Unser Förderungsarchiv - Juli bis Dezember 2009
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

- "Faszination Weltraum"
- "Zwischen Tränen und Gelächter - Unterhaltungskultur der Wiederaufbaujahre"
- Forschungstagebuch FRida und freD
- "Quantitative Linguistic Conference" (kurz: Qualico 2009), Graz, 17. bis 20. September 2009
- "Steirische Gastarbeiterinnen in den Fremde"
- "Wo Bildung drauf steht, muss auch Bildung drin sein!"
- "Zwischenräume. Grenznahe Beziehungen in Europa seit den 1970er Jahren" (Fachtagung in Graz, 17./18. September 2009)
- IANUS-Sensibilisierungskonferenz zur Förderung der Zielgruppe 50+
- "Science FIT - ein Erfolgsmodell"
- Das war "RoboCup 2009"
- "Lesen? Lesen!" - Elke Heidenreich zu Gast in der Steiermark
- "Weltjahr der Astronomie - Reisen bis zu den Sternen"

Die Steiermark ist also dem Weltraum auf der Spur, doch nur wenige Steirerinnen und Steirer verbinden mit der Erforschung des Alls eine bestimmte Vorstellung. Der Zeitpunkt, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit zu gewinnen, ist überaus günstig, denn dieses Jahr steht im Zeichen zweier Jubiläen: Die erste bemannte Mondlandung in der Geschichte der Raumfahrt liegt 40 Jahre zurück und gilt unbestritten als eine der bahnbrechendsten Pionierleistungen der Neuzeit. Und anlässlich des 400-jährigen Jubiläums zweier Meilensteine in der Wissenschaftsgeschichte (1609 setzte Galileo Galilei erstmals das Fernrohr ein und publizierte Johannes Kepler seine „Astronomia nova") erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie. Vor diesem Hintergrund sollen die Themen Weltraum und Raumfahrt einer breiten Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung und über verschiedene Medien näher gebracht werden. Die Ausstellung wird im Rahmen der Grazer Herbstmesse 2009 stattfinden und soll von visuellen Eindrücken spektakulärer Exponate über die Darstellung der Leistungen österreichischer Unternehmen und Institutionen in der Raumfahrt bis hin zu wissenschaftlichen Aspekten und Erklärungen die „Faszination Weltraum" erlebbar machen, und dennoch einen qualitativen Anspruch stellen, mit dem auch Expertinnen und Experten zufrieden sind, denn die populärwissenschaftliche Aufbereitung eines Forschungsthemas bedeutet nicht gleichzeitig die Vermittlung seichter Inhalte. In diesem Zusammenhang sind auch gesonderte Fachvorträge des IWF, der Gesellschaft für Weltraummedizin oder des Institutes für Astrophysik eingeplant.
Die Liste der Kooperationspartner ist hochkarätig besetzt: ESA, NASA und Technisches Museum Wien sind hier ebenso zu nennen wie die Unternehmen Universe Dimensions, Ruag Aerospace oder Siemens Weltraumtechnik, um nur einige Beispiele zu nennen. Gemeinsam mit der Messe Graz als Veranstalter und der für die Organisation verantwortlichen Agentur Faschingbauer & Schaar entwickelte das Grazer Institut für Weltraumwissenschaften ein vielversprechendes und kurzweiliges Programm: im Blickpunkt stehen 40 Jahre Mondlandung („The Eagle has landed"), Meilensteine der bemannten Raumfahrt („Men in Space"), Missionen der Raumfahrt unter österreichischer Beteiligung (zB Austromir) sowie die Erforschung unseres Nachbarplaneten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft („Mission to Mars").

Was aber bedeutet „Quantitative Linguistik"? Während die formalen Zweige der Linguistik nur qualitative Mittel und die Logik benutzen, um strukturelle Eigenschaften einer Sprache zu modellieren, befasst sich die quantitative Linguistik (QL) mit der Vielzahl an quantitativen Eigenschaften, die für die Beschreibung und das Verständnis der Entwicklung und des Funktionierens von sprachlichen Systemen und ihren Elementen von grundlegender Bedeutung sind. Betrachten wir die Sprache als eine Menge von Sätzen mit zugeordneten Strukturen oder sehen wir sie als ein System, das evolutionären Prozessen unterliegt und demnach mit biologischen Organismen vergleichbar ist?
