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Steuervorteile für Familien

Familiengeld © Shutterstock
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Ab 2019 gilt der Familienbonus Plus als steuerliche Erleichterung für Familien.

Die Steuerlast wird direkt reduziert - um bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr.

1. Voraussetzungen und Höhe des Familienbonus Plus:

Der Familienbonus Plus ist ein steuerlicher Absetzbetrag für Kinder. Die eigene Einkommenssteuer reduziert sich um bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr. Nach dem 18. Geburtstag des Kindes steht ein Familienbonus Plus in Höhe von 500 Euro jährlich zu, sofern Familienbeihilfe bezogen wird.

Die Höhe des Familienbonus ergibt sich aus dem eigenen Einkommen. Ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von ca. 1.700 Euro kann der Familienbonus in maximaler Höhe (1.500 Euro) bezogen werden.

Grafik © APA/BMF
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2. Derzeitiger Kinderfreibetrag und steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr entfallen:

Der Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr werden durch den Familienbonus Plus ersetzt.

3. Inanspruchnahme des Familienbonus Plus:

Der Familienbonus Plus kann entweder über die Lohnverrechnung (also durch den/die ArbeitgeberIn) oder die Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung in Anspruch genommen werden.

Soll der Familienbonus Plus monatlich über die Lohnverrechnung berücksichtigt werden, muss dies beim Arbeitgeber beantragt werden. Dazu ist ab Dezember 2018 das Formular E 30 auszufüllen und beim Arbeitgeber abzugeben. Das aktuelle Formular ist auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen zu finden bzw. steht in den Finanzämtern zur Verfügung.

Im anderen Fall ist der Familienbonus Plus in der Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung mittels Beilage L1k zu beantragen. Der Familienbonus ist einmalig im Zuge der Veranlagung (erstmals im Jahr 2020 für das Jahr 2019) erhalten.

4. Aufteilung des Familienbonus Plus unter den (Ehe)PartnerInnen:

Bei (Ehe)PartnerInnen kann der Familienbonus aufgeteilt werden. Das heißt, eine Person kann entweder den vollen Familienbonus in Höhe von 1.500 Euro (bzw. 500 Euro) für das jeweilige Kind beziehen, oder der Betrag wird zwischen den (Ehe)PartnerInnen zu gleichen Teilen aufgeteilt (750/750 bzw. 250/250). 

Leben die Eltern getrennt, ist die Aufteilung 1.500 Euro/0 Euro oder 750 Euro/750 Euro möglich. Wenn sich die Eltern nicht einigen, erhalten beide die Hälfte (750 Euro).

Wenn einer der beiden getrenntlebenden Elternteile für den Großteil der Kinderbetreuungskosten aufkommt (mindestens 1.000 Euro/Jahr), gilt bis 2021 folgende Regelung: Jener Elternteil, der überwiegend die Kinderbetreuungskosten getragen hat, erhält den Familienbonus Plus in Höhe von 1.350 Euro. Der andere Elternteil erhält 150 Euro.

5. Aufteilung des Familienbonus Plus bei getrenntlebenden Eltern:

Der Familienbonus steht auch getrenntlebenden Eltern zu. Die familienbeihilfeberechtigte Person und die Person, die für das Kind Unterhalt zahlt, können den Bonus entweder jeweils alleine in Anspruch nehmen, oder der Bonus wird zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Bezahlt der unterhaltsverpflichtete Elternteil keinen bzw. zu wenig Unterhalt, steht diesem kein bzw. nur ein reduzierter Familienbonus zu. Der andere Elternteil hat dann einen Anspruch auf den vollen Familienbonus (bis zu 1.500 Euro) oder kann diesen mit einem neuen Partner/ einer neuen Partnerin aufteilen, um den Familienbonus Plus voll ausschöpfen zu können.

6. Familienbonus für Kinder im Ausland:

Der Familienbonus in der gesetzlich vorgesehenen Höhe steht Eltern von Kindern im Inland zu.
Für Kinder im EU/EWR-Raum bzw. der Schweiz wird der Familienbonus an die dortigen Lebenserhaltungskosten angepasst.
Für Kinder in Drittstaaten (außerhalb des EU/EWR-Raumes oder der Schweiz) gibt es keinen Familienbonus.
Dasselbe gilt für den AlleinerzieherInnenabsetzbetrag, den AlleinverdienerInnenabsetzbetrag und den Unterhaltsabsetzbetrag.

7. Familienbonus Plus für geringverdienende bzw. nicht steuerzahlende Eltern:

Der Familienbonus reduziert die Steuerlast der Eltern.

Die Steuerlast entfällt daher ganz, wenn sie niedriger ist als der Familienbonus.
Geringfügig Alleinerziehenden/Alleinverdienenden, die keine oder eine geringe Steuer von maximal 250 Euro pro Kind bezahlen, steht ein Kindermehrbetrag in Höhe von maximal 250 Euro pro Kind und Jahr zu. Der Kindermehrbetrag steht nicht zu, wenn mindestens 11 Monate (330 Tage) Arbeitslosengeld/Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen wird.
Da der Familienbonus eine Steuererleichterung ist, steht dieser Mindestsicherungsempfangenden und Arbeitslosen nicht zu.

8. Familienbonus Plus für Kinder mit Behinderung:

Die schon bestehenden Regelungen für Menschen mit Behinderung werden durch die Einführung des Familienbonus Plus nicht verändert. Eltern von Kindern mit Behinderung, für die Familienbeihilfe bezogen wird (unabhängig vom Alter der Kinder) steht künftig auch der entsprechende Familienbonus Plus zu.

Nachfolgend werden die bisher geltenden Steuervorteile für Familien angeführt.

Diese gelten weiterhin für den Steuerausgleich eines Einkommens, das vor 2019 erwirtschaftet wurde.

Seit 2009 sind Kinderbetreuungskosten bis zu einer Höhe von € 2.300,- pro Jahr und Kind im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar.

Das gilt für

  • Kinder bis zu 10 Jahren (Kinder mit Behinderung mit Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe bis zu 16 Jahren), für Kosten für
  • die Betreuung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen (Krabbelstuben, Kindergärten, Horten, aber auch Feriencamps)
  • oder für private Betreuung durch Honorierung einer "pädagogisch qualifizierten Betreuungsperson".
    Die Kinderbetreuungskosten müssen an eine Kinderbetreuungseinrichtung oder eine pädagogisch qualifizierte Betreuungsperson gezahlt werden.

Für die Geltendmachung im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung muss ein Nachweis der geleisteten Kinderbetreuungskosten sowie der entsprechenden pädagogischen Qualifikation vorliegen.

So kann auch die Betreuung eines Kindes z.B. durch seine Großeltern steuerlich absetzbar sein - Voraussetzung ist allerdings, dass Oma und Opa nicht im gemeinsamen Haushalt mit Eltern und Kind wohnen, dass sie die Ausbildung für die pädagogische Qualifikation vorweisen können und dass sie eine Honorarnote legen.

Seit 2011 sind Kosten für die Verpflegung, Bastelgeld sowie sämtliche Kosten für die Ferienbetreuung (z.B. Feriencamp) absetzbar, wenn sie an eine Kinderbetreuungseinrichtung oder eine pädagogisch qualifizierte Betreuungsperson gezahlt werden.

Auch Zusatzangebote von Kinderbetreuungseinrichtungen in der schulfreien Zeit, wie Turnangebote, Musikschule, Schwimmkurs oder Fremdsprachenkurse, die von einer pädagogisch qualifizierten Betreuungsperson erbracht werden, sind absetzbar.
Nicht abzugsfähig sind Schulgeld für Privatschulen, Schulskikurse, Projektwochen und Nachhilfestunden. Nicht abzugsfähig sind Schulgeld für Privatschulen, Schulskikurse, Projektwochen und Nachhilfestunden.

  

Voraussetzung für die Geltendmachung der Kinderbetreuungskosten:

Bis 2016 galt:

Für die Geltendmachung dieses Steuervorteils war es bis einschließlich 2016 ausreichend, dem Finanzamt die pädagogische Qualifikation durch Absolvierung einer Kinderbetreuungsausbildung wie z.B. sogenannte Babysitterkurse, Au-Pair-Schulungen, Elternbildungsseminare, Tagesmütter/-väter-Lehrgänge) im Mindestausmaß von 8 Stunden (für Personen zwischen 15 und 21 Jahren von 16 Stunden) nachweisen zu können.

Ab 2017 galt:

Eine pädagogische Qualifikation liegt nur dann vor, wenn entweder ein Lehrgang für Tageseltern nach den landesgesetzlichen Vorschriften oder eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin/zum Kindergartenpädagogen, zur Horterzieherin/zum Horterzieher, Früherzieherin/zum Früherzieher oder zur Sozialpädagogin/zum Sozialpädagogen oder ein pädagogisches Hochschulstudium abgeschlossen wurde.

Die Betreuungsperson muss volljährig sein und eine Ausbildung zur Kinderbetreuung und Kindererziehung im Mindestausmaß von 35 Stunden nachweisen. Die Ausbildung muss jedenfalls folgende Inhalte im notwendigen Mindestmaß umfassen:  Entwicklungspsychologie und Pädagogik, Kommunikation und Konfliktlösung, Erste Hilfe-Maßnahmen der Unfallverhütung im Rahmen der Kinderbetreuung.

Übergangsbestimmungen

Erfolgt eine Kinderbetreuung im Jahr 2017, ohne dass die betreuende Person über die erforderliche pädagogische Qualifikation verfügt, können die Kosten steuerlich abgesetzt werden, wenn die Ausbildung bis spätestens 31. Dezember 2017 nachgeholt wird.

Ab 2018 können die Kosten erst ab dem Zeitpunkt steuerlich berücksichtigt werden, ab dem die Betreuungsperson über die erforderliche Ausbildung verfügt.

Eine Liste der Anbieter/Anbieterinnen und Schulungsmaßnahmen und weitere Infos sind auf der Homepage des zuständigen Bundesministeriums unter Externe Verknüpfung www.bmfj.gv.at nachzulesen.

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