Einkommensstatistik 2010
Der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger (HVdSV) erstellt jährlich aus den Datenbeständen der Versicherungsdateien Einkommensstatistiken über die Verteilung der beitragspflichtigen Arbeitseinkommen. Erfasst werden die bei einem oder mehreren Dienstgebern beschäftigten Arbeiter und Angestellten sowie Vertragsbediensteten. Nicht einbezogen sind Lehrlinge und Beamte. Bei gleichzeitiger Beschäftigung bei mehreren Dienstgebern wird das Einkommen in der Person zusammengefasst.
Verteilung der beitragspflichtigen Monatseinkommen 2009 - 2010 in der Steiermark
Brutto-Medianeinkommen nach Wirtschaftsklassen 2010 in der Steiermark
Das Median-Einkommen ist das Einkommen jener Person, für die gilt, dass 50% der in der jeweiligen Statistik erfassten Personen mehr bzw. weniger als die jeweilige Zahl in Euro verdienen. Im Jahr 2010 stieg das monatliche Brutto-Medianeinkommen in der Steiermark von 2.145 Euro auf 2.164 Euro (+0,9%). Wobei der Anstieg bei den Frauen mit +1,4% höher ausfiel, als bei den Männern (+0,9%). Im Vergleich zum Bundesschnitt verdienen Männer im Jahr 2010 in der Steiermark um 1,3%, Frauen um 7,9% weniger.
Das höchste monatliche Brutto-Medianeinkommen im Jahr 2010 wird bei den Männern in der Wirtschaftsklasse „Energieversorgung" mit 3.960 Euro, vor der Wirtschaftsklasse „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen" mit 3.939 Euro erzielt. Das niedrigste Median-Einkommen erhalten Männer in der Wirtschaftsklasse „Private Haushalte" mit 1.209 Euro, vor der „Land- und Forstwirtschaft" mit 1.298 Euro.
Bei den Frauen wird das höchste monatliche Brutto-Medianeinkommen im Jahr 2010 in der Wirtschaftsklasse „Öffentliche Verwaltung" mit 2.261 Euro, vor der Wirtschaftsklasse „Energieversorgung" mit 2.168 Euro erzielt. Das niedrigste Median-Einkommen bekommen Frauen in der Wirtschaftsklasse „Private Haushalte" mit 1.061 Euro, vor der „Land- und Forstwirtschaft" mit 1.291 Euro.
Grafik: Brutto-Medianeinkommen nach Wirtschaftsklassen in der Steiermark 2010
Frauen erzielen in der Steiermark im Jahr 2010 ein um 37,2% geringeres Brutto-Medianeinkommen als Männer (Österreich 32,7%). Den höchsten Unterschied findet man in der Wirtschaftsklasse „Energieversorgung" (45,3%). Die Wirtschaftsklasse „Erziehung und Unterricht" ist der einzige Bereich in dem Frauen (1.412 Euro) ein höheres Medianeinkommen erzielen als Männer (1.395 Euro).
Dadurch, dass Einkommen, die über der Höchstbeitragsgrenze im Jahr 2010 von 4.110 € monatlich lagen, aus den Datenbeständen der Versicherungsdateien nicht in ihrer tatsächlichen Höhe erfasst werden (können), kann über das erzielte Durchschnittseinkommen (arithmetische Mittel) keine zuverlässige Aussage getroffen werden (ca. 7% der Fälle liegen in der Steiermark über der Höchstbeitragsgrenze inkl. Beamte, ohne Pensionisten). Eine Erklärung des beitragspflichtigen Monatseinkommens finden Sie
hier.
• Der
durchschnittliche Bruttojahresbezug einer unselbständig tätigen Person - egal ob Mann oder Frau - betrug im Jahr 2009 laut Lohnsteuerstatistik (unselbständiges Einkommen am Wohnort) in der Steiermark 26.574 € (+0,3% gg. 2008). Das entspricht einem Bruttobezug von vierzehnmal 1.898 €.
Durchschnittlich verdiente ein Mann ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit jährlich in der Steiermark 32.431 € (-0,5% zu 2008), das waren vierzehnmal 2.317 € brutto, und eine Frau ebenso ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit jährlich 19.758 € brutto (+2,4% zu 2008) bzw. vierzehnmal 1.411 €.
• Im
Bundesländervergleich liegt die Steiermark mit einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 26.574 € unter dem österreichischen Durchschnitt von 27.706 € an sechster Stelle. Die höchsten Einkommen werden in Wien mit 30.119 € und die niedrigsten in Tirol mit 24.932 € erwirtschaftet.
• Ein Mann, der ganzjährig in Vollzeit arbeitet und genau das steirische Durchschnittseinkommen dieser Kategorie verdient, würde monatlich zwölf Mal netto 1.900 € sowie einen 13. Bezug und 14. Bezug in der Höhe von netto etwas über 2.300 € ausbezahlt bekommen. Das ergäbe einen Jahresbezug von brutto 41.820 € bzw. netto 27.492 €.
• Eine Frau, die ganzjährig in Vollzeit arbeitet und genau das steirische Durchschnittseinkommen dieser Kategorie verdient, würde monatlich zwölf Mal netto 1.543 € sowie einen 13. Bezug in der Höhe von 1.797 € und einen 14. Bezug von 1.759 € erhalten. Das ergäbe einen Jahresbezug von brutto 31.593 € bzw. netto 22.077 €.
• Die höchsten Bruttojahreseinkommen am Wohnort wurden innerhalb der Steiermark in den Bezirken Graz-Umgebung (29.639 €) und Graz Stadt (28.586 €) erzielt. Danach folgen die Industriebezirke Leoben, Mürzzuschlag, Bruck an der Mur und Knittelfeld. Das niedrigste Einkommen am Wohnort weist Feldbach (23.808 €) auf, knapp gefolgt von Murau (23.913 €) und Hartberg (24.087 €).
• In 6 von 17 steirischen Bezirken gab es im Jahr 2009 einen Rückgang im Bruttoeinkommen, der sicher mit dem verstärkten Auftreten von Kurzarbeit, verursacht durch die Wirtschaftskrise, in Zusammenhang steht.
• Bei den Männern gab es in der Steiermark, wie oben erwähnt, einen durchschnittlichen Rückgang von -0,5% im Bruttoeinkommen gegenüber 2008, bei den Frauen hingegen einen Anstieg von 2,4%. Dies liegt daran, dass besonders Branchen mit einem hohen Männeranteil (Produktionssektor) von der Kurzarbeit betroffen waren.
• Im Nettoeinkommen hingegen gab es - aufgrund der Steuerreform 2009 - einen durch-schnittlichen Anstieg um 2,4% gegenüber 2008 (Männer: 1,7%; Frauen: 4,4%). Nur in den Bezirken Bruck an der Mur und Voitsberg kam es zu einem geringfügigen Rückgang von 0,1% im Nettoeinkommen der Männer.
• In der Steiermark verdienten lt. Lohnsteuerstatistik 2009 70% der unselbständig beschäftigten Frauen unter 25.000 € brutto im Jahr, bei den Männern waren es 39%. Ein Jahres-Bruttoeinkommen von 70.000 € und mehr konnten 6,8% der Männer, aber nur 1,4% der Frauen für sich verbuchen.
• Die
geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz wird in der einschlägigen Literatur als "Gender Pay Gap" bezeichnet. Um Lohnlücken richtig errechnen zu können, müssten die erbrachten Arbeitsstunden bekannt sein. Mit der Lohnsteuerstatistik ist zumindest eine Trennung in Voll- und Teilzeit und die Berechnung eines unbereinigten Gender Pay Gap (ohne Berücksichtigung von Branche, Dauer der Firmenzugehörigkeit und Stellung im Beruf) möglich: In Vollzeit verdienen steirische Frauen netto um 22% weniger als steirische Männer, in Teilzeit netto um nur 2% weniger als Männer.
• In Radkersburg verdienen Frauen netto um 15% weniger als Männer in der Kategorie „Vollzeit u. ganzjährig beschäftigt". Die höchsten geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es auch in dieser Kategorie in Mürzzuschlag mit netto 26%, gefolgt von Leoben (25%).
• Die Bruttoeinkommen der Arbeitnehmer/innen sind in den 6 NUTS-3-Regionen der Steiermark relativ gleichmäßig verteilt, nur in Graz etwas ungleicher. Dies dürfte auf die höhere Akademikerquote und damit höhere Spitzeneinkommen zurückzuführen sein.
• Das verfügbare Einkommen betrug in der Steiermark 2008 23,5 Mrd. € (das waren 14% des österreichischen). Es stieg damit von 1995 bis 2008 um 53,3% (in Österreich um 52,8%). Die Preissteigerung (VPI 86) von 1995 bis 2008 betrug 26,8%. Die Einkommen sind also auch real deutlich gestiegen.
• Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark 2008 mit 19.400 € verfügbarem Haushaltseinkommen pro Kopf vor Kärnten (19.000 €) an vorletzter Stelle. Die höchsten Haushaltseinkommen pro Kopf weisen Niederösterreich (20.700 €) und Wien (20.600 €) aus. Langfristig sind die Einkommensunterschiede aber geringer geworden.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Publikation
Regionale Einkommensstatistiken unselbständig Beschäftigter 2009
• Das
Brutto-Medianeinkommen (Daten des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger) betrug für die Steiermark 2009 2.145 € monatlich (Jahreszwölftel; Männer 2.546 €, Frauen 1.593 €) bzw. jährlich 25.740 €. Damit lag die Steiermark unter dem österreichischen Durchschnitt von 2.197 € monatlich bzw. 26.364 € jährlich, aber an der guten vierten Stelle im Bundesländervergleich.
• Der
Einkommensunterschied lag in den obersteirischen Industriegebieten erheblich über dem landesweiten Durchschnitt. So war das Brutto-Medianeinkommen der Männer in Mürzzuschlag mehr als doppelt so hoch (+106%) wie das der Frauen. Die Einkommensvorteile der Männer waren ferner in den Bezirken Bruck/Mur (+83%) sowie Leoben und Judenburg (+77%) besonders augenfällig. Die geringsten absoluten Einkommensunterschiede gab es 2009 im Bezirk Radkersburg (674 €), gefolgt von Liezen und Feldbach mit unter 800 €. Der steirische Schnitt lag bei knapp 950 € (Österreich: 850 €).
Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Publikation
Regionale Einkommensstatistiken unselbständig Beschäftigter 2009.






