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Wohnunterstützung - Antrag

Allgemeine Informationen

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Durch die Einführung der Wohnunterstützung ist gewährleistet, dass vor allem Familien und Einzelpersonen mit niedrigen Einkommen bestmöglich unterstützt werden.

Voraussetzungen

Grundvoraussetzungen:

  • Wohnunterstützung kann nur bei Mietwohnungen gewährt werden (nicht Eigentumswohnungen!)
  • Kein Anspruch bei
    • MieterInnen, die selbst (Mit)EigentümerInnen der Liegenschaft sind
    • MieterInnen, die in einem Naheverhältnis zum/zur VermieterIn der Wohnung stehen, haben auch keinen Anspruch.

Die Wohnunterstützung darf unter der Voraussetzung, dass die Volljährigkeit im Sinne der österreichischen Rechtsordnung bis auf begründete Ausnahmefälle vorliegt, gewährt werden:

  • Österreichische StaatsbürgerInnen,
  • Personen, die österreichischen StaatsbürgerInnen gleichgestellt sind. Das sind:
    • EU- bzw. EWR-BürgerInnen;
    • Personen, die die österreichische Staatsbürgerschaft nach dem 6. März 1933 verloren haben und auswandern mussten, inzwischen jedoch wieder in Österreich leben;
    • Personen, deren Flüchtlingseigenschaft behördlich festgestellt ist und die zum Aufenthalt in Österreich ständig berechtigt sind.
  • MieterInnen ohne österreichische Staatsbürgerschaft, die sich seit mindestens fünf Jahren ständig in Österreich aufhalten und über eine arbeitsmarktbehördliche Genehmigung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz oder über einen Aufenthaltstitel, der unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt gewährt, verfügen.
  • MieterInnen ohne österreichische Staatsbürgerschaft, die nach einer Berufstätigkeit in Österreich einen Ruhegenuss beziehen.

Fristen

Die Förderung wird gewährt:

  • ab dem 1. des Monats der Antragstellung, wenn zu diesem Zeitpunkt bereits ein aufrechtes Mietverhältnis besteht und die vollständigen Unterlagen des Förderungsansuchens bis spätestens am 15. des laufenden Monats (Werktag) eingelangt sind
  • in allen anderen Fällen mit dem der Vorlage der vollständigen Unterlagen des Förderungsansuchens folgende Monatsersten

Als Bezieherin bzw. Bezieher von Wohnbeihilfe sind Sie verpflichtet, sämtliche Tatsachen, die eine Änderung der Höhe der Wohnunterstützung oder den Verlust des Anspruchs zur Folge haben können, innerhalb eines Monats nach deren Bekanntwerden der zuständigen Stelle zu melden.

Dazu zählen vor allem:

  • Aufgabe der Wohnung (z.B. Auflösung des Mietvertrags)
  • Änderung der Anzahl der in der Wohnung lebenden Personen
  • jede Änderung des Einkommens

Zuständige Stelle

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Referat Beihilfen und Sozialservice

Verfahrensablauf

Der erste Antrag auf Wohnunterstützung muss gemeinsam mit den erforderlichen Unterlagen an die zuständige Stelle übermittelt werden.

  • Bei Wohngemeinschaften ist der Wohnunterstützungsantrag von allen Mitbewohnerinnen bzw. Mitbewohnern zu unterschreiben und zur Kenntnis zu nehmen.
  • Müssen Unterlagen nachgereicht werden ist immer die angeführte Geschäftszahl der Wohnunterstützung bekannt zu geben.

Die Bewilligung der Wohnunterstützung erfolgt höchstens für ein Jahr.

Beim Auslaufen der Wohnbeihilfe kann ein Antrag auf Weitergewährung der Wohnunterstützung gestellt werden. Bei aufrechter Wohnunterstützung wird Ihnen automatisch das entsprechende Formular zugeschickt.

Bitte beachten Sie:
Die Wohnunterstützung wird nicht gewährt bzw. wird eingestellt, wenn ein Mietrückstand vorliegt!

Zu Unrecht empfangene Wohnunterstützung muss zurückgezahlt werden.

Unwahre Angaben können einen strafbaren Tatbestand bilden.

Erforderliche Unterlagen

  • Einkommensnachweise (von allen im Haushalt lebenden Personen):
    • bei unselbstständig Erwerbstätigen oder Pensionisten: Lohnzettel (L16) für das vergangene volle Kalenderjahr oder eine Arbeitnehmerveranlagung; (auch nicht-österreichische Einkünfte und Pensionen)

    • bei Personen, die zur Einkommenssteuer veranlagt werden: die letzten drei Einkommensteuerbescheide

    • bei Kindern ab dem vollendeten 15. Lebensjahr: eine Schulbesuchs- oder Inskriptionsbestätigung bzw. die relevanten Einkommensnachweise

    • bei Bezug steuerfreier Einkünfte sind folgende Bestätigungen vorzulegen:

      • Leistungsbezug vom AMS (wie z.B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, etc.),

      • mögliches zusätzliches Einkommen oder Einkommen aus geringfügiger Beschäftigung,

      • Sozialhilfebescheid, Mindestsicherungsbescheid, etc.

