
HUMANITAS-Medaille
Die Medaille als Anerkennung und Auszeichnung
Die HUMANITAS-Medaille stellt keine offizielle Medaille des Landes Steiermark dar, sondern ist als Auszeichnung zu sehen.
Bis zum Jahr 2005 kamen 18 HUMANITAS-Medaillen und eine GROSSE HUMANITAS-Medaille zur Verleihung.
Die 18 Medaillen setzten sich zusammen: Eine Medaille für jeden steirischen Bezirk sowie ein Medaille für den Jugendsieger und die Große Humanitas-Medaille für einen steiermarkweiten Sieger.
Grundsätzliches
Ansprache von Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic am 19. November 1998
Am 19. November denken wir an die heilige Elisabeth von Thüringen. Sie steht beispielhaft für die Zuwendung zu den Armen, für Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Genau aus diesem Grund habe ich als Landeshauptmann - wie schon erstmals im Vorjahr - den Tag des Ehrenamtes mit einem festen Platz im steirischen Kalender fixiert. Dieser Tag ist nicht so wie alle 365 Tage im Jahr. Dieser Tag ist ein besonderer Tag der Anerkennung, ein Tag der Würdigung und ein Tag des Dankes, den ich persönlich aussprechen darf.
Wir brauchen solch äußere Zeichen zum Innehalten, zur Besinnung auf ganz wesentliche Dinge, die viel Einsatz und Arbeit - Tag für Tag -, oft 365 Tage im Jahr brauchen.
Wie der Sonntag in der Woche und alle Feiertage markieren sie Höhepunkte im Jahreskreis und auch im Empfinden, im Lebensgefühl der Menschen.. Einen ganz wesentlichen und positiven Anteil am Lebensgefühl in unserem Land schaffen - in oft aufopferndem Einsatz - ungezählte ehrenamtlich Tätige. Sei es im Stillen oder in einer kleinen Vereinigung von Gleichgesinnten oder in großen Organisationen, ohne die vieles in unserem Land einfach nicht möglich wäre.
Sie alle geben unserer Steiermark die Sicherheit, gut aufgehoben zu sein, wenn Hilfe benötigt wird.
Mit einem Wort: Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht, sind das Rückgrat unserer Gemeinschaft. Sich über das geforderte Maß einzusetzen ist überhaupt das Merkmal für eine MENSCHLICHE Gesellschaft. Genau das ist auch die Aufgabe der Politik: Das Lebensgefühl der Menschen in einem Land erfassen und daraus die Zukunft gestalten.
Einen Rahmen zimmern, der die Sicherheit gibt sich auch morgen noch für ein Ziel einsetzen zu können. Genau deshalb setzen wir uns in der aktuellen Diskussion über das Sanitäter-Ausbildungsgesetz und das Vereinsrecht mit aller Kraft für die ehrenamtlich Tätigen ein. Politik heißt verantwortungsvoll fördern und nicht bürokratisch hemmen. Der Mensch steht im Mittelpunkt und unsere Ziele sind die Zukunft.
Gemeinsame Ziele sind es auch, für die sich über 200.000 Steirerinnen und Steirer in über 15.000 Vereinen einsetzen. Mögen die Ziele auch verschieden sein - gerade das zeichnet ja die Vielfalt unserer Gesellschaft aus - immer steht der Mensch im Mittelpunkt, sei es direkt oder im Sinne einer Idee oder im Sinne einer besonderen Hinwendung zu einer Herzensangelegenheit.
Für mich ist es eine Herzensangelegenheit heute Danke zu sagen: Allen, die sich ehrenamtlich in unserer Steiermark einsetzen; und allen, die eine ihnen dargebotene Hilfe annehmen.
Allen, die sich durch ihr großes Wirken für die Humanitas-Medaille qualifiziert haben; und allen, die mir diese Leistungen bekannt gemacht haben.
Der hochkarätig besetzten Jury unter dem Vorsitz von Universitätsprofessor Gerald Schöpfer; und allen, die die Idee des Ehrenamtes fördern, auch den Medien, die sich in den Dienst der guten Tat stellen.
Wie der Tag des Ehrenamtes selbst sind auch die Humanitas-Medaillen ein - äußeres - Zeichen der Wertschätzung, das die Ausgezeichneten stellvertretend für die vielen ausgezeichneten Leistungen aller ehrenamtlich Tätigen empfangen. Stellvertretend und beispielhaft für alle 17 steirischen Bezirke und für die große Steiermark.
Die Jury
Aus der Rede des Vorsitzenden der Jury, Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Die Jury hatte die schwierige Aufgabe, aus einer Fülle von rund 420 Vorschlägen einerseits die Große Humanitasmedaille zu vergeben und außerdem für jeden der 17 steirischen Bezirke eine Entscheidung für die Vergabe der Humanitas-Medaillen zu treffen.
Welche Überlegungen gab es nun innerhalb der Jury bei der Zuerkennung der Ehrungen?
