Unser Förderungsarchiv - Jänner bis Oktober 2011
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung
- Neubearbeitung der Erzherzog Johann-Liedersammlung
- Erzherzog Johann-Jubiläumsjahr 2011
- BUND-LÄNDER FÖRDERINITIATIVE ERWACHSENENBILDUNG
- Herausragende Gäste an der Kunstuniversität Graz!
Abschlussbericht: Projekt "Basisbildung Oberes Murtal"
Das war der Tag der Weiterbildung 2010 - "Hospizakademie" am Universitätsstandort Graz
- Das war der Mariazeller Dialog 2011
- Karl Acham: Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften aus Graz
- Die Entwicklung des Orchesterklanges in den Symphonien von W.A. Mozart (Kunstuni Graz)
- Steirische Bildungsberatung ausgezeichnet
- Wissenschaftliche Auswertung der Archäologischen Grabung in der Grazer Burg und Einbettung in den historischen Kontext der Grazer Stadtgeschichte" (Verein FIALE)
- Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf", Fürstenfeld, 5./8. Juli 2011
- Symposium der Vereinten Nation und der European Space Agency, Graz, 13./16. September 2011
- Rückblick auf den 13. Internationalen Kongress zur Erforschung des 18. Jahrhunderts (Juli 2011)
- "Space Studies Program 2011"
- Gibt es eine europäische Kultur"? Ausseer Gespräche 2011
- Kriegsfolgen-Forschungen in und aus der Steiermark 2011
- "Licht- und Schattenlabor" 2011, KIMUS Kindermuseum Graz GmbH FRida & freD
- CLIO, Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit : Arbeitsprogramm 2011

© Land Steiermark
Mit der Einrichtung einer Stiftungsprofessur im künstlerischen Bereich sowie einer „Research Fellowship" auf wissenschaftlichem Gebiet setzt die KUG besonders deutliche Akzente in beide Richtungen! Als Gastprofessorin im künstlerischen Bereich konnte niemand geringer als die herausragende Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager für die Kunstuniversität Graz gewonnen werden. Angelika Kirchschlager ist nach ihrem ersten Engagement an der Grazer Oper seit 1993 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und wohl eine der weltweit gefragtesten Opern- und Liedinterpretin ihres Faches. Im Rahmen ihres Aufenthaltes in Graz wird Angelika Kirchschlager den als besonderen Schwerpunkt geführten Bereich „Musiktheater" mit dem universitätseigenen Haus für Musik und Musiktheater, kurz: MUMUTH" und den neuen Professorinnen und Professoren am Operninstitut bereichern. Dass sich die Künstlerin für ein Engagement in Graz entschieden hat, bedeutet eine besondere Auszeichnung.
Im wissenschaftlichen Bereich wurde das Institut für Musikästhetik, das über einen hervorragenden internationalen Ruf verfügt, als gastgebendes Institut ausgewählt. Philip Alperson, der die Stiftungsprofessur des Landes Steiermark für Musikästhetik/Philosophie der Musik 2010/11 innehat, ist seit 1999 Professor für Philosophie an der traditionsreichen Temple University in Philadelphia, Pennsylvania (USA). In der englischsprachigen Ästhetik wird sein Name mit höchstem Respekt genannt. Von 1993 bis 2003 war Alperson gewählter Herausgeber des Journal of Aesthetics and Art Criticism, der führenden Zeitschrift auf diesem Feld. Seine Bücher und Aufsätze erschienen in herausragenden akademischen Verlagen wie Blackwell und Oxford University Press. Im Zentrum von Alpersons Forschungsinteressen steht die Philosophie der Musik. Seit 2004 leitet Philip Alperson als Gründungsdirektor das Center for Vietnamese Philosophy, Culture and Society in Philadelphia, Weit über die Grenzen seines Faches hinaus hat Alperson Zeichen gesetzt, was Kultur für das Miteinander der Menschen bedeuten kann.

© Kunstuniversität Graz
© UNI for LIFE, Universität Graz
Die Hospizbewegung in der Steiermark ist wesentlich durch die ehrenamtlich tätigen HospizbegleiterInnen geprägt, die es sich zur (Lebens)Aufgabe gemacht haben, sich für ein Leben in Würde zu engagieren und schwerkranke oder sterbende Menschen in der letzten Phase ihres Lebens zu begleiten. Denn so nah der Tod auch ist: in sterbenden Menschen ist immer noch Leben. Und Hospizarbeit verlangt viel ab: Sensibilität, um auf die Bedürfnisse Sterbender und Schwerkranker sowie deren Angehörigen einzugehen, psychologische Kenntnisse und Einfühlungsvermögen im Umgang mit besonderen Lebenssituationen, therapeutisches Wissen, Organisationstalent in Fragen der Hinzuziehung zusätzlicher Betreuungsdienste, Teamfähigkeit in der Zusammenarbeit mit PalliativmedizinerInnen und mobilen Pflegediensten. Und nicht zuletzt Kraft - seelische Kraft, um die/den Sterbenden auf die Anforderungen ihrer besonderen Lebenssituation vorzubereiten und den täglichen Umgang mit dem Tod zu „verkraften". Physische Kraft, um das tägliche Stundenpensum zu bewältigen und in besonderen Situationen darüber hinaus zu gehen.
Das individuelle sozial- und gesellschaftspolitische Verantwortungsbewusstsein ehrenamtlicher MitarbeiterInnen hat Vorbildwirkung. Die Bedeutung und Unverzichtbarkeit des Ehrenamtes in der Hospizbewegung, sowohl für den Einzelnen, als auch für die Gesellschaft, ist also unumstritten. Ob die wichtige (und schwere) Hospizarbeit in und von unserer Gesellschaft auch entsprechend „wert geschätzt" wird, ist eine andere Frage. Das vorliegende Projektvorhaben betritt in diesem Zusammenhang wissenschaftliches Neuland. Durch die Gründung einer Hospizakademie an der Karl-Franzens-Universität Graz in Kooperation mit dem Hospizverein Steiermark soll einerseits dem Hospizgedanken intensiv Rechnung getragen werden und sollen andererseits der enorme sozial- und gesellschaftspolitische Nutzen sowie auch der volkswirtschaftliche Mehrwert kommuniziert und das öffentliche Bewusstsein für den Wert der Hospizarbeit und hier insbesondere des Ehrenamtes sensibilisiert werden. Im Jahr 2008 wurden in der Steiermark 2.366 Menschen in der letzten Phase ihres Lebens von 701 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Hospizvereines Steiermark begleitet. Seit seiner Gründung vor mittlerweile 16 Jahren hat der Verein 2825 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht. Auf den Hospiz-Grundseminaren aufbauend werden fachspezifische Fortbildungskurse veranstaltet und Supervisionen für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen vorgenommen. Mit der Errichtung einer Hospizakademie würden die effiziente und qualitative Aus- und Fortbildung des Hospizvereines erstmals auf universitärem Niveau evaluiert und die Aktivitäten in Umfeld der Hospizarbeit, beginnend von architektonischen und innenarchitektonischen Fragen über Rechtsmaterien bis hin zu therapeutischen Unterstützungen, wissenschaftlich betreut und „befördert" werden.
