Mut zu Wissen!
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung

© Land Steiermark
Die vorliegende Webseite stellt einen kleinen Ausschnitt aus unserer Förderungswerkstatt dar und steht lediglich stellvertretend für viele weitere Projekte. Leider können wir nicht alle Vorhaben präsentieren, so gerne wir dies zugegebenermaßen tun würden. Sehen Sie uns also bitte diese rein exemplarische Auswahl nach (Interessantes finden Sie aber auch in unserem
FÖRDERUNGSARCHIV!)
- „Genomweite Kopienzahlvariationen bei bipolar affektiver Störung"
- LANGE NACHT DER FORSCHUNG 2012
- Wissenschaft zum Anfassen! Das OFFENE LABOR Graz
- "Fliegerlynchjustiz 1943 bis 1945"
- Gerlinde Knaus: "Pionierinnen. Die fabelhafte Welt der Frauen in der Technik"
- "Jugendliche lesen - aber ander(e)s"
- Initiative Erwachsenenbildung Österreich
- Koordinierte Hochschulentwicklung in der Steiermark
- Literatur- und kulturgeschichtliches Handbuch der Steiermark im 19. Jahrhundert
- Moving on from South Eastern Europe to the Southern Caucasus"
- "Ausschüttung hämatopoetischer Vorläuferzellen unter körperlicher Belastung und Sauerstoffmangel"
- Geschichte des Heimatschutzes in der Steiermark von 1909 bis in die Gegenwart
- Aufbau einer Exzellenzgruppe im Bereich "Pädiatrische Infektiologie"
- Selbsterkennen im Spiegel (SIS) bei Gibbons - der evolutionäre Ursprung menschlichen Selbstbewusstseins
- Plattform FTI Österreich
- "Kindliche Wahrnehmung und Gefahreneinschätzung im Straßenverkehr"
- „BIBLIO" - Das Steirische Bibliothekgütesiegel
- Literaturpfade des Mittelalters
- "Energiezukunft im Herzen Europas: STYRIAN ACADEMY for Sustainable Energies", Technische Universität Graz
Konkrete Anfragen beantworten wir gerne, wobei die Bestimmungen des Datenschutzes selbstverständlich eingehalten werden.
Ihr Team der
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung.

© Technische Universität Graz
Energie ist mehr als eine physikalische Größe. Energie ist nötig, um einen Körper zu beschleunigen oder um ihn entgegen einer Kraft zu bewegen, um eine Substanz zu erwärmen, um ein Gas zusammenzudrücken, um elektrischen Strom fließen zu lassen oder um elektromagnetische Wellen abzustrahlen. Pflanzen, Tiere und Menschen benötigen Energie, um leben zu können. Energie benötigt man auch für den Betrieb von Computersystemen, für Telekommunikation und für jegliche wirtschaftliche Produktion.
Doch Energie ist nicht unbegrenzt, die natürlichen Ressourcen schwinden und die Folgen des Klimawandels lassen sich zwar abschätzen und in vielen Punkten dokumentieren, sind aber bei Zukunftsprognosen nicht bis ins allerletzte Detail oder mit allerletzter Gewissheit zu berechnen.
Die Entwicklung systemischer, multi-regionaler und klima-freundlicher Zugänge zu nachhaltigen Energiesystemen sowie die Beförderung eines effizienten und nachhaltigen Energieverbrauches auf allen Ebenen kennzeichnen die Vision der Technischen Universität Graz. Das breite Themenspektrum soll in einem perfekten Zusammenspiel von exzellenter Forschung, Innovation und Lehre getragen und in einem neuen Wissens- und Innovationszentrum für Nachhaltige Energie in der Steiermark gebündelt werden.
Und so werden die ambitionierten und visionären Pläne der Technischen Universität Graz auf dem Sektor "Nachhaltigkeit" heuer um eine entscheidende Initiative ergänzt: Mit der Gründung der "STYRIAN ACADEMY for Sustainable Energies" startet die TU Graz erstmalig eine europäische
Aus- und Weiterbildungsplattform mit Standort Steiermark. Gemeinsam mit internationalen Strategischen Partnern durchgeführt, richtet sich die STYRIAN ACADEMY an internationale SpitzenforscherInnen, VertreterInen aus Wirtschaft und Politik und an ausgewählte Postgraduierte sowie besonders begabte Studierende. Sie sollen an einem Ort zusammengeführt werden und gemeinsam mit führenden europäischen Technologie-Einrichtungen, vor allem auch mit steirischen Unternehmen, eine Plattform bilden. In mehrwöchigen, interdisziplinär konzipierten Seminaren unter der Leitung von renommierten GastprofessorInnen und SpitzenforscherInnen aus aller Welt sollen Szenarien für künftige Technologien, Wirtschaftssysteme und Lebensräume entworfen, Strategien erarbeitet und das notwendige Rüstzeug vermittel werden, das sie für die Markteinführung innovativer Lösungen für erneuerbare Energiesysteme benötigen. Doch die Akademie greift weiter: Neben International Summer & Winter Schools, International Business Seminars bietet sie Garden-Talks & Fireside Chats in entspannter Atmosphäre und öffentliche Diskussionsveranstaltungen im Rahmen der STYRIAN ACADEMY 4U.
http://styrianacademy.eu
office@styrianacademy.eu
Folder STYRIAN ACADEMY [pdf-file]

© Wernfried Hofmeister
Der literarhistorische Reichtum der Steiermark wurde für die breitere Öffentlichkeit noch lange nicht nachhaltig erschlossen. Als ein erster Versuch, den vorhandenen Schatz an überregional bedeutsamen Werken der mittelalterlichen deutschsprachigen Literatur zu bergen, mag die Landessausstellung „Literatur in der Steiermark" von 1976 gesehen werden, die ihre Gäste von der nationalen und auch internationalen Geltung der steirischen Dichtkunst überzeugte. Doch mit dem Abbau der Ausstellungsexponate erlosch leider auch die öffentliche Aufmerksamkeit, insbesondere jene für die mittelalterliche Literatur. Dabei stellt gerade dieser Bereich einen wertvollen und unverwechselbaren Teil der kulturellen Identität unseres Landes dar. Der so genannte „Frauendienst" Ulrichs von Liechtenstein, die Erzählungen Herrands von Wildon, die steirischen Minnelieder in der „Manessischen Liederhandschrift", zahlreiche religiöse Dichtungen und ‚magische‘ Texte aus Vorau oder medizinisch bedeutsame Werke aus Überlieferungen durch das Kloster Admont dürfen als repräsentativ für die mittelalterliche Literatur gelten, stehen aber gleichzeitig „nur" exemplarisch für eine ungeahnte Fülle an mittelalterlichen Schriften aus steirischer Feder.
Heute, über 30 Jahre nach der denkwürdigen Ausstellung, kommt der mittelalterlichen „Literaturszene" der Steiermark wieder der gebührende Stellenwert zu, nicht zuletzt infolge der intensiven interdisziplinären Forschungen an der Karl-Franzens-Universität Graz unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Wernfried Hofmeister gemeinsam mit Dr. Andrea Hofmeister. Die wissenschaftliche Aufarbeitung mündete denn auch in die Einrichtung eines expliziten universitären Forschungs- und Lehrschwerpunktes. Aufbauend auf der kontinuierlichen Beschäftigung mit den volkssprachigen Texten mittelalterlicher Autorinnen und Autoren und gedanklich verknüpft mit modernen Vermittlungs- und Repräsentationstechniken eröffnen sich völlig neue und spannende Möglichkeiten, so etwa die Idee einer multimedialen „Begegnung" mit der heimischen, mittelalterlichen Literatur an Original-Schauplätzen, die in der Steiermark tatsächlich noch vorhanden sind: Die Klöster Admont oder Neuberg an der Mürz sind hier ebenso zu nennen wie die Burgreste der Wildonier, die Burgruine Frauenburg bei Unzmarkt oder die Burgreste des Minnesängergeschlechtes von Stadeck (Stattegg) im Norden von Graz. Für die Entwicklung des inhaltlichen Konzeptes, die Ausgestaltung und die Profilierung der geplanten acht Begegnungsstationen sorgen die ExpertInnen des Fachbereichs „Mediävistik" des Instituts für Germanistik. Die Stationen sollen jeweils über einen Ausstellungsraum und einen inhaltlich assoziierten Themenpfad verfügen. Die Lage der Themenpfade wird so zu wählen sein, dass sie sich möglichst oft mit dem historischen Wegenetz des Herzogtums Steiermark trifft, also mit jenen Pfaden, über die schon in mittelalterlicher Zeit Waren aus aller Herren Länder transportiert wurden. In Summe entsteht dergestalt ein Netz von "Literaturpfaden des Mittelalters", das sich sowohl in touristischer Hinsicht als auch als kulturgeschichtliches Bildungsangebot nutzen lässt.
