Wie lese ich ein Wappen?
Grundbegriffe
Im folgenden Beitrag werden in kurzen Worten die heraldischen (Heraldik = Wappenkunde) Grundbegriffe erklärt, ohne auf wissenschaftliche Richtigkeit zu beharren.
Wie viele andere Fach- und Sachgebiete besitzt auch die Heraldik ihre "eigene" Sprache. Das Beschreiben bzw. Erkennen eines Wappens bezeichnet man als "blasonieren". Wie dieses Wort nicht unschwer erkennen läßt, ist der Ursprung der Heraldik in Frankreich zu finden. Minnesänger, höfische Dichter und Herolde beschreiben im aufgehenden 14. Jahrhundert Wappen und Schilder einflußreicher Personen, Sippen und Gefolgschaften.
Die eigentliche Wappenbeschreibung (blasonieren) geht von der Grundregel aus, dass links und rechts spiegelverkehrt bezeichnet werden. D.h., aus der Sicht des Betrachters ist das heraldische „links“ als rechts zu verstehen. „Vorwärts schreitend“ ist als nach „links“ (aus Sicht des Betrachters) ausgerichtet zu verstehen. Bei zwei Figuren ist ihre Position zueinander anzugeben (etwa übereinander, hintereinander, etc.). Drei Figuren stehen zumeist im Verhältnis 2:1.
Wie viele andere Fach- und Sachgebiete besitzt auch die Heraldik ihre "eigene" Sprache. Das Beschreiben bzw. Erkennen eines Wappens bezeichnet man als "blasonieren". Wie dieses Wort nicht unschwer erkennen läßt, ist der Ursprung der Heraldik in Frankreich zu finden. Minnesänger, höfische Dichter und Herolde beschreiben im aufgehenden 14. Jahrhundert Wappen und Schilder einflußreicher Personen, Sippen und Gefolgschaften.
Die eigentliche Wappenbeschreibung (blasonieren) geht von der Grundregel aus, dass links und rechts spiegelverkehrt bezeichnet werden. D.h., aus der Sicht des Betrachters ist das heraldische „links“ als rechts zu verstehen. „Vorwärts schreitend“ ist als nach „links“ (aus Sicht des Betrachters) ausgerichtet zu verstehen. Bei zwei Figuren ist ihre Position zueinander anzugeben (etwa übereinander, hintereinander, etc.). Drei Figuren stehen zumeist im Verhältnis 2:1.
Österreichische Heraldik
Der "Clipearius Teutonicorum" ist eine der frühesten heraldischen Produktionen. Er stammt aus der Feder des Konrad von Mure und datiert aus dem Zeitraum von 1244 bis 1247.
Mit der Schwertleite Herzog Friedrichs II. im Jahre 1237 treten erstmals die Farben "rot-weiß-rot" auf. Diese Information verdanken wir Jans Enikel (ungefähr 1230 bis 1290).
Mit der Schwertleite Herzog Friedrichs II. im Jahre 1237 treten erstmals die Farben "rot-weiß-rot" auf. Diese Information verdanken wir Jans Enikel (ungefähr 1230 bis 1290).
Beschreibung eines Wappens
Die Beschreibung eines „Vollwappens“ ist immer mit der Beschreibung des Hauptschildes zu beginnen: Zuerst die Farbe des Schildes, dann die darin enthaltenen Figuren. Erst dann kommt der Mittelschild. In weiterer Folge die Beschreibung der Helmdecken (Farbe!), Krone, wenn vorhanden Helmzier. Bei mehreren Helmen erfolgt deren Beschreibung immer von links nach rechts (aus Sicht des Betrachters).
Farben (Tinktion) in der Heraldik
Farbengesetze etablieren sich erst im 15. Jahrhundert in der Heraldik. Hier ist unter vier Hauptfarben und zwei Metallen zu differenzieren: rot, blau, grün, schwarz als Farben und gold, silber als Metalle (diese können auch als gelb und weiß dargestellt werden). Im Laufe der Zeit entsteht dadurch folgendes heraldische Prinzip: Jedes Wappen sollte ein Metall enthalten (nur eines!), Farbe darf nie auf Farbe und Metall niemals auf Metall liegen. Es zeigt sich trotzdem die Tendenz, dass bei Wappentieren die Augen, Zungen und Waffen (Klauen) Kontrastfarben zur Tinktion der Wappenfigur selbst aufweisen (siehe das steirische Landeswappen).
Im 16. Jahrhundert entwickelte der Jesuitenmönch Sylvester a Petra Sancta die Wappenschraffierung, die sich auch heute noch als überaus brauchbar erweist.
Im 16. Jahrhundert entwickelte der Jesuitenmönch Sylvester a Petra Sancta die Wappenschraffierung, die sich auch heute noch als überaus brauchbar erweist.