Die Aus- und Fortbildungen für MitarbeiterInnen der Hospizbewegung sollen nunmehr unter der gemeinsamen Rechtsträgerschaft der UNI for LIFE GmbH und des Hospizvereines veranstaltet werden; nur durch eine kontinuierliche Evaluierung auf akademischem Niveau lassen sich Qualitätsverbesserungen der Hospizarbeit und grundsätzliche Empfehlungen zum ehrenamtlichen Engagement im Sozialbereich ableiten. Die Errichtung einer Hospizakademie ist zweifelsohne ein ebenso innovatives wie ideell gewinnbringendes Pilotprojekt und würde auch im internationalen Vergleich als wissenschaftliche Pionierarbeit ausgewiesen werden. Der Mehrwert für die Steiermark ist unumstritten.
© JOANNEUM RESEARCH, Öffentlichkeitsarbeit
Das Recht auf Information soll eine der konkreten Umsetzungen in der Gestaltung der Massenmedien finden. Denn mit der Information erfährt der Mensch die Einbeziehung in die Gesellschaft. „Geht die Gestaltung der Massenmedien, z.B. des Internets, heute nicht weit über diese Funktion hinaus, wenn etwa über soziale Netze Gemeinschaft selbst gestaltet wird oder wenn in der Informationsverarbeitung Entscheidungsparameter vorgegeben werden?", gab Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold (Moderator und Leiter der Arbeitsgruppe „Ethik in Forschung und Technik" der JOANNEUM RESEARCH), zu bedenken. Dabei sei zu analysieren, was mit dieser Gestaltung an Chancen verbunden ist, zugleich aber die Reduktionen wahrzunehmen, die gerade in ethischer Hinsicht bedenkenswert sind. Wird etwa nicht ein Schein von Gemeinschaft erzeugt, die dann nicht tragende Gemeinschaft ist, und werden nicht „saubere" Lösungen in Algorithmen vorgetäuscht, was einer Flucht aus Entscheidungen gleich kommt? Zudem gilt es die Fragen des geistigen Eigentums und des Aufbaus von Scheinwelten anzusprechen, in denen alles möglich ist und die den Restriktionen der Wirklichkeit enthoben zu sein scheinen. „Das wiederum kann im konkreten Aufeinandertreffen von Scheinwelt und Realität zu Enttäuschung, aber auch zu Aggression führen. Hier ist auch Ethik gefragt", so Neuhold.
http://www.mariazellerdialog.at/

© Böhlau Verlag
Es gibt wohl zahlreiche, auf die Steiermark und auf Graz bezogene historische Entwicklungsgeschichten. Erwähnt seien etwa - exemplarisch - der Rechtsgelehrte F. A. v. Zeiller (der Schöpfer des ABGB), die Rechtshistoriker R. v. Scherer, A. Luschin v. Ebengreuth und Peter Koschaker sowie die Privatrechtler A. Ehrenzweig und W. Wilburg genannt; Von den Sozialwissenschaftern verdienen L. Gumplowicz (der Hauptvertreter der soziologischen Konflikttheorie), die Kriminalisten und Kriminologen H. Gross und J. Varga sowie der Sozialpsychologe F. Heider besondere Beachtung. Unter den Ökonomen kommt J. Kudler, J. A. Schumpeter, A. Ammon und W. Röpke eine herausragende Stellung zu.
Auch für fachverwandte Forschungen der Geographie, Ethnologie, Ideologiekritik und Rechtsphilosophie wird in der neu erschienenen Publikation Bezug genommen, ebenso auf Fragen der sozialwissenschaftlichen Methodologie.
Karl Acham geht es um das Erinnern einer respektablen Tradition, in einem durchaus zukunftsbezogenen Sinn. Karl Acham ist Soziologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker von hohem Rang. Der Band erschien im Böhlau Verlagshaus.
© Kunstuniversität Graz
Dies sind nur zwei der relevanten Fragestellungen, die für die vorliegende Thematik von grundsätzlicher und bereichsübergreifender Bedeutung sind. Eine große Anzahl an systematischen und methodologischen Studien erörtert formale, harmonische und thematische Aspekte der Musik. Hingegen wurden die Dispositionen (Anordnungen und Aufstellungen) in einem Orchester - zB das Verhältnis der im Orchester vertretenen bzw. eingesetzten Instrumente und deren Bezug zueinander - bislang in der musikwissenschaftlichen Forschung weitestgehend ausgespart oder nur unzureichend analysiert. Es existiert zudem nur wenig Literatur über die Gestaltung der „Basslinie", obwohl gerade der Konzeption einer Melodie- und Bassstimme in der Genese von Kompositionen des 18. Jahrhunderts eine herausragende Bedeutung zukommt. Die Instrumentationsanalysen der Symphonien Mozarts ergeben in diesem Zusammenhang ein Mustermodell, denn sie konzentrieren sich meist auf kurze Abschnitte eines Orchestersatzes, folglich fehlt ein (Gesamt)Überblick über die orchestralen Strategien in Symphonien.
