
Forschungspreise des Landes Steiermark
A3 - Wissenschaft und Forschung

- Forschungspreis und Förderungspreis des Landes Steiermark - Ausschreibung 2010
- Erzherzog Johann-Forschungspreis des Landes Steiermark - Ausschreibung 2010
Forschungspreis des Landes Steiermark für Simulation und Modellierung - Ausschreibung 2010
Spezialforschungspreis für Nanowissenschaften und Nanotechnologie- Ihre Ansprechpartnerin
- Die Preisträger(innen) 2003
- Die Preisträger(innen) 2004
- Die Preisträger(innen) 2005
- Die Preisträger(innen) 2006
- Die Preisträger(innen) 2007
- Die PreisträgerInnen 2008
- Die PreisträgerInnen 2009
Forschungspreis und Förderungspreis des Landes Steiermark - Ausschreibung 2010
Um hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Forschung sichtbare Anerkennung zu verschaffen und sowohl anerkannte als auch junge steirische Wissenschafterinnen und Wissenschafter in verstärktem Maße zu wissenschaftlichen Leistungen anzuregen, werden der Forschungspreis sowie der Förderungspreis des Landes Steiermark verliehen.
Der Forschungspreis ist als Hauptpreis für eine anerkannte Wissenschafterin / einen anerkannten Wissenschafter sowie als Förderungspreis für eine junge Wissenschafterin / einen jungen Wissenschafter mit jeweils € 10.900,-- dotiert.
→ Die Forschungspreise und der Förderungspreis des Landes Steiermark 2010 werden zurzeit ausgeschrieben. Einreichungen sind bis einschließlich 8. April 2010 möglich.
→ Die Bewerbung um den Forschungspreis bzw. den Förderungspreis erfolgt auf elektronischem Wege. Das
ANTRAGSFORMULAR ist vollständig auszufüllen und an Frau Maria Ladler, maria.ladler@stmk.gv.at, zu senden.
→ Entnehmen Sie hier bitte den vollständigen Ausschreibungstext (auch veröffentlicht in: "Grazer Zeitung - Amtsblatt für die Steiermark"):
→ Bewerberinnen und Bewerber um den Forschungs- bzw. Förderungspreis des Landes Steiermark müssen die österreichische oder eine andere EU-Staatsbürgerschaft besitzen und im Land Steiermark geboren sein oder hier ihren ordentlichen Wohnsitz haben. Diesen sind Staatsbürgerinnen / Staatsbürger aus Staaten gleichgestellt, die Vertragsparteien des Übereinkommens zur Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sind, soweit es sich aus diesem Übereinkommen ergibt.
→ Für eine Diplomarbeit, Dissertation oder ein abgeschlossenes Lebenswerk wird kein Preis vergeben! Für Arbeiten, die bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurden und/oder zeitgleich bei einem anderen Bewerb eingereicht wurden, erfolgt ebenfalls keine Preiszuerkennung.
→ Zulässig ist jedoch die Wiedereinreichung einer Arbeit, die für einen der vergangenen steirischen Forschungspreise bereits eingereicht wurde und mit keinem Preis ausgezeichnet wurde.
Erzherzog Johann-Forschungspreis - Ausschreibung 2010
Der Preis wird seit 1959 anlässlich des damaligen Gedenkens an den 100. Todestag Erzherzogs Johann von Österreich von der Steiermärkischen Landesregierung als Anerkennung und Würdigung für Arbeiten verliehen, die auf dem Gebiet der Geistes- und/oder Naturwissenschaften zur besseren Erkenntnis und Erforschung des Landes Steiermarkes beitragen. Er ist mit € 10.900,-- dotiert und soll Wissenschafterinnen und Wissenschafter in verstärktem Maße zu wissenschaftlichen Leistungen anregen.
Der Erzherzog Johann-Forschungspreis des Landes Steiermark 2010 wird zurzeit ausgeschrieben. Einreichungen sind bis einschließlich 8. April 2010 möglich.