Hören Sie mehr .... [mp3] (Interview vom 26. April 2010, Quelle "Webradio" Universität Graz; Aufnahme: Mag. Kastrun)

© Land Steiermark, Abteilung 3
Ab dem Jahr 2010 wird vom Land Steiermark eine neue Auszeichnung für Öffentliche Bibliotheken vergeben!
Öffentliche Bibliotheken haben in einer immer komplexer werdenden Welt eine wichtige Funktion als Informations- und Kommunikationszentrum. Bibliotheken sind nicht mehr reine Buchentlehnstellen, sondern wandeln sich zunehmend zu „Mediatheken", die vielerorts zu bedeutenden und kontinuierlich tätigen Bildungs- und Kulturträgern geworden sind. Daneben bieten sie einen niederschwelligen Zugang und haben auch einen hohen sozialen Wert. In vielen Fällen sind Bibliotheken bereits als Bildungsinformations- und Beratungsstellen etabliert!
In der Steiermark gibt es ca. 300 Öffentliche Bibliotheken, die großteils ehrenamtlich geführt werden. Die von rund 1.400 MitarbeiterInnen dadurch erbrachte Arbeit von ca. 550.000 Stunden pro Jahr wird im Gegensatz zu vergleichbaren Leistungen im Sozialbereich bzw. bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim Roten Kreuz usw. in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen. Ebenso stehen die hauptberuflich bzw. nebenberuflich geführten Bibliotheken selten im Mittelpunkt.
Dabei handelt es sich um höchst anspruchsvolle und unverzichtbare Bildungs- und Kulturarbeit, die sehr viel Engagement, Wissen und Kontinuität erfordert. Mit „BIBLIO", dem Bibliothekgütesiegel soll die bildungs- und kulturpolitische Bedeutung der Bibliotheken als ein Ort der Erfüllung des gesellschaftspolitischen Auftrages hervorgehoben werden.
Ebenso soll „BIBLIO" der Öffentlichkeit signalisieren, dass spezielle Mindeststandards, die in den Richtlinien festgelegt werden, erfüllt sind. Dies dient auch den BenützerInnen zur Orientierung im Sinne des Konsumentenschutzes.´Ziel ist es, mittels der Einführung von Mindeststandards im Bibliothekswesen ein Instrument zur Qualitätssicherung und -Verbesserung einzuführen.
Die Verleihung von „BIBLIO" bedeutet einen öffentlichen Nachweis,
• dass die Bibliothek eine besondere Verantwortung zur geistigen bzw. literarischen Versorgung und Weiterbildung übernimmt.
• dass BesucherInnen eine qualitätsvolle Präsentation und ein Mindestniveau an Serviceleistungen erwarten können.
• dass die Bibliothek Zuwendungen öffentlicher und privater Geldgeber besonders gezielt und effizient einsetzt
• dass eine mit dem Gütesiegel ausgezeichnete Bibliothek wesentlich mehr leistet, als eine reine Entlehnstelle zu sein
• dass eine mit dem Gütesiegel ausgestattete Bibliothek ihre Aufgabe als Kultur-Bildungs- und Kommunikationszentrum und einen gesellschaftspolitischen Auftrag wahrnimmt.
Statut [pdf-file]
Bewerbungsbogen [pdf-file]
© Verein Große schützen Kleine
Wir lesen und hören täglich über verunglückte Kinder - auch und insbesondere im Straßenverkehr. Tragische Unfälle sind schnell passiert, der Weg zur Genesung dauert ungleich länger, sofern dieser überhaupt beschritten werden kann. Denn Verkehrsunfälle verursachen weit mehr Todesfälle im Kindesalter als Krankheiten, ein Faktum, das in der Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen wird. Die kindliche Gefahreneinschätzung im Straßenverkehr ist eine andere als die des erwachsenen Menschen - wir alle wissen um diese Tatsache. Doch die Frage, mit und ab welchem Alter realistische Einschätzungen von Verkehrssituationen überhaupt möglich werden, blieb bis heute weitgehend unbeantwortet respektive wurde bislang in der Forschung noch nicht ausreichend berücksichtigt.
Der Entwicklungsstand eines Kindes und seine psychomotorischen Fähigkeiten sind ausschlaggebend dafür, ob und wie ein Kind die Gefahren des täglichen Lebens erkennen, mit ihnen umgehen und präventive Maßnahmen ergreifen kann. Denn Verkehrsunfälle mit Kindern wären, zwar nicht immer, aber doch auffallend oft zu verhüten, das Wissen um die vorhandenen Gefahren und geeignete „Vorbeugungsmaßnahmen" immer voraus gesetzt. Grundlagen für die Entwicklung von aktiven Präventionsstrategien im Straßenverkehr sind die Kenntnis der körperlichen und psychologischen Entwicklungsschritte eines Kindes und damit verbunden das Wissen, was das Kind schon kann oder noch nicht kann. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang eine enorme Fülle an psychomotorischen Fähigkeiten: Konzentration, Denkfähigkeit, Motorik und Bewegungskoordination, Sehvermögen und das richtige „Einschätzen" der Umwelt sind hier ebenso zu nennen wie aufmerksames Hören, Raumorientierung, Differenzierung und Diskriminationsfähigkeit der Sinnesfunktionen sowie „Acceleration": der geballte körperliche Entwicklungsschub muss nicht gleichzeitig eine ebenso schnelle psychomotorische Entwicklung des Kindes bedeuten. Anders gesagt, hinkt der geistige Reifeprozess nicht selten hinter der körperlichen Entwicklung nach (oder umgekehrt). Manche psychomotorische Fähigkeiten sind schneller ausgeprägt (Hören), andere verzögern sich deutlich (zB Differenzierung von Sinnesfunktionen und ganzheitliche Betrachtungsweise der Umwelt) - all diese Aspekte gilt es, in den wissenschaftlichen Diskurs einzubinden.
Der Verein „Große schützen Kleine" hat bereits mit der Errichtung des „Kinder-Sicherheitshauses Graz" ein Pilotprojekt realisiert und damit ein österreichweites Vorzeigemodell entwickelt. Mit der vorliegenden Studie soll die Gefahreneinschätzung von Kindern im Volksschulalter anhand theoretischer und praktischer Versuchsanordnungen qualitativ analysiert und anhand konkreter Beispielen aus dem Straßenverkehr reflektiert werden. Als Testpersonen wurden Kinder von jeweils 2 Volksschulen aus dem Grazer und dem ländlichen Raum ausgewählt, womit auch die „Verkehrssozialisierung" durch das Umfeld mit berücksichtigt wird. Sämtliche verkehrsbezogene Tests werden auf den Blickwinkel des kindlichen Verkehrsteilnehmers bezogen, wobei die „gestellte" Situation konsequent mit dem Überqueren einer Straße in Verbindung steht. Gefahreneinschätzungen am „Verkehrsteppich", fotografische Dokumentationen, Simulationen oder Beurteilungen der „Verkehrswirklichkeit" sind nur als einige der durchzuführenden Versuchsanordnungen zu nennen.
Die vorliegende Studie stellt einen wichtigen, ja längst überfälligen Beitrag zur Erarbeitung des Wahrnehmungsprofils eines Kindes im Volksschulalter dar. Die Frage, ob (und wenn ja, welche) altersbedingte Unterschiede im Hinblick auf die Gefahrenwahrnehmung im Verkehr zu verorten sind, würde ebenso punktgenau beantwortet werden können wie die Frage, ab welchem Alter eine signifikante Sicherheit bei der Beurteilung der Verkehrssituationen gegeben ist.
Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat diese Plattform zur systematischen und regelmäßigen Zusammenarbeit zwischen den Bundes- und Bundesländervertretungen der Forschungs- Technologie- und Innovationsförderung ins Leben gerufen. Die Mitarbeit erfolgt mit der klaren Absicht, gemeinsame Aktivitäten und Projekte zum Nutzen aller TeilnehmerInnen und PartnerInnen zu entwickeln und so weit als möglich eine österreichweit abgestimmte Vorgehensweise in der Forschungs- Technologie- und Innovationspolitik zu erarbeiten. Dazu braucht es einen systematischen, offenen Informationsaustausch, sowie die Wissensgenerierung für FTI-Maßnahmen. Zu diesem Zweck wurde die Plattform FTI Österreich konzipiert, die zweimal jährlich auf Einladung eines anderen Bundeslandes stattfindet.
