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Natura 2000 - Zirbitzkogel



GEBIETSBESCHREIBUNG

Vogelschutzgebiet

mittlere Seehöhe: 2010 m
Fläche: 2310 ha

Die Seetaler Alpen erheben sich mit breiten Rücken, Kuppen und Hochflächen als Mittelgebirge; nur die höchsten Gipfel sind von Karen zugeschärft.

Streusiedlungen auf den Hängen und geschlossenen Dörfer in den Tälern kennzeichnen das vorwiegend bäuerliche Gebiet.

Die Mittelgebirge der Zentralalpen verwittern in der Felsregion zu grobem Blockwerk; in tieferen Lagen haben sich grusig-lehmige Böden gebildet. Die undurchlässigen Gesteine begünstigen die Entwicklung eines dichten Gewässernetzes und eine starke Zertalung. Schroffe Gipfelformen, Kare mit Seen und weite Karplatten sowie tiefe, mehrfache gestufte Trogtäler kennzeichnen die ehemals vergletscherten Gruppen.

Es herrschen kristaline Schiefer, Gneise und Granite vor. Die Gesteine der Seetaler Alpen sind sehr alte, vorwiegend sedimentäre Gesteine. Das Gebiet ist reich an Quellen, Bächen und Karseen und umfaßt alpine Region mit ausgedehnten Almen.
Das Gebiet stellt durch seinen Wechsel an unterschiedlich genutzten Landschaftsteilen eine sehr abwechslungsreiche alpine Kulturlandschaft dar.

Geologie/Geomorphologie:

Schiefergneise bilden das Ausgangsgestein, stellenweise kommen Amphibolite vor.
Der Zirbitzkogel bildet einen Ausschnitt der in Nord-Südrichtung verlaufenden Seetaler Alpen. Das Naturschutzgebiet liegt zum Großteil im Bereich der ausgedehnten Almflächen oberhalb der Waldgrenze. Die sanft geneigten Hänge machen den Zirbitzkogel zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Erschließung des Gebietes für den Tourismus ist auch offenkundig. Darüber hinaus erfolgt auch eine intensive forstliche Nutzung mit einem gut ausgebauten und dichten Wegnetz, sowie Almwirtschaft. Die Beweidung der Flächen ist auch eine der Voraussetzungen für das Auftreten des Mornellregenpfeifers, der kurzrasige, ausgedehnte Almflächen benötigt.

Charakteristisch für das Gebiet sind die langgestreckten, offenen Rücken mit den zum Großteil flach abfallenden Hängen, deren Pflanzendecke von alpinen Rasen, vorwiegend Krummseggenrasen (Curvuleten), bestimmt wird. An trockeneren, windexponierten Flächen werden die Krummseggenrasen durch Spalierheiden mit der Gemsheide (Loiseleuria procumbens) und ihrer typischen Flechtenbegleit-vegetation abgelöst. Die unteren Bereiche werden von subalpinen Fichtenwäldern, die den Höhenstufen folgend in aufgelockerte Fichten-Lärchenbestände mit verschiedenen Zwergsträuchern im Unterwuchs übergehen, bestanden. Die Ostabhänge bilden teilweise steiler abfallende Hänge mit typischen Geröllfluren.

Schierlingssilge (Conioselinum tataricum) - große Seltenheit!
Dreispaltiges Labkraut (Galium trifidum) - einziger Standort Österreichs

Tierökologische Bedeutung:

Die Unterschutzstellung des Gebietes geht auf das Vorkommen des Mornellregenpfeifers zurück. HABLE (mündlich) gibt für das Jahr 1989 nur drei Brutpaare an. Diese Anzahl bedeutet einen Rückgang dieses seltenen Vogels. Zur Brutzeit wird der Mornellregenpfeifer vom WWF bewacht. Neben dem Mornellregenpfeifer kommen noch Schneehühner und Steinadler vor, die letzteren suchen das Gebiet jedoch nur zur Nahrungssuche auf.

Weitere Besonderheit:

Lepidoptera (Schmetterlinge):
Endemit Elophos zirbitzensis, Kennvorkommen des Endemiten Erebia claudina.


Gemeinden im Natura 2000-Gebiet:

Mühlen, Neumarkt in der Steiermark, Obdach

 

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