→ Die Bewerbung erfolgt auf elektronischem Wege. Das
ANTRAGSFORMULAR ist vollständig auszufüllen und an Frau Maria Ladler, maria.ladler@stmk.gv.at, zu senden.
→ Entnehmen Sie hier bitte den vollständigen Ausschreibungstext (auch veröffentlicht in: "Grazer Zeitung - Amtsblatt für die Steiermark"):
→ Bewerberinnen und Bewerber um den Forschungs- bzw. Förderungspreis des Landes Steiermark müssen die österreichische oder eine andere EU-Staatsbürgerschaft besitzen und im Land Steiermark geboren sein oder hier ihren ordentlichen Wohnsitz haben. Diesen sind Staatsbürgerinnen / Staatsbürger aus Staaten gleichgestellt, die Vertragsparteien des Übereinkommens zur Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sind, soweit es sich aus diesem Übereinkommen ergibt.
→ Für eine Diplomarbeit, Dissertation oder ein abgeschlossenes Lebenswerk wird kein Preis vergeben! Für Arbeiten, die bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurden und/oder zeitgleich bei einem anderen Bewerb eingereicht wurden, erfolgt ebenfalls keine Preiszuerkennung.
→ Zulässig ist jedoch die Wiedereinreichung einer Arbeit, die für einen der vergangenen steirischen Forschungspreise bereits eingereicht wurde und mit keinem Preis ausgezeichnet wurde.
Ansprachpartnerin - Referentin
Bei offenen Fragen steht Ihnen die zuständige Referentin, Frau Maria Ladler, jederzeit und gerne zur Verfügung.
- Maria LADLER
maria.ladler@stmk.gv.at
Tel.: 0316 / 877-2003
Fax: 0316 / 877-3998
Abteilung 3 - Wissenschaft und Forschung
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Trauttmansdorffgasse 2, 8010 Graz
Die Preisträger(innen) des Jahres 2003
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Forschungspreisträger des Landes Steiermark 2003:
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gerhard LITSCHER (Abteilung für Biomedizintechnische Forschung, Universität Graz)
für seine eingereichte Arbeit: „High-Tech Akupunktur® - Computergestützte Objektivierungstechniken der Akupunktur“
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Förderungspreisträger des Landes Steiermark 2003:
Univ.-Doz. Mag. Dr. Walter KURZ (Institut für Technische Geologie und Angewandte Mineralogie, Technische Universität Graz)
für seine eingereichte Arbeit „The exhumation of eclogite-facies metamorphic rocks – a review of models confronted with examples from the Alps”
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Erzherzog-Johann-Forschungspreisträger des Landes Steiermark 2003:
Franz MANDL
für seine eingereichte Arbeit „Almen im Herzen Österreichs“
Die Preisträger(innen) des Jahres 2004
- Forschungspreis 2004:
Univ.-Prof. DI Dr. Jakob WOISETSCHLÄGER (Institut für Thermische Turbomaschinen und Maschinendynamik, Technische Universität Graz)
für seine eingereichte Arbeit „Laser optical investigation of turbine wake flow. Stereoscopic particle image velocimetry in a transonic turbine stage. Influence of blade passing on the stator wake in a transonic turbine stage investigated by particle image velocimetry and laser vibrometry”
- Förderungspreis 2004:
Univ.-Prof. Dr. Marianne HILF (Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Karl-Franzens-Universität Graz
für ihre eingereichte Arbeit „Die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Unternehmen und Verbänden mit Rechtspersönlichkeit in Österreich”
- Erzherzog-Johann-Forschungspreis 2004:
Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Martin POLASCHEK (Institut für Österreichische Rechtsgeschichte und
Europäische Rechtsentwicklung, Karl-Franzens-Universität Graz)für seine eingereichte Arbeit „Im Namen der Republik Österreich! Die Volksgerichte in der Steiermark 1945 bis 1955“
Die Preisträger(innen) des Jahres 2005