Die TeilnehmerInnen der Plattform sind (in alphabetischer Reihenfolge):
- Dipl.-Ing. Johann Binder, Technologiezentrum Burgenland
- Dr. Ludovit Garzik, Rat für Forschung und Technologieentwicklung
- Dr. Harald Gohm, Tiroler Zukunftsstiftung
- Dr.in Sonja Hammerschmid, AWS - Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH
- Dr. Joachim Heinzl, WISTO GmbH
- Dr. Gerhard Kratky, FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
- Dipl.-Ing. Bruno Lindorfer, TMG - OÖ Technologie- und Marketinggesellschaft
- Mag.a Irma Priedl, Amt der NÖ-Landesregierung - Abt. Wirtschaft Tourismus und Technologie, WST3
- Dr. Klaus Pseiner, FFG - Österreichische Forschungsförderungsges.m.b.H.
- Dr. Siegfried Reich, Salzburg Research Forschungsgesellschaft
- Mag. Hans Schönegger, KWF - Kärntner Wirtschaftförderungsfonds
- Dr. Michael Stampfer, WWTF - Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds
- Mag.a Dr.in Birgit Strimitzer-Riedler, Amt der Stmk Landesregierung - Abt. 3 - Wissenschaft und Forschung
Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme wurde der
Plattform FTI Österreich Arbeitsbericht 2010 erstellt.
© Karl-Franzens-Universität Graz, A. Heschl
Die Frage nach der evolutionären Herkunft des menschlichen Selbstbewusstseins ist in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Thema der vergleichenden Psychologie und Verhaltensforschung geworden. Obwohl es bereits für Kinder im Alter von nur 2 Jahren relativ einfach ist, sich selbst im Spiegel zu erkennen, zeigen nichtmenschliche Primaten in der Regel große Schwierigkeiten mit dem Standardtest auf diesem Gebiet, dem so genannten „Kleckstest": ein unbemerkt angebrachter Farbklecks auf der eigenen Stirn wird von den meisten Arten nicht als solcher im Spiegel erkannt. Eine Ausnahme stellen die großen Menschenaffen (Schimpanse, Orangutan, Bonobo, Gorilla) dar, deren erwachsene Individuen nach entsprechender Spiegelerfahrung zumeist erfolgreich den Test bestehen. Die damit einhergehenden Fragen sind entscheidende Ansätze im Rahmen von Evolutionsbiologie und Verhaltensforschung und werden von Dr. Adolf Heschl (Institut für Zoologie, Karl-Franzens-Universität Graz) weitreichend untersucht.
Nach der "Social Brain-Hypothese" entstand diese neue Art von Bewusstsein im Dienste einer steigenden sozialen Intelligenz. Hingegen geht die so genannte "Ökologie-Hypothese" davon aus, dass spezifische Anforderungen des Lebensraumes (Regenwälder) in erster Linie Arten mit höherem Körpergewicht dazu zwang, eine körperbewusstere und damit auch selbstbewusstere Art der Fortbewegung zu entwickeln. Neuer Beobachtungen deuten in eine andere Richtung, nämlich dass bereits die leichtgewichtigeren Menschenaffen oder Gibbons über ein echtes (voll entwickeltes) Selbstbewusstsein verfügen.
In diesem Zusammenhang führt Adolf Heschl eine kontrollierte Langzeitversuchsserie mit dem größten Vertreter der Gruppe, dem Siamang, an einer stabilen Zoopopulation (Tierwelt Herberstein!) durch. Die Experimente werden dabei so angelegt, das interessierte Zoobesucherinnen und -besucher die Möglichkeit geboten wird, gleichsam aus nächster Nähe aktuelle Verhaltensforschung mitzuerleben. Eine ähnliche Verhaltensforschung am lebenden Tier wird bislang nur vom Zoo Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Max Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie angeboten. Durch das Projekt sollen einerseits das öffentliche Interesse an Wissenschaft und andererseits die Attraktivität des Forschungsstandortes Steiermark sowie der Steirischen Landestiergarten signifikant erhöht werden.
Und das Projekt entwickelt sich im besten Sinne! Die öffentlichen Präsentationen der Experimente werden von den Zoobesuchern mit grossem Interesse aufgenommen, aber auch die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse sind vielversprechend. Neben einer Reihe überraschend erfolgreicher Kleckstests vor allem mit den Jungtieren entwickelte Heschl eine neue Methode, mit der das doch etwas schwierige, da unbemerkt zu erfolgende Markieren der Tiere mit Farbe (Klecks auf Stirn) umgangen werden kann. Es gelang dabei, das jüngste Tier mit einem Laserpointer am Kopf „zu markieren" und die Reaktion darauf war mehr als eindeutig. Damit besteht nun die spannende Möglichkeit, mit diesem vereinfachten und doch von niemand sonst bislang angewandten Verfahren den klassischen Kleckstest ganz abzulösen.
"Uni im Zoo": Im Kontext seiner Forschungen führt der Projektleiter, Dr. Adolf Heschl, jeden Donnerstag interessierte Besucherinnen und Besucher durch den Tierpark Herberstein und erklärt die Evolution unserer Spezies.
Dazu MEHR.....

© Land Steiermark
Meningokokkenerkrankungen betreffen fast immer vollkommen gesunde Kinder und können inerhalb weniger Stunden zum Tod führen. In Österreich wurden im Jahr 2009 genau 100 Fälle beobachtet. Die Inzidenz steigt seit 2007 kontinuierlich an, wobei in der Steiermark leider die meisten Todesfälle (!) zu verzeichnen sind. Die anfangs sehr unspezifischen Symptome lassen eine rechtzeitige Identifizierung oft nicht zu und werden erst an den klinischen Zeichen eines Schocks oder den typischen Hautblutungen erkannt - in den meisten Fällen ist es dann schon zu spät. Denn der Krankheitsfortschritt gleicht einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit, wobei nur mehr die rasche Verfügbarkeit von Antiobiotika und einer Intensivbehandlung lebensrettend ist. Generell werden zwei klinische Verlaufsformen der Meningokokkenerkrankungen unterschieden: die Sepsis und die eitrige Hirnhautentzündung. Während letztere als Meningitis weitreichend bekannt ist, nimmt die fulminante Sepsis („Purpura fulminas") noch weitaus bösartigere Formen an. Die Bilder der innerhalb weniger Stunden „verbrennenden" kindlichen Gliedmaßen sind selbst für geeichte MedizinerInnen nur schwer zu verarbeiten.
In den vergangenen Jahren ist es den Grazer ForscherInnen gelungen, erstens die unterschiedlichen Meningokokkenstämme mit den verschiedensten Verlaufformen dieser Erkrankung zweifelsfrei zu assoziieren, zweitens den Nachweis zu erbringen, dass Unterschiede im Immun- und Gerinnungssystem der betroffenen Kinder für das Auftreten der verschiedenen Formen verantwortlich sind und drittens den genetischen Hauptverursacher zu identifizieren, das Protein C. Eine bestimmte Kombination von genetischen Mutationen im Protein C-Rezeptorsystem führt zu einem 14fach erhöhten Risiko für einen tödlichen Ausgang der Erkrankung. Die Trefferquote bzw. die Stichhaltigkeit dieses verblüffenden Forschungsresultates liegt weit über dem durchschnittlichen Wert der gängigen Beweisführung - man kann also von einer regelrechten Punktlandung sprechen, die auch im internationalen Vergleich als einzigartig anzusehen ist.
Die Arbeitsgruppe Infektiologie der Medizinischen Universität Graz besteht seit 2003 und verbucht schon heute weitreichende Erfolge in der Erforschung genetischer Gründe für den Erwerb und Verlauf von Meningokokkenerkrankungen. Die Gründung einer internationalen Arbeitsgruppe und damit die Einrichtung eines Sammellabors waren naheliegend und unverzichtbar; zurzeit sind rund 100 Partnerkliniken mit dem Grazer Forschungsstandort assoziiert. Besonders fruchtbringend gestaltet sich die Kooperation mit dem renommierten St. Mary Hospital in London unter der Leitung von Prof. Michael Levin. An der Grazer Medizinischen Universität Graz wiederum profitiert man aus der engen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für medizinische Forschung mit einem besonderen Schwerpunkt auf molekulargenetischen Projekten. Doch so sehr die Forschungen auch voranschreiten: viele Fragen zu Meningokokkenerkrankungen sind noch ungeklärt, neue Therapieansätze noch nicht möglich oder umsetzbar.
Die Einrichtung einer Stiftungsprofessur und der Aufbau einer exzellenten ForscherInnengruppe würden die Grazer Forschungen auf lange Sicht im internationalen Vergleich weit nach vorne katapulieren. Die Sicherstellung der erforderlichen Rahmenbedingungen soll im Wesentlichen über Drittmittel, im Besonderen durch die Aufnahme in das einschlägige Großforschungsförderungs-programm der Europäischen Union erfolgen. Die Anbahnung eines EU-Projektes in Millionenhöhe (!) ist allerdings „kein Spaziergang": die wissenschaftlichen Vorarbeiten, die im Vorfeld (2011) zu leisten sind, werden aus Förderungsgeldern des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark unterstützt.

