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Kinderbetreuungsgeld, Papamonat und MEHR

Allgemeine Infos zum Kinderbetreuungsgeld


Das Kinderbetreuungsgeld (KBG, umgangssprachlich auch Karenzgeld genannt) ist eine finanzielle Leistung für Mütter und Väter zur Betreuung ihres Kleinkindes. Es kann entweder als pauschales Kinderbetreuungsgeld-Konto (KBG-Konto) oder als einkommensabhängige KBG bezogen werden.

Voraussetzungen für den Erhalt von KBG sind Anspruch auf Familienbeihilfe für das Kind, gemeinsamer Haushalt mit dem Kind, Lebensmittelpunkt in Österreich, die Durchführung von 10 Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sowie die Einhaltung der Zuverdienstgrenze pro Kalenderjahr. Nicht-ÖsterreicherInnen müssen sich zusätzlich rechtmäßig in Österreich aufhalten. 

Das pauschale KBG bzw. KBG-Konto erhalten Eltern unabhängig von einer vor der Geburt des Kindes ausgeübten Erwerbstätigkeit. Für das einkommensabhängige KBG muss zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen, vor der Geburt eine Berufstätigkeit ausgeübt worden sein.

Das KBG gebührt ausschließlich auf Antrag, es gibt keine Verbindung zum Einreichen der Elternkarenz. Zuständig ist jener Krankenversicherungsträger, bei dem Wochengeld bezogen wurde bzw. bei dem die Mutter bzw. der Vater versichert ist.

Wird im Anschluss an einen Wochengeldbezug noch ein Resturlaub verbraucht, sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden, ab welchem Tag ein Bezug der Leistungen sinnvoll ist, damit es nicht zu einer Überschreitung der Zuverdienstgrenze kommt.

Das pauschale KBG-Konto


Für Geburten seit März 2017 gibt es ein flexibles KBG-Konto anstelle der früheren 4 Pauschalvarianten, Eltern können die gewünschte Anspruchsdauer des Bezuges selber festlegen.

Die Bezugsdauer des KBG-Kontos kann von mindestens 365 bis zu maximal 851 Tagen (= rund 12 bis 28 Monate) ab der Geburt des Kindes für einen Elternteil bzw. von mindestens 456 bis maximal 1.063 Tagen (= rund 15 bis 35 Monate) bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile flexibel gewählt werden.

Der Gesamtbetrag ist für alle gleich, der Tagesbetrag bzw. monatliche Betrag ist jedoch abhängig von der gewählten Dauer. Bei der kürzesten Variante beträgt das KBG rund € 1.000,-- monatlich (€ 33,88 täglich), bei der längsten Variante rund € 435,-- monatlich (€ 14,53 täglich). Je länger man bezieht, desto geringer ist der Monatsbetrag, die genaue Höhe ergibt sich aus der individuell gewählten Leistungsdauer.

Von der jeweils gewählten Gesamtanspruchsdauer pro Kind sind 20 % dem zweiten Elternteil vorbehalten, bei der kürzesten Variante sind das 91 Tage.

Mit der Festlegung der Bezugsdauer wählt man automatisch auch den Betrag, die Wahl bindet auch den anderen Elternteil! Unter bestimmten Bedingungen ist ein einmaliger Wechsel möglich.

Mehr Informationen finden Sie beim Externe Verknüpfung KBG-Online-Rechner für Geburten seit 1. März 2017.


Erhöhung bei Mehrlingsgeburten (gilt nur beim KBG-Konto!)


Für jedes 2. bzw. weitere Mehrlingskind erhöht sich der gewählte Tagesbetrag um 50 %.

Einkommensabhängiges KBG


Die Höhe des KBG beträgt bei der einkommensabhängigen Leistung 80 % des letzten Nettoeinkommens, höchstens jedoch monatlich € 2.000,--. Weitere Voraussetzung ist, dass vor der Geburt mindestens 6 Monate eine kranken- und pensionsrechtliche Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde. Es kann 12 Monate von einem Elternteil bezogen werden, eine Verlängerung bis längstens zum 14. Lebensmonat des Kindes ist möglich, wenn der 2. Elternteil 2 Monate KBG bezieht.

