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Biber

Der Europäische Biber (Castor fiber)

Die Rückkehr des Bibers nach Österreich ist eines der erfolgreichsten Naturschutzprojekte des Landes. Nach seiner Ausrottung im 19. Jahrhundert infolge intensiver Bejagung wurde er in den 1970er und 1980er Jahren in den Donauauen in und östlich von Wien wiederangesiedelt. Ausgehend von dieser Gründerpopulation sowie durch natürliche Zuwanderung aus den Nachbarländern beträgt der Biberbestand heute in Österreich wieder rund 5.000 Tiere.

Aus der Steiermark liegen gesicherte Nachweise seit Beginn des 21. Jahrhunderts vor. Aktuell besiedelt der Biber die Täler der Lafnitz, Feistritz, Raab, Sulm, Laßnitz, Kainach und Mur sowie das Leibnitzer und das Grazer Feld. Entlang der Lafnitz dringt er bis ins Steirische Randgebirge auf rund 750 m Seehöhe vor. Der Biber befindet sich in Ausbreitung und es ist davon auszugehen, dass derzeitige Verbreitungslücken im Laufe der nächsten Jahre geschlossen werden. Die Arealausweitung wird aktuell dokumentiert.

Als anpassungsfähige Art ist er nicht nur in naturnahen Gewässersystemen zu finden, sondern besiedelt auch Gewässern innerhalb intensiv genutzter Agrarlandschaften und auch in Ortschaften. Aufgrund seiner Fähigkeiten, Dämme anzulegen und Gewässer aufzustauen, Gehölze mit einem Umfang von mehr als 50 Zentimetern zu fällen und Baue ins Erdreich zu graben kann der Biber als „Schlüsselart" von Auen-Ökosystemen seine Umwelt aktiv gestalten und verändern. Das kann allerdings auch zu Konflikten mit der Land-, Forst- und Teichwirtschaft, dem Wasserbau und anderen Interessensgruppen führen. Diese Konflikte sind vor allem in jenen Bereichen der Kulturlandschaft zu finden, in denen die menschlichen Nutzungen bis an den Rand von Gewässern reichen, die vom Biber besiedelt werden. Rund 90 % der Konflikte treten in einem 10 m breiten Streifen entlang des Gewässers auf und 95 % innerhalb eines 20 m breiten Streifens.

Der Biber ist nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, Anhänge II und IV, streng geschützt. Für ihn gilt ein Fang- und Tötungsverbot. Jede absichtliche Störung, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten ist untersagt sowie jede Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten ist verboten. Das betrifft insbesondere seine Bauten, die sogenannten Biberburgen und die damit im Zusammenhang stehenden Dämme.

In Hinblick auf die mittlerweile auch in der Steiermark verstärkt auftretenden Biberkonflikte wurde eine Biberberatungsstelle eingerichtet, bei der betroffene Personen Unterstützung und Beratung im Umgang und Zusammenleben mit dem Biber bekommen.

Kontakt Bibermanagerin:
Mag. Brigitte Komposch, MSc
0316 351650-17
e-mail: b.komposch@oekoteam.at

Zusätzlich zu diesem Angebot steht eine Website zur Verfügung stehen, in der sie alles Wissenswertes über den Biber sowie Maßnahmen zur Verminderung von Schäden erfahren können: Externe Verknüpfung www.bibermanagement.at

Folgende Maßnahmen können zur Minderung von Biberschäden nützlich sein:

  • Generell sollte an Gewässern, an denen der Biber vorkommt, ein Streifen von zumindest 10 m Breite am Gewässer freigehalten bzw. aus der intensiven Nutzung genommen werden. Dadurch kann z. B. ein Einbrechen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen in eine „Biberröhre" verhindert werden.
  • Einzelne Gehölze können durch den Anstrich mit einem geeigneten Wildverbisschutzmittel z.B. „Wöbra" oder die Ummantelung mit Draht geschützt werden.
  • Bei Durchforstungen im ufernahem Bereich im Herbst sollte das Astmaterial aus dem Kronenbereich ufernah gelagert werden, um die Fällaktivitäten des Bibers zu reduzieren.
  • Bei Fraßschäden an Feldfrüchten wird die Anlage eines mobilen Elektrozauns zwischen Acker und Gewässer empfohlen.
  • Zu- und Abflüsse von Fischteichen sollten vergittert werden, um ein Verstopfen zu verhindern.
  • Für den Eingriff in Biberdämme (z. B. Absenken, Einbau einer Dammdrainage) ist eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung (Ansuchen bei der Naturschutzbehörde) notwendig.

 



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