© Land Steiermark
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die Landschafts- und Stadtbildveränderungen im Zuge von Industrialisierung und „Verstädterung" entstanden, enwickelte sich der Heimatschutz bald zu einer internationalen Kulturreformbewegung: Vereine wurden gegründet, Arbeitsgruppen entstanden, Denkmalschutz und -pflege standen (erstmals!) hoch im Kurs. Der im Jahre 1909 in Graz ins Leben gerufene Verein für Heimatschutz in Steiermark war - nach Tirol - der zweite Zusammenschluss dieser Art in Österreich und ab seiner Gründung ein wahres Sammelbecken für Anhängerinnen und Anhänger einer konservativen Richtung vornehmlich aus deutschnational gesinnten, urbanen Kreisen. Im Zentrum des Gedankengutes stand - neben dem Schutz von Natur und Landschaft sowie der Sorge um die Erhaltung der historischen Baudenkmäler - die Entwicklung einer zeitgemäßen und doch an der Tradition geschulten Bauweise. Aufgrund seiner prominenten Akteure und öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten war der Heimatschutzverein im Laufe des 20. Jahrhunderts stark an den Prozessen regionaler Identitätskonstruktionen beteiligt: „bodenständig", „heimatlich", „steirisch", „deutsch", „Tradition" sind nur einige Wörter aus einer Vielzahl an zündenden Identitätsfindungen.
Der Verein für Heimatschutz in Steiermark besteht bis heute, wenngleich umbenannt in „Verein BauKultur Steiermark" und vor allem frei von jeglicher politisch-ideologischer Gesinnung. Die Vereinshistorie ist aufs engste mit der steirischen Kulturgeschichte und Architekturentwicklung des 20. Jahrhunderts verwoben und nimmt insbesondere durch die Vergabe einer Auszeichnung für gutes Bauen in Form der „GerambRose" Anteil am zeitgenössischen Bauen. Die Vereinshistorie ist aber auch ein Teil der österreichischen Kultur- und Zeitgeschichte und, mehr noch, im Kontext der europäischen Heimatschutzbewegung von internationalem Interesse. Dieser Bedeutung soll ein interdisziplinäres Forschungsprojekt Rechnung tragen. Im Kontext regionaler Identitätssuche soll die Geschichte des Heimatschutzes in der Steiermark von 1909 bis in die Gegenwart nachgezeichnet werden, um in weiterer Folge einen entscheidenden Beitrag zur Aufbereitung des internationalen und regionalen Architekturdiskurses zu leisten.
Portrait des Vereines BauKultur Steiermark
© Zentrum für Bewegungswissenschaften
Das Zentrum für Bewegungswissenschaften und sportmedizinische Forschung Graz (Human Performance Research Graz) ist eine noch relativ junge, aber in der Forschung schon sehr weit entwickelte Einrichtung: das Zentrum wurde als universitätsübergreifender Leistungsbereich der Karl-Franzens-Universität und der Medizinischen Universität Graz gegründet, um die in den Wissenschaften noch nicht ausreichend besetzte Schnittstelle zwischen Sportwissenschaft und Medizin gemeinsam zu bearbeiten, zu fördern und weiter zu entwickeln. Die Erforschung des menschlichen Körpers bzw. der menschlichen Bewegung erfordert einen multidisziplinären Zugang, der sich in der Zusammensetzung der Forschungsteams wider spiegelt: von Medizin und Biologie über Physik und Statistik bis hin zu Sportwissenschaft und -technik reicht die Palette der gemeinsamen Forschungstätigkeit.
Das laufende Projekt der Graz BewegungswissenschafterInnen hat im Jahr 2010 wissenschaftliches Neuland betreten! Adulte Stammzellen sind in ihrer Funktion noch nicht exakt festgelegt. Sie besitzen die Fähigkeit, sich zu Zellen unterschiedlichsten Gewebes zu spezialisieren - sie sind „multipotent". Embryonale Stammzellen hingegen sind in der Lage, jegliches Gewebe des menschlichen Körpers zu bilden - sie sind „pluripotent". Die Zelle des erwachsenen Menschen kann dies nicht, sie MUSS sich geradezu spezialisieren. Adulte Stammzellen sind hauptsächlich im Knochenmark zu finden, wobei hier wiederum zwischen blutbildenden, gefäßbildenden und bindegewebsbildenden Zellen unterschieden wird. Ihr Herkunft und ihre Heranbildung im Knochenmark sind noch nicht vollständig geklärt.
Die blutbildende adulte Stammzelle steht im Blickpunkt des gegenständlichen Forschungsprojektes, denn sie zeigt ein erstaunliches therapeutisches Potenzial bei der Behandlung schwerer Erkrankungen, die mit Gewebeschädigung oder Gewebeverlust einhergehen. Wäre eine größere Anzahl an erwachsenen blutbildenden Stammzellen vorhanden, so der allerneueste Forschungsstand und Ansatzpunkt des vorliegenden Projektes, könnte beschädigtes Gewebe „repariert" und damit die Genesung von PatientInnen mit bestimmten Krankheiten unterstützt werden, etwa nach einem Herzinfarkt oder bei einer Leberzirrhose. Wie aber die Ansammlung blutbildender Zellen erhöhen? Die Forschung verfolgte bisher schon vielversprechende Ansätze, konnte den erhofften „Treffer" letztlich aber nie erzielen.
Fest steht, dass körperliche Belastungen die Zellenkonzentration im Knochenmark positiv beeinflusst. Akuter Sauerstoffmangel etwa kann als körperliche Belastung in einem gewissen Toleranzbereich die Gewebeprozesse stimulieren! Die diesem Vorgang zugrunde liegenden Mechanismen sind noch nicht ausreichend erforscht und bedürfen dringend einer Erklärung. Das Pilotprojekt unternimmt in diesem Zusammenhang einen allerersten Versuch, die besondere Fähigkeit der blutbildenden („hämatopoetischen) adulten Stammzelle zu evaluieren und die von einer erhöhten Zellenansammlung ausgehenden positiven Effekte exakt zu belegen. Dies bedeutet in weiterer Folge die Ableitung und Entwicklung neuer Therapieansätze - made in Austria - unter weitgehendem Verzicht auf medikamentöse Indikation.
Human Performance Research Graz - Online
© Land Steiermark
Seit September 2010 verfügt die rechtswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz über eine institutionelle Innovation, die neue Forschungsfelder und -regionen im Osten Europas erschließt: die Forschungsplattform Russian, East European & Eurasian Studies (kurz: REEES). Eine erklärte Schwerpunktregion ist hierbei der Südkaukasus bzw. die Schwarzmeerregion. Denn es zeigt sich, dass die profilierten Erfahrungen, die an der Universität Graz im Rahmen mannigfaltiger Kooperationen mit Südosteuropa bis heute gewonnen wurden, noch aktueller und gefragter sind als je zuvor: die PolitikerInnen der Nachbarregionen engagieren sich (teils vehement!) für eine Annäherung an die Europäische Union. Dieser Abschnitt der EU-Integration ist ein Prozess, der sich von den Beitrittsrunden im Rahmen der Osterweiterung 2004 und 2007 deutlich unterscheidet und über die Herausforderung von Rechtsangleichung weit hinausgeht. Die Mehrzahl der Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien wurde in ihren EU-Ambitionen infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen weit zurück geworfen. Die Besonderheit liegt also in einem „post-conflict scenario", wobei der Zusatz „post" eher relativ ist, weil in Moldau und in den Ländern des Südkaukasus‘ zahlreiche Konflikte nur teilweise und allenfalls oberflächlich befriedet sind.
Doch es gibt auch Konfliktlinien anderer Art, die am Rande der EU aufgrund des eklatanten Armutsgefälles und der damit einher gehenden Kriminalitäts- und Korruptionsrate entstanden sind. Dieses Spezifikum erfordert und legt den Rechtsvergleich mit Moldova und den südkaukasischen Ländern nahe. Schließlich ist die EU-Annäherung dieser Regionen durch ein politisches Kräftefeld bestimmt, in dem vor allem Russland und die Türkei den Ton angeben. Anders als bei der Osterweiterung im ausgehenden 20. Jahhrundert steht die Europäische Union für Moldova und Länder des Südkaukasus heute vor der großen Herausforderung, ihre politischen Vorgaben nicht nur bilateral zu formulieren, sondern auch mit den „Common spaces"-Verhandlungen mit Russland und der Türkei zu akkordieren.
