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Natura 2000

Was ist Natura 2000?

Österreich hat sich mit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft auch zur Umsetzung der im Bereich Naturschutz geltenden Richtlinien verpflichtet. Rechtliche Grundlagen zur Erhaltung und Förderung von Lebensräumen und Arten auf dem Territorium der Europäischen Union sind in erster Linie die im Jahre 1992 erlassene "Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen" (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie = RICHTLINIE 92/43/EWG des Rates) sowie die im Jahre 1979 erlassene "Richtlinie über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten" (Vogelschutz-Richtlinie = RICHTLINIE 79/409/EWG des Rates, ersetzt durch die RICHTLINIE 2009/147/ EG des Europäischen Parlaments und des Rates).


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Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie)

Die bedeutendste Rechtsgrundlage im Hinblick auf die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt innerhalb der Europäischen Union bildet die FFH-Richtlinie. Diese Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräumen, die von gemeinschaftlichem Interesse sind. Lebensräume und Arten von gemeinschaftlichem Interesse, für die besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen, sind im Anhang I (Natürliche und halbnatürliche Lebensräume) sowie im Anhang II (Tier und Pflanzenarten) der FFH-Richtlinie aufgelistet.
Das Hauptziel der Richtlinie ist die Errichtung eines europaweiten Schutzgebietsnetzes "Natura 2000", wodurch natürliche Lebensräume in Europa langfristig gesichert werden sollen.

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie: Externe Verknüpfung Richtlinie 92/43/EWG


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Die Vogelschutzrichtlinie

Ziel der Vogelschutz-Richtlinie ist der langfristige Schutz und die Erhaltung der Lebensräume aller wild lebenden Vogelarten. Erreicht werden soll dieses Ziel u.a. durch Einrichtung von besonderen Schutzgebieten. Diese Schutzgebiete sind von allen Mitgliedsstaaten für besonders stark gefährdete Arten des Anhangs I der Vogelschutz-Richtlinie und der nicht in Anhang I aufgelisteten Zugvogelarten einzurichten. Die ausgewiesenen Gebiete werden in das von den Mitgliedsstaaten gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesene Schutzgebietsnetz Natura 2000 integriert.

Vogelschutz-Richtlinie: Externe Verknüpfung Richtlinie 2009/147/EG


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Umsetzung und Errichtung des Netzwerkes Natura 2000

Die Schaffung und Verwirklichung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 wird von der Europäischen Kommission und den jeweiligen Mitgliedsstaaten in mehreren Phasen durchgeführt.

Phase 1 beinhaltet die Vorbereitung bzw. die Erstellung der nationalen Gebietslisten. In diesem Rahmen werden von den Mitgliedsstaaten die Lebensräume und Arten von gemeinschaftlichem Interesse auf nationaler Ebene einer wissenschaftlichen Bewertung und Erfassung unterzogen. Die anhand dieser Grundlagen ermittelten wichtigsten Gebiete werden der Europäischen Kommission als nationale Liste übermittelt.

Phase 2 sieht die Ermittlung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vor. In Kooperation mit der Europäischen Umweltagentur werden jene Gebiete festgelegt die das Netzwerk ergeben sollen.

In Phase 3 werden jene Gebiete denen gemeinschaftliche Bedeutung zuerkannt wurde auf nationaler Ebene als besondere Schutzgebiete ausgewiesen. Für diese Gebiete sind Bewirtschaftungs- und Schutzmaßnahmen vorzusehen.

Grundsätzlich ist der Prozess für die Ausweisung von Natura 2000-Gebieten abgeschlossen. Im Zuge eines Vertragsverletzungsverfahrens hat die Europäische Kommission Österreich - und damit auch die Steiermark - angehalten weitere Gebiete auszuweisen. Siehe dazu das eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren.

Im Gegensatz zur Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie werden Gebiete die im Rahmen der Vogelschutz-Richtlinie ausgewiesen wurden, nicht in mehreren Phasen sondern nur in einer Etappe als besondere Schutzgebiete ausgewiesen und direkt in das Natura 2000 Netzwerk aufgenommen.


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