Abwechseln zwischen Elternteilen


Die Eltern können sich beim Bezug des KBG zweimal abwechseln, sodass maximal 3 Blöcke möglich sind, wobei ein Block mindestens 2 Monate dauern muss. Seit März 2017 ist es möglich, dass beim ersten Wechsel beide Elternteile ein Monat lang gleichzeitig das KBG beziehen. Die Gesamtanspruchsdauer verkürzt sich dann um diese Zeit.

Längere Bezugsdauer für Alleinerziehende in Härtefällen


In bestimmten Härtefällen ist für Alleinerziehende beim KBG-Konto eine Verlängerung des Bezugs bis zu 3 Monaten, über das höchstmögliche Ausmaß, das einen Elternteil ohne Wechsel zusteht, möglich.

ACHTUNG:


Kündigungsschutz hängt von der Inanspruchnahme einer Elternkarenz oder Elternteilzeit und nicht vom Bezug des KBG ab!

Partnerschaftsbonus


Eltern erhalten auf Antrag beim zuständigen Krankenversicherungsträger zusätzlich € 1.000,- Partnerschaftsbonus, wenn sie die Betreuung annähernd gleich aufteilen (50:50 bis 60:40). 

Papamonat für alle Väter UND MEHR

Das Väter-Karenzgesetz - VKG regelt in § 1a den Papamonat. Rechtlich ist der Papamonat ein Anspruch auf Freistellung anlässlich der Geburt eines Kindes

Bisher hatten Väter, die im öffentlichen Dienst tätig sind oder deren Kollektivvertrag dies vorsah, einen Anspruch auf den Papamonat. Alle anderen erwerbstätigen Väter konnten den Papamonat nur im Einvernehmen mit dem/der Arbeitgeber/in in Anspruch nehmen. Seit September 2019 gibt es nun einen Rechtsanspruch auf den Papamonat für alle erwerbstätigen Väter in Österreich.

Er kann für Kinder mit errechnetem Geburtstermin ab dem 1. Dezember 2019 in Anspruch genommen werden. Für Geburten zwischen September und Dezember 2019 gilt eine Sonderregelung.

Der Rechtsanspruch auf den Papamonat bedeutet rechtlich eine unentgeltliche Dienstfreistellung von der Arbeit für die Dauer von 1 Monat.

Vorankündigungsfrist:

Der Papamonat muss frühestens 3 Monate vor dem errechneten Geburtstermin angekündigt werden. Nach der Geburt ist der/die Arbeitgeber/in unverzüglich über die Geburt zu informieren und binnen einer Woche muss der tatsächliche Antrittszeitpunkt der Freistellung bekannt gegeben werden.

Der Vater kann den Papa­monat für die Dauer von einem Monat im Zeitraum nach der Geburt bis zum Ende des Beschäftigungsverbotes der Mutter in Anspruch nehmen. Väter haben einen Kündigungs- und Entlassungsschutz, der mit der Vorankündigung beginnt, frühestens aber 4 Monate vor dem errechneten Geburtstermin. Er endet 4 Wochen nach der Beendigung des Papamonats.

Familienzeitbonus
Seit 2017 können Väter einen Papamonat - laut Gesetz die sogenannte „Familienzeit" - nehmen: Erwerbstätige Väter, die sich anlässlich der Geburt ihres Kindes ein Monat lang ausschließlich der Familie widmen wollen und dafür die Erwerbstätigkeit unterbrechen, erhalten einen Bonus in Höhe von rund € 700,- und sind in dieser Zeit kranken- und pensionsversichert.

Voraussetzungen für den Familienzeitbonus sind, dass der Vater 6 Monate vor Bezugsbeginn durchgehend eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, sich unmittelbar nach der Geburt seiner Familie widmet und die Erwerbstätigkeit (im Einvernehmen mit dem/der ArbeitgeberIn) unterbricht.