In den letzten 20 Jahren ist eine Fülle an Abhandlungen über Ursprung und Entwicklung des Orchesters erschienen. Die Arbeiten ermöglichen einen Überblick über die Situation des Orchesters als Institution und dessen weitere Entwicklung. Bis vor einiger Zeit galt Mozart als Komponist, der allein im Kopf - ohne detaillierte Vorarbeit - komponierte. Doch neuere Studien beweisen, dass der Meister sowohl komplizierte Orchesterstellen als auch weniger komplexe Passagen teilweise mehrmals skizzierte; so sind auch Abschnitte zu finden, bei denen bestimmte klangliche Konstellationen von Anfang an fixiert wurden! Diese Stellen bilden nun den Ausgangspunkt des vorliegenden Forschungsprojektes: es handelt sich um den Versuch, das Orchesterwerk Mozarts im Hinblick auf die Instrumentation zu untersuchen und zugleich eine Methodik zu entwickeln, die erstens auf andere Besetzungen und zweitens auf Komponisten anderer Epochen anwendbar ist. Schwerpunktmäßig sollen Aspekte der Bassführung, der Unisonopassagen und der Oktavlagen in den Blick bzw. ins Gehör genommen werden. Nicht zuletzt können die neuen „Strategien" der orchestralen Gestaltung einen Beitrag leisten, die Echtheit einiger früher Symphonien Mozarts zu überprüfen: so können Kriterien entwickelt werden, die für eine Bestimmung der Authentizität von Mozarts Symphonik von Belang und im Hinblick auf Datierungsfragen besonders relevant sind. Ferner sind aus den musikwissenschaftlichen Studien wichtige stilistische Erkenntnisse über den Zeitraum um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu erwarten. Mozarts symphonisches Frühwerk aus dieser Zeit könnte in der Folge entscheidend präzisiert werden.
Das Projekt ist Teil des strategischen Schwerpunkts „Forschungscluster Musikologie" der Kunstuniversität Graz. Das Projekt steht unter der Leitung von Hrn. Univ.-Prof. Peter Revers und ermöglicht die Projektmitarbeit eines Dissertanten: Mag.art Charris Efthimiou.
© Bildungsnetzwerk Steiermark
Externe Qualitätssicherung für Information, Beratung und Orientierung in Bildung und Beruf. Die KEBÖ, Konferenz der Erwachsenenbildungseinrichtungen Österreichs, bildete am 27. September den feierlichen Rahmen für die Verleihung des IBOBB-Qualitätssiegels an die Bildungsberatung Steiermark durch Ministerin Claudia Schmied. Dieses Instrument einer unabhängigen Qualitätskontrolle weist im Auftrag des bm:ukk nach, dass österreichische Bildungsberatungseinrichtungen eine qualitätsvolle anbieterneutrale und zielgruppengerechte Beratungsleistung erbringen. Ministerin Schmied würdigte in ihren Eröffnungsworten die Bildungsberatung „als einen ganz wichtigen Partner in der Planung und Umsetzung großer gemeinsamer Projekte".
Wissensmanagement als Qualitätsfaktor. Die Bildungsberatung im Bildungsnetzwerk Steiermark hat im Zuge des Qualitätssicherungsverfahrens sämtliche Bewertungskriterien in hohem Ausmaß erfüllt. Besonders hervorgehoben wurden hierbei der interdisziplinäre Zugang und die Kompetenz der steirischen BeraterInnen sowie das effektive Wissensmanagementsystem. Geschäftsführerin Mag.a Grete Dorner und Projektleiterin Manuela Burger nahmen die Auszeichung von Ministerin Schmied persönlich entgegen.
Anbieterneutralität ist Hauptkriterium. Durchgeführt von einem Reviewteam des öibf (Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung), bestehend aus BerufsgruppenvertreterInnen, EvaluatorInnen und WissenschafterInnen, waren im Rahmen dieses Qualitätssicherungsverfahrens neun österreichische Einrichtungen anhand von 14 Kriterien geprüft worden. Hierbei flossen Faktoren wie Anbieterneutralität, Zielgruppenerreichung, Kompetenz des Personals und Aktualität der Informationen in die Bewertung mit ein.
Das zertifizierte Angebot finden Sie auf
http://www.bildungsberatung-stmk.at.

© Verein FIALE
Ein besonderes Rätsel geben die Todesursache(n) auf. Anthropologische Untersuchungen sind in diesem Zusammenhang zwingend vorauszusetzen, denn nur auf deren Basis lassen sich die Funde und Befunde interpretieren. Ohne aber auch nur annähernd über den Grund der Bestattungen Bescheid zu wissen, werden die wissenschaftlichen „Erkenntnisse" nur das bleiben, was sie sind: reine Hypothesen. Das Vergraben mehrerer Körper in einer Grube verdeutlicht etwa, dass wir es hier nicht mit einer christlichen Bestattung auf dem Friedhof zu tun haben. Man muss also unvoreingenommen von einer „Sonderbestattung" sprechen, d.h. einer vom damaligen religiösen Ritus abweichenden Grablege. Hierfür böten sich mehrere Möglichkeiten an - als Beispiele seien hier nur hingerichtete Verbrecher, Selbstmörder oder Seuchenopfer genannt. Diese Sonderfälle dürften nicht auf dem Friedhof beigesetzt werden.
Opfer von Kampfhandlungen wurden hingegen oftmals „vor Ort" verscharrt: eine dieser Möglichkeiten kommt möglicherweise bei den jüngsten Grazer Funden in Betracht - doch eben nur bei entsprechender Kenntnis der Todesursachen. Abgesehen von Skelett Nr. 10, dessen Jochbein von einem Armbrustbolzen durchstoßen wurde, der durch das Auge ins Gehirn gedrungen sein muss, konnten bei allen anderen Skeletten bei der ersten Begutachtung keine Spuren äußerer Gewalt festgestellt werden. Eine C14-Analysen konnte zur sicheren Datierung der Knochenfunde beitragen, während die Gefäßscherben und Kleinfunde einer vergleichenden Analyse unterzogen wurden. Ausschlaggebend für eine sichere Datierung ist auch die Stratigrafie, d.h. die zeitliche Abfolge der archäologischen Schichten. Eine genaue Untersuchung des den Grabungsbereich im Westen begrenzenden Mauerwerks ermöglicht in weiterer Folge auch eine genauere Datierung der Bestattungen.