Unterschiede dieser Art machen die Fähigkeit eines Forschers aus, Elemente, Phänomene oder Eigenschaften im Forschungskontext zu erkennen - oder auch nicht. Es gibt eine immense Anzahl interessanter und wichtiger Eigenschaften und Prozesse in der Sprache, die nur durch quantitative Methoden aufgedeckt und analysiert werden können: Erscheinungen und Wechselbeziehungen zum Beispiel, die nur durch Zahlen oder Rangierungen ausgedrückt werden. Überdies kann gezeigt werden, dass diese Eigenschaften von sprachlichen Elementen und ihren Wechselbeziehungen universellen Gesetzen folgen, die mathematisch strikt formuliert werden können - in Analogie zu den Gesetzen der bekannten Naturwissenschaften.
Die Rolle der QL ist es also, entsprechende Phänomene aufzudecken, sie systematisch zu beschreiben und Gesetze zu finden und zu formulieren, die die beobachteten und beschriebenen Fakten erklären. Quantitative Wechselbeziehungen haben einen enormen Wert für die Grundlagenforschung, aber sie können auch in vielen Bereichen wie der Computerlinguistik, der Verarbeitung natürlicher Sprache, des maschinellen oder computergestützten Lernens oder der Optimierung von Texten benutzt und angewandt werden.
International Quantitative Linguistics Association ....
Institut für Slawistik Graz....
Und in der Zeitspanne von 1945 bis 1955? In dieser Zeit versuchten zahlreiche Frauen, im Ausland eine Arbeitsmöglichkeit zu finden, um den eigenen Lebensunterhalt, aber auch jenen der ganzen Familie zu sichern. Eines der beliebtesten (und oft gelobten) Ziele war die Schweiz, dicht gefolgt von England. Diese Art des Gast-Arbeitens bedeutete eine reelle Chance für Frauen, die im Nachkriegsösterreich nur wenige Möglichkeiten fanden, ihren erlernten Beruf ausüben zu können oder überhaupt einer Arbeit nachgehen zu können, zumal viele (junge) Frauen in den Kriegswirren keine Berufsausbildung absolvieren konnten oder durften. Dabei waren die Lebenssituationen im Ausland keinesfalls nur „rosig". Oftmals waren die österreichischen bzw. steirischen Frauen Vorurteilen ausgesetzt, mussten Beleidigungen oder gar persönliche Übergriffe ertragen und vielen anderen Widrigkeiten trotzen. Die Angst, ohne Geldmittel wieder in die Heimat zurückkehren zu müssen, war präsent; gleichzeitig sehnte man sich aber so sehr nach dem Zuhause....
Ein reicher Schatz an Erlebnissen und Erfahrungen von Frauen in der Fremde ist vorhanden - er wurde bloß nie ernsthaft untersucht und wissenschaftlich aufbereitet, vielfach wurde er nur mündlich tradiert. Diesem ehrgeizigen Unterfangen nahm sich eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe der Karl-Franzens-Universität nach einer Idee und unter der Leitung von Frau Univ.-Prof.in Dr.in Anita Prettenthaler-Ziegerhofer an; Neben dem wissenschaftlichen Forschungsdiskurs geht es um ein Bewahren faszinierender Lebensgeschichten.
Essenzielle Ergebnisse:
Eine Tendenz, die sich bereits in den Vorlaufforschungen abgezeichnet hatte, fand ihre vollinhaltliche Bestätigung: nahezu alle Frauen waren in Regionen der "Untersteiermark" beheimatet, wobei einige aus der Stadt Graz stammten beziehungsweise zum Zeitpunkt ihres Aufbruchs hier gelebt hatten. Die vielzitierten "bescheidenen" Verhältnisse bestimmten das Herkunftsmilieu der Mehrheit der Frauen, in einigen Fällen können die unmittelbar vorangegangenen Kriegsjahre hierfür genannt werden. Nicht allein aus diesem Grund nahmen in vielen Erzählungen Berichte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges eine zentrale Position ein. Vor allem zwei Punkte prägten die Erinnerungen der Frauen: so wurden einige Male - in erster Linie von den Grazerinnen - Bombardements geschildert, ebenso erfolgten immer wieder Hinweise auf das Schicksal des am Krieg teilnehmenden Vaters, aber auch in beinahe überraschend starkem Ausmaß auf das der - für das Auskommen der Familie sorgenden - Mutter.
Die Einflüsse kollektiver Erinnerungsbilder werden spürbar, wenn über die Nachkriegszeit, die Zerstörungen durch voran gegangene Kriegseinwirkungen, berichtet wird, obwohl wenige Sätze zuvor darauf hingewiesen wurde, dass die eigene Wohngemeinde glücklicherweise von intensiven Kriegshandlungen verschont geblieben war.