- Forschungspreis 2005:
Dr. Robert ZIMMERMANN PhD. (Institut für Molekulare Biowissenschaften, Medizinische Universität Graz)
für seine eingereichte Arbeit „Fat Mobilization in Adipose Tissue Is Promoted by Adipose Triglyceride Lipase”
- Förderungspreis 2005:
Univ.-Doz. Dr. Peter FICKERT (Labor für experimentelle und molekulare Hepathologie, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Medizinische Universität Graz
für seine eingereichte Arbeit „Oncosis represents the main type of cell death in mouse models of cholestasis”
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Erzherzog-Johann-Forschungspreis 2005:
Mag. Dr. Bernd ZECHMANN (Institut für Pflanzenphysiologie, Karl-Franzens-Universität Graz)
für seine eingereichte Arbeit „Changes in the subcellular distribution of glutathione during virus infection in Cucurbita pepo (L)“
Die Preisträger(innen) des Jahres 2006
- Forschungspreis 2006:
Herr Univ.-Prof. Dr. Alfred WAGENHOFER (Institut für Controlling und Unternehmensführung, Karl-Franzens-Universität Graz)
für seine eingereichte Arbeit „Worldwide Financial Reporting - The Development and Future of Accounting Standards"
- Förderungspreis 2006:
Frau Univ.-Ass. Dipl.-Ing. Dr. Kristina SEFC (Institut für Zoologie, Karl-Franzens-Universität Graz) für ihre eingereichte Arbeit „Genetic continuity of brood-parasitic indigobird species”
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Erzherzog-Johann-Forschungspreis 2006:
Herr Univ.-Prof. Dr. Wernfried HOFMEISTER (Institut für Germanistik, Karl-Franzens-Universität Graz) für seine eingereichte Arbeit „Hugo von Montfort - Das poetische Werk“
Erfahren Sie HIER etwas mehr und gewinnen Sie nachträgliche Eindrücke von der festlichen Preisverleihung!
Die Preisträger(innen) des Jahres 2007 und ihre ausgezeichneten Arbeiten

- Forschungspreis 2007:
Frau Univ.-Prof. Dr. Irmtraud FISCHER (Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaften, Vizerektorin für Forschung und Weiterbildung, Karl-Franzens-Universität Graz) für die eingereichte Arbeit:
„Gotteslehrerinnen. Weise Frauen und Frau Weisheit im Alten Testament"
In der Öffentlichkeit gelten Religionen heute oft als letzter Hort eines konservativen Frauenbildes, das den gesellschaftspolitischen Bestrebungen um die Gleichbehandlung der Geschlechter entgegensteht. Irmtraud Fischer hat mit dem Buch "Gotteslehrerinnen" - zusammen mit den bereits ins Amerikanische übersetzten "Gottesstreiterinnen" und den "Gotteskünderinnen" - eine Trilogie vorgelegt, die derzeit ins Französische übersetzt wird. Sie zeigt in diesen auch für breitere Kreis lesbaren Büchern auf, dass das Alte Testament zwar einer patriarchalen Kultur entstammt, jedoch erstaunlich viele Geschichten über starke Frauen erzählt. In den „Gotteslehrerinnen" legt sie die Texte über weise und Rat gebende Frauen aus, die die Staatsgeschicke mitbestimmen oder wie Managerinnen eines großen Wirtschaftsbetriebes beschrieben werden. Sie zeigt auf, dass Frauen und Männer in der Vermittlung der offiziellen Glaubenstraditionen tätig sind. Fischer gewährt Einblicke in die Texte um „Frau Weisheit", die sie nicht als depotenzierte Göttin, sondern als potenzierte Weiblichkeit Gottes deutet. Mit einer Lektüre möglichst nahe am hebräischen Text leitet sie zu einer geschlechterfairen Öffnung des biblisches Gottesbild an. Die Grundtexte des Judentums wie des Christentums erweisen sich damit als wesentlich weniger auf Männer zentriert, als dies in der Wirkungsgeschichte oft angenommen wurde. Fischers Bibellektüre ist ein Inkulturationsversuch in eine Zeit und Gesellschaft, die Gendermainstreaming als Instrument für alle Entscheidungen im öffentlichen Bereich vorsieht.