Der Verein F.I.A.L.E. widmet sich der Interdisziplinären Aufarbeitung des landeskulturellen Erbes → http://www.fiale.at/
Präsentiert wurden einerseits das allgemeine Forschungsfeld von CERN und andererseits auch konkrete Spezialthemen, angefangen von Teilchenphysik über Beschleuniger bis hin zum Urknall („Big Bang"). Die Ausstellung ist konzipiert für Besucherinnen und Besucher ab 12 Jahren und richtet sich inbesondere an SchülerInnen und Studierende, aber auch ganz allgemein an interessierte Personen. Dass „Cern" nach Hartberg gabracht wurde, ist eine große Chance für den Gewerbestandort Ökopark Hartberg, weiterhin höchste Kompetenz zu signalisieren und darüber hinaus auch die Angebote des zurzeit noch im Aufbau befindlichen „Science Centers" auf populärwissenschaftlicher Ebene (und zugleich auf qualitativ seriöse Art!) anzubieten. Die Ausstellung von CERN über CERN in die Steiermark zu bringen, ist auch ein großer Gewinn für unser Land, denn sie stellt den Standort Steiermark in seiner Gesamtheit als kompetenten Forschungsstandort dar.
Kontakt: Verein Ökopark Hartberg
Das „Internationale Kulturhistorische Symposion Mogersdorf", 1964 im 300jährigen Gedenken an die Türkenschlacht von St. Gotthard-Mogersdorf erstmals durchgeführt, wurde mit dem Eisenstädter Übereinkommen vom 23./24. April 1970 als eigenständige Initiative begründet. Sein Ziel ist die gemeinsame Aufarbeitung der kulturellen, historisch-politischen und gesellschaftlichen Identitäten und Wechselwirkungen. Die „Gründungsväter" des grenzüberschreitenden Symposions, Slowenien, das Burgenland sowie das Komitat Vas, konnten bereits Ende 1970 Kroatien, acht Jahre später die Steiermark und im Jahr 2003 das Komitat Somogy in der Reihe der Mitgliedsländer begrüßen: Als zentrales Forschungsgebiet wurde in der Folge der pannnonische Raum im engsten und zugleich weitesten Sinne bestimmt.
Durch das gemeinsame Bemühen der Wissenschafterinnen und Wissenschafter wurde seither ein neues Geschichtsbild des Mehrvölker-Grenzgebietes gewonnen, die Vorurteile einer in der Vergangenheit oft verzerrten Darstellung überwunden und solcherart ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Völkerverständigung geleistet werden. Das wissenschaftliche Symposion, dessen länderverbindende Wirkung nicht hoch genug geschätzt werden kann, findet jährlich alternierend in einem der Mitgliedsländer in einer ausgewählten Region statt, um fachliche aber auch persönliche Kontaktaufnahmen zu erleichtern. Heute gilt es als zusätzliches Bestreben, den akademischen Nachwuchs der einzelnen Mitgliedsländer zusammen zu führen und mit dem „pannonischen" Geschichtsraum vertraut zu machen. Das jährlich tagende Organisationskomitee, in dem jedes Land mit jeweils zwei (oder auch drei) Delegierten vertreten ist, legt Programm- und Ablaufstrukturen fest und greift - seinem generellen, wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt entsprechend - aktuelle und brisante Themenkreise auf, um vor allem das Interesse für die vergleichende, objektive und kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Südostraumes zu wecken. Die Steiermärkische Delegation wird durch Hofrat Hon.-Prof. Dr. Pferschy, Dr. Peter Wiesflecker und Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Malli vertreten.
Heuer war es wieder so weit: Das Internationale Kulturhistorische Symposion Mogersdorf (5. bis 8. Juli 2011) fand turnusmäßig in der Steiermark statt. Als Veranstaltungsort wurde Fürstenfeld ausgewählt. Auch in diesem Jahr gab es ein besonderes Generalthema: „Gesinde im pannonischen Raum im ausgehenden 18. bis ins 20. Jahrhundert".
Ein besonderes Anliegen ist es auch, jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern den Zugang zu Quellenmaterial in steirischen Archiven zu ermöglichen.
© JOANNEUM RESEARCH
Die Landeshauptstadt Graz wird gar als „heimliche Weltraummetropole" zitiert, und das Grazer Weltraum-Symposium, eine gemeinsame Veranstaltung der ESA (European Space Agency), der Vereinten Nationen und der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft (kurz: UN/Austria/ESA-Symposium) gehört zu den regelmäßigen Highlights im internationalen Veranstaltungskalender. Forschungsprozesse wollen respektive müssen in den internationalen Diskurs eingespeist werden und wissenschaftlich diskutiert werden. Wissenschaftliche Symposien übernehmen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, wenn es etwa um die Schnittstelle zwischen grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung geht. Ohne wissenschaftlich vorgegebenen Rahmen können Forschung und Entwicklung sehr schnell einen selbstherrlichen oder eigennützigen Weg einschlagen; zahlreiche ethische Fragen sind im Vorfeld zu berücksichtigen.
Symposium der Vereinten Nation und der European Space Agency, Graz, 13./16. September 2011Das alljährlich in unserer Landeshauptstadt statt findende UN/Austria/ESA-Symposium konnte sich, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung des Landes Steiermark sowie der Stadt Graz, zu einer Veranstaltungsmarke auf hohem wissenschaftlichem Niveau entwickeln. Das Referentenpodium ist hochkarätig besetzt, das Teilnehmerkontingent umfasst insgesamt rund 100 Personen. Das Leitmotiv „Nachhaltige Entwicklung" geht zurück auf das Weltgipfeltreffen 2002 (Johannesburg), als man das Potenzial der Weltraumforschung zur Implementierung nachhaltiger Entwicklung ein weiteres Mal bekräftigte.
Im Blickpunkt der diesjährigen Veranstaltung steht, gleichsam in konsequenter Fortführung des Generalthemas 2010, die Entwicklung von „Kleinsatelliten"; diese sind kostengünstiger in der Herstellung und finden optimalen Einsatz in der Klimaforschung, Erdbeobachtung und im Katastrophenschutz. Kein Wunder also, dass speziell GastreferentInnen aus Entwicklungsländern in die Veranstaltung eingebunden werden: diese kommen u.a. aus Ecuador, Sudan, Angola, Bangladesch, Burkina Faso, Kambodscha, Kenya, Nigeria und Uganda, um nur einige der „delegierten" Länder zu nennen.
Die positiven Auswirkungen des Grazer Weltraumsymposiums auf die heimische Wirtschaft liegen klar auf der Hand, denn etliche Firmen in Graz haben ein eigenes Standbein in der Weltraumtechnik. Außerdem ist die Stadt Graz als einzige Stadt Österreichs Mitglied in der Austrian Space Agency (ASA) und wird von Univ.-Prof. DDr. Riedler offiziell vertreten. Die Bedeutung der friedlichen Erforschung des Weltraumes und der damit zusammen hängenden Kooperationsprojekte mit den Vereinten Nationen kann nicht oft genug betont werden.