Die Familie muss im gemeinsamen Haushalt leben und Familienbeihilfe für das Kind beziehen. Der Lebensmittelpunkt muss in Österreich sein und Nicht-Österreicher müssen sich zusätzlich rechtmäßig in Österreich aufhalten.

ACHTUNG: Der Papamonat und der Familienzeitbonus sind rechtlich zwei unterschiedliche Ansprüche und decken sich zeitlich nicht ganz: Der Papamonat dauert ein Monat während des Beschäftigungsverbots der Mutter, der Familienzeitbonus kann zwischen 28 und 31 Tagen innerhalb eines Zeitraumes von 91 Tagen ab der Geburt bezogen werden. Der Bezug muss ununterbrochen erfolgen. Die Bezugsdauer kann nicht verlängert, verkürzt, aufgeteilt, vorzeitig beendet etc. werden und muss sich exakt mit dem Papamonat decken.

Der Familienzeitbonus ist bei dem Krankenversicherungsträger zu beantragen, bei dem der Vater vor Antritt der Familienzeit versichert war.

ACHTUNG: Nimmt der Vater später Väterkarenz in Anspruch und bezieht Kinderbetreuungsgeld, so wird der ausbezahlte Familienzeitbonus vom Kinderbetreuungsgeld wieder abgerechnet.

Zuverdienstgrenzen


Während des Bezugs des pauschalen KBG-Kontos gilt eine individuelle Zuverdienstgrenze von 60 % der Letzteinkünfte aus dem Kalenderjahr vor Geburt des jüngsten Kindes, mindestens jedoch rund € 16.200,--.
Für die Ermittlung der individuellen Zuverdienstgrenze wird der Steuerbescheid aus dem Jahr vor der Geburt des Kindes ohne KBG-Bezug herangezogen wird, beschränkt auf das drittvorangegangene Jahr.

Das einkommensabhängige KBG versteht sich als Einkommensersatz. Bei dieser Variante ist ein Zuverdienst nur in Höhe der Geringfügigkeit erlaubt bzw. bis zu einem Jahreseinkommen von € 6.800,--. Für das Jahr 2020 wurde die Zuverdienstgrenze auf € 7.300 erhöht.

Die genaue Berechnung der Zuverdienstgrenze ist schwierig, denn für die Errechnung der Zuverdienstgrenze genügt es nicht, die Einkommen und Einkünfte einer Person zu summieren, sondern es ist eine spezielle, komplizierte Berechnungsmethode im Kinderbetreuungsgeldgesetz festgelegt (vgl. § 8 KBGG).
Wenn die jährliche Zuverdienstgrenze überschritten wird, muss jener Betrag zurückgezahlt werden, um den sie überschritten wurde. Es besteht jedoch die Möglichkeit, auf das KBG im Vorhinein zu verzichten. Das hat den Vorteil, dass die Einkünfte im Verzichtszeitraum bei der Berechnung des jährlichen Zuverdienstes außer Betracht bleiben.

Zuverdienstgrenze - Was sind „Einkünfte"?

Einkünfte aus ...

  • nichtselbstständiger Arbeit,

  • Gewerbearbeit, 

  • selbstständiger Arbeit,

  • Land- und Forstwirtschaft

NICHT als Einkünfte zählen z.B. Alimente, Familienbeihilfe.

Die Zuverdienstgrenzen gelten jeweils nur für denjenigen Elternteil, der gerade KBG bezieht. Das Einkommen des Partners/der Partnerin ist für den Bezug von KBG unerheblich. Nur wenn zusätzlich eine Beihilfe zum KBG beansprucht werden möchte, ist das Einkommen des Partners/der Partnerin zu berücksichtigen.

Nähere Infos zur Berechnung des Zuverdienstes finden Sie beim Externe Verknüpfung KBG-Online-Rechner zum Zuverdienst.