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Förderungspreis 2007:
Univ.-Prof. DI Dr. Hansjörg ALBRECHER (Institut für Mathematik, Technische Universität Graz) für die eingereichte Arbeit:
"Ruin probabilities and aggregate claims distributions for shot noise Cox processes"
Die Forschungsarbeit beschäftigt sich mit dem Studium der Ruinwahrscheinlichkeit von Versicherungsportefeuilles. Wie kann eine Versicherungsgesellschaft überleben, also solvent bleiben, wenn sie auf Grund einer Naturkatastrophe plötzlich untypisch viele Schadenzahlungen zu leisten hat? Mit welcher Prämienstrategie wird Ruin mit welcher Wahrscheinlichkeit verhindert? Für ein Modell, in dem die Anzahl der Schadensfälle mit einem Shot-Noise Cox Prozess stochastisch modelliert wird, werden in dieser Arbeit klassische Resultate der Risikotheorie erweitert und das asymptotische Verhalten der Ruinwahrscheinlichkeit sowohl für exponentiell beschränkte Einzelschadensverteilungen wie auch für Großschäden bei endlichem und unendlichem Zeithorizont untersucht. Es stellt sich heraus, dass unter Verwendung zahlreicher analytischer und wahrscheinlichkeitstheoretischer Techniken explizite Ergebnisse für das asymptotische Verhalten von Ruinwahrscheinlichkeiten in diesem erweiterten Modell erzielt werden können, die eine vollständige Klassifikation erlauben. Weiters werden Gesamtschadensapproximationen hergeleitet. Schließlich werden die Resultate auf den Fall eines Portfolios verallgemeinert, in dem auf Grund zu geringer Schadenserfahrung die Prämien für neue Verträge immer am laufenden Schätzwert für die Schadensgrößen angepasst werden.
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Erzherzog-Johann-Forschungspreis 2007:
Frau Dr. Barbara KAISER für die eingereichte Arbeit
"Monographie Schloß Eggenberg"
Schloß Eggenberg ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk des frühen Barock.
Architektur und Ausstattung verbinden sich hier zu einer komplexen symbolischen Darstellung des Universums, das Weltgebäude eines gelehrten Staatsmanns.
Die neue Residenz des kaiserlichen Statthalters Hans Ulrich von Eggenberg war politische Architektur, anspruchsvolle Legitimation für die Herrschaft einer Familie. So ist das Haus als riesiges Gleichnis erbaut, in dem der Bauherr seine Utopie einer geordneten Welt in einer Epoche von Chaos und Auflösung formuliert.
Mittelpunkt dieses vielschichtigen Gedankengebäudes ist ein kostbares Ensemble historischer Interieurs : ein Gesamtkunstwerk mit einer beeindruckenden Fülle von Darstellungen aus der klassischen Mythologie, der antiken wie biblischen Historie, zugleich Panorama der Universalgeschichte wie Tugendspiegel im Geiste des Barock.
Für kurze Zeit begegnen einander hier Landesgeschichte und Weltgeschichte.
Der Band unternimmt erstmals den Versuch, diese komplexe Bildwelt zu erklären und das umfangreiche Wissen um Gebäude, Ausstattung und Gärten, deren Auftraggeber und Künstler zusammenzuführen und für den modernen Betrachter lesbar zu machen.