Insgesamt steht die Europäische Union in Moldova und im Südkaukasus politisch in der Verantwortung, die regionale Konfliktlage ganzheitlich zu definieren und das regionale Lösungsmuster, das sie selbst mehrfach einfordert, auch hier zu erschließen. Für die aufgeworfenen Forschunsfragen wird eine schwerpunktmäßig rechtswissenschaftlich- normative Vorgehensweise angestrebt, freilich eingebettet in den sozialwissenschaftlich- empirischen Bezugsrahmen. Arbeiten, die über eine vergleichbare methodische Ausrichtung verfügen, gibt es bis heute nicht: die Literatur, die sich mit dem Südkaukasus auseinandersetzt, entstammt häufig den Disziplinen „Internationale Beziehungen" bzw. „Politikwissenschaften" im weiteren Sinne und beinhaltet kaum bis keine rechtswissenschaftlichen Fragestellungen.
Erste Früchte getragen hat die Plattform „REEES" zunächst in Partnerschaftsabkommen, die zwischen den Universitäten Graz, Tbilisi (Georgien) und Yerevan (Armenien) abgeschlossen wurden. Die Basis des gemeinsamen Arbeitens bildet der Transfer der Südosteuropa-Expertise, insbesondere im Bereich EU-Integration, speziell an die Schwarzmeerregion. Das langfristige Vorhaben wird von wissenschaftlichen Konferenzen sowie entsprechenden Expertengesprächen in Brüssel begleitet, weiters - als ein entscheidendes Element im Rahmen des Projektes - der Austausch von Studierenden zwischen der Universität Graz und ihren osteuropäischen Partneruniversitäten intensiviert, wobei bestehende Strukturen genützt und im breiten Konsens zu akkordieren sind. Kaum ein anderes Land punktet so sehr im wissenschaftlichen Dialog mit den Regionen des östlichen und südöstlichen Europa wie die Steiermark, die sich zu den Wegbereitern einer gesamteuropäischen Integration zählen darf. Die Steiermark als historische Grenzregion am Schnittpunkt der Kulturkreise ist ein traditioneller Ort der Begegnung, nicht zuletzt ein Ort des wissenschaftlichen Austauschs.
Nähere Informationen sind auf der
Homepage der Karl-Franzens-Universität Graz abrufbar.
© Karl-Franzens-Universität Graz
Es gibt wohl etliche Nachschlagewerke speziell zu den Themenspezifika Literatur- und Kulturgeschichte der Steiermark im 19. Jahrhundert. Eine vollständige (und für den "Laien" verständliche!) Darstellung aus dem Blickwinkel verschiedenster regionaler Besonderheiten in digitaler Form fehlte bislang. Bislang! Denn das "Literatur- und kulturgeschichtliche Handbuch der Steiermark im 19. Jahrhundert - Online", das von Frau Mag. Dr.in Birgit Scholz und Frau Dr.in Margarete Payer (unter der Leitung von Frau Univ.-Prof. Dr. Beatrix Müller-Kampel) in mühevoller Kleinarbeit aufgebaut und dabei aus Mitteln des Wissenschaftsressorts unterstützt wurde, liegt nunmehr vor und besticht durch seine außerordentliche Servicefunktion!
Das in Form einer Webseite gestaltete "Handbuch" beinhaltet zum einem eine Chronik der wichtigsten Ereignisse der steirischen Regionalgeschichte und berichtet zum anderen über zahlreiche berühmte Steirerinnen und Steirer aus den Bereichen Literatur u. Theater, Musik und Bildende Kunst. Das künstlerische bzw. kulturwissenschaftlichen Oeuvre wird dabei freilich in den Kontext der politischen sowie kulturwissenschaftlichen Geschichte unseres Landes gestellt, die Persönlichkeiten werden zueinander in Beziehung gesetzt. Gerade das 19. Jh. stellt eine Zeit des rasanten politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbruchs dar! Die nicht-deutschsprachige Dimension des Forschungsthemas wurde/wird durch Kooperationen mit einschlägigen Instituten im europäischen Ausland erschlossen.
"LiTheS" /Literatur- und Theatersoziologie wurde als interdisziplinärer und interfakultärer Forschungs-, Lehr- und Dokumentationsschwerpunkt am Institut für Germanistik der Universität Graz aufgebaut und schreibt Erfolgsgeschichte!
Und hier geht's zum Handbuch...
Im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung wird kürzlich der „Österreichische Hochschulplan" als Grundlage für die weitere rollierende Gestaltung des nationalen Hochschulraumes präsentiert. Im Blickpunkt des Hochschulplanes steht eine bessere Kooperation zwischen den (historisch naturgemäß unterschiedlich gewachsenen) österreichischen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen.
Die steirischen Hohen Schulen sind bereits gut vernetzt, ein Verbesserungspotenzial ist aber grundsätzlich immer gegeben. In der Steiermark wurde als Reaktion auf die bundesweite Entwicklungen am 10. November 2011 die so genannte „Steirische Hochschulkonferenz" ins Leben gerufen, um nächste Schritte der erweiterten und intensivierten Zusammenarbeit zu erörtern. Nach der Schaffung dieser institutionellen Basis sollen sich die steirischen Hochschulen auch inhaltlich auf den durch den Österreichischen Hochschulplan gestarteten österreichweiten Prozess bestmöglich vorbereiten - hier setzt das vorliegende Projektvorhaben an! Der Themenkomplex des Österreichischen Hochschulplanes soll strategisch aufbereitet, die Vorreiterrolle der steirischen Universitäten weiter ausgebaut und der „steirische" Beitrag bestmöglich auf die bundesweiten Entwicklungen abgestimmt werden. Dieses ambitionierte Vorhaben kann allerdings nur gelingen, wenn die Ist-Situation unter die Lupe genommen wird, darauf aufbauend die wesentlichen Potentiale für zukünftige Kooperationen, Synergien und Profilbildungsprozesse identifiziert werden und eine ganzheitliche Strategie für den steirischen Hochschulraum entwickelt wird. Die Bereiche Forschung, Lehre, Großforschungsinfrastruktur, Internationales und Verwaltungsstrukturen sind dabei besonders gründlich in den Blick zu nehmen.
Am „Ende" des ehrgeizigen Projektes stehen eine thematische „Steiermark-Landkarte" in Art einer Road Map zu einzelnen Hochschulprofilen, weiters eine Zusammenschau der Internationalisierungsstrategien und Schwerpunktbildungen sowie der Entwurf eines organisatorischen Rahmens zur Sicherstellung einer optimalen institutionellen Koordination.

© Land Steiermark
Die Initiative Erwachsenenbildung ist eine Länder-Bund-Initiative zur Förderung grundlegender Bildungsabschlüsse für Erwachsene. Ihr Ziel ist es, in Österreich lebenden Jugendlichen und Erwachsenen auch nach Beendigung der schulischen Ausbildungsphase den Erwerb grundlegender Kompetenzen und Bildungsabschlüsse unentgeltlich zu ermöglichen. Die Initiative Erwachsenenbildung startet mit Beginn 2012.
Von 2012 bis 2014 soll es 12.400 Menschen ermöglicht werden, im Rahmen der Initiative Erwachsenenbildung wieder ins Bildungssystem einzusteigen. Es sind jährlich in Österreich an die 5.000 Jugendliche, denen es, aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, die Pflichtschule positiv abzuschließen. Ein positiver Abschluss der Pflichtschule ist aber eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben und weiterführendes Lernen. Das wird in vielen Studien immer wieder bestätigt.
Das Förderprogramm des Bundes und der Länder ermöglicht eine kostenfreie Teilnahme an Lehrgängen zum Pflichtschulabschluss und Angebote zur Basisbildung. Damit wird vor allem für einkommensschwache Personen eine wesentliche Hürde beim Nachholen von Bildungsabschlüssen beseitigt. Nähere Informationen dazu finden Sie unter:
http://www.initiative-erwachsenenbildung.at/
Die finanzielle Beteiligung des Landes Steiermark, trotz seiner schwierigen budgetären Situation, unterstreicht die bildungspolitische Bedeutung dieser Initiative. In der Steiermark konnte auch das AMS (Arbeitsmarktservice) als wichtiger Partner gewonnen werden.
Bund und Länder investieren gemeinsam 54,6 Millionen Euro! Jeweils knapp 27,3 Millionen Euro tragen bis 2014 der Bund und die Länder. Ausbildungen werden bis maximal 6.600 Euro pro Person gefördert. Lehrgänge zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses und Angebote zur Basisbildung, darunter werden im Wesentlichen Lesen, Rechnen, Schreiben und PC - Anwendung verstanden, werden in den Bundesländern nach einheitlich geregelten Standards durchgeführt.
Um diese zu gewährleisten, durchlaufen Bildungsanbieter und Bildungsangebote eine entsprechende Akkreditierung. Den inhaltlichen Rahmen für die Initiative stellt das Programmplanungsdokument dar. Darin sind inhaltliche Grundlagen, Qualitätsstandards, Schwerpunkte und Zielsetzungen definiert.
Das Programmplanungsdokument finden Sie
HIER.....
