alle Gesellschaftsschichten sollen die Universität als Knotenpunkt noch besser kennenlernen und auch stärker für Wissenschaft interessiert werden.

Veranstaltungen zu folgenden Themenblöcken bzw. virtuellen Instituten befinden sich in Planung:
→ Bildung & Mensch
→ Vielfalt & Toleranz
→ Kommunikation & Dialog
→ Standort & Wirtschaft
→ Zukunft & Visionen
→ Mobilität & Flexibilität
→ Grundwerte & Gesellschaft

Die Karl-Franzens-Universität Graz will sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignissen kritisch auseinandersetzen und analysieren. Die Universität will damit ihre Funktion als Forum für den Dialog und den offenen Meinungsaustausch unterstreichen. Die Universität bringt ihre Kompetenz und Expertise ein und übernimmt damit als nachhaltige Organisation Verantwortung.

Besuchen Sie die Website der "7. Fakultät" unter: Externe Verknüpfung www.uni-graz.at/sieben

 
Ausseer Gespräche 2009 - "Landschaft und Identität"
Aussee - Österreichs Kernlandschaft 
Aussee - Österreichs Kernlandschaft
 

Das Salzkammergut übt ohne Zweifel eine besondere Anziehungskraft aus. Die geographische Typologie, der landschaftliche Reiz, seine Geschichte von der Sommerfrische bis zur modernen „Tourismusregion" und vor allem die kulturelle bzw. alltagskulturelle Eigenständigkeit mit ihren vielen althergebrachten Bräuchen verdichten das Salzkammergut zu einem besonderen Ort der Begegnung. Hier treffen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und hier treffen sich auch die Menschen. Die „Ausseer Gespräche" setzen also „nur" jene Entwicklung fort, die sich über die Zeiten heraus gebildet hat: den interkulturellen Dialog und Meinungsaustausch, das Aufeinandertreffen von Menschen mit unterschiedlichsten Interessen sowie - auch das gehört dazu - das mitunter etwas härtere Aufeinanderprallen verschiedenster Ideologien und Mentalitäten. Das Salzkammergut übt seit jeher auch auf Künstlerinnen und Künstler einen besonderen Reiz aus. Die Region wurde zum Zufluchtsort städtischer Betriebsamkeit und bietet, damals wie heute, ein ideales Sujet.

Im Mittelpunkt der Ausseer Gespräche 2009 (11. bis 14. Juni) stand der wissenschaftliche, kulturelle sowie kulturwissenschaftliche Dialog, zu dem freilich auch das Streitgespräch zählen darf. So wurde ganz besonders darauf geachtet, Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen und aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammen zu bringen und einerseits renommierte WissenschafterInnen, führende Intellektuelle und Studierende einzuladen, andererseits auch die einheimische Bevölkerung und an den Themengebieten besonders interessierte HörerInnen als Publikum zu gewinnen. Besondere Highlights im Ausseer Themenspektrum waren „die Kulturlandschaft des Salzkammerguts im regionalen und internationalen Vergleich" oder die „Ausseer Tradition der intellektuellen Sommerfrische", um nur zwei Vortragsblöcke zu nennen. Die Verbindung von Landschaft und Mentalität(en) sowie die Verknüpfung von Ort und Erinnerung bestimmten den Takt der Impulsreferate; in den Blick genommen wurden regionale Bräuche und Traditionen in Literatur, Malerei, Landschaft und Musik, verschiedene Formen der Frauentraditionen sowie die Entstehung von „Gedächtnisorten".

Die Ausseer Gespräche im Juni 2009 bildeten den Auftakt zu einer künftig jährlich stattfinden Veranstaltung, um Bad Aussee als traditionellen Treffpunkt von Persönlichkeiten aus dem Kulturleben und der akademischen Welt zu einem neuen Auftrieb zu verhelfen. Die Karl-Franzens-Universität Graz ist Initiator und Hauptträger der Veranstaltung: ein Blick über den Stadtrand und die eigene Disziplin hinaus soll eine intensivere und nachhaltige Vernetzung mit der Region bewirken. Dieses dringende Desiderat der Regionalisierung und Internationalität aufzugreifen und zugleich auch die gesellschaftliche Relevanz der Kulturwissenschaften zu betonen, ist eine besondere Herausforderung.

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"Balkan Case Challenge" - Juli 2009
Neben der humanitären Hilfe während des Bürgerkriegs am Balkan arbeitet das World University Service (WUS) Austria seit 1993 an der Reform der Universitäten im südosteuropäischen Raum. Das Geschäftsfeld wächst kontinuierlich: So werden etwa die Lehrpläne an die Bologna-Kriterien angepasst oder neue Masterstudien eingerichtet. Die Aufmerksamkeit für höhere Bildung der Geberländer ist immer größer geworden. Dadurch ergeben sich neue Handlungsmöglichkeiten, um nachhaltige Bildung in Südosteuropa aufzubauen und zu fördern.

Der in Graz gegründete Verein veranstaltete im Juli die "Balkan Case Challenge", einen internationalen Fallstudienwettbewerb in vier akademischen Disziplinen mit 142 exzellenten Studierenden aus Südosteuropa (Albanien, Bosnien Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowenien) und Österreich. Das "Career Forum South-Eastern Europe" (DIE Berufsmesse im Kontext Südosteuropa) führt junge Talente und östereichische Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in SO-Europa zusammen. Die Case Challenge 09 fand in Wien (7. bis 10. Juli) statt.

 
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