Er stellt damit einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung des frühneuzeitlichen Schlossbaus in Österreich dar, und tritt dem Umstand, dass Eggenberg im Kontext der österreichischen Kunstgeschichte immer noch nicht ausreichend und seiner Bedeutung gemäß gewürdigt wird, entgegen. Es ruft in Erinnerung, dass die Anfänge der genuin österreichischen Barockmalerei nicht in Salzburg und Wien, sondern mit dem Meisterwerk des Hofmalers Weissenkircher im Eggenberger Planetensaal zu finden ist.
Die Preisträgerin und die Preisträger 2008 und ihre ausgezeichneten Arbeiten

- Forschungspreis des Landes Steiermark 2008:
Univ.-Prof.in Mag.a DDr.in Claudia Ambrosch-Draxl (Lehrstuhl für Atomistic Modelling and Design of Materials, Montanuniversität Leoben) für die eingereichte Arbeit:
"Importance of Van Der Waals Interaction for Organic Molecule-Metal Junctions: Adsorption of Thiophene on Cu(110) as a Prototype"
Die hohe Flexibilität von organischen Molekülen ermöglicht organische Halbleiter mit völlig neuen und noch unerforschten Einsatzmöglichkeiten in der Optoelektronik. Doch dieser Vorteil kann nur dann gezielt genutzt werden, wenn ihre - im Vergleich zu ihren "anorganischen Kollegen" bedeutend höhere - Komplexität besser verstanden wird aufgrund von aufwändigen Berechnungen, die Geschick und Kreativität verlangen. Die vorliegende, in den hoch angesehenen Physical Review Letters veröffentlichte Publikation ist für die Funktion organischer Halbleiter von entscheidender Bedeutung, da sie wesentliche neue Erkenntnisse zum Verständnis der Wechselwirkungen an den Grenzflächen zwischen einem Metall und organischem Material liefert: In der Arbeit konnte gezeigt werden, dass die schwache van-der-Waals Kraft allein ausreichen kann, um organische Moleküle auf einer Metalloberfläche zu halten, zum Beispiel für die Bindung des organischen Moleküls Thiophen auf einer Kupferoberfläche. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass in diesem System keine Ladung zwischen den Atomen des organischen Moleküls und des Trägermaterials transferiert wird. Diese Ergebnisse der Grundlagenforschung auf atomarer Längenskala sind auch für die moderne Elektronik mit organischen Bauelementen eine wichtige Erkenntnis. Aufgrund ihrer Schwäche wurden van-der-Waals Kräfte in diversen Berechnungsmethoden der computerorientierten Materialphysik bisher nie berücksichtigt, was sich nun vermutlich ändern wird: Die neuen Daten erweitern nicht nur unser grundlegendes Verständnis für die Wechselwirkungen an Grenzflächen, sondern erfordern nebenbei auch die Neuberechnung zahlreicher publizierter Ergebnisse auf diesem Gebiet.
- Förderungspreis des Landes Steiermark 2008:
Privatdozent Dr. Christian Enzinger (Universitätsklink für Neurologie, Medizinische Universität Graz) für die eingereichte Arbeit:
"Functional MRI Correlates of Lower Limb Function in Stroke Victims With Gait Impairment"
Jährlich erleiden ungefähr 20.000 Österreicher einen Schlaganfall, das bedeutet ein Schlaganfall alle 6 Minuten. Schlaganfall gilt als Hauptursache bleibender Behinderung im Erwachsenenalter, wobei die Immobilität infolge von Beinlähmung ein besonderes Problem darstellt. Neueste Forschungserkenntnisse belegen, dass die Wiederherstellung von Funktionen nach Schädigungen des Gehirns zumindest teilweise auch durch Umlernvorgänge der Bewegungskontrolle erreicht werden kann. Forschern der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Graz um Christian Enzinger gelang in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford anhand der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) der Nachweis, dass die unversehrte Hemisphäre des Gehirns bei der Vermittlung der Bewegung eines infolge eines Schlaganfalls gelähmten Beins für die verletzte Seite des Gehirns bis zu einem gewissen Grad „einspringen" kann. Diese Ergebnisse belegen die Sinnhaftigkeit der Neurorehabilitation und ermutigen überdies zu intensiver Suche nach Möglichkeiten, derartige Prozesse in Zukunft gezielt mittels Trainings oder auch spezieller Medikamente zu fördern.