Obwohl keine der interviewten Frauen die Familiensituation der Nachkriegszeit als "ärmlich" einschätzte, wurde einhellig auf die schwierige Versorgungslage vor allem mit Lebensmitteln, hingewiesen. Doch lag die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, ganz eindeutig nicht in der akuten Notlage (Hunger) begründet. Vor allem jene Frauen, die in den 1950er Jahren erstmals aufbrachen, schildern vielfach den Wunsch "etwas Neues" kennen zu lernen. Ausschlaggebender Grund eines Arbeitsaufenthaltes im Ausland war dennoch in 90 Prozent aller Fälle die um ein Vielfaches höher gelegene Verdienstmöglichkeit, die schließlich die Chance eines ersten Konsumgenusses, aber auch der Leistung von Geldzuwendungen an die Daheimgebliebenen bot. Solcherart sollte oftmals der Aufbau eines "besseren" Lebens in der Heimat mitgetragen werden. Drei Frauen erzählten, mit ihrem Verdienst zur Finanzierung eines Hausbaus - durch die Eltern oder den Ehemann - beigetragen zu haben. Andere waren mit der Vorstellung losgefahren, Geld für eine zukünftige Ausbildung zu sparen, auch die notwendige Absolvierung von Praktika in Verbindung mit der Aussicht auf ein hohes Lohnniveau konnte ursächliche Wirkung zeigen. Eine weitere Gruppe der Frauen hatte ohne konkrete Zukunftsperspektive, sondern vielmehr mit dem Gedanken, sich eine derartige Gelegenheit nicht entgehen lassen zu dürfen, den Schritt ins Ausland zu gehen gesetzt.
Diese Aussagen sind nur einige von vielen Ergebnissen. Das Thema „Gastarbeiterinnen in der Steiermark" wurde schon vielfach beleuchtet. Das Thema „Gastarbeiterinnen AUS der Steiermark" hingegen beschreibt ein dringendes Desiderat, ja blieb bis heute relativ unberücksichtigt. Die Ergebnisse werden auch in Buchform veröffentlicht und spannend zu lesen sein - wir freuen uns darauf!
Qualitätssicherung bzw. -management sind bedeutende Tätigkeiten in zukunftsorientierten Organisationen - unabhängig von Größe, Branche oder Standort.
Auch in der Erwachsenen- und Weiterbildung hat sich das Thema „Qualität" und in Folge dessen das Thema Qualitätssicherung seit Jahren manifestiert. Auf diesem Hintergrund basiert das Koordinationsprojekt „Qualitätsentwicklung im Bildungsnetzwerk Steiermark", das am 19. März 2009 im Rahmen eines Festaktes in der Orangerie der Grazer Burg seinen vorläufigen Höhepunkt fand.
Die systematische Entwicklung, Sicherung und Abbildung von Qualität wird für Weiterbildungseinrichtungen immer wichtiger. Denn Existenzfähigkeit und Erfolg von Einrichtungen hängen zunehmend vom Aufzeigen eines Qualitätssiegels oder einer Zertifizierung ab.
Qualitätsmanagement ist nötig, weil:
→ Bildungsinteressierten dadurch mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit geboten werden und
→ es immer öfters von Finanzgebern als Nachweis der geleisteten Arbeit verlangt wird und ein Förderkriterium darstellt.
De facto sprechen nicht nur Marketinggründe für die „Qualitätsarbeit", Qualitätsmanagement kann maßgeblich zur Entwicklung und Veränderung der Bildungseinrichtungen beitragen.
Auch im Bildungsbereich geht es längst nicht nur um eine möglichst große Zahl von Angeboten sondern auch um Qualität und Vergleichbarkeit. Bürgerinnen und Bürger fordern zurecht immer öfter Informationen über die Qualität von Bildungseinrichtungen bzw. deren Kurse und Veranstaltungen.
Bildungsanbieter sind „Dienstleister" und es ist daher auch in deren Interesse, dass ihre Qualität - auch im Sinne des KonsumentInnensuchutzes - sichtbar wird.
Gerade im Lichte der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise gewinnt der Qualitätsanspruch besondere Bedeutung. Mit dem Kooperationsprojekt „Qualitätsentwicklung" ist die Steiermark wieder einmal Vorreiter. 10 Einrichtungen, die an diesem innovativen Projekt beteiligt sind, wenden nun das Qualitätsentwicklungsmodell LQW - „lernerorientierte Qualitätssicherung in der Weiterbildung" an, das besonders die Lernenden und den Lernerfolg in den Mittelpunkt stellt. Kundinnen und Kunden dieser Einrichtungen wird nun eine Garantie geboten, dass sie es mit hochqualifizierten ReferentInnen und professioneller Arbeitsweise bzw. angemessener Infrastruktur zu tun haben.
