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Fischotter

Fischottermanagement 2018

Die Fischotterpopulation verzeichnete im 20. Jahrhundert einen starken Rückgang und so waren die Otter in fast ganz Österreich weitgehend verschwunden. Erst der europaweite Schutz des Fischotters nach Anhang II der FFH-RL gab dem Fischotter die Möglichkeit, sich auch in der Steiermark wieder auszubreiten. Der Bestand dürfte nach derzeitigen Kenntnissen bei knapp unter 500 erwachsenen und halbwüchsigen Individuen liegen. Zu den wichtigsten Ursachen für die gute Ausbreitung der Fischotterbestände zählen unter anderem intensiv bewirtschaftete Fischteiche und ein teilweise intensiver Besatz mit adulten Fischen in Fließgewässern.

Dies hat zur Folge, dass dem Fischotter in vielen Fällen übermäßig viel Nahrung zur Verfügung steht. Das dynamische Gleichgewicht zwischen Räuber und Beute wird im Falle des Fischotters unter anderem durch diese „künstlichen" Nahrungsquellen gestört. Damit geht die Rückkopplung verloren, dass bei sinkenden Fischbeständen in natürlichen Gewässern auch der Fischotter im Bestand abnimmt. In einem Gebiet mit Fischteichen wird die Otterdichte in aller Regel höher sein als in einem Gebiet ohne Teiche - aber auch in Gebieten mit Teichen wächst der Otter nicht grenzenlos.

Fischer und Teichbesitzer sind über diese Entwicklung besorgt, da der Fischotter Schäden an den Fischbeständen verursachen kann. Eine Bejagung des Fischotters würde jedoch gegen geltendes Recht verstoßen und ist somit nicht zulässig. Umso wichtiger ist es, effiziente Maßnahmen zum Schutz von Fischbeständen zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen.

Bauliche Abwehrmaßnahmen gegen den Fischotter an künstlichen Stillgewässern sollen dazu beitragen, den Otterbestand in der Steiermark auf einem dem natürlichen Nahrungsangebot entsprechenden Niveau zu halten. Um diese Begrenzung des künstlichen Nahrungsangebotes möglichst gut zu erreichen, steht jedem Besitzer bzw. Pächter eines künstlich angelegten Stillgewässers mit Fischbesatz eine Förderung von Zaunanlagen oder ähnliches offen; es können also sowohl gewerbliche Fischzuchten, Angelteiche als auch Hobbyteiche etc. in den Genuss der Förderung gelangen.

Es handelt sich daher hier nicht um eine landwirtschaftliche Förderung von Fischzuchten, sondern um eine innovative Maßnahme des Naturschutzes.

Für die fachliche Beratung im Konflikt Fischotter-Teichwirt-Angler wird künftig eine Fischottermanagerin zur Verfügung stehen. Sie fungiert für alle Beteiligten als Anlaufstelle für Fragen zum Fischotter, seine Lebensweise, seine Ökologie. Außerdem informiert sie über effektive Absicherungsmaßnahmen von Teichanlagen und deren mögliche Förderung. 

Zu den Aufgaben der Fischottermanagerin zählt im Rahmen der Umsetzung der Managementmaßnahmen unter anderem:

  • Beratung der Fließgewässerbewirtschafter bezüglich einer optimalen, risikoarmen Bewirtschaftung (Art, Zeitpunkt, Menge des Besatzes sowie alternative Maßnahmen)
  • Beratung der Teichwirte bezüglich Fischotterabwehrmaßnahmen
  • Beratung der Teichwirte betreffend schadensminimierender Bewirtschaftung der Teiche in Hinblick auf den Fischotter (Art, Alter und Menge des Fischbesatzes; Förderung von Puffernahrung)

 

Förderung von Fischotterabwehrmaßnahmen an künstlichen Stillgewässern mit Fischbesatz:

  1. Was wird gefördert:
    Gegenstand der Förderung ist das Errichten und Instandhalten von Fischotterabwehranlagen (z.B. Zäune, Fischotterbarrieregitter im Wasser, Verbesserung bestehender Abwehrsysteme..) an künstlichen Stillgewässern ab einer Uferlänge von 40 m.
  2. Förderrahmen:
    Die Förderung beträgt pro Uferlaufmeter € 2,50, wobei ein Höchstbetrag von € 1.200 pro Anlage gezahlt werden kann. Bei Fixeinzäunungen mit Maschendraht wird ein zusätzlicher Zuschlag von € 200 gewährt.

    Bei allen anderen Abwehrmaßnahmen (wie z.B. die Installierung eines Baustahlgitters im Teich) sind die Materialkosten bis zu einem Maximalbetrag von € 1.200,-- einreichbar.

  3. Wie kann eine Förderung beantragt werden:
    1. Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail mit der Fischottermanagerin
    2. Lokalaugenschein gemeinsam mit der Fischottermanagerin und einvernehmliche Festlegung der zur Förderung beantragten Abwehrmaßnahme
    3. Ausfüllen und Unterfertigen des Förderantrages durch den Antragsteller, gemeinsam mit der Fischottermanagerin
    4. Übermittlung des Antragsformulars an die Abteilung 13, Steiermärkische Landesregierung (Referat Naturschutz)
    5. Förderzusage durch die Abteilung 13, Steiermärkische Landesregierung (Referat Naturschutz)
    6. Errichtung/Optimierung der Abwehrmaßnahme
    7. Rechnungslegung der Materialkosten an die Abteilung 13, Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Referat Naturschutz)
    8. Kontrolle der Realisation der Maßnahme durch den Bezirksnaturschutzbeauftragten
    9. Auszahlung des Förderbetrages
       
  4. FRISTEN: 
    1. Frist der Antragstellung ist der 15.09.2018 (Poststempel oder Eingangsdatum E-Mail)
    2. Frist für die Ausbezahlung ist der 30.11.2018. Nach Ablauf dieser Frist verfällt die festgesetzte Fördersumme und ein neuer Antrag für das darauffolgende Jahr muss unter Beiziehung der Fischottermanagerin beantragt werden. Dadurch verliert die Förderzusage für das Jahr 2018 seine Wirksamkeit.

Ein Anspruch auf Förderung besteht erst dann, wenn eine schriftliche Bestätigung durch das Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 13 übermittelt wird.

Kontaktdaten Fischotterberaterin:

Mag. Jördis Kahapka
Telefon: 0660/9018109
E-Mail: fischotter@oekoteam.at

Externe Verknüpfung Ansuchen um Förderung einer Fischotterabwehrmaßnahme

Externe Verknüpfung Fischotter Verbreitung und Bestand in der Steiermark 2017/2018




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