- Erzherzog-Johann Forschungspreis 2008:
Privatdozent Dr. Carlos Watzka (Institut für Soziologie, Karl-Franzens-Universität Graz) für die eingereichte Arbeit:
"Sozialstruktur und Suizid in Österreich. Ergebnisse einer epidemiologischen Studie für das Land Steiermark"
Die Studie von Carlos Watzka mit dem Titel „Sozialstruktur und Suizid in Österreich. Ergebnisse einer epidemiologischen Studie für das Land Steiermark" (erschienen im VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008) beschäftigt sich mit der Problematik der Selbsttötung, des so genannten „Selbstmords", und zwar unter dem speziellen Gesichtspunkt, dass im Land Steiermark seit Jahrzehnten kontinuierlich eine deutlich höhere Anzahl von Suiziden je bezogen auf die Einwohnerzahl, festzustellen ist, als in den meisten anderen österreichischen Bundesländern (nur in Kärnten ist die Lage ähnlich) - und dies, obwohl Österreich insgesamt im internationalen Vergleich eine sehr hohe Suizidrate aufweist. Daher wurde in der Untersuchung zunächst den kollektiven Ursachen für diese besondere Betroffenheit der Steiermark näher nachgegangen, mit dem Ergebnis, dass zum Teil ungünstige sozialstrukturelle Muster hierzulande dafür verantwortlich sind: Tendenziell töten sich Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau, weniger qualifizierter Berufstätigkeit und geringerem Einkommen häufiger als andere, wenn schwere persönliche Belastungen, wie seelische oder körperliche Erkrankungen oder auch Probleme in der Partnerschaft bzw. am Arbeitsplatz auftreten. Zudem sind aber auch die Betreuungsangebote im psychiatrisch-psychotherapeutisch-psychosozialen Bereich für Menschen in Krisensituationen in der Steiermark immer noch weniger dicht als in anderen Teilen Österreichs. In einem weiteren Teil der Studie wurde dann im Detail herausgearbeitet, wie häufig und in welchen Konstellationen bei den Menschen, die in der Steiermark in den Jahren 2000-2004 Suizid begangen haben, zuvor bestimmte Belastungsfaktoren aufgetreten sind. So ist nun ein genaueres Wissen über besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen vorhanden, was für künftige Verbesserungen der Suizidpräventionsmaßnahmen sehr nützlich sein kann.
Die PreisträgerInnen 2009 und ihre ausgezeichneten Arbeiten

© Foto: Wiesner
- Erzherzog Johann-Forschungspreis des Landes Steiermark 2009
Dr.in Karin Gradwohl-Schlacher
Forschungsstelle Österreichische Literatur im Nationalsozialismus
Universitätsarchiv der Karl-Franzens-Universität Graz
für die eingereichte Arbeit
"Literatur in Österreich 1938-1945. Handbuch eines literarischen Systems. Band 1: Steiermark" (Co-Autor: Uwe Baur).