Das Projekt wurde gemeinsam vom Land Steiermark und dem Bundeministerium für Unterricht, Kunst und Kultur finanziert.
Der Mehrwert für die Steiermark, der durch diese Tagung erzielt wurde, ist in zweifacher Hinsicht ersichtlich. Zum einen ist der zeitliche Schwerpunkt auf die letzten dreißig Jahre gerichtet, also auf einen - für die Geschichte - relativ jungen Beobachtungszeitraum. Zweitens wird die Grenzregion Steiermark-Slowenien mit der deutsch-französischen Grenze in Beziehung gestellt und miteinander verglichen - bisherige Kooperationsprojekte der Lehrstühle in Graz und in Mainz haben gezeigt, dass ein solcher Vergleich besonders fruchtbar sein kann. Die Erweiterung um eine dritte Grenzregion, die deutsch-polnische, ergab sich aus politisch-systematischen Überlegungen. Entlang dieser Grenze wurden die Kontakte zweier Länder bis 1989 über weite Strecken systematisch „von oben" verhindert. Nicht so die informellen Beziehungen, die sich allen politische Direktiven zum Trotz weiter entwickeln konnten, phasenweise wurden sie dann sogar offiziell zugelassen. Hier werden also die „Grenzen" der ostblock-internen Kooperationsbereitschaft deutlich.
Um nicht nationalen Verengungen im Blick auf die Grenze zu erliegen, wurden die aufgeworfenen Forschungsfragen gleichsam in einem Spiegelreferat thematisiert, d.h. jeweils von einer Vertreterin bzw. einem Vertreter zweier Nachbarländer thematisiert. Im Mittelpunkt der Tagung stand somit die zentrale Frage, ob Grenzräume in internationalen Prozessen eine besondere Rolle spielen und eine Art „kleine Musterwelt" (die Wissenschaft spricht vom ‚Mikrokosmos‘) für das Konzept der „Europäisierung" bilden. Dies bedeutet die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Zerfall von Jugoslawien und zugleich mit dem Beitritt Österreichs bzw. Sloweniens zur Europäischen Union. Über allem steht die Frage: wie haben diese beiden Ereignisse die Beziehungen beider Nachbarn beeinflusst?
Die Tagung wurde vom Institut für Österreichische Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsentwicklung der Karl-Franzens-Universität Graz unter der Leitung von Frau Univ.-Prof.in Dr.in Anita Prettenthaler-Ziegerhofer durchgeführt.

© Land Steiermark, Archiv
In interaktiven Workshops und Plenarsitzungen mit Vorträgen und Diskussionen wurde der neueste Stand des wissenschaftlich basierten Wissens aus dem Bereich des Lebensbegleitenden Lernens erörtert, diskutiert und auch schon angewandt. Bei der Tagung konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich und ganz Europa begrüßt werden. Das Hauptanliegen der Konferenz besteht in der Bewusstseinsbildung, um die Öffentlichkeit hinsichtlich der vielfältigen Kompetenzen von älteren BürgerInnen zu sensibilisieren und die Bildungsangebote für Ältere in generationenübergreifenden, interkulturellen und IT-gestützten Lernmöglichkeiten zu verbessern. Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eines weit voraus: sie haben Erfahrung.... Sie sollen ihre nicht weg zu diskutierenden Stärken und Interessen in der Steiermark ausbauen und größere persönliche Zufriedenheit erlangen können und damit nicht vor finanziellen Problemen im Alter oder im gesellschaftlichen Abseits zu stehen.
→ Hier gehts zum
Berufsförderingsinstitut...

© Kabarettarchiv Straden
Auf Befehl der Besatzungsmächte wurden nach Kriegsende im zerstörten Österreich Theater und Unterhaltungsetablissements wieder geöffnet. Kritische Haltung war nun wieder erlaubt, ja sogar erwünscht. Doch wie gestaltete sich die Unterhaltungskultur unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges? Setzte man sich mit der Rolle des Landes während der vergangenen Jahre auseinander oder versuchte man vornehmlich, die erlittenen Wunden durch „vorgestrigen" Humor zu heilen? War Kabarett in dieser Zeit die schlichte Fortsetzung von Altbekanntem, respektive die Wiederholung der Vorkriegsqualität? Oder bemühte man sich um einen reflektierenden Neubeginn? Und: Wie ging die Republik mit den Tätern und mit ihren Opfern, den toten oder vertriebenen Komödiant/innen und Exilant/innen um? Wie war es um die Spielstätten, um deren „Arisierung" und Restitution bestellt?