Die Akkreditierung der Angebote für Basisbildung und Pflichtschulabschluss
ist ab sofort online möglich unter:
http://www.initiative-erwachsenenbildung.at/
Zuständig für die Förderabwicklung in der Steiermark:
- Amt der Steiermärkischen Landesregierung,
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung,
Trauttmansdorffgasse 2,
8010 Graz.
Tel. 0316 877-2724
E-Mail: a3@stmk.gv.at.
http://www.verwaltung.steiermark.at/cms/ziel/9654/DE/
Inhaltliche Unterstützung, Abstimmung und Koordination für Bildungseinrichtungen:
Bildungsnetzwerk Steiermark
- Bildungsnetzwerk Steiermark
Kontakt: Mag.a Grete Dorner (margareta.dorner@eb-stmk.at)
Niesenbergergasse 59
8020 Graz
Tel: 0316 821373
http://www.bildungsnetzwerk-stmk.at

© Land Steiermark
Am 26. November 2011 fand die jährliche Herbsttagung für alle steirischen Bibliotheken statt. In unserem Bundesland gibt es ca. 600 Öffentliche Bibliotheken und Schulbibliotheken. Rund 200 BibliothekarInnen lauschten gespannt den Ausführungen.
Das diesjährige Thema widmete sich dem geänderten Leseverhalten junger Menschen. SR Dipl.Päd. Hermann Pitzer (Pädagogischer Leiter des Lesekompetenzzentrums „Buch.Zeit") stellte in seinem Vortrag nach einem Blick auf Grundlagen, Probleme und Einflüsse beim Erwerb von Lesekompetenz praktische Tipps in Ideen dazu vor, was Bibliotheken Jugendlochen anbieten können und wie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit (Schul)Bibliotheken genutzt werden sollten. Über jugendliches Leseverhalten aus der Perspektive des Buchhandels referierte die Gleisdorfer Buchhändlerin Helga Plautz. Ergänzend wurden die erfolgreich laufenden Projekte „LESEOFFENSIVE STEIERMARK"„KRIMI MACHT SCHULE", „LABUKA regional" und „echt LESIG" wurden von den jeweils Projektverantwortlichen in den Blick genommen.
Im Rahmen der Herbsttagung wurde auch „BIBLIO" - das Steirische Bibliotheksgütesiegel - an neun Bibliotheken verliehen! Öffentliche Bibliotheken haben in einer immer komplexer werdenden Welt eine wichtige Funktion als Informations- und Kommunikationszentrum. Bibliotheken sind nicht mehr reine Buchentlehnstellen, sondern wandeln sich zunehmend zu „Mediatheken", die vielerorts zu bedeutenden und kontinuierlich tätigen Bildungs- und Kulturträgern geworden sind. Daneben bieten sie einen niederschwelligen Zugang und sie haben auch einen hohen sozialen Wert.
„BIBLIO" soll der Öffentlichkeit signalisieren, dass spezielle Qualitätsstandards, die in den Richtlinien festgelegt werden, erfüllt sind. Dies dient auch den BenützerInnen zur Orientierung im Sinne des Konsumentenschutzes. Ziel ist es, durch Qualitätsstandards im Bibliothekswesen ein Instrument zur Qualitätskontrolle- und- Verbesserung einzuführen.
Die Verleihung von „BIBLIO" bedeutet einen öffentlichen Nachweis,
- dass die Bibliothek eine besondere Verantwortung zur geistigen bzw. literarischen Versorgung und Weiterbildung übernimmt,
- dass BesucherInnen eine qualitätsvolle Präsentation und Qualitätsstandards an Serviceleistungen erwarten können,
- dass die Bibliothek Zuwendungen öffentlicher und privater Geldgeber besonders gezielt und effizient einsetzt,
- dass eine mit „BIBLIO" ausgezeichnete Bibliothek wesentlich mehr leistet, als eine reine Entlehnstelle zu sein und
- dass eine mit „BIBLIO" ausgestattete Bibliothek ihre Aufgabe als Kultur-Bildungs- und Kommunikationsort und einen gesellschaftspolitischen Auftrag in besonderem Ausmaß wahrnimmt.
Im Jahr 2011 mit dem Gütesiegel "BIBLIO" ausgezeichnet wurden:
- Stadtbibliothek Fehring (Träger: Stadtgemeinde Fehring)
Die Stadtbibliothek Fehring wird ehrenamtlich geführt (14 Teammitglieder) und pflegt das griffige Motto: „INFO-CENTER- STADTBIBLIOTHEK". Sie ist als Teil des Kulturzentrums „Gerberhaus" ein insgesamt gelungenes Modell für Kooperation von Kunst/Kultur/Erwachsenenbildung. Die moderne, behindertengerechte Ausstattung, die Funktion als Infostelle im Rahmen der „Bildungs- und Berufsberatung" des Bildungsnetzwerks Steiermark und das ganzjährige, breit gefächerte Veranstaltungsprogramm (monatlich mindestens eine Lesung) zeigen innovative Ansätze und hohes Engagement von Träger und Team. - Gemeinde- und ÖGB-Bücherei Fohnsdorf (Träger: Gemeinde Fohnsdorf und ÖGB)
Die Bibliothek wird hauptberuflich geführt. Sie orientiert sich am „Leitbild der Öffentlichen Bibliotheken" und setzt viele der Vorgaben bereits um. Die Bibliothek ist räumlich bzw. behindertengerecht im Ärztezentrum untergebracht, was eine große Chance für Aktivitäten im Bereich „Gesundheitsförderung" eröffnet. Dies zeigt sich im ganzjährigen breiten Veranstaltungsprogramm. Besonders hervorzuheben ist auch der sogenannte „Lesepark", der für Veranstaltungen im Außenbereich zu Verfügung steht. Positiv ist auch die intensive und kontinuierliche Weiterbildung des Teams und das hohe Engagement der Gemeinde zu nennen. - Hörbibliothek Graz-Mariahilf (Träger: Pfarre Graz-Mariahilf)
Die Hörbibliothek ist die erste Bibliothek in Österreich, die seit 1998 ausschließlich Hörbücher anbietet. Unter dem innovativen Motto: „Literatur hören bedeutet doppeltes Vergnügen" arbeitet ein ehrenamtliches Team von 9 Personen. Der Medienkatalog ist teilweise sogar in Brailleschrift für Blinde verfügbar! Das Team ist verantwortlich für die „Hörbuch-Rezensionen" der „Bibliotheksnachrichten". Die langjährige professionelle Arbeit, der immer sehr aktuelle Medienbestand und die ständig aktualisierte Homepage zeigen von hohem Verantwortungsbewusstsein. - ÖB Hitzendorf (Träger: Gemeinde und Pfarre Hitzendorf)
In der Bibliothek arbeiten derzeit 23 Personen, davon sind 21 ehrenamtlich tätig. 8 Mitarbeiterinnen haben eine abgeschlossene Ausbildung in Strobl absolviert. Besonders zu nennen sind die 38 Stunden Öffnungszeit (!) das ist fast so viel wie die Landesbibliothek! Hervorzuheben sind die schon länger laufenden Koordinationsprojekte wie die „Videoinitiative GU-West" und die „Lesereise". Seit kurzem gibt es auch eine „Zweigstelle" in der Hauptschule. Das ganzjährige breit gefächerte Veranstaltungsangebot und die Funktion der Bibliothek als Infostelle für Bildungs- und Berufsberatung runden das positive Bild ab. - Öffentliche Bibliothek Lannach (Träger: Gemeinde Lannach)
Die erst im Jahr 2009 im neuen Gemeindezentrum eröffnete Bibliothek ist nach modernsten Gesichtspunkten und behindertengerecht ausgestattet. Sie wird von 10 Personen ehrenamtlich geführt und ist an 4 Tagen in der Woche geöffnet. Ein spezieller Medienschwerpunkt liegt im Bereich „Sport". Für das Team hat kontinuierliche Weiterbildung einen sehr hohen Stellenwert. Die Bibliothek kann als d e r Kommunikationsort bezeichnet werden. Dies zeigt sich auch „extern" an der Präsenz auf „Facebook". Besonders hervorzuheben ist das hohe Interesse und Engagement der Gemeinde. - ÖB St. Lorenzen am Wechsel (Träger: Gemeinde und Pfarre)
Untergebracht im Gemeindezentrum, ist die Bibliothek modern gestaltet und behindertengerecht ausgestattet. Sie verfügt über ein eigenes Leitbild basierend auf dem UNESCO-Manifest 1994. Ein ehrenamtliches Team von 7 Personen sorgt für aktuelle Medien aber auch für ein attraktives Veranstaltungsangebot. Gleichzeitig erfüllt die Bibliothek auch die Funktion eines „Gemeindearchivs. Bibliothek, Gemeinde und Pfarre zeigen damit hohes Engagement und innovative Ansätze. - ÖB Riegersburg (Träger: Gemeinde und Pfarre)
Die ehrenamtlich geführte Bibliothek (11 Personen) verfügt über ein modernes Ambiente, eine behindertengerechte Ausstattung und einen attraktiven Bestand, der zu besonders hohen Entlehnzahlen führt. Die Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Einrichtungen, die regelmäßige und professionelle Öffentlichkeitsarbeit und ein qualitätsvolles kontinuierliches Veranstaltungsangebot sind Belege für außergewöhnliche Leistungen. Die kontinuierliche Weiterbildung des Teams ist Basis für die erfolgreiche Arbeit. - Stadtbücherei Trofaiach (Träger: Stadtgemeinde Trofaiach)
Die Bibliothek wird hauptberuflich mit 3 Personen geführt und hat 23 Stunden Öffnungszeit. Die behindertengerechte Ausstattung in modernem Ambiente, die Möglichkeit der W-LAN Nutzung und die Verfügbarkeit von Benutzer-OPACS beweisen modernsten Stand der Technik. Besonders zu betonen ist, dass die Bibliothek auch einen Lehrling zum „Archiv-Bibliotheks-und Informationsassistenten" ausbildet. Es gibt ein ganzjähriges breit gefächertes Bildungs- und Veranstaltungsangebot, und die Bibliothek dient auch als Infostelle im Rahmen der „Bildungs- und Berufsberatung" des Bildungsnetzwerks Steiermark. - Stadtbücherei Weberhaus Weiz (Träger: Stadtgemeinde Weiz und ÖGB)
Die Bibliothek wird hauptberuflich und ehrenamtlich geführt (15 Personen). Sie verfügt über eine moderne behindertengerechte Ausstattung. Das Medienangebot wird durch Bestände der „steirischen entwicklungspolitischen Mediathek" ergänzt. Es gibt ein kontinuierliches breites ganzjähriges Veranstaltungsangebot. Die Bibliothek fungiert als Infostelle im Rahmen der „Bildungs- und Berufsberatung" des Bildungsnetzwerks Steiermark und als Hauptstandort für die Volkshilfegruppe. Die enge Verbindung zum Kunsthaus Weiz zeigt einen gut vernetzten Ansatz für Synergien von Bildung und Kultur.