Kündigungsschutz


Unabhängig von der gewählten KBG-Variante endet der arbeitsrechtliche Karenzanspruch und Kündigungsschutz mit dem 2. Geburtstag des Kindes. Denn Elternkarenz und KBG haben in gesetzlicher Hinsicht nur bedingt miteinander zu tun.

Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld


Für einkommensschwache Eltern gibt es eine Beihilfe zum KBG-Konto in der Höhe von monatlich € 180,--. Voraussetzung dafür ist, dass das Jahreseinkommen des beziehenden Elternteils unter € 6.800,--, ab dem Jahr 2020 unter € 7.300,--,  liegt. Dieser Grenzbetrag entspricht bei nur unselbstständigen Einkünften etwa der Geringfügigkeitsgrenze. Die Zuverdienstgrenze für den/die Partner/in beträgt € 16.200,-- im Jahr.

Die Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld kann maximal 1 Jahr zusätzlich zum KBG-Konto bezogen werden und ist beim Krankenversicherungsträger zu beantragen, von dem das KBG bezogen wird.

Detailfragen und Antworten zum KBG und Wochengeld


Habe ich Anspruch auf Wochengeld, wenn ich noch in Karenz mit dem ersten Kind bin und erneut schwanger werde? Und wie hoch ist das Wochengeld für das zweite Kind?

Wenn Sie während des Bezugs von KBG schwanger werden und der Mutterschutz noch in der Elternkarenz beginnt, erhalten Sie kein Wochengeld.

Generell erhalten nur Frauen Wochengeld, die vor der Geburt des Kindes gearbeitet haben. Anspruch auf Wochengeld für das zweite Kind haben Sie nur dann, wenn Sie bereits beim ersten Kind Wochengeld bekommen haben und ein direkter Übergang vom KBG-Bezug für das erste Kind zum Mutterschutz für das zweite Kind vorliegt. In diesem Fall erhalten Sie Wochengeld für das zweite Kind in der Höhe des KBG für das erste Kind.

Was ist die Günstigkeitsrechnung beim einkommensabhängigen KBG?

Grundsätzlich errechnet sich das einkommensabhängige KBG vom Wochengeld. Die Höhe beträgt 80 % des Wochengeldes. Zusätzlich führt der Sozialversicherungsträger eine sogenannte Günstigkeitsrechnung durch, soweit ein Steuerbescheid vorliegt. Relevant ist dabei der Einkommensteuerbescheid des letzten Kalenderjahres vor der Geburt des Kindes. Die bisher gültige 3-Jahres-Regel wurde ohne Übergangsfrist abgeschafft. Es erfolgt kein Rückgriff mehr auf ein früheres Kalenderjahr, auch wenn im vergangenen Kalenderjahr KBG für ein älteres Kind bezogen wurde.

Ich habe beim ersten Kind einkommensabhängiges KBG bezogen und bin wieder schwanger. Habe ich für das zweite Kind auch Anspruch auf das einkommensabhängige KBG?

Grundsätzliche Voraussetzung für das einkommensabhängigen KBG ist, dass mindestens 6 Monate vor der Geburt eine kranken- und pensionsversicherungsrechtliche Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde. Dieser Erwerbstätigkeit ist eine zuvor liegende Elternkarenz gleichgestellt, wenn vor der Geburt des ersten Kindes 6 Monate kranken- und pensionsversichert gearbeitet wurde. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf das einkommensabhängige KBG.

Das Problem besteht jedoch darin, dass sich die Höhe am Wochengeld bemisst. Wenn zwischen der Karenz des ersten und der Geburt des zweiten Kindes nicht bzw. nur kurz mit geringem Einkommen gearbeitet wurde, rechnet sich das einkommensabhängige KBG nicht. Hier ist zum KBG-Konto zu raten.

Weitere Informationen

Sie erhalten diese bei Ihrem Sozialversicherungsträger bzw. auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie und Jugend unter Externe Verknüpfung www.bmfj.gv.at sowie unter der kostenlosen Infoline Kinderbetreuungsgeld 0800 / 240 014 von Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr.

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