    • bei geschiedenen Personen: gerichtliche Vergleichsausfertigung

    • bei getrennt lebenden Personen: Nachweis über die gerichtlich oder vertraglich festgesetzten Unterhaltsleistungen für geschiedene Ehegattinnen bzw. Ehegatten, die von der nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Person an die Förderungswerberin bzw. den Förderungswerber zu erbringen sind

    • bei Studenten: Inskriptionsbestätigung und Studienbeihilfenbescheid (bei regelmäßigem Einkommen Lohnzettel/Honorarnoten)

    • Nachweis über den Bezug von Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld

    • Bescheid über den Bezug der Bedarfsorientierten Mindestsicherung

    • Familienbeihilfenbescheid

    • Bei Aufnahme jeder weiteren Erwerbstätigkeit im laufenden Kalenderjahr von allen im Haushalt lebenden Personen: Lohnzettel mit Datum des Arbeitsbeginns

  • Hauptmietvertrag mit Vergebührungsvermerk (unter der Steuernummer 999/4009)

  • Mieteinzahlungsbelege der letzten 12 Monate bzw. ab Mietbeginn (Bei Barzahlung Bestätigung der Vermieterin/des Vermieters)

  • Staatsbürgerschaftsnachweis, bei Nicht-EWR-BürgerInnen eine Kopie des gültigen Reisepasses oder Konventionspasses bzw. der Aufenthaltsgenehmigung/Beschäftigungsbewilligung

  • Meldebestätigung (Hauptwohnsitz) aus dem Zentralen Melderegister von allen in der Wohnung lebenden Personen, bei Nicht-EWR-Bürgern die Meldebestätigung(en) über den ständigen Aufenthalt während der letzten fünf Jahre in Österreich

  • Kopie eines möglichen Mietzinsbescheides vom zuständigen Finanzamt oder Gemeinde bzw. bei Präsenz- und Zivildienern einen Bescheid über die Wohnkostenbeihilfe vom Heeresgebührenamt bzw. vom zuständigen Magistrat

  • Vermögensnachweise (z.B. Kontoauszüge, Sparbücher, Bausparvertrag, Lebensversicherung, Wertpapiere), Typenscheine und Zulassungsscheine sämtlicher KFZ, Grundbuchsauszug aller Liegenschaften/Immobilien

  • Bescheid über den Grad der Behinderung (wenn vorhanden)

  • Bestätigung über den Bezug von erhöhter Familienbeihilfe (wenn vorhanden)

Dem Antrag sind die erforderlichen Unterlagen in Kopie beizulegen!

Kosten

Die Antragstellung ist kostenlos.

Zusätzliche Informationen

Rechtsgrundlagen

  • Steiermärkisches Wohnunterstützungsgesetz
  • Wohnunterstützungsverordnung

Erledigungsdauer

Die Erledigung erfolgt innerhalb von drei Monaten nachdem der Antrag bei der zuständigen Stelle eingelangt ist.

Vermögen

Bevor eine Wohnunterstützung gewährt werden kann, muss das eigene Vermögen bis auf EUR 10.000,- aufgebraucht werden.

Vom Verbrauch ausgenommen sind:

  • Gegenstände, die zur Erwerbsübung oder Befriedigung angemessener gesitiger und kultureller Bedürfnisse erforderlich sind
  • Kraftfahrzeuge, die berufsbedingt oder auf Grund besonderer Umstände (insbesondere wegen einer Behinderung oder unzureichender Infrastruktur) benötigt werden
  • Angemessener Hausrat


Berechnungsbeispiele

Mit dem Wohnunterstützungsrechner können Sie bereits vorab Ihre Wohnunterstützung ermitteln.



Studierende

Sind die FörderungswerberInnen Studierende, gilt als Haushaltseinkommen ihr eigenes Einkommen und das Einkommen der ihnen gegenüber unterhaltsverpflichteten Personen (Eltern) unabhängig davon, ob diese mit ihnen im gemeinsamen Haushalt leben. Diese Regelung wird angewendet, wenn Studierende über ein Jahreseinkommen von weniger als EUR 7.903,80 verfügen.



Einkommensberechnung

Als Haushaltseinkommen gilt die Summe der Einkommen der Förderungswerberin bzw. des Förderungswerbers und der mit ihr/ihm im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen. Als monatliches " Einkommen" gilt grundsätzlich 1/12 des Jahresnettoeinkommens laut Lohnzettel für das letzte Kalenderjahr (inkl. Urlaubs- u. Weihnachtsgeld) bzw. letztem Einkommensteuerbescheid.

Einkünfte von Minderjährigen, die im elterlichen Haushalt leben sowie vertraglich oder gerichtlich festgesetzte Unterhaltsleistungen zählen als Einkommen und werden hinzugerechnet.

Als Bemessungsgrundlage gilt das Haushaltseinkommen geteilt durch die Summe der folgenden Werte:

  • Haushalt: 0,5
  • je volljähriger Person: 0,5
  • je minderjähriger Person: 0,3
  • je Person 
    • für die erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird: 0,8
    • die einen Behindertenpass gemäß § 40 Bundesbehindertengesetz vorweisen kann: 0,8.


Höhe der Wohnunterstützung

Sofern der Hauptmietzins nicht niedriger ist als in der nachstehenden Tabelle angeführt, beträgt die Wohnunterstützung maximal:

 

Personen Wohnunterstützung (in Euro)
1 EUR 143,00
2 EUR 178,75
3 EUR 193,05
4 EUR 207,35
5 EUR 214,50
6 EUR 221,65
7 EUR 222,80
ab 8 EUR 235,95

Von der maximalen Wohnunterstützung wird gestaffelt nach dem errechneten Haushaltseinkommen (siehe Punkt "Einkommensberechnung") ein Prozentsatz ermittelt. Der ermittelte Prozentsatz der höchstmöglichen Beihilfe wird als Wohnunterstützung gewährt und monatlich zur Auszahlung gebracht.



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