Fragen über Fragen, die bislang in der Forschung nicht oder nur marginal untersucht wurden: der Forschungsstand dieses Teilbereiches der Zeitgeschichte ist nahezu unbedeutend. Im Rahmen eines Ausstellungsprojektes widmeten und widmen sich die Expert/innen des Österreichischen Kabarettarchivs (mit Sitz in Straden) diesem Forschungsdesiderat und versuchen eklatante Forschungslücken zu schließen: Im „Simpl" tritt Ernst Waldbrunn auf die kleine Bühne und gedenkt Fritz Grünbaum - stellvertretend für viele andere. Vertriebene Unterhaltungsgrößen kehren nach Österreich zurück, unter anderen Karl Farkas, Armin Berg, Hermann Leopoldi, Hugo Wiener, Cissy Kraner oder Stella Kadmon. Ihre Chancen, nach langer Exilzeit im Nachkriegskabarett zu reüssieren, sind ungewiß, und was aus ihrem Publikum geworden ist, ist ebenfalls offen ...
Als weitere wichtige Punkte der Ausstellung, die von Mai bis Oktober 2009 in Straden zu sehen war, wurden die Kabarett- und Kleinkunstbühnen in Österreich in den Blick genommen - gerade zur Steiermark ergeben sich einige bedeutende Bezugspunkte. Franz Paul zum Beispiel, der schon im Herbst 1945 in der Grazer Annenstraße seine Kabarettbühne „Der Igel - Das kleine Zeittheater" geöffnet hat. „Der Igel" brachte nicht nur Sepp Trummer hervor, auf dieser Bühne wirkten auch Fritz Muliar oder Hanns Obonya. Bald darauf machten Emil Breisach oder Walter Koschatzky im „Studentenbrettl" ihre ersten Bühnenerfahrungen. Die Grazer Kabarett- und Kleinkunstszene wird begründet - sie wird dereinst bedeutend werden. Erstmals in der österreichischen Unterhaltungsgeschichte entstehen Kabarett- und Kleinkunstbühnen nicht ausschließlich in der Bundeshauptstadt. Den genannten Grazer Beispielen folgen das „Kabarett Eulenspiegel" in Linz, das Cabaret „Bei Fred Kraus" in Salzburg (aus dem später „Die kleinen Vier" mit u. a. Gunther Philipp und Peter Wehle hervorgehen) und „Das kleine Welttheater" in Innsbruck. Aber auch der Rundfunk übernimmt allmählich wieder eine Unterhaltungsfunktion: in diesem Zusammenhang ist insbesondere die Rolle des Senders „Rot-Weiß-Rot", von „Radio Wien" oder der in der britischen Besatzungszone (Steiermark, Kärnten) beheimateten Sendergruppe „Alpenland" einer eingehenden, prüfenden Betrachtung zu unterziehen.
Neben zahlreichen Originalplakaten und Programmheften waren in der Ausstellung historische Darstellungen und andere Artefakte zu sehen - auch an ein Begleitheft zu diesem Thema wurde gedacht. Eine besondere Kostprobe der Kabarett- und Musiknummern aus der unmittelbaren Nachkriegszeit bot ein Glanzstück im Rahmenprogramm der Ausstellung. Das aktuelle Forschungsfeld, dies sei noch einmal betont, wurde bis dato wissenschaftlich nur sehr peripher untersucht. Es erscheint nur konsequent und sinnvoll, die Forschungen zur ÖKA- Ausstellung des Erinnerungs- bzw. Bedenkjahres 2008 („VERDRÄNGTE JAHRE. Unterhaltungskultur im Schatten der Krisen") fortzusetzen.
Das Österreichische Kabarettarchiv (ÖKA) wurde aufgrund einer Privatinitiative 1999 als Verein gegründet und ab Mai 2000 aufgebaut. Es ist das einzige Kabarettarchiv Österreichs und zugleich ein Spezialarchiv und Dokumentationszentrum des österreichischen Kabaretts, das sich der systematischen Dokumentation von Satire in all ihren Erscheinungsformen widmet, das kulturelle Erbe der Kleinkunst und des Kabaretts zu bewahren und seine Geschichte bis zur Gegenwart in seiner Gesamtheit zu dokumentieren sucht.