© Alte Galerie, Universalmuseum Joanneum
Für die Grazer Expertinnen und Experten bedeutete dieser Zuschlag eine besondere Auszeichnung. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kam aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten bzw. Kanada, doch wurden auch Fachleute aus Ost-, Südost- und Ostmitteleuropa, Südamerika, Japan und Indien in Graz erwartet. Für ein ebenso spannendes wie kurzweiliges Programm war gesorgt: Plenarveranstaltungen in den Konferenzsprachen Englisch, Französisch und Deutsch und Kleingruppenveranstaltungen wechselten einander ab; Eine gewisse Regenerationsphase in einem anstrengenden Tagesablauf garantierte das kulturelle Rahmenprogramm aus Stadtführungen, Ausstellungen, Exkursionen, einem Konzert sowie einem festlichen Empfang.
Als thematische Schwerpunkte des Kongresses ergaben sich „Zeitvorstellungen im Aufklärungszeitalter: Gegenwartskonzepte und Zukunftsmodelle" sowie die Studien zu „Mittel-, Ost- und Südosteuropa im Zeitalter der Aufklärung". Der besondere Vorteil respektive die Attraktivität beider Themenfelder liegt in der unbestrittenen Relevanz des 18. Jahrhunderts für die Gegenwart einerseits und den Standort Graz und dessen wissenschaftliche (und auch außerwissenschaftliche) Kompetenz andererseits. An keiner anderen österreichischen Universität gibt es einen namhaften Schwerpunkt für die 18. Jh.-Forschung. Der Grazer Arbeitsschwerpunkt ist an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz verankert, aber zugegebenermaßen über einzelne Fächer und Initiativen verstreut. Mit dem 13. Weltkongress sollte auch in diese Richtung ein Anreiz geschaffen werden, die einzelnen Bestrebungen gebündelt, eine internationale Plattform eingerichtet und damit die zahlreich vorhandenen Impulse zugunsten fortgesetzter Initiativen genützt werden. Die Förderung des akademischen Nachwuchses und der internationalen wie auch interdisziplinären Zusammenarbeit steht ganz oben auf der Liste der Zielvereinbarungen. Und nicht zuletzt bedeutet der Weltkongress einen besonderen Wertschöpfungsfaktor für unser Bundesland uns seine Landeshauptstadt: der wissenschaftliche und kulturelle Reichtum unseres Landes wird rezipiert und reflektiert.
→ Nähere Informationen finden Sie online unter www.18thcenturycongress-graz2011.at
Das Space-Studies-Program (SSP) bietet die hervorragende Chance, nun auch Studierende auf Führungsaufgaben in Weltraum- und Raumfahrtforschung vorzubereiten und dabei die transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit noch deutlicher zu stärken. Von Weltraum-Ingenieurwissenschaften und Satellitenkommunikation über die Finanzierung und Koordinierung von Projekten bis hin zum Weltraumrecht und zur Weltraummedizin reicht das Spektrum des Unterrichtes, der von renommierten ForscherInnen aus aller Welt, etwa ExpertInnen der ESA, der NASA, nationaler Weltraumagenturen und internationaler Forschungseinrichtungen vermittelt wird. Die bisherigen Absolventen finden sich auch in namhaften Positionen in der ESA, NASA oder auch bei Weltraumfirmen wie EADS-Astrium oder Forschungszentren wie CERN wieder. In Österreich gibt es kein Regelstudium der Weltraumwissenschaften. Seit 2002 wird in Graz allerdings der zweijährige Universitätslehrgang "Space Sciences" angeboten. Die viersemestrige Ausbildung, die mit dem "MAS Space Sciences" abschließt, hat die Schwerpunkte "Space Physics", "Remote Sensing" und "Space Communication and Navigation".
Die Teilnahme besonders begabter JungakademikerInnen an dem nicht ganz kostengünstigen Programm wird mittels nationaler Teilnahmestipendien ermöglicht: sowohl das Land Steiermark als auch die Stadt Graz übernahmen die Finanzierung von Stipendien.

© Land Steiermark, Archiv
Das Salzkammergut, von der Wissenschaft als eine, ja sogar als DIE österreichische Kernlandschaft identifiziert, übt ohne Zweifel eine besondere Anziehungskraft aus. Die geographische Typologie, der landschaftliche Reiz, seine Geschichte von der Sommerfrische bis zur modernen „Tourismusregion" und vor allem die kulturelle bzw. alltagskulturelle Eigenständigkeit mit ihren vielen althergebrachten Bräuchen verdichten das Salzkammergut zu einem besonderen Ort der Begegnung. Hier treffen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und hier treffen sich auch die Menschen.
Die von der Karl-Franzens-Universität Graz erstmals im Jahr 2009 initiierten „Ausseer Gespräche" setzen jene Entwicklung fort, die sich über die Zeiten heraus gebildet hat: den interkulturellen Dialog und Meinungsaustausch, die Begegnung von Menschen mit unterschiedlichsten Interessen sowie (denn auch dies gehört zum wissenschaftlichen Diskurs) das mitunter etwas härtere Aufeinanderprallen verschiedenster Ideologien und Mentalitäten. So wird ganz besonders darauf geachtet, Menschen aus unterschiedlichen Alters- und Bevölkerungsgruppen zusammen zu bringen und einerseits renommierte WissenschafterInnen und führende Intellektuelle einzuladen, andererseits auch die einheimische Bevölkerung und an den Themengebieten besonders interessierte HörerInnen als Publikum zu gewinnen. Als besonderer Kernpunkt des Veranstaltungskonzeptes ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Form von Teilnahmestipendien hervor zu heben: besonders begabte bzw. vielversprechende Studierende nehmen nicht nur an den formellen Tagesordnungspunkten teil, sondern sind außerdem dazu angehalten, sich informell mit Vortragenden und anderen TeilnehmerInnen zu vernetzen, um gemeinsam über die einzelnen Vorträge und Workshops hinaus eine lebhafte und nachhaltig wirkende akademische Diskussion zu entwickeln.