Mit dem Band Steiermark beginnt die Edition einer flächendeckenden Bestandsaufnahme der Literatur in Österreich während des Nationalsozialismus. In einem neuen Typus eines Handbuchs werden Schriftstellerinnen/Schriftsteller und Institutionen (Vereine, Preise, Peridika und Anthologien, Verlage und Theater) vernetzt dargestellt. Das erste AutorInnen-Lexikon der Steiermark tritt damit dem harmonisierenden heimatlichen Selbstverständnis entgegen, ohne in aufgeregte polemische Darstellung zu verfallen. In seiner nüchternen Wiedergabe der Fakten versucht es, die Auseinandersetzung mit der langen, und für viele Jahre herrschenden deutsch-nationalen Tradition des Landes auf eine breit angelegte, wertende Kanonbildungen vermeidende, sachliche und differenzierte Ebene zu führen. (Band 2: Kärnten erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2010)
- Forschungspreis des Landes Steiermark 2009 - Hauptpreis
Univ.-Prof. Dr. Peter Macheroux
Institut für Biochemie
Technische Universität Graz
für die eingereichte Arbeit:
„Redox-regulated degradation of proteins by the quinone reductase - proteasome complex"
Als Stress bezeichnet man die auftretenden Alarmreaktionen, die bei über das normale Mass hinausgehender Belastung eines Organismus auftreten. Diese führen zu einer verbesserten Reaktionsbereitschaft und Widerstandskraft und dienen damit dem Überleben des Organismus. Gelingt es einem Organismus nicht sich an die aussergewöhnlichen Belastungen anzupassen kann dies zu unumkehrbaren Folgen führen, die sich in Form von schwerwiegenden Krankheiten, wie z. B. Tumorentstehung, manifestieren. Was aber passiert auf molekularer und zellulärer Ebene wenn ein Organismus sich an bestimmte Belastungen anpasst? Dieser Frage ist die Gruppe von Prof. Macheroux am Institut für Biochemie der TU Graz nachgegangen und entdeckte dabei das Zusammenspiel dreier Proteine, die gemeinsam agieren, um Schaden von der Zelle abzuwenden. Dieses Dreigestirn ist in der Lage bestimmte Stresssignale zu erkennen und eine gezielte Antwort einzuleiten, die im Wesentlichen in der Aktivierung bestimmter „Anti-Stressgene" besteht. Damit wurde ein weiterer Baustein der zellulären Stressantwort entdeckt und der Grundstein gelegt, diesen molekularen Schalter bei der Entstehung und Bekämpfung von Krankheiten näher unter die Lupe zu nehmen.
- Förderungspreis des Landes Steiermark 2009
Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Astrid Veronig
Institut für Physik
Institutsbereich für Geophysik, Astrophysik und Meteorologie (IGAM)
Karl-Franzens-Universität Graz
für die eingereichte Arbeit:
„X-ray diagnostics of energy release and transport in solar flare/CME events"
Die energiereichsten Ausbrüche in unserem Sonnensystem haben ihre Ursache in den starken Magnetfeldern von Sonnenflecken. Bei diesen Ausbrüchen von der Sonne kommt es zur Beschleunigung von Teilchen auf Bruchteile der Lichtgeschwindigkeit und zum Auswurf von magnetisierter Sonnenmaterie in den interplanetaren Raum mit Geschwindigkeiten von Millionen Kilometern pro Stunde. Sind diese Ausbrüche Richtung Erde gerichtet, so können sie beim Auftreffen Störungen des erdnahen „Weltraumwetters" hervorrufen. Dabei kann es unter anderem zu geomagnetischen Stürmen, Polarlichtern, Fehlern in der Elektronik und den Bahnen von Satelliten kommen. Aufgrund der zunehmenden Abhängigkeit unserer modernen Gesellschaft von satellitenbasierender Kommunikation und Technik, ist ein besseres Verständnis und Voraussagen des Weltraumwetters von hoher Relevanz. Dazu sind bessere Einsichten in die zugrunde liegenden physikalischen Prozesse auf der Sonne und die Kopplungsprozesse im interplanetaren Raum zwischen Sonne und Erde notwendig. Die vorgelegte Arbeit liefert Beiträge zu einem besseren Verständnis der explosiven Energiefreisetzung, des Energietransports, der Teilchenbeschleunigung und der Ausbreitung von solaren Massenauswürfen, basierend auf Beobachtungen der NASA- und ESA-Missionen RHESSI, SOHO und STEREO.