„BIBLIO" besteht aus einer Plakette, die der ausgezeichneten Bibliothek für den Verleihungszeitraum überreicht wird. Mit der Verleihung erhält die Bibliothek das Recht, die Plakette für 3 Jahre zu verwenden und durch öffentliche Anbringung sichtbar zu machen. Mit der Schaffung von „BIBLIO" hat das Land Steiermark auch österreichweit Maßstäbe gesetzt.
Gewinnen Sie selbst einige Eindrücke....

© Gerlinde Knaus
Eine Brückenspezialistin, die „Unzuverlässigkeiten berechnet", eine selbständige Elektrochemikerin mit einer durch und durch „weiblichen" Entwicklungsabteilung, die erste habilitierte Mathematikerin an der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität, eine Pionierin für bessere Atemluft, eine eingewanderte Elektrotechnikerin aus Belgrad, die in der Steiermark als Kuratorin für Gegenwartskunst ein Technik-Labor für Frauen realisiert, eine einstige Schuhverkäuferin, die sich beruflich neu orientierte und jetzt weltweit Autoprüfstände kontrolliert. Von diesen und weiteren großartigen Frauen in Österreich handelt der mittlerweile zweite Band der Reihe "Pionierinnen". Wie in der ersten Ausgabe (2010) werden 16 Frauen in technischen Berufen in Form von Portraits in Text und Bild sichtbar gemacht. Sie sind Pionierinnen, die sich in der (männlichen) Technik-Domäne behaupten und mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und Leistungen verblüffen. Denn sie sind alles andere als einseitige Spezialistinnen. Als vielseitige und kreative Persönlichkeiten sind sie fächerübergreifend tätig. Auf diese Art und Weise verbinden sie ihr technisches Fachwissen u. a. mit Betriebswirtschaft, Marketing, Kommunikation, Management; Kreativität und Kunst. Frauen in der Technik gestalten die Gesellschaft mit und stellen die Weichen für die Nachkommenden. Sie sind Rollenmodelle für junge, technikbegabte Frauen, die eines Tages ganz selbstverständlich und vorurteilsfrei in technische Berufe hineinwachsen werden.
Gerlinde Knaus (Hrsg): Pionierinnen. Die fabelhafte Welt der Frauen in der Technik.
Portraits von Frauen in technischen Berufen, Band 2. Cover: © U.Kothgasser.www.koco.at
80 Seiten, broschiert, ¬ 16,50 euro
Erhältlich im Buchhandel, ISBN 978-3-200-02438-0 oder bei
gerlinde.knaus@mussekunst.com

© Karl-Franzens-Universität Graz
Das vorliegende Vorhaben stellt die Fortsetzung eines am 1. Juni 2010 an der Karl-Franzens-Universität Graz etablierten und aus Förderungsgeldern des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark sowie des Zukunftsfonds der Republik Österreich subventionierten Projektes dar. Im Zentrum der Betrachtungen stehen dabei jene Verbrechen an britischen und amerikanischen Flugzeugbesatzungen, die zwischen 1943 und 1945 über dem heutigen österreichischen Raum abgeschossen worden waren. Neben der Erfassung der Dimension dieser bis heute - nahezu unbekannten! - Verbrechen, wurde im Projektjahr 2010 vor allem der Fragen nach der Ausführung und den Tätern nachgegangen. Dem (mehrheitlich aus NachwuchswissenschafterInnen zusammen gesetzten) Forscherteam der Universität Graz gelang es auf diese Weise, 129 derartige Abschüsse festzustellen, zu analysieren und in vernetzte Forschungsdatenbanken einzuarbeiten.
Die Forschungsthese gilt nunmehr als bestätigt: die Verbrechen geschahen weder zufällig noch spontan durch die von Bombenangriffen der Alliierten aufgebrachte Bevölkerung, sondern folgten einem minutiös durchdachten Plan auf Ebene der Reichsleitung. In diesem Zusammenhang traten im Rahmen des Forschungsvorhabens unerwartete und bemerkenswerte Zusammenhänge zutage, die bisher weder von der Forschung noch von der Justiz erkannt worden waren. Und hier setzt das gegenständliche Nachfolgeprojekt an! Das Forscherteam entwarf einen neuen Arbeitsprozess, der durch eine vertiefende Tat- und Täteranalyse, eine Veränderung des methodischen Schwerpunktes und vor allem durch eine „neue" Forschungsthese charakterisiert ist. Die Untersuchung von Verbrechenskomplexen, Täterebenen UND Erinnerung am Beispiel Steiermark stellt nicht nur einen Forschungsschlüssel dar, sondern gewährleistet auch einen Einblick in die regionale Gewaltsteuerung des NS-Apparates zu Kriegsende - ein Einblick, der in dieser Form noch nicht geschehen ist und demnach als besonders innovativ einzustufen ist. In Zusammenarbeit mit dem US Department of Defense konnten übrigens im Rahmen der Projektaktivitäten 2010 nicht nur zwei „Fliegermord-Fälle" gelöst, sondern zwei bisher unbekannte Tatverdächtige identifiziert und ein Massengrab eruiert werden - eine überraschende inhaltliche Entwicklung!

© Land Steiermark
Die in den Österreichischen Tagesmedien immer wieder gerne reflektierte Feststellung, Österreicherinnen und Österreicher seien an Forschungsthemen nur mäßig interessiert, ist nur bedingt korrekt, ja ist teilweise verfehlt - und unangebracht! Nicht zuletzt haben Initiativen wie die Lange Nacht der Forschung das Bildungsinteresse einer breiten Öffentlichkeit in den zurück liegenden Jahren deutlich gemacht.
Wissenschaftliche Forschung tangiert uns alle und durchdringt sämtliche Lebensbereiche des Menschen. Noch zu Ende des vergangenen Jahrhunderts fand das interessierte Publikum nur vereinzelt die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Chancen und Visionen des heimischen Forschungsstandortes zu informieren. Nicht unverantwortlich an dieser Entwicklung waren Berührungsängste und die allgemeine Unwilligkeit so mancher Forscher(generationen), sich zu öffnen und aus dem Nähkästchen der Wissenschaft zu plaudern. Um ein möglichst breites Publikum für spannende Forschungsthemen zu gewinnen, bedarf es also der Bereitschaft, den sprichwörtlichen Elfenbeinturm der Wissenschaft zu verlassen und den Weg zu einem „Offenen Labor" zu suchen. Die Lange Nacht der Forschung trägt in diesem Zusammenhang dazu bei, vermeintlich komplexe Materien anhand von praktischen Beispielen zu veranschaulichen und dabei die Menschen dort „abzuholen", wo sie sind bzw. wo ihr Wissensstand endet oder im Gegenteil beginnt.