Auf den großen Erfolg und das hervorragende Echo der ersten „Ausseer Gespräche" 2009 aufbauend wurde das Konzept beständig weiter entwickelt. Im Blickpunkt der Ausseer Gespräche 2010 stand das „Lebensalter": beginnend vom „Demographischen Wandel" über „Alte Frauen in der Literatur" bis hin zum psychologischen Prozess des Alterns und dessen Gegenentwurf „Anti Aging" reichte das Spektrum an aufgeworfenen Fragestellungen.
Die Ausseer Gespräche 2011 standen unter dem Motto „Gibt es eine europäische Kultur?". Die wissenschaftliche Erörterung aus dem Blickwinkel möglichst vieler Disziplinen wardabei ein Leitmotiv: auf dem Tagungsprogramm fanden sich die Schwerpunkte „Antike und Orient als kulturprägende Paradigmen" und „Ein halbes Jahrtausend arabischer Kultur in Europa". Das brisante Beziehungsgeflecht „Judentum und Europa" floss in den Diskurs ebenso ein wie „Kriege als Charakteristika von Europas Geschichte". Als Veranstaltungstermin wurde ganz bewusst eine noch nicht ausgeprägt gewinnbringende Phase im Fremdenverkehr des Ausserlandes gewählt, womit auch der wirtschaftlich-ökonomische Mehrwert für die Region gesichert wird. Die Karl-Franzens-Universität Graz, namentlich vertreten durch Frau Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Irmtraud Fischer und Herrn Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad, ist Initiator und Träger der Veranstaltung: ein Blick über den Stadtrand und die eigene Disziplin hinaus soll eine intensivere und nachhaltige Vernetzung mit der Region bewirken. Dieses dringende Desiderat der Regionalisierung und Internationalität aufzugreifen und zugleich auch die gesellschaftliche Relevanz der Kulturwissenschaften zu betonen, ist eine besondere Herausforderung.
PROGRAMM - Ausseer Gespräche 2011
Bund und Länder werden in den Jahren 2012 bis 2014 fast 55. Mio. EURO aufwenden, um den Betroffenen den möglichst kostenlosen Zugang zu den Maßnahmen zu ermöglichen. Damit sollen ca. 5% (!) qualifiziert werden.
Das „Institut für Höhere Studien" (IHS) errechnete einen Anteil von 280.000 Personen im erwerbsfähigen Alter, die über keinen positiven Pflichtschulabschluss verfügen, wobei laut Berechnung des IHS jährlich rund 5.000 Jugendliche hinzukommen, die ihre Schulpflicht erfüllt, aber keinen positiven Hauptschulabschluss als Mindestvoraussetzung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben erworben haben.
Bildungsprogramme für Erwachsene, die dazu beitragen, die Chancen der Menschen im Bereich der Basisbildung/ Grundkompetenzen zu verbessern, erfordern oftmals einen Kostenbeitrag von den in der Regel sehr einkommensschwachen oder gar armutsgefährdeten TeilnehmerInnen, was eine gravierende Hürde für den Besuch solcher Weiterbildungsprogramme darstellt.
Ähnliches gilt für die Bildungsprogramme zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses, die gleichfalls überwiegend mit erheblichen Kosten für die TeilnehmerInnen verbunden sind. Dazu kommt, dass die Angebote zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses qualitativ und quantitativ (z.B. bezüglich der angebotenen Zahl an Trainingseinheiten) je nach Anbieter stark variieren und damit höchst unterschiedliche Drop-out-Quoten mitnegativen Spitzenwerten bis zu 70 Prozent aufweisen.
STEIERMARK-DATEN:
Ca. 25.200 Personen ohne positiven Pflichtschulabschluss
Ca. 60.000 - 100.000 Personen ohne ausreichende Basisbildungskompetenzen
Daher: bitte die Schule nicht vorzeitig abbrechen! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

© Bild- und Tonarchiv, Land Steiermark
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (kurz: LBG) zählt zu den weltweit führenden Forschungsplattformen, benannt nach dem großen österreichischen Physiker, Mathematiker und Philosophen Ludwig Boltzmann, dessen breites wissenschaftliches Interesse bis heute richtungsweisend ist: Interdisziplinäres Arbeiten und vernetztes Denken sind denn auch die Leitmotive der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft. Kooperationen zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung, zwischen wissenschaftlichen Organisationen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen bewirken eine Bündelung von Ressourcen und wissenschaftlichem Know How. Die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft erfüllt in diesem Zusammenhang eine wichtige Anschubfunktion, nicht zuletzt in der Aufbereitung neuer Forschungsfelder.
Dem Networking-Gedanken begegnet die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft mit der Bildung von „Clustern", in denen verschiedene (wesensverwandte) Forschungsansätze unter einem übergeordneten thematischen Dach zusammen geführt werden. Ziel der Gründung des besonders erfolgreichen „Cluster Geschichte" (2005) war es, als föderaler Forschungsverbund durch langfristig angelegte grundlagen- und anwendungsorientierte Wissenschaft neue Akzente in der zeitgeschichtlichen Forschung in Österreich zu setzen. Das Institut für Kriegsfolgenforschung, im Jahr 1968 aus dem Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung (der ältesten geisteswissenschaftlichen Einrichtung der LBG) hervor gegangen, kann salopp formuliert wohl als Zugpferd des Geschichte-Clusters gelten. Es steht für wissenschaftliche Exzellenz und Pluralität in der österreichischen Zeitgeschichtsforschung. Sein Arbeitsauftrag beruft sich auf die interdisziplinäre und dokumentative Aufarbeitung sämtlicher Auswirkungen von Kriegen und Konflikten. Hierbei werden staatliche, gesellschaftliche, ökonomische, soziale, humanitäre sowie kulturelle Aspekte ebenso berücksichtigt und in die Nominalthematik einbezogen wie Fragen, die in den Bereichen Kriegsgefangenschaft, zivile Zwangsarbeit, Flüchtlinge und Asylanten offenkundig werden und die Notwendigkeit entsprechender Antworten zwingend voraus setzen.