Ich darf aus unseren Grundsätzen zitieren: Bei Einzelpersonen soll modellhaftes und effektives Handeln, das der eigenen Initiative entspringt, geehrt werden.
Wir meinen, daß bei Organisationen vor allem junge Vereine, die bisher noch nicht im Rampenlicht gestanden sind, hervorgehoben werden sollten.
Da die großen ehrenamtlichen Vereine eigene interne Auszeichnungsmöglichkeiten haben, soll das Wirken von Personen in diesem Rahmen nur dann prämiiert werden, wenn es bei der zu ehrenden Leistung eine auffallende Besonderheit gibt: wie Gründungsleistung, Innovationsschub, besondere Eigeninitiative.
Die zu ehrende Leistung soll auch eine gewisse Kontinuität aufweisen.
In diesem Sinne haben wir gesiebt und in einem ersten Durchgang auch viele prominente Persönlichkeiten, die große Leistungen erbracht haben, aus unserer Bewertung ausgeschieden, weil sie schon mit hohen Auszeichnungen bedacht worden waren.
Wir haben auch jene spektakulären Hilfeleistungen ausgeschieden, die bereits in den Massenmedien die entsprechende Aufmerksamkeit fanden, oder mit Landespreisen – wie beispielsweise dem Josef-Krainer-Heimatpreis bedacht wurden. Es war uns ein Anliegen, auch das Unspektakuläre, das vielleicht weitgehend unbeachtet in der Stille geschieht, aber genauso wirksam ist, in den Mittelpunkt zu stellen.
Wer nun den dicken Aktenordner mit den Einsendungen zur Hand nimmt und Blatt für Blatt durchliest, der wird dabei von den verschiedensten Emotionen heimgesucht.
Da kommt einmal die Bewunderung für die vielen selbstlosen Leistungen, wo Menschen sich mit großem persönlichem Engagement in den Dienst sozialer Anliegen stellen und viele Tage und Nächte ihres Lebens opfern, um ihren Mitmenschen in irgendeiner Bedrängnis beizustehen. Die zahlreichen freiwilligen Helfer des Roten Kreuzes, der Feuerwehr, der Bergrettung, der Malteser - und wie sie alle heißen - erbringen unschätzbare Beiträge für das Gemeinschaftsleben in unserem Land, für die ihnen gar nicht genug gedankt werden kann. Es wäre geradezu unvorstellbar, wenn es all diese Einrichtungen in unserem Land nicht gäbe.
Dann gab es zahllose Einsendungen, wo einzelne Personen vorgestellt werden, die ihr eigenes Leben in den Dienst der Pflege ihrer Angehörigen gestellt haben. Nur allzu schnell kann einem dabei die Bemerkung auskommen, daß es ja selbstverständlich sei, daß man sich um sein behindertes Kind, um seine kranken Geschwister oder um die pflegebedürftigen Eltern oder Großeltern zu kümmern habe. Wo es sich nicht um eine kurze, zeitlich befristete Hilfe handelt, sondern um eine dauernde, gleichsam lebensbegleitende Aufgabe, dann bedeutet diese angebliche „Selbstverständlichkeit“, daß der eigene Lebenslauf ganz andere Bahnen annimmt, daß oft so manche Familie still und ohne viel Aufsehen Aufgaben übernimmt, die sie bis an die äußersten Grenzen der Belastbarkeit ausfüllen.
Um dafür nur ein Beispiel zu erwähnen: Wir hatten erst unlängst die Tagung „Landkarte mit vertauschten Namen - die Pflege verwirrter älterer Menschen“, wo pflegende Angehörige über ihre Kreuzwege berichteten, die sie mit einer bewundernswerten Gelassenheit, Nächstenliebe und innerer Stärke tragen.
Nicht leinwandgerecht
Wenn Sie die wahren Helden und Heldinnen unserer Zeit suchen: Sie schauen meist nicht wie Filmstars leinwandgerecht aus. Sie haben oft ein faltenzerfurchten Gesicht, graue Haare und abgearbeitete Hände. Aber sie sind von einer inneren Größe, die für manche Mitmenschen kaum faßbar ist. Es ist auch viel zu wenig bekannt, welche volkswirtschaftliche und soziale Leistung von ihnen bewältigt wird: Den Löwenanteil von Pflegefällen finden Sie keineswegs in den dafür gegründeten professionellen Einrichtungen, deren Kapazität viel zu klein wäre. Den Löwenanteil finden Sie in den vielen Familien, die hier eine entscheidende Entlastung für die öffentliche Hand vornehmen. Um dies zu konkretisieren: Von den rund 300.000 amtlich erfaßten Pflegefällen in Österreich - das sind all jene, welche in einem entsprechenden Verfahren ein Pflegegeld zuerkannt bekamen - werden lediglich 12% in Heimen betreut.
Das bedeutet zugleich, 88% der Pflegefälle werden in der Familie, bzw. von Angehörigen betreut, wobei diese Leistung zu vier Fünftel den Frauen zuzurechnen ist. Lediglich ein Fünftel der Betreuungspersonen sind Männer.
