Link zur Startseite

Graskarpfen, Amurkarpfen (Ctenopharyngodon idella)

Erscheinungsbild

Graskarpfen © http://www.algen.biz/images/graskarpfen.jpg
Graskarpfen
© http://www.algen.biz/images/graskarpfen.jpg
Der Graskarpfen, auch Amur genannt, hat eine Durchschnittsgröße von 50-60cm, kann aber bis zu 120cm lang werden. Er hat eine schlanke, langgestreckte Körperform und eine spitz zulaufende Schnauze. Seine Oberlippe ist leicht verdickt und steht etwas über die Unterlippe hinaus. Sein Rücken ist graugrün bis graubraun gefärbt, wohingegen die Körperunterseite eine gelbliche oder weißliche Färbung aufweist. Die Flanken des Graskarpfens schimmern silbrig bis bronzefarben. Seine Schuppen sind am Rand schwarz gesäumt, wodurch ein Netzmuster entsteht. (vgl.: Wolfgang Hauer: Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Graz 2007)

Verwechslungsarten

Aitel © http://www.stoer-angler.de/fischarten/aitel.jpg
Aitel
© http://www.stoer-angler.de/fischarten/aitel.jpg
Der Aitel wird oft mit dem Graskarpfen verwechselt. Doch lassen sich bei genauerer Betrachtung einige Unterscheidungsmerkmale feststellen. So ist beispielsweise die Schnauze des Aitel eher breit und stumpf, beim Amur hingegen ist diese spitz zulaufend. Auch sind sowohl die Bauch- als auch die Afterflosse des Aitel orangerot gefärbt, beim Amur hingegen sind diese grau.
Im Falle eines gemeinsamen Vorkommens können auch der Perlfisch und der Hasel mit dem Amurkarpfen verwechselt werden. (vgl.: Wolfgang Hauer: Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Graz 2007)

Einbringungswege

Der Amur kommt aus den großen chinesischen Flüssen, wie dem Jangtse oder dem Amur und wurde 1965 nach Österreich eingeführt. Die ursprüngliche Verbreitung des Amurkarpfens ist heute schwer feststellbar, da sie bereits im 10. Jahrhundert in China gezüchtet wurden. (vgl. www.graskarpfen.com) Der Grund für den Import nach Europa war ihn zur Bekämpfung von üppigem Wasserpflanzenwuchs einzusetzen, sowie zur Speisefischproduktion. (vgl.: Wolfgang Hauer: Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Graz 2007)

Lebensraumansprüche

Der Amurkarpfen lebt vorwiegend in wärmeren Seen und Teichen, sowie in ruhigen, tiefen und wärmeren Flüssen. Auch hat er einen etwas höheren Sauerstoffbedarf als der heimische Karpfen. Wichtig ist, das ausreichende Vorhandensein von Wasserpflanzen, da Amurkarpfen sich fast ausschließlich von diesen ernähren. Im Sommer kann er sogar das Doppelte seines Körpergewichtes an einem Tag zu sich nehmen. Wohingegen er die Nahrungsaufnahme einstellt, wenn die Wassertemperatur unter 13°C fällt. (vgl. http://www.graskarpfen.com/)
Eine natürliche Reproduktion des Amurkarpfens ist in Österreich nicht nachgewiesen. (vgl.: Wolfgang Hauer: Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Graz 2007)

Problematik

Der Graskarpfen wurde ursprünglich zur Bekämpfung von übermäßigem Wasserpflanzenbewuchs eingeführt. Da es aber kaum Erfahrungen mit Graskarpfen gab, wurden diese oftmals zu zahlreich eingesetzt, was dazu führte, dass die Gewässer fast komplett vom Pflanzenbestand befreit wurden. Dies hatte einen Verlust von Laichplätzen und Versteckmöglichkeiten für heimische Fische zur Folge (vgl.: Wolfgang Hauer: Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Graz 2007). Auch wird das Gewässer, bedingt durch die zu große Anzahl der Fische, verunreinigt. Durch diese Überdüngung kann das Gewässer sogar kippen.
Graskarpfen © http://www.fischereiverein-etzenricht.de/Bilder/1481862608/Graskarpfen.jpg
Graskarpfen
© http://www.fischereiverein-etzenricht.de/Bilder/1481862608/Graskarpfen.jpg