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Fischotter

Fischotterberatung und Maßnahmen zur Schadenvorbeugung bei künstlich angelegten Stillgewässern mit Fischbesatz

Die Fischotterpopulation verzeichnete im 20. Jahrhundert einen starken Rückgang und so waren die Otter in fast ganz Österreich weitgehend verschwunden. Erst der europaweite Schutz des Fischotters nach Anhang II der FFH-Richtlinie gab dem Fischotter die Möglichkeit, sich auch in der Steiermark wieder auszubreiten. Der Bestand dürfte bei knapp unter 500 erwachsenen und halbwüchsigen Individuen liegen. Mit ein Grund für die gute Ausbreitung der Fischotterbestände sind unter anderem die intensiv bewirtschafteten Fischteiche und ein teilweise intensiver Besatz mit adulten Fischen in Fließgewässern. Dies hat zur Folge, dass dem Fischotter in vielen Fällen übermäßig viel Nahrung zur Verfügung steht. Das dynamische Gleichgewicht zwischen Räuber und Beute wird im Falle des Fischotters unter anderem durch die „künstlichen" Nahrungsquellen gestört. Damit geht auch die Rückkopplung verloren, dass bei sinkenden Fischbeständen auch der Fischotter im Bestand abnimmt. Mit häufigem bzw. hohem Besatz steigt die Fischotterdichte auch bis zu einem artspezifischen Grenzwert. In einem Gebiet mit Fischteichen wird die Otterdichte in aller Regel höher sein als in einem Gebiet ohne Teiche - aber auch in Gebieten mit Teichen wächst der Otter nicht grenzenlos.
Fischer und Teichbesitzer sind über diese Entwicklung besorgt, da die Fischotter als Jäger natürlich Schäden in den Fischbeständen verursachen. Die Bejagung des Fischotters ist gesetzlich aufgrund seines Schutzes nicht erlaubt und daher ausgeschlossen. Umso wichtiger ist die Beratung durch einen Fachmann, der den Betroffenen im Konflikt Fischotter-Teichwirt-Angler zur Seite steht und beratend einwirkt. Er fungiert als Anlaufstelle für alle Beteiligten und informiert über die Biologie und Ökologie des Fischotters, über eine effektive Absicherung von Teichen und über eine risikoarme Bewirtschaftung an Fließgewässern.
Abwehrmaßnahmen gegen den Fischotter an künstlichen Stillgewässern werden daher dazu beitragen, den Otterbestand im Land auf einem dem Angebot an Fischen in Fließgewässern entsprechenden Niveau zu halten. Um diese Begrenzung des künstlichen Nahrungsangebotes möglichst gut zu erreichen, steht diese Förderung jedem Besitzer bzw. Pächter eines künstlich angelegten Stillgewässers mit Fischbesatz offen; es können also sowohl gewerbliche Fischzuchten, Angelteiche als auch Hobbyteiche etc. in den Genuss der Förderung gelangen.

 

Zur Umsetzung von Managementmaßnahmen wird daher ein Fischotterberater installiert, welcher mit folgenden Aufgaben betraut ist:

  • Beratung der Fließgewässerbewirtschafter bezüglich einer optimalen, risikoarmen Bewirtschaftung (Art, Zeitpunkt, Menge des Besatzes sowie alternative Maßnahmen)
  • Beratung der Teichwirte bezüglich Fischotterabwehrmaßnahmen
  • Beratung der Teichwirte betreffend schadensminimierender Bewirtschaftung der Teiche in Hinblick auf den Fischotter (Art, Alter und Menge des Fischbesatzes; Förderung von Puffernahrung)

Kontaktaufnahme zum Fischotterberater:
DI Dr. Andreas Kranz
Tel: 0664/2522017
E-Mail: andreas.kranz@aon.at

Förderung von Fischotterabwehrmaßnahmen an künstlichen Stillgewässern mit Fischbesatz:

  1. Was wird gefördert:
    Gegenstand der Förderung ist das Errichten und Instandhalten von Fischotterabwehranlagen (z.B. Zäune, Fischotterbarrieregitter im Wasser, Verbesserung bestehender Abwehrsysteme..) an künstlichen Stillgewässern ab einer Uferlänge von 40 m.
  2. Förderrahmen:
    Die Förderung beträgt pro Uferlaufmeter € 2,50, wobei ein Höchstbetrag von € 1.200 pro Anlage gezahlt werden kann. Bei Fixeinzäunungen mit Maschendraht wird ein zusätzlicher Zuschlag von € 200 gewährt.

    Bei allen anderen Abwehrmaßnahmen (wie z.B. die Installierung eines Baustahlgitters im Teich) sind die Materialkosten bis zu einem Maximalbetrag von € 1.200,-- einreichbar.
  3. Wie kann eine Förderung beantragt werden:
    1. Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail mit dem Fischotter-Berater
    2. Lokalaugenschein gemeinsam mit dem Fischotterberater und einvernehmliche Festlegung der zur Förderung beantragten Abwehrmaßnahme
    3. Ausfüllen und Unterfertigen des Förderantrages durch den Antragsteller, gemeinsam mit dem Fischotterberater
    4. Antragstellung: Übermittlung des Antragsformulars an die Abteilung 13, Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Referat Naturschutz)
    5. Förderzusage durch die Abteilung 13, Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Referat Naturschutz)
    6. Errichtung/Optimierung der Abwehrmaßnahme
    7. Rechnungslegung der Materialkosten an die Abteilung 13, Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Referat Naturschutz)
    8. Kontrolle der durchgeführten Maßnahme durch den Fischotterberater
    9. Auszahlung des Förderbetrages
       
  4. FRISTEN: 
    1. Frist der Antragstellung ist der 15.09.2017 (Poststempel oder Eingangsdatum E-Mail)
    2. Frist für die Ausbezahlung ist der 30.11.2017. Nach Ablauf dieser Frist verfällt die festgesetzte Fördersumme und ein neuer Antrag für das darauffolgende Jahr ist unter Beiziehung des Fischotterberaters zu beantragen. Dadurch verliert die Förderzusage für das Jahr 2017 seine Wirksamkeit.

Ein Anspruch auf Förderung besteht erst dann, wenn eine schriftliche Verständigung durch das Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 13 übermittelt wird.


Externe Verknüpfung Ansuchen um Förderung einer Fischotterabwehrmaßnahme
Externe Verknüpfung Fischotter in der Steiermark

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