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Ökologie

Anprechpartner

Mag. Helmut Ulf Jost © Privat
Mag. Helmut Ulf Jost
© Privat

Jost Helmut, Mag.
Oberbaurat

    EMail:helmut.jost@stmk.gv.at
    Telefon:+43 (316) 877-2840
    Mobil:+43 (676) 86662840
    Fax:+43 (316) 877-3183

 

Landwirtschaft kann nur im Einklang mit der Natur nachhaltig sein. Daher werden im Zuge von Flurbereinigungs- und Zusammenlegungsverfahren fehlende naturräumlich wirksame Elemente in der Natur neu angelegt und bestehende gesichert. Diese Elemente ("Ökoflächen") werden so im Raum angeordnet, dass sich ein funktionsfähiges Biotopverbundsystem ergibt.
Artenreiche Wiesen sind in den Niederungen selten geworden. Ökoflächen bieten neuen Lebensraum. © Ulf Jost
Artenreiche Wiesen sind in den Niederungen selten geworden. Ökoflächen bieten neuen Lebensraum.
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In enger Zusammenarbeit mit den Bauern und anderen Abteilungen des Landes, insbesondere der Fachabteilung 19C (Wasserbau), werden die Ökoflächen und die Grabensysteme so aufeinander abgestimmt, dass sich daraus positive wechselseitige Synergieeffekte ergeben. Gleichzeitig werden die neuen Grundstücke aus zusammenlegungstechnischer Sicht optimal konfiguriert. Um Konflikte zwischen Natur und Kultur gar nicht erst aufkommen zu lassen, wird an beiden Seiten jeder Ökofläche ein Wildkrautstreifen angelegt, der regelmäßig gemäht wird.

Eine Ökofläche mit einem Graben wird bepflanzt. 3m Wildkrautstreifen sind auf jeder Seite vorgelagert. © Ulf Jost
Eine Ökofläche mit einem Graben wird bepflanzt. 3m Wildkrautstreifen sind auf jeder Seite vorgelagert.
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Durch diese "Ökoflächen" werden die Agrarökosysteme auf natürliche Weise verbessert: Der Feuchtigkeitshaushalt wird ausgeglichener, Schädlings- Nützlingssysteme werden gefördert, das Kleinklima wird verbessert, das Bodenleben wird angereichert, neuer Lebensraum sowie Wanderstrecken für Tiere und Pflanzen enstehen und der Lebens- und Erholungsraum des Menschen wird entscheidend aufgewertet.
Totholz ersetzt in den Ökoflächen die in der heutigen "aufgeräumten" Landschaft zur Mangelware gewordenen abgestorbenen Bäume. Tausende Tierarten profitieren davon. © Ulf Jost
Totholz ersetzt in den Ökoflächen die in der heutigen "aufgeräumten" Landschaft zur Mangelware gewordenen abgestorbenen Bäume. Tausende Tierarten profitieren davon.
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Soweit es möglich ist, werden vorhandene Gehölzpflanzen, die vor dem Verfahren auf Grenzen standen und durch die Neuordnung der Grundstücke in den Äckern zu liegen kämen, mit großen Maschinen in die Ökoflächen transferiert, wo sie erfahrungsgemäß sehr gut weiterwachsen.
Je größer die Maschine, desto größer der Erfolg bei der Verpflanzung. © Ulf Jost
Je größer die Maschine, desto größer der Erfolg bei der Verpflanzung.
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Der größte Teil der Ökoflächen wird mit Baumschulmaterial aus den Landesforstgärten bepflanzt. Es werden nur heimische Arten und von diesen nur standortgerechte verwendet. Um das Landschaftsbild rasch aufzuwerten, werden große Einzelbäume an markanten Stellen gepflanzt.

Baumschulen bieten heute große und kräftige Einzelbäume an: Eine Stieleiche wird gepflanzt. © Ulf Jost
Baumschulen bieten heute große und kräftige Einzelbäume an: Eine Stieleiche wird gepflanzt.
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Das Angebot an Lebensraum soll in den Ökoflächen maximiert werden. Daher werden an geeigneten Stellen Tümpel und Weiher angelegt, um Amphibien und der Vielzahl an kleinen wasserlebenden Organismen neuen Lebensraum zurückzugeben, nachdem bei uns bisher über 97%  aller Kleingewässer vernichtet wurden.

 

Die Ökoflächen werden in der Regel den Gemeinden zur Betreuung übergeben. Die Wildkrautstreifen werden regelmäßig gemäht und die Hecken und Ufergehölze der Gräben in Abständen von mehreren Jahren abschnittsweise auf den Stock gesetzt.

Damit ergibt sich vor allem in den schon seit längerer Zeit ausgeräumten Tallagen, in denen intensiver Ackerbau betrieben wird, die Möglichkeit, über ein Flurbereinigungs- oder Zusammenlegungsverfahren den Naturraum und die Landschaft zu bereichern.

Das Wegkreuz hat nun wieder einen würdigen Rahmen aus drei Linden © Ulf Jost
Das Wegkreuz hat nun wieder einen würdigen Rahmen aus drei Linden
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Literatur zum Thema finden Sie rechts oben unter "weitere Beiträge".