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Hörfeld - Moor Gebietsbeschreibung

  Hörfeld Moor - Gebietsbeschreibung                          

Gebietsbezeichnung Hörfeld Moor
mittlere Seehöhe 930 m
Nennung 1996
Fläche (ha) 133
Bundesland Steiermark und Kärnten
Lage

Gemeinde Mühlen
ca. 28 km südöstlich von Murau
(47°01'N, 14°31'O)


Inhalte
:

  • Kurzcharakteristik
  • Derzeitige Nutzung
  • Hydrologie
  • Gefährdung
  • Qualität und Bedeutung
  • Schutzziele und Managementplan
  • Schutzstatus
  • Charakteristik des Gebietes
  • Besitzverhältnisse
  • Ansprechpartner, Gebietsmanagement



Kurzcharakteristik
Kalkhaltiges mestrophes Frischwassersumpfland, von Flüssen gespeist. Baum- und Buschgruppen. Quellen, nährstoffarme (dystrophe bis oligotrophe) Hochmoorbereiche und Feuchtwiesen.

Hydrologie
Das Hörfeld erhält seine Wasserversorgung von Grundwasserquellen und Bächen. Vor allem der das Gebiet auf die ganze Länge durchziehende Hörfeldbach versorgt große Teile der sumpfigen Fläche. Hohe Niederschläge und feuchtes Klima sorgen für atmosphärischen Wassereintrag. Das ganze Hörfeld-Moor ist ein riesiger natürlicher Wasserspeicher. Die Bewegungen des Grundwasserspiegels werden von einem Monitoringsystem erfaßt.

Qualität und Bedeutung
Das gesamte Gebiet des Hörfeldes erfüllt durch seine unberührte Flora und ornithologischen Besonderheiten die Voraussetzung zur Erklärung eines Feuchtgebietes von nationaler bis internationaler Bedeutung. Laut österreichischem Moorschutzkatalog (STEINER 1992) zählt es zu den international bedeutenden Mooren Österreichs.
SchutzstatusBereits vor der Nennung des Hörfeldes als RAMSAR-Gebiet standen Teile der 133 ha großen Fläche unter Schutz. Die Kernbereiche sind nach den Naturschutzgesetzen der Steiermärkischen und Kärntner Landesregierung geschützt:Naturschutzgebiet lit b: Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 25.5.1987, LGB.11/Nr.53Naturschutzgebiet: Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 10. Juli 1984, Ro-182/25/1984Das gesamte Ramsargebiet Hörfeld-Moor wurde im März 1995 als Natura 2000 Gebiet genannt.

Besitzverhältnisse
Große Teile sind in öffentlichem Besitz
Ein Teil befindet sich im Besitz des Naturschutzvereines "Hörfeld-Moor"
der Rest ist im Privatbesitz mehrerer Grundeigentümer


Derzeitige Nutzung
Der großteils sumpfartige Charakter des Gebietes verhinderte die kommerzielle und landwirtschaftliche Nutzung weitgehend. Trotzdem wird an einigen Stellen Fischfang, extensive Heunutzung und Holzproduktion betrieben.Die Umgebung des Moores wird hauptsächlich zur Holznutzung und als Wiesen- und Weideland verwendet

Gefährdung
Die Drainage des Moorbereiches wurde schon in der Vergangenheit durch gesetzliche Maßnahmen gestoppt.Durch die mangelnde Pflege der Randbereiche, die ursprünglich als Streuwiesen bewirtschaftet wurden, ist eine Gefährdung in Form der Verdrängung der ursprünglichen Pflanzengesellschaften gegeben. Eine potentielle Gefährdung ist durch unerlaubte Aufschüttung, Ablagerungen etc. in den Randbereichen des Gebietes gegeben. Eine gewisse Störung geht von der Nutzung der Fischteiche aus.Die Hauptstraße verursacht Imissionen und Lärm in den östlichen Randbereichen.