Im Jahr 2012 ist es wieder soweit: Die österreichweit größte Veranstaltung zur Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte an die Öffentlichkeit ermöglicht in den Abendstunden des 27. April den freien Eintritt zu unterschiedlichsten Forschungseinrichtungen im universitären und außeruniversitären Umfeld. Universitäten, Fachhochschulen, forschende Institutionen und Unternehmen in ganz Österreich beteiligen sich an der Langen Nacht der Forschung, die in Österreich erstmals im Jahr 2005 stattfand. Von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zu industrieller Forschung und Entwicklung reicht das Spektrum der Präsentationen. Die Zusammenfassung der einzelnen Bundesländerbeiträge unter einer Dachmarke sowie die gemeinsame bundesweite Kommunikation und Medienarbeit sorgen für die nötige Sichtbarkeit der Großinitiative und in diesem Zusammenhang für eine größtmögliche BesucherInnenanzahl. Der Vielfalt und der Kreativität der regionalen Gestaltung sind damit allerdings keine Grenzen gesetzt. Die Steiermark beteiligt sich an der erfolgreichen Initiative mit besonders großem Engagement. Das positive Echo der Besucherinnen und Besucher (begeisterte Rückmeldungen kamen von Jung und Alt gleichermaßen) bestätigen die erfolgreiche „Karriere" der Forschungsnacht.
Für die Koordination der steirischen Beiträge und die entsprechende Vernetzung konnte dankenswerterweise die JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH gewonnen werden. Für inhaltliche Kooperationen und deren Ausrichtung ist gesorgt: mit 5 Universitäten, 2 Fachhochschulen, 2 Pädagogischen Hochschulen, den hierorts angesiedelten Instituten der Österreichischen Akademie der Wissenschaft, steirischen Kompetenzzentren und ausgewählten Unternehmen (zB AVL List GmbH, Andritz AG, Siemens AG Österreich, um nur einige Firmengrößen zu nennen), verfügt unser Bundesland über einen für Forschung geradezu prädestinierten Standort. Wir dürfen Ihnen die Teilnahme an der Langen Nacht der Forschung besonders ans Herz legen!
Nähere Details sind auf der Homepage des
Österr. Rates für Forschung und Technologieentwicklung nachzulesen.
Das OFFENE LABOR Graz, eine relativ junge Einrichtung der Karl-Franzens-Universität, bildet eine Plattform für Wissenschaftskommunikation am Institut für Molekulare Biowissenschaften (IMB). Das offene Labor will dabei die Notwendigkeit einer verantwortungsbewussten und qualitätsvollen Form der Wissensvermittlung unterstreichen: die Skepsis eher „bildungsferner" Bevölkerungsgruppen gegenüber Forschungsthemen ist in Österreich mehr oder weniger deutlich, manchmal auch latent vorhanden (nach dem Motto: „Davon verstehe ich eh nichts".) Initiativen wie jene des Offenen Labors Graz tragen dazu bei, das Wesen der Biowissenschaften auf den Punkt und an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Das öffentliche Interesse ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es etwa darum geht, speziell die junge Generation für eine spätere wissenschaftliche Laufbahn zu gewinnen. Und gerade Kinder verfügen über eine natürliche Neugier, über Intuition und einen „angeborenen" Forscherdrang, finden aber, eben weil sie noch Kinder sind, keinen Zugang zu „trocken und formelhaft aufgebauten Vorträgen. Ein Grund und eine Herausforderung für ForscherInnen, über geeignete Formen moderner Wissensvermittlung nachzudenken und charmante Konzepte für Jung und Alt zu entwickeln.
So wurde denn auch das das 3jährig angelegte Projekt mit dem aufrüttelnden Titel „Unimpressed by Science 2.0" aus Förderungsgeldern des Wissenschaftsressorts des Landes Steiermark subventioniert. Das unter der Leitung von Herrn Univ.-Prof. Dr. Helmut Jungwirth durchgeführte Projekt verbucht schon heute weitreichende Erfolge und aussagekräftige Daten, Zahlen und Fakten. Begeisterte Rückmeldungen von Kindern wie auch Eltern bestätigen den gedeihlichen Projektverlauf. Durch den engen Kontakt zwischen Schule und Universität werden Interessen und Begabungen der Kindergartenkinder und PflichtschülerInnen frühzeitig erkannt und von den WissenschafterInnen der Universität nachhaltig unterstützt und gefördert. Die aktive Einbindung von Studierenden und etablierten WissenschafterInnen und ForscherInnen schafft die notwendigen Voraussetzungen, um vermeintlich „komplexe", um nicht zu sagen: „komplizierte" Forschungsmaterien einfach und verständlich aufzubereiten. Darüber hinaus bekamen über 50 SchülerInnen des Sacré Coeur Graz zwischen 6 und 14 Jahren erstmals die Möglichkeit, während der Sommerferien im Offenen Labor zu „arbeiten" und eigenhändig wissenschaftliche Experimente durchzuführen. Erstmals werden Themenbereiche der Biowissenschaften (Molekularbiologie, Biochemie, Genetik) aufbauend in den vorschulischen und schulischen Betrieb (Kindergärten, Volksschule, Gymnasium) integriert. Die beiden Kooperationspartner - das Sacré Coeur Graz und das Offene Labor Graz - verfügen über das nötige Know How und die geeigneten Rahmenbedingungen, die für die Durchführung einer derart großen Unternehmung voraus zu setzen sind. Bereits im Jahr 2009 startete eine 1jährige Pilotphase, in der die wesentlichen Projektinhalte mit den einzelnen pädagogischen Teams in Kooperation mit WissenschafterInnen der Universität Graz abgestimmt, darüber hinaus Laborkurse für Kindergarten-, Volksschul- und AHS-Gruppen initiiert, ferner Weiterbildungsveranstaltungen für KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen angeboten und Informationskurse für Eltern im Offenen Labor abgehalten wurden. Die frühzeitige Sensibilisierung von Kindergartenkindern und VolksschülerInnen für die Biowissenschaften, die nachhaltige Erweiterung der pädagogischen Arbeit durch „Forschendes Lernen" und die Weiterentwicklung des naturwissenschaftlichen Laborunterrichtes durch praktische Arbeiten markieren die Startphase (2010) des Projektes. Die Implementierung von Weiterbildungs- und Informationskursen im Bereich der Biowissenschaften, die Schulung von Studierenden, der Wissenstransfer durch interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppen und die Präsentation spannender Ergebnisse sowohl auf der eigenen Webseite als auch in Form von „Science Days" vervollständigen den Leistungskatalog.
Informieren Sie sich näher auf der Homepage des
OFFENEN LABORS Graz ("Wissenschaft zum Anfassen")
© Medizinische Universität Graz
Die „Bipolar affektive Störung" (BIP) bzw. „Manisch-depressive Erkrankung" ist durch extreme, ja pathologische Stimmungsschwankungen gekennzeichnet und bedeutet sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Angehörigen (und letztlich auch für die Gesellschaft) eine große Bürde. Die häufigen und häufig langen Krankheitsphasen sind mit stationären Aufenthalten verbunden, und das Selbstmordrisiko ist sehr hoch (die Quote liegt im Durchschnitt bei 20%!).
Bisherige Untersuchungsmethoden waren trotz auffallender familiärer Häufigkeiten nicht in der Lage, einen genauen genetischen Hintergrund für die „Veranlagung" festzustellen. Die Untersuchung auf so genannte „Kopienzahlvariationen" (CNV) steht hingegen erst seit wenigen Jahren zur Verfügung und wurde im Kontext der bipolar affektiven Störung bis heute nicht oder nur unzureichend vorgenommen. Das vorliegende Forschungsprojekt der Medizinischen Universität Graz unter der Leitung von Frau Dr. Eva Schmidt-Reinighaus, Univ.-Klinik für Psychiatrie, sieht nun vor, das Gesamt-Genom des/der Erkrankten bzw. von deren Angehörigen auf Kopienzahlvariationen zu untersuchen. Durch die Identifizierung von Risikofaktoren kann auch die Pathogenese der Krankheit besser verstanden und internationale Ergebnisse auf die österreichische Bevölkerung übertragen werden, um weiters eine bessere Diagnostik zu ermöglichen. Die Untersuchungen versprechen wichtige Impulse für eine effektivere (und individuell spezifischere!) Behandlung der bipolar affektiven Störung, für die Entwicklung geeigneter Instrumente zur Früherkennung vor oder unmittelbar nach dem Einsetzen der Symptome und nicht zuletzt für ein verbessertes Verständnis des Einflusses von Umweltfaktoren.