© FRida und freD
Die natürliche Motivation des Menschen ist es, Neuland zu begehen, Neues zu entdecken und etwas noch nie da Gewesenes zu erfinden - der Wissensdrang und die Neugierde können zu den zentralen Triebkräften des Menschen gezählt werden und sind schon in frühester Kindheit „intrinsisch" verankert. Nichts anderes ist der Forschergeist: der Drang sich fort zu bewegen, sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinn, zieht sich durch die Menschheitsgeschichte. Und das „Rad" dreht sich immer schneller (auch dies ist wörtlich wie metaphorisch zu verstehen). Waren es in den vergangenen Jahrhunderten langwierige, oftmals mit Mühen und Wehen über einen langen Zeitraum geleistete Pionierarbeiten, werden technologische Innovationen heute am laufenden Band produziert. Das Fahrzeug gehört in diesem Zusammenhang ohne Zweifel zu den wahren „Kultobjekten". Die Erwartungshaltung einer globalen Bevölkerung, die auf ihre Mobilität nicht mehr verzichten will, wächst beständig an. Schließlich wollen wir rund um die Uhr beweglich sein, aber bitte ohne schlechtes Gewissen und im vollen Bewusstsein für das ökologische Gleichgewicht und außerdem so kostengünstig wie möglich. Das Wort „Auto" gehört zum frühesten Sprachschatz eines Kindes.
Visionäres Denken ist unumgänglich, um den Anforderungen der Welt von morgen gerecht zu werden. Der Forschergeist sollte allerdings möglichst früh geweckt werden, denn viele Kinder verfügen über eine ausgeprägte Neugier, eine unverstellte Sicht der Dinge und über die Fähigkeit, an Problemstellungen auf sehr natürlich Art und Weise heran zu gehen. Das Team des FRida & freD Kindermuseums hat im Rahmen einer Ausstellung rund um das Thema Mobilität („Voll abgefahren") seinen Beitrag dazu geleistet, um Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren für Technik und Technologie zu begeistern, für naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu interessieren und auch das kindliche Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit den Entwicklungen der modernen Zeit zu sensibilisieren. Eine ganz besondere Rolle im Rahmen des Ausstellungsprojekts kommt dem „Forschungstagebuch" zu, das die Besucherinnen und Besucher auf ihrem Weg durch die Ausstellung begleitet. Der Spielraum zur Mitgestaltung ist groß: Beobachtungen, Zeichnungen, Texte, Fotografien, ja sogar Filme finden den Weg in das Buch. Der „Forschungstag im FRida und freD" wurde solcherart ebenso individuell dokumentiert, wie er auch beobachtet wurde. Das Zusammenspiel von Forschungstagebuch und Ausstellung ermöglichte es den jungen Forscherinnen und Forschern, das eigene Expertimentieren zu analysieren und mit anderen Arbeiten zu vergleichen. Somit werden die vier wichtigsten Grundbegriffe der wissenschaftlichen Forschung - Beobachtung und Dokumentation, Analyse und Vergleich - auf spielerische Weise erlebt. Die Texte und Spiele im Forschungstagebuch laden zum Weiterdenken, Weiterspielen und Weiterforschen, zum Angreifen und Begreifen ein. Kinder und Jugendliche werden nachhaltig sensibilisiert und lernen die Welt der Wissenschaft, Forschung, Technologie und Entwicklung zu erfahren, sie lernen aber auch die Welt anderer Jugendlicher kennen.
Spiel, Spaß, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit und Engagement hinterließen bleibende Eindrücke und setzen einen Bewusstseinsbildungsprozess bei Kindern und Jugendlichen in Gang, der grundsätzlich zu befürworten und in Österreich noch deutlich zu verstärken ist.

© Ressort für Wissenschaft und Forschung, Land Steiermark
Die Plattform reüssiert als Arbeitsgemeinschaft (ARGE) „Science Fit" und wird in den kommenden drei Jahren proaktiv auf steirische Klein- und Mittelunternehmen zugehen, konkrete Kooperationspotenziale erheben, technisch-wissenschaftliche Expertise vermitteln und so die Verbreitung von Forschungsergebnissen in dieser Zielgruppe systematisch vorbereiten. Die Gesamtkoordination erfolgt federführend durch die Servicestelle „Technologietransfer" der Technischen Universität Graz.
„Das Projekt kommt zur besten Zeit. Gerade jetzt ist es notwendiger denn je, neue, zusätzliche Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu initiieren, anstatt zögerlich zu sein", freut sich Landesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder über den gemeinsamen Erfolg. „Mit diesem Projekt wird sich die Wertschöpfung durch steirische Forschungstätigkeit im eigenen Land weiter erhöhen."