Das Arbeitsjahr 2011 des Ludwig Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgen-Forschung stand im Zeichen spannender Forschungsthemen. Ein besonderes Schwerpunktprojekt beschäftigt sich mit dem „Wiener Gipfel". Am 3. und 4. Juni 1961 stand Wien als Ort des Gipfeltreffens zwischen US-Präsident John F. Kennedy und dem UdSSR-Ministerpräsidenten Nikita S. Chruščev im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Der „Vienna Summit" sollte die erste und zugleich auch letzte persönliche Zusammenkunft von Kennedy und Chruščev als Staatsmänner der beiden Supermächte bleiben. Österreich bewährte sich als versierter Gastgeber und entwickelte in den 1960er und 1970er Jahren - nicht zuletzt aufgrund seiner günstigen geopolitischen Lage und aktiven Neutralität - zum regelmäßigen Veranstaltungsort internationaler Treffen auf höchstem politischem Niveau. Seit Ende 2008 widmet sich das Boltzmann-Institut den Inhalten und weitreichenden Konsequenzen des Gipfeltreffens. Dieses Jahr stehen die Ausrichtung einer Großkonferenz und die Publikation von Beitrags- und Dokumentenbänden auf dem Programm.
Die Forschungsarbeiten zu den „Zwangsarbeitern in Österreich von 1939 bis 1945" konzentrierten sich 2011 auf die Auswertung des Aktenbestandes des so genannten ‚Österreichischen Versöhnungsfonds‘. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in der Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches ca. 13 Millionen Menschen als Arbeitskräfte eingesetzt, allein auf österreichischem Gebiet waren es etwas mehr als eine Million! Im Rahmen der Tätigkeit der österreichischen Historikerkommission wurden ab 1989 umfangreiche Forschungsanstrengungen unternommen, um die Arbeits- und Lebensumstände dieser Zwangsarbeiter im „Dritten Reich" zu beleuchten. Ein am Ludwig Boltzmann-Institut durchgeführtes Pilotprojekt mit dem Titel „Sowjetische Zwangsarbeiter und ihre weiteren Schicksale" setzte die Arbeit in diesem Themenschwerpunkt fort, wobei insbesondere die Repatriierung von Zwangsarbeitern aus den westlichen Gebieten der ehemaligen UdSSR in den Blick genommen wurde. Zahlreiche Aktenbestände sind noch auszuwerten, etliche Forschungslücken zu schließen. Die für Oktober 2011 geplante Veranstaltung soll das Projektvorhaben zum Abschluss bringen.
Die Recherchen zu „Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs" ergänzten das Forschungsprogramm 2011: Wenngleich in den vergangenen Jahren wichtige Forschungsergebnisse zum Bereich Kriegsgefangenschaft im Deutschen Reich im Allgemeinen und in der Ostmark im Besonderen vorgelegt wurden, blieben zentrale Fragen immer noch ungeklärt. Die Grazer Expertinnen und Experten suchen diese Fragestellungen zu beantworten und auch den sich bislang im Dunkeln verlierenden Lebenswegen auf die Spur zu kommen.
© FRida & freD - KIMUS Kindermuseum
Der Forschergeist sollte allerdings möglichst früh geweckt werden, denn viele Kinder verfügen über eine ausgeprägte Neugier, eine unverstellte Sicht der Dinge und über die Fähigkeit, an Problemstellungen auf sehr natürlich Art und Weise heran zu gehen. Das Team des FRida & freD Kindermuseums trug im Rahmen des „Licht- und Schattenlabors" dazu bei, Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren für Technik und Technologie zu begeistern, für naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu interessieren und auch das kindliche Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit den Entwicklungen der modernen Zeit zu sensibilisieren. Die jungen BesucherInnen wurden zur aktiven Mitwirkung eingeladen: so können sie im Rahmen von Experimenten (die von Experten natürlich auf das Sorgfältigste vorbereitet werden und keinerlei Gefahren bergen) eigene Erfahrungen machen und selbst testen. Die Anleitungen für die Experimente können von den Kindern in einer Sammelmappe mit nach Hause genommen werden, inclusive diverser Tipps und Versuchsanleitungen für Experimente zu Hause.
Eine ganz besondere Rolle im Rahmen des Ausstellungsprojekts kam dem Bereich „Optik" zu: da gab es Versuche zur Lichtbrechung, zur Spiegelung oder zu den Spektralfarben, um nur einige Beispiele aus der Bandbreite des Angebotes heraus zu greifen. Kindern mit Leseschwierigkeiten stehen übrigens MitarbeiterInnen hilfreich zur Seite.
Alles in allem werden die vier wichtigsten Grundbegriffe der wissenschaftlichen Forschung - Beobachtung und Dokumentation, Analyse und Vergleich - auf spielerische Weise erlebt. Die Texte und Spiele in der Forschungssammelmappe laden zum Weiterdenken, Weiterspielen und Weiterforschen, zum Angreifen und Begreifen ein. Kinder und Jugendliche werden nachhaltig sensibilisiert und lernen die Welt der Wissenschaft, Forschung, Technologie und Entwicklung zu erfahren, sie lernen aber auch die Welt anderer Jugendlicher kennen. Spiel, Spaß, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit und Engagement hinterlassen bleibende Eindrücke und setzen einen Bewusstseinsbildungsprozess bei Kindern und Jugendlichen in Gang, der grundsätzlich zu befürworten und in Österreich noch deutlich zu verstärken ist.
Und hier gehts zu
"FRida & freD"

© VLIO - Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit
Das Arbeitsprogramm 2011 gliederte sich inhaltlich in 2 übergeordnete Schwerpunktbereiche: einerseits wurden die erfolgreichen Vorarbeiten der vergangenen Jahre zum Thema „NS-Terror, Verfolgung und Exil" intensiviert und um entscheidende Fragestellungen und Kulturräume ergänzt, andererseits wurde das Beziehungsgeflecht zwischen „Auswandern, Fliehen und Emigrieren" in den Blick genommen. In mehreren Bereichen wurde sogar wissenschaftliches Neuland betreten, so etwa im Rahmen der Publikationsvorhabens „Passage nach Indien. Exil in Indien 1933-1945", um nur ein Beispiel aus vielen heraus zu greifen. Aus der intensiven Beschäftigung mit dem Exilland Indien ergibt sich auch die Frage nach dem Exil von ÖsterreicherInnen in weiteren asiatischen und afrikanischen Ländern. Die länderspezifischen Bedingungen und die schwierige Quellensituation haben bisher nur eine rudimentäre und auf lange Sicht unbefriedigende Erforschung zugelassen. Vereinzelte Forschungsarbeiten wurden bisher nur zu den Philippinen, zu Pakistan, Türkei, Madagaskar und Ägypten bekannt. Wissenschaftliche Veranstaltungen (Konferenzen, Fachtagung, Workshops etx.) setzten sich von April bis August mit den Themen „NS-Terror" und „Exil", im Speziellen mit „Exil in Indien" und „Exil in Asien und Afrika" auseinander.