Schutzziele und Managementplan
Der Naturschutzverein "Hörfeld-Moor" bereitet gemeinsam mit den Naturschutzbehörden der Steiermark und Kärntens einen langfristigen Managementplan vor, der sowohl die Bedürfnisse der Fauna und Flora als auch die Aspekte einer touristischen Nutzung berücksichtigt. Im Anschluß sind einige wichtige Punkte aufgelistet.§        Bei den bestehenden Feuchtwiesen: Bewirtschaftung als Streuwiese durch 1- bis 2-schürige Mahd und nur geringe Düngung (Stallmist) §        Bei den angrenzenden Fettwiesen: Extensivierung der Bewirtschaftung; wenn erforderlich Rückbau bestehender Drainagen §        Wiederaufnahme traditioneller Bewirtschaftungsweisen §        Erhaltung der bestehenden Strukturen im derzeitigen Schutzgebiet (Tabuzone) §        Entbuschung §        Ausweisung von Pufferzonen §        Einrichtung von Sukzessionsflächen §        Verhinderung des Vordringens des Schilfgürtels in die Kernzone §        Verhinderung der Eutrophierung §        Berücksichtigung ökologischer Erfordernisse seltener und bedrohter Arten §        Geplanter Ankauf weiterer Grundstücke durch NGO´s und Naturschutzbehörden Für die Erstellung eines langfristigen Managementplanes sind noch umfangreiche Forschungsarbeiten geplant!
Charakteristik des Gebietes
Das Hörfeld ist ein großflächiges Feuchtgebiet von ca. 133 ha Ausmaß, wovon der größere Teil auf kärntnerischem Gebiet liegt. Seine Entstehung verdankt es der letzten (Würm) Eiszeit, als sich ein Seitenarm des mächtigen Murgletschers über den Neumarktersattel bis in die Gegend des heutigen Hörfeldes vorschob. Beim Eintritt einer wärmeren Klimaperiode schmolz das Eis. Durch Aufschüttung der Bäche, vor allem von der Westseite der Seetaler Alpen, stauten sich die Schmelzwässer zu einem See, der im Laufe der Jahrtausende verlandete und sich in Folge der natürlichen Sukzession in ein Flachmoor umwandelte. Damit setzte eine großflächige, zum Teil sehr ergiebige Torfbildung ein. Durch zahlreiche Bodensonden, die um 1950 die Tiefe der Torfmasse erkundeten, wurde auf der Westseite des Hörfeldes (Präsenbichl) eine Mächtigkeit von 8,5 m festgestellt. Die Bohrungen ergaben auch, daß sich in der Torfmasse zahlreiche ausgedehnte Wasserpölster befinden, die als "Quelltöpfe" ("Kelchtöpfe" nach Dr. Kahler) zutage treten. Es sind dies runde Wasserlöcher mit einem Durchmesser von 1 bis 3 Metern und einer Tiefe von etlichen Metern (größte ausgelotete Tiefe: 8 m - Präsent, S.).Diese Wasserlöcher sind an ihrer Oberfläche ohne jeden Bewuchs und frieren auch in strengen Wintern nicht zu, da sie durch einen starken, meist senkrechten Quellwasserauftrieb des Talbodens entstanden sind und daher über eine konstante Temperatur verfügen. Quelltöpfe sind im Hörfeld vielfach vorhanden und stellen bei Begehen des Moorgebietes eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Das Moor verdankt seine relative Unberührtheit sicher zum Teil diesem Umstand. So konnte sich hier eine sehr bemerkenswerte Flora entwickeln.Der überwiegende Teil des Hörfeldes wird von Schilfrohr- bzw. von Grauseggenbeständen (Phragmition bzw. Magnocaricion) gebildet. Längs der Bachläufe gliedern Grauerle (Alnus incana), verschiedene Weidenarten und Faulbaum (Rhamnus frangula)-Gebüsch die Feuchtflächen.Freie Wasserflächen von ca. 50 m Breite und 200 m Länge sind mit flutenden Laichkrautarten (Potamogeton alpinus und P. nodosus) bewachsen. Großflächig tritt hier auch in reinen Beständen Schachtelhalm (Equisetum fluviatile) auf.Eine Besonderheit des Gebietes sind sehr große Flächen von Schwingrasen, ausschließlich gebildet von Fieberklee (Menyanthes trifoliata). Feuchtwiesen der Randgebiete sind sehr artenreich und weisen auch Orchideen - u. a. Weißer Sumpfstendel (Epipactis palustris) und Breitblatt-Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) - auf. An besonders feuchten Stellen innerhalb der Hochstaudenfluren blüht die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) und die Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus).Das gesamte Gebiet weist auch besondere ornithologische Bedeutung auf, denn hier auf ca. 934 m Seehöhe sind 116 Vogelarten nachgewiesen, darunter zahlreiche, nach den Roten Listen als gefährdet ausgewiesene Arten, wie die Wasserralle (Rallus aquaticus - konstant 4-5 Brutpaare), der Schwarzstorch (Ciconia ciconia - Hörfeld als Nahrungsgebiet für ein Brutpaar), die Maskenstelze (Motacilla flava feldegg - 1 - 2 Brutpaare), verschiedene Rohrsängerarten und Schwirle.Große Bedeutung hat das Hörfeld auch als "Trittstein" für nordische Zügler im Frühjahr und Spätherbst.


Ansprechpartner, Gebietsmanagement
Gebietsmanagement
Naturschutzverein "Hörfeld-Moor"
Reiftanzplatz 1
A-9375, Hüttenberg


Fachliche Zuständigkeit:´

Dr. Reinhold Turk
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 13, Referat Naturschutz
Stempfergasse 7, A-8010 Graz
Tel.: 0316/ 877-3707 . Fax: 0316/ 877-4314

Dr. Thusnelda Rottenburg
Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 20 Landesplanung
Wulfengasse 13, A-9020 Klagenfurt
Tel.: 0463/ 536-32041, Fax: 0463/ 536-32007


Rechtliche Zuständigkeit:

Dr. Regina Pildner-Steinburg
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 13, Referat Naturschutz
Stempfergasse 7, A-8010 Graz
Tel.: 0316/ 877-2653 . Fax: 0316/ 877-4314

Mag. Ruhlofs
Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 20 Landesplanung
Wulfengasse 13, A-9020 Klagenfurt
Tel.: 0463/ 536, Fax: 0463/ 536-32007

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