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090 Eine vergessene Generation

Die Kinder britischer Besatzungssoldaten in der Steiermark, 1945-1955

Beginn:
15.11.2017, 17:30 Uhr
Ende:
15.11.2017
Anmeldung:
Die Anmeldefrist ist abgelaufen.
Hinweis:
Eintritt: Freiwillige Spende
Ort:
Retzhof - Bildungshaus des Landes Steiermark
Dorfstraße 17
8430   Leitring/Leibnitz
Tel: +43 (3452) 82788-0
Fax: +43 (3452) 82788-400
Web: http://www.retzhof.at/
Anfahrt:
Interaktive Landkarte 

Ihr Schicksal ist eng verbunden mit dem Kriegsende; ihre Geschichte war lange Zeit ein Tabu. Geschätzte 30.000 sogenannte Besatzungskinder entstammen Liebesbeziehungen zwischen alliierten Soldaten und österreichischen Frauen oder kamen in Folge von Vergewaltigungen zur Welt. Die Gesellschaft tat sich schwer mit diesen oft als „Bastarde" bezeichneten Nachkommen. In ihrem familiären und sozialen Umfeld litten die Kinder unter einem doppelten Stigma: Sie waren unehelich geboren und Nachwuchs der ehemaligen „Feinde". Zusätzlich kannten die meisten Kinder ihre leiblichen Väter nicht oder wurden von ihnen verlassen. Bis heute sind viele von ihnen auf der - oft aussichtslosen - Suche nach ihren Wurzeln.

Der Vortrag beleuchtet die Lebenserfahrungen von Kindern britischer Besatzungssoldaten in der Steiermark. Anhand historischer Dokumente wird der Umgang mit diesen Kindern von Seiten der Politik, der Militärbehörden und der Öffentlichkeit aufgezeigt. Im Zentrum der Ausführungen stehen außerdem die mündlichen und schriftlichen Erinnerungsberichte, die die staatliche, soziale und familiäre Diskriminierung aufzeigen. Dem werden die Erfahrungen jener Kinder gegenübergestellt, die aus Ehen zwischen britischen Besatzungssoldaten und einheimischen Frauen hervorgingen. Abschließend widmet sich der Vortrag dem ungebrochenen Interesse von Besatzungskindern und Besatzungsenkelkindern an der Identität ihrer Väter und Großväter, worin sich die Aktualität und gesellschaftliche Relevanz des Themas widerspiegeln.

Seminarleitung

Mag. Lukas Schretter MA, studierte Europäische Ethnologie sowie Holocaust and Genocide Studies in Wien, Berlin und Amsterdam. Von 2012 bis 2015 war er Mitarbeiter an der KZ-Gedenkstätte Dachau und arbeitet aktuell am Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung in Graz zu britischen „Besatzungskindern" in Österreich.

 

 

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