© Bild- und Tonarchiv
Den Grundstein für die runden Jubiläen legte Erzherzog Johann, der durch seine vielseitigen Tätigkeiten eine enorme Sammlung an naturwissenschaftlich-geologischen Gegenständen zusammen getragen hatte. Der Erzherzog war Förderer und Visionär zugleich: er erkannte als einer der ersten Vordenker seiner Zeit den Wert der wissenschaftlichen Forschung für die Allgemeinheit und versuchte das Interesse der breiten Bevölkerung für das landeskulturelle Erbe zu gewinnen: „Bücher, Naturprodukte und wissenschaftliche Apparate" durften nicht im Kämmerlein verstauben, sondern sollten der Allgemeinheit und den kommenden Generationen für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Nachdem sein Bruder, Kaiser Franz I., seine Pläne gut geheißen hatte, schenkte Erzherzog Johann seine Sammlung den Ständen des Herzogtums Steiermark, verbunden allerdings mit der Auflage, diese ganz in seinem Sinne einzusetzen. Seinen Vorstellungen entsprechend sollten die Gegenstände einerseits als Schausammlung präsent sein, andererseits „zur Geistesbildung" der Steirerinnen und Steirern (und hier ganz besonders der jungen Bevölkerung) beitragen. In diesen beiden Ideen liegen die Wurzeln für das Universalmuseum Joanneum und die Technische Universität Graz. Lesen Sie mehr in den folgenden zwei Absätzen!
Ganz nach dem Vorbild ihres Gründers entwickelte sich die TU Graz von ihrem „Geburtsort" in der Raubergasse 11 (1811) zu einer modernen, weltoffenen Forschungs- und Bildungseinrichtung an drei Standorten im Herzen der Stadt Graz; Sie beherbergt über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an über 100 Instituten, die in 7 Fakultäten zusammen gefasst sind. Mehr als 11.000 Studierende sind jährlich an der TU Graz inskribiert und belegen rund 60 zum Teil universitätsübergreifende Studienrichtungen. Ein hochleistungsfähiges Netzwerk für Lehre und Forschung überzieht die drei Standorte (Campus Alte Technik, Neue Technik und Inffeldgasse). Wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche MitarbeiterInnen, Studierende und Lehrende arbeiten eng zusammen und eröffnen kontinuierliche Kontakte zu Partnern aus Wirtschaft und Industrie im In- und Ausland. Die Technische Universität Graz ist ohne Zweifel zu einem bestimmenden Faktor in der steirischen Wirtschaft, ja, mehr noch, zu einem Forschungszentrum von Weltrang geworden. Das 200jährige Jubiläum bietet die Chance, die reichhaltige Geschichte der Technischen Universität Graz nachzuzeichnen und deren Bedeutung für das Hier und Jetzt - für unsere heutige Lebenswelt - aufzuzeigen. Es waren/sind Jahre voller Leidenschaft - Leidenschaft für Wissenschaft und Technik, Jahre der Begeisterung für technische Innovation. Diese Begeisterung soll an ein breites Publikum vermittelt und mittels modernster Informationstechnologien und Kommunikationsmethoden zu einem Erlebnis für Jung und Alt gemacht werden.
Das 200jährige Bestehen des Universalmuseums Joanneum ist ein guter und ehrgeiziger Anlass, ein besonders sensibles Thema im Spannungsfeld Krieg und Kunst in Form einer länderübergreifenden Konferenz "Gehört der Krieg ins Museum" verstärkt zu befördern. Der Ansatz dieser Veranstaltung war und ist ein zutiefst wissenschaftlicher. Zwischen dem „Landeszeughaus" und dem Thema Krieg und Kunst" ergeben sich darüber hinaus inhaltliche Berührungspunkte, die keinesfalls zu unterschätzen sind. Besonders spannend verspricht auch das wissenschaftliche Symposium „Superstition - Dingwelten des Irrationalen" zu werden. Die im Grazer Volkskundemuseum im November dieses Jahres über die Bühne gehende Veranstaltung markiert den Abschluss des aus Bundesmitteln geförderten 2jährigen Projektes im Schwerpunkt „Forschung am Museum". Anfangs als bescheidenes Expertentreffen angedacht, stieß der Call of Participation auf ein so großes Echo, dass die Veranstaltung auch in der medialen Berichterstattung die "Nase vorne" hat. Kritische Reflektion und Methodenvielfalt unter Berücksichtigung des neuesten Forschungsstandes gehören ebenso zu den Grundprinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens wie die Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung und dem Ist-Zustand eines thematischen Diskurses, die Ableitung von Forschungserkenntnissen und die Eröffnung neuer Perspektiven. Forschung verpflichtet!
Das vorhandene Notenmaterial weist viele Fehler in der Satztechnik auf, und auch die Kurrentschrift kann nur von ExpertInnen aufgearbeitet werden, die darüber hinaus über entsprechend hohes musikalisches Fachwissen verfügen. Die musikalische Besetzung des Liedergutes entspricht nicht mehr der heutigen Orchestertradition, muss also gleichsam in die heutige Zeit übersetzt werden. Die Liedersammlung soll schließlich einem breiten Publikum in Form transkribierten Notenmaterials zugänglich gemacht und gleichzeitig für die heutige Aufführungspraxis adaptiert werden.
Herders "Stimmen der Völker in Liedern" zufolge gilt die Erzherzog Johann-Liedersammlung wohl als stärkster Impuls für die Entwicklung und Aufzeichnung des Liedgutes unseres Landes und wirkte in diesem Zusammenhang als Vorbild für Nachbarregionen. Ein besonderes Augenmerk liegt daher auf der Sichtung und der Neubearbeitung der Werke in der Bandbreite der Besetzungen.
Das Forschungsprojekt ist nicht nur für die Steiermark, sondern darüber hinaus für die österreichische musikalische Kulturlandschaft von größter Bedeutung und wurde nicht zuletzt unter diesen Aspekten seitens des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark unterstützt.
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www.musikost.at