Initiator und Projektleiter Christoph Adametz von der Technischen Universität Graz: „Die zunehmende Vielfalt an angebotener, monetärer Förderung begünstigt die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, ersetzt aber nicht die oft entscheidende Anbahnungsphase. Diese Phase des Innovationsprozesses ist jedoch gerade bei Klein- und Mittelbetrieben, die meist wenig Erfahrung mit Forschungskooperationen haben, erfolgskritisch." Und Adametz wührt weiter aus: „Im Zentrum von ,Science Fit‘ stehen daher 150 Betriebsbesuche, Expertentreffen, zehn regionale Informationsveranstaltungen sowie eine jährliche Firmenkontaktmesse exklusiv für steirische Klein- und Mittelbetriebe, bei der sich diese Unternehmen höhersemestrigen Studierenden präsentieren können".
„Science Fit" basiert auf langjährigen Erfahrungen der Servicestelle „Technologietransfer" und ihrer Netzwerkpartner im aktiven Wissenstransfer mit Grazer Klein- und Mittelunternehmen (ein Ansatz, den die Stadt Graz seit Jahren unterstützt) und aus dem Vorläuferprojekt „Technofit Pro", das vom Land Steiermark im Februar 2008 für den Wettbewerb „RegioStars" nominiert und von der Europäischen Union als „good practice" ausgezeichnet wurde, als eines von 12 Projekten EU-weit.

© Institut für Softwaretechnologie, TU Graz
Unsere Landeshauptstadt stand im Juli 2009 eine Woche lang im Zeichen der ‚Künstlichen Intelligenz': Mit der Großveranstaltung RoboCup" kam ein internationales Top-Highlight nach Österreich und bedeutete einen enormen Gewinn für unser Land. Die internationale Organisation RoboCup Federation verschreibt sich der Ausbildung, Entwicklung und Erforschung des Robotik-Spezialgebietes; Zu den Mitgliedern zählen WissenschafterInnen und ForscherInnen ebenso wie Lehrende und Studierende zahlreicher renommierter Universitäten, Hochschulen, Akademien und Forschungseinrichtungen in aller Welt. Um die gewünschte Entwicklung in diesem Bereich zu stimulieren, formuliert die RoboCup Federation laufend ambitionierte Benchmarkaufgaben, für deren Lösung autonome intelligente Roboter entwickelt werden. Und die RoboCup-Veranstaltung stellt nichts Geringeres dar als eine ebenso produktive wie kreative Leistungsschau der neuesten Robotikentwicklungen. Die übernationale Bedeutung wird insofern noch gefördert, als das „Mega-Event" jedes Jahr auf einem anderen Kontinent stattfindet. In Wettkämpfen und Technologie-Demonstrationen stellen Teams aus aller Welt ihre Lösungen vor; durch „Vorführungen" und praktische Anwendungsbeispiele will die breite Öffentlichkeit erreicht werden. Im anschließenden wissenschaftlichen Symposium werden die verwendeten Ergebnisse und Verfahren im Detail vorgestellt, diskutiert und, im positiven Fall, in den wissenschaftlichen Kontext sowie in die Forschungsstrategien der Zukunft integriert. Natürlich wird - neben den fachspezifischen Forschungsleistungen - ein entsprechend harmonisches Rahmenprogramm geboten, um den interessierten BesucherInnen (aus aller Welt, aus möglichst vielen Bevölkerungsgruppen sowie in allen Altersklassen) den aktuellen Stand sowie generell den Sinn und das Wesen der Robotik-Forschung nahe zu bringen.
Für die Technische Universität Graz bedeutete es eine besondere Auszeichnung, diese im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit stehende Großveranstaltung nach Graz zu bringen und für die Ausrichtung und Organisation verantwortlich zu zeichnen. Das Wissenschaftsressort des Landes Steiermark unterstützte die aufwändigen Vorbereitungs- und Durchführungsaktivitäten. In Graz begrüßt wurden rund 2500 Gäste (Studierende, Lehrende, JungforscherInnen) aus aller Welt.

© Ressort für Wissenschaft und Forschung des Landes Steiermark
Am Montag, dem 9. November 2009, fand in der Dialogreihe „Geist & Gegenwart" eine besonders charmante Veranstaltung statt: Elke Heidenreich sprach unter dem Titel „Lesen? Lesen!" darüber, warum wir lesen sollten. Der Abend wurde vom Kulturchef der Kleinen Zeitung, Frido Hütter, moderiert. Elke Heidenreich leitete bekanntlich viele Jahre hindurch im ZDF die populäre und qualitätsvolle Büchersendung „Lesen!" und ist vielfach ausgezeichnete Autorin. Aktuell hat sie zusammen mit ihrem Ehemann Bernd Schröder den Roman „Alte Liebe" herausgebracht.
Landesrätin Edlinger-Ploder:
„Lesen ist und bleibt auch im digitalen Zeitalter mit Schreiben und Rechnen die wichtigste Kulturfertigkeit. Lesen kann eine Bereicherung für jeden Einzelnen und die gesamte Gesellschaft darstellen. Es gibt für mich einen untrennbaren Zusammenhang von Lesen, Reflexion, Weltsicht und Bildung, den es zu fördern gilt. Daher freut es mich ganz besonders, dass wir Elke Heidenreich für unsere Dialogreihe „Geist & Gegenwart" gewinnen konnten, die vor allem, aber nicht nur mit ihrer Literatursendung „Lesen!" wertvolle Impulse in dieser Hinsicht gegeben hat.
Elke Heidenreich, die auch Eröffnungsrednerin der Salzburger Festspiele 2008 war, meint abschließend: „Bücher begleiten uns durch unser Leben wie die Musik".
2009 - Weltjahr der Astronomie; "Reisen bis zu den Sternen" Anlässlich des 400-jährigen Jubiläums zweier Meilensteine in der Wissenschaftsgeschichte - 1609 setzte Galileo Galilei erstmals das Fernrohr ein und publizierte Johannes Kepler seine „Astronomia nova" - erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie. Das Bekenntnis zu lebenslangem Lernen, zu Bildung, Aus- und Weiterbildung, ist aus der modernen Wissensgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Und dennoch: in unseren Breitengraden bzw. in Mitteleuropa wird der Wert des Wissens oder das Gut der (Allgemein)Bildung noch immer nicht hoch genug geschätzt. Vielen Menschen fehlt die nötige Motivation, anderen wiederum der Mut, sich für die Erforschung der Welt und ihrer Zusammenhänge zu interessieren. Es muss also noch viel mehr getan werden, um die Barrieren zu durchbrechen. Die vorliegende Initiative übernimmt eine tragende Rolle bei der Bildung öffentlichen Bewusstseins, um Berührungsängste der/des grundsätzlich interessierten Bürgerin/Bürgers abzubauen.
Naturwissenschaftliches Denken galt seit jeher als ein Spezifikum der europäischen Geistes- und Werthaltung und hat unsere Kultur jahrtausendelang geprägt. Österreich hat in der Vergangenheit Hervorragendes geleistet und darf mit Recht einen stolzen Rückblick auf seine großen WissenschafterInnen und ForscherInnen sowie einen innovativen Vorausblick wagen. Mit dem Weltjahr der Astronomie fand sich die ideale Gelegenheit, diese Herausforderung anzunehmen, die wissenschaftlichen Errungenschaften unseres Landes vor der heimischen wie internationalen Öffentlichkeit angemessen zu vertreten und sich an der internationalen Leistungsschau der teilnehmenden Nationen mit einer Anzahl nationaler Projekte zu beteiligen. Zu Johannes Kepler haben die Steiermark und ihre Landeshauptstadt eine besonders enge Beziehung, In Graz verfasste Kepler sein erstes astronomisches Werk, hier hat er geheiratet und schließlich leider auch das traurige Schicksal der Vertreibung aus politisch-religiösen bzw. religiös-politischen Gründen erlitten. Neben den neuesten Forschungen und steirischen High-Tech-Innovationen wurde ein besonderer Schwerpunkt dieser großen Forscherpersönlichkeit zu widmen. Eine breite Palette an Veranstaltungen und Events brachte die Bedeutung der Keplerschen Forschungen und Planetengesetze nahe bringen und sprechen auch durch die Demonstration ihrer Einbindung in die Geschichte und Kultur vielfältige Interessen an..
Die Österreichische Physikalische Gesellschaft (ÖGP) zeichnet für die Organisation und die Profilbildung des österreichweiten Rahmenprogrammes sowie auch für die Nachbearbeitung der Großinitiative verantwortlich; das Projekt wird insgesamt von Astronominnen und Astronomen, Wissenschafterinnen und Wissenschaftern artverwandter Disziplinen sowie von VertreterInnen der Wirtschaft gemeinsam umgesetzt. Die Leistungen, die von der ÖPG bereits im Zuge des „Weltjahres der Physik" erbracht wurden, waren ausschlaggebend, dass ihr die maßgebliche Mitwirkung bei der Organisation nationaler und internationaler Initiativen im Internationalen Jahr der Astronomie übertragen wurde.
Zur Homepahe der Österr. Physikalischen Gesellschaft gelangen Sie unter http://www.oepg.at/.