Humanitas-Medaille
Durchmesser 60mm, Höhe 3mm.
Avers finden sich (erhaben) zwei Hände. Diese fixieren das steirische Landeswappen.
Kreisförmig die erhabene Inschrift:
MENSCHLICHKEIT-DANK FÜR SOZIALEN EINSATZ
Revers ist blank.
Hersteller der Medaille: Fa. Schwertner, Georgigasse 40, 8020 Graz.
Tel. 0316 582614. www.schwertner.at
Große Humanitas-Medaille
Diese wird einmal jährlich vergeben.
Durchmesser 60mm, Höhe 6mm.
Avers finden sich (erhaben) zwei Hände. Diese fixieren das steirische Landeswappen.
Kreisförmig die erhabene Inschrift:
MENSCHLICHKEIT-DANK FÜR SOZIALEN EINSATZ
Revers zeigt sich die erhabene Inschrift: "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen Unsichtbar".
Anm. des Homepagebetreuers:
(Zitat von Antoine de Saint-Exepury: "Der kleine Prinz")
Zum Unterschied zu der Humanitas-Medaille ist die "Große Humanitas Medaille" verschraubt. Zwischen Deckel und Boden findet sich ein Leporello (Harmonika-artig gefaltetes Textblatt)
Das Leporello:
Es ist kreisrund, fünfmal gefaltet, mit einem Durchmesser von 50mm.
Auf der Oberseite findet sich das Logo der Medaille.
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"- das ist ein Geheimnis, das Antoine de Saint -Exupery dem kleinen Prinzen nach dem Sinn des Lebens auf den Weg mitgibt.
Sie finden dieses Titat auf der Rückseite der Medaille, mit der ich Ihnen - nur bescheiden - meinen ganz persönlichen Dank als Landeshauptmann unserer Steiermark zum Ausdruck bringen möchte.
Ein Dankeschön für Ihren Einsatz, den Sie für andere Menschen in
viel größerem Maße zu geben bereit sind, als Sie es tun müßten - also freiwillig und häufig unbezahlt.
Unsere Gesellschaft wäre ohne die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen nicht nur ärmer und kälter, sondern sie wäre auch weniger funktionsfähig. Das gilt für nachbarschaftliche Initiativen ebenso wie für die Rettungs- und Hilfsorganisationen, für das Sozial- und Gesundheitswesen, die Kultur, aber auch für den Sport und die Jugendarbeit.
Tausende freiwillige Arbeitsstunden werden von den "Ehrenamtlichen" für unsere Gesellschaft geleistet - unverzichtbar und wohl auch unbezahlbar.
Sicher aber mit einem Lohn der anderen Art, der Mut und wieder Ansporn gibt: Wer für andere etwas tut, der tut auch für sich selbst etwas. Der Einsatz für andere gibt einen Lebenssinn, der über die häufige Existenz hinausführt, und vermittelt andererseits das Gefühl, gebraucht zu werden.
So sehe ich ehrenamtliches Tun und Handeln auch als sinnerfülltes Gemeinschaftserlebnis zwischen Helfern und Betreuern, aber natürlich auch der Helfer untereinander.
Damit schließt sich mein Gedankenkreis mit der Überlegung des französischen Schriftstellers am Beginn.
Meinen herzlichen Dank überbringe ich Ihnen nicht zufällig am 19. November.
Die katholische Kirche gedenkt an diesem Tag nämlich der heiligen Elisabeth von Thüringen, die sich - als Königstochter geboren - den Schwächsten der Gesellschaft zugewendet und schließlich in völliger Selbstaufgabe den Werken der Nächstenliebe gewidmet hat.
DANKE
Landeshauptmann von Steiermark
Auf der Unterseite zeigt sich (erhaben) die Prägung:
"Man sieht nur mit dem Herzen gut das Wesentliche ist für die Augen Unsichtbar".
Leporello
Tausende freiwillige Arbeitsstunden werden von den "Ehrenamtlichen" für unsere Gesellschaft geleistet-unverzichtbar und wohl auch unbezahlbar.
Sicher, aber mit einem Lohn der anderen Art, der Mut und wieder Ansporn gibt: Wer für andere etwas tut, der tut auch für sich selbst etwas. Der Einsatz für andere gibt einen Lebensinn, der über die bloße Existenz hinausführt, und vermittelt andererseits das Gefühl gebraucht zu werden.
So sehe ich ehrenamtliches Handeln auch als ein sinnerfülltes Gemeinschaftserlebnis zwischen Helfern und Betreuern, aber natürlich auch der Helfer untereinander.
Damit schließt sich mein Gedankenkreis mit der Überlegung des französischen Schriftstellers am Beginn.
Meinen herzlichen Dank überbringe ich Ihnen nicht zufällig am 19. November.
Die katholische Kirche gedenkt an diesem Tag nämlich der heiligen Elisabeth von Thüringen, die sich - als Königstochter geboren - den Schwächsten der Gesellschaft zugewendet und schließlich in völliger Selbstaufgabe den Werken der Nächstenliebe gewidmet hat.