Hermelin

Gegenhermelin

Eisenhutfeh

Silberfarben

Goldfarben

Blaufarben

Rotfarben

Schwarzfarben

Grünfarben

Purpurfarben
Schildformen
Grundlage für heraldische Schilde bilden die mittelalterlichen Reiterschilde. Siehe die Schilder rechts als Beispiel:
Normannenschild um 1170
Gotischer Dreieckschild um 1300
Spanischer Halbrundschild um 1400
Tartschenschild um 1600
Normannenschild um 1170
Gotischer Dreieckschild um 1300
Spanischer Halbrundschild um 1400
Tartschenschild um 1600
Die Orientierung auf dem Schild
Die sichtbare Fläche des Schildes ist das „Feld“, dessen Aufteilung sind die „Plätze“. Der obere Rand wird als Oberrand, der untere Rand als „Unterrand“ bezeichnet. Einen genaueren Blick verdient die weitere Aufteilung. Man definiert die „Plätze“ auch als „linkes Obereck“ und „rechtes Obereck“, analog dazu die unteren Ecken. Achten sie bitte immer darauf, ob aus heraldischer Sicht oder aus der Sicht des Betrachters “blasoniert“ wird.
Senkrechte Teilung:
Das obere Drittel wird als „Schildhaupt“, das mittlere Drittel als „Mittelstelle“, das untere Drittel als „Schildfuß“ definiert.
Waagrechte Teilung:
Die linke Seite ist die „linke Flanke“, mittig die „Herzstelle“, die rechte Seite ist die „rechte Flanke“.
Senkrechte Teilung:
Das obere Drittel wird als „Schildhaupt“, das mittlere Drittel als „Mittelstelle“, das untere Drittel als „Schildfuß“ definiert.
Waagrechte Teilung:
Die linke Seite ist die „linke Flanke“, mittig die „Herzstelle“, die rechte Seite ist die „rechte Flanke“.
Schildteilungen Beispiele 1

ledig

gespalten

doppelt gespalten

rechte Flanke

dreimal gespalten

rechter Seitenpfahl

Stab

Schildhaupt

Geteilt

Schildfuß

zweimal geteilt

dreimal geteilt

erhöhter Balken

Leiste

gespalten und halb geteilt

halb geteilt und gespalten

halb gespalten und geteilt

geteilt und halb gespalten

Hauptpfahl

mittels Krücke geteilt

gespalten und zweimal geteilt

neunfach geschacht

längs geschindelt
Schildteilungen Beispiele 2

rechts abgesetzter Pfahl

rechtes Freiviertel

Ort

mittels rechter Stufe geteilt

durch Krukenzinne geteilt

zinnenförmig geteilt

Zinnenschnitt gespalten

Gegenzinnenpfahl

Durch einen Stufengiebel geteilt

rechts geschrägt

links geschrägt

rechtes Schräghaupt

linker Schrägfuss

zweimal rechts geschrägt

dreimal rechts geschrägt

Schräglinksbalken

Erhöhter Schräglinksbalken

Schrägrechtsleiste

halbrechts und gegengeschrägt

Spitze

durch gestürtzte Spitze gespalten

durch rechte Spitze geteilt

Deichsel

Göppel
Schildteilungen Beispiele 3

erniedrigte Spitze

durch einen Sparren geteilt

erniedrigter Sparren

zwei Sparren

durch Deichsel- und Gabelschnitt geteilt

Durch Göppelschnitt geteilt

Hauptdeichsel

schräg geviert

Winkelhaupt

Geständert

rechter oberer Ständer

große Raute

schräg gewürfelt

senkrecht gerautet

mit Spaltung schräglinks geweckt

Gespickelt

durch rechten Schnitt geteilt

Schuppenschnitt

Wolkenschnitt

Lindenschnitt rechts geschrägt

gestürzte linke Schnecke

eingebogene Spitze

Wellenbalken

Drei Wolfszähne

Bord
Beispiele in Kreuzform
Die SCHILDBILDER leiten sich nicht zwingend von Schildteilungen ab, sondern erlauben es durchaus auch Figuren, Phantasiebilder, Abbildung des Alltags und vieles mehr auf dem Schild anzubringen. Allerdings immer unter Berücksichtigung heraldischer Merkmale.
Hier einige Beispiele:
Hier einige Beispiele:

Kreuz

Gespaltenes Kreuz

Geteiltes Kreuz

Geviertes Kreuz

Geständertes Kreuz

Fazettiertes Kreuz

Gekerbtes Kreuz

Gemeines Kreuz

Petruskreuz

Geradarmiges Tatzenkreuz

Fadenkreuz

Knotenkreuz

Lothringerkreuz

Patriarchenkreuz

Wellenkreuz

Russisches Kreuz

Antoniuskreuz

Schächerkreuz

Kugelkreuz

Kolbenkreuz




















