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Die Robinie

Robinie 
Robinie

Die gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia, auch falsche Akazie, Scheinakazie, Silberregen oder Kugelakazie genannt) ist ein Baum aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Sie enthält in ihrer Rinde giftige Toxalbumine, die v.a. Kinder gefährden können, da die Rinde süßlich riecht und Kinder eventuell dazu verleitet, darauf herumzukauen. Gleiches gilt für die Samen, wobei eine Dosis von 4 Samen für ein Kind ausreicht, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Dazu gehören u.a. Schwindel, Erbrechen, Durchfall.

Erscheinungsbild

Blatt 
Blatt
Nebenblattdornen 
Nebenblattdornen
Blütenstand 
Blütenstand
Frucht 
Frucht

Die Robinie erreicht teilweise eine Höhe von über 30 Metern und besitzt eine lockere Krone. Die Rinde ist graubraun mit tiefen Furchen.

 

 

An den Zweigen, v.a. an jungen Trieben, sitzen paarige Nebenblattdornen, die Blätter selbst sind unpaarig gefiedert und werden bis zu 20 Zentimeter lang.

 

 

 

Die Blüten sind in hängenden Trauben angeordnet, sind weiß und duften sehr stark. Blütezeitbeginn ist im Mai oder Juni.

 

 

Die Frucht ist eine im Reifezustand 5 - 8 Zentimeter lange, braune Hülse.

Wuchsbedingungen

Robinia pseudoacacia ist in der Lage sehr vielfältige Standorte zu besiedeln, sie wächst sowohl auf sehr trockenen als auch auf feuchten Böden, auf nährstoffarmen genauso wie auf nährstoffreichen. Gemieden werden nur staunasse, stark verdichtete Böden. Allein die Keimlinge benötigen für ihre Etablierung sehr viel Licht, allerdings hat sie mittels vegetativer Vermehrung (über Wurzelausläufer) trotzdem die Möglichkeit, in schattigere Gebiete vorzudringen. Da sich in ihren Wurzeln luftstickstoffbindende Bakterien ansiedeln, ist sie sogar in der Lage, das Nährstoffniveau des sie umgebenden Bodens anzuheben, wodurch sie besonders Magerstandorte nachhaltig gefährden und verändern kann. Auch vom Menschen veränderte Flächen wie Brachen oder Straßenränder besiedelt die Robinie gerne. In Gewässernähe wird der von der Robinie angereicherte Stickstoff ausgewachsen und kann zu einer Überdüngung des Gewässers führen. Zu besonders starker Ausbreitung kommt es in klimatisch begünstigten Gebieten mit hohen Wärmesummen während der Vegetationsperiode. Dort ist durchaus mit noch zunehmender Besiedlung durch die Robinie zu rechnen.

Einbringungswege

Die Robinie ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet, in den Appalachen und einigen Gebieten westlich des Mississippi. Dort kommt sie in Höhen bis zu 1500 Metern vor. Nach Europa eingeführt wurde sie bereits im 17. Jahrhundert, anfangs v.a. allem als Zierpflanze in Gärten gesetzt. Später erlangte sie eine immer größere forstwirtschaftliche Bedeutung, besonders zur Holzproduktion auf trockenen Standorten, auch erfreute sie sich zunehmender Beliebtheit als Bienenweide. Heute wird sie in großen Teilen Mitteleuropas forstwirtschaftlich angebaut. Dies ist an sich nicht zu verurteilen, da das Holz dank seiner Eigenschaften geeignet ist, um Tropenholz zu ersetzen. Selbst verfügt die Robinie nicht über die Fähigkeit zur Fernausbreitung, d.h. die heutigen Probleme mit dieser Art sind allein auf die Ausbreitung durch den Menschen zurückzuführen.

Bekämpfungsmaßnahmen

Ringelung 
Ringelung
Ältere Robinien lassen sich effektiv durch Ringeln der Rinde schwächen. Hierbei wird die Rinde im Sommer des 1. Jahres in einem breiten Band rund um den Stamm entfernt, nur ein schmaler Steg bleibt stehen. Dieser kann dann im nächsten Jahr entfernt werden. Zwei Jahre nach der Ringelung kann der Baum schließlich gefällt werden, da durch diese Maßnahme der Saftstrom unterbrochen, der Baum entscheidend geschwächt und ein langsames Absterben eingeleitet wurde. Beim einfachen Abfällen ohne diese vorherigen Maßnahmen ist ein starker Austrieb der Wurzelausläufer zu beobachten, der so vermieden werden kann. Selbst wenn die Robinie erfolgreich von einem Standort verdrängt werden kann, so bleibt doch das Biotop auf Grund der Stickstoffanreicherung im Boden entschieden verändert zurück. Daher erscheint eine Bekämpfung v.a. dort sinnvoll, wo sich Robinienbestände in der Nähe gefährdeter Biotoptypen befinden und eventuell auf diese übergreifen könnten.
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