Willkommen beim Sondernewsletter der Pädagogischen Qualitätsentwicklung 01/2022!

Die Grafik einer Taube mit einem Zweig im Schnäbelchen. Gemeinhin als Friedenstaube bekannt.

Das Kriegsgeschehen in der Ukraine und das damit verbundene menschliche Leid ist derzeit ein vorherrschendes Thema - sowohl in den Medien, als auch in vielen privaten Gesprächen.

Ängste, Unsicherheiten und Betroffenheit werden vielerorts zum Ausdruck gebracht. Deshalb ist es auch möglich, dass das Thema Krieg bzw. damit verbunden Ängste und notwendige Bewältigungsstrategien auch Einzug in Ihre Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung halten.

In diesem Newsletter wollen wir auf die Ebenen Kinder - MitarbeiterInnen - Eltern eingehen und Ihnen gesammelt hilfreiche Links, Telefonnummern und Buchtipps zur Verfügung stellen.

Informationen zu raschen Hilfsstellungen finden Sie hier

Mag.a Birgit Parz-Kovacic


Kinder

Verunsicherungen und Ängste können auch unter (jungen) Kindern auftreten: wenn sie zuhause Nachrichten verfolgen, Medienberichte aufschnappen, Gespräche mitgehört haben, die sie nicht einordnen können, von Freunden im Spiel oder im Gespräch auf den Krieg aufmerksam gemacht werden oder deren (Groß-)Eltern bzw. auch sie selbst Fluchterfahrung besitzen und somit Reaktualisierungen und Retraumatisierungen nicht ausgeschlossen sind.

Mit Kindern über Krieg zu sprechen, ihnen zu erklären, warum Menschen weinen oder auf der Flucht sind, kann pädagogisches Fachpersonal vor Herausforderungen stellen.

Im folgenden Dokument finden Sie daher gesammelte Links, Interviews mit und Tipps von ExpertInnen sowie Bilderbuchempfehlungen:  Übersichtsdokument zum Download

Die Mediathek der Pädagogischen Qualitätsentwicklung verfügt über Bilderbücher zu den Themenbereichen Krieg, Flucht und Ankommen, die kostenlos zu entleihen sind. Eine Liste der vorhandenen Bücher finden Sie  hier bzw. auch auf der  Moodle-Plattform.


Fortbildungshinweis - Anmeldung sofort möglich!

Krieg in der Ukraine - Kriegsängste in Kindergarten und Hort professionell begleiten

Wieder ein Krieg, dessen Berichterstattung auch junge Kinder erreicht. Mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen? Was ist die Verantwortung der Erwachsenen gegenüber (jungen) Kindern in elementaren Bildungseinrichtungen?

In einem Vortrag mit anschließender Fragemöglichkeit wendet sich die Referentin Sibylle Rothkegel (Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Supervisorin, Beraterin und Dozentin mit Schwerpunkt Trauma im interkulturellen Kontext) diesen aktuellen Herausforderungen zu.

Referentin: Sibylle Rothkegel

Termin: 21.03.2022, 14 - 15:30 Uhr

JP22- 299 -  Link zur Anmeldung


MitarbeiterInnen

Vielleicht sind Sie in der Situation, dass eine MitarbeiterIn in Ihrem Team aus einem vom Krieg betroffenen Land stammt bzw. selbst oder die Familie Fluchterfahrung durchlebt hat.

Was können Sie in dieser Situation tun?

Gehen Sie offen mit den Erzählungen und Äußerungen der KollegInnen um. Tauschen Sie sich über ihre Sorgen und Gefühle aus. Überlegen Sie gemeinsam, welche Verhaltensweisen in der Vergangenheit geholfen haben, Herausforderungen zu bewältigen. Welche eigenen Stärken oder Fähigkeiten und Aktivitäten (z.B. Bewegung, Kreatives) können als Kraftquelle dienen?

(Quelle: PsychologInnenverband Österreich - BÖP)


Eltern / Erziehungsberechtigte

Auch Eltern bzw. Erziehungsberechtigte Ihrer Einrichtung bringen unterschiedlichste Erfahrungen mit sich. Sie können selbst von Krieg und Verfolgung betroffen (gewesen) sein, durch intensive Erzählungen sowie Erinnerungen von Familienmitgliedern belastet werden oder Gefühle wie Überforderung, Unsicherheit und Angst durch aktuelle Geschehnisse spüren.

Manchmal werden Eltern bzw. Erziehungsberechtigte mit Ihnen darüber sprechen, manchmal werden Sie am Verhalten der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten merken, dass jene derzeit hoch belastet sind.

Wie können Sie hier professionell begleiten?

Begegnen Sie Eltern bzw. Erziehungsberechtigte im Dialog und mit der Offenheit, ihre Verhaltensweisen verstehen zu wollen. Ihre innere Haltung wird Einfluss darauf nehmen, inwieweit sich Ihr Gegenüber öffnen kann. Nehmen Sie sich Zeit, um zuzuhören. Geben Sie bei Bedarf Notfallkontakte weiter.

Achten Sie auf Ihre eigenen Grenzen hinsichtlich Zuständigkeit, Kompetenz und Belastbarkeit und nutzen Sie die Möglichkeiten der Unterstützung und Vernetzung. Machen Sie den Eltern transparent, wie Sie mit Kindern über die Themen Krieg und Frieden sprechen und wie Sie auf Fragen der Kinder reagieren.

Wahren Sie Transparenz im Sinne der Erziehungspartnerschaft, wenn in der Einrichtung das Thema Krieg aufkommt bzw. wenn konkrete Fragen der Kinder an Sie gestellt werden.

(Quelle: Sauermann, Daniela. Gräßer, Melanie (Hrsg.). Hovermann, Eike (Hrsg.). (2019): Schwierige Elterngespräche in der Kita - und wie sie gelingen. Stuttgart: Klett Kita)


Akute Hilfe - Krisenhotlines

Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen, Ihren KollegInnen oder Eltern zu viel wird, stehen folgende Krisenhotlines zur Verfügung:

  • Telefonseelsorge: 142
  • Rat auf Draht für Kinder und Jugendliche: 147 (Sie können als Elternteil unter dieser Nummer Hilfe bekommen, wenn Sie sich in einer Notsituation befinden, in der Sie sofortige Unterstützung benötigen.)
  • Radio Ö3 Kummernummer: 116 - 123 (täglich von 16:00 Uhr bis 24:00 Uhr)
  • BÖP-Helpline: 01/504 8000 (oder via Mail)

Kontakt

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
A6 - Bildung und Gesellschaft
Referat Kinderbildung und -betreuung
Karmeliterplatz 2, 8010 Graz

Pädagogische Qualitätsentwicklung
Stempfergasse 1, 8010 Graz
Telefon: 0316/877-4641
e-mail: kin@stmk.gv.at
 http://www.kinderbetreuung.steiermark.at/