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Studienexkursion der oststeirischen Europaschutzgebietsbetreuer nach Montenegro (Crna Gora)

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Ende Juni bot sich die Gelegenheit gemeinsam mit meinen Kollegen aus dem südoststeirischen Hügelland und dem unteren Murtal (Mag. Bernard Wieser und Mag. Hans Pfeiler) eine fünftägige Reise nach Montenegro zu unternehmen. Über einen slowenischen Mittelsmann erhielten wir die Genehmigung zur Besichtigung der Salinen bei Ulicinj an der montenegrinisch-albanischen Grenze, deren Betritt im Normalfall verboten ist. Bei dem 15 km² großen, streng geschützten Flachwasserbereich handelt es sich um einen der bedeutendsten Rast- und Brutplätze der europäischen Vogelwelt. Dies war Anlass genug eines sonntäglichen Morgens die Autofahrt dorthin anzutreten, die kaum 16 Stunden später in der malerischen Altstadt von Ulicinj ihr vorläufiges Ende fand, da wir im dortigen Schlosshotel unsere Unterkunft gebucht hatten.
Erstes Ziel vor Ort war dann die besagte Saline. Trotz eher trüben Wetters (Montenegro hielt für uns immer wieder Überraschungen parat, weswegen wir auf Wind und Regenschutz leider nicht immer verzichten konnten) sahen wir zahlreiche seltene Vogelarten wie Rosa Pelikan, Wald-Wasserläufer, Kappen-Ammer, Triel, Sichler oder Brach-Seeschwalbe. Für die, auch in der Steiermark (Stainz bei Straden) vorkommende, Blauracke stellt die Ulicinjer Saline eines der allerletzten Vorkommen des Vogels am Balkan dar. Als nächstes steuerten wir den Nationalpark Lovcen an. Es handelt sich dabei um ein bis 1750 m hohes Gebirgsmassiv unweit des zentralen Küstenbereichs von Montenegro. Der Lovcen ist der „heilige" Berg für die Bevölkerung Montenegros auf dessen Gipfelregion bereits seit der Antike Kultstätten zur Huldigung diverser Götter errichtet wurden. Eine Idee, der sich auch das Titoregime nicht verschloss und ebendort ein Mausoleum errichten ließ, dass über zahlreiche Stufen und einen etwa 250 m langen Tunnel erreichbar ist, was für uns den Vorteil hatte, dass wir die artenreichen Blaugrasrasen des Gipfelbereichs mühelos erreichen und untersuchen konnten. Die Anfahrt zum Gipfel ist über eine mautpflichtige aber landschaftlich reizvolle Bergstraße möglich und führt durch Eichen- und Buchenwälder sowie Ginsterheiden bis knapp unterhalb des Gipfels, der weitgehend wald- und strauchfrei ist. Ein weiteres Ziel stellte das Nordwestufer der Skutarisees, ebenfalls Nationalpark, dar. Das Wasser des ca. 520 km² großen Stillgewässers (größte See des Balkan) staut sich mehrere Kilometer in die zubringenden Schluchten zurück, weshalb sich auf den Wasserflächen in den Schluchten sowie entlang eines breiten Randes des Sees ausgedehnte Seerosenbestände entwickeln konnten. Gemeinsam mit zahlreichen Bergkuppen ergibt dies ein grandioses Landschaftspanorama. Ebenso nahmen wir nördlich Ulicinj einen der größten Olivenhaine des Balkans unter die Lupe, dessen Baumbestand ca. 300 Jahre alt und von knorrigem Wuchs ist. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen mehrstündigen Zwischenstopp im Nationalpark Krka (Höhe Sibenik, nördlich Split) und ließen uns von den zahllosen Wasserfällen, Kaskaden und Travertinbecken beeindrucken.
Wer einen möglichen Sommerurlaub nach Montenegro plant, dem sei dies jedenfalls uneingeschränkt empfohlen, wobei sich die Zentren des Tourismus an den Küsten befinden (z. B. Kotor, Bar oder Ulicinj), aber gerade des Hinterland Montenegros eine besonders imposante Landschaft bietet. So soll auch das Gebirgsmassiv des Durmitor mit einem der letzten Urwälder Europas oder die bis über 1300 m tief eingeschnittene Schluchtstrecke der Tara nicht unerwähnt bleiben. Viele Menschen sprechen deutsch oder englisch, das offizielle Zahlungsmittel ist der Euro, die Straßen sind in einem einigermaßen guten Zustand (wenngleich man Autobahnen oder Schnellstraßen vergebens sucht), das Preisniveau ist günstiger als in Österreich oder Kroatien und das Essen ist auch zumindest gleich schmackhaft wie das